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Hallo ihr Lieben,

ich bin sehr dankbar hier eine Plattform gefunden zu haben, in denen ich mich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Sehe wirklich Chancen darin, weiterhin aktiv an meiner sozialen Angst zu arbeiten. Vllt erzähle ich kurz was über mich und schildere dann mein momentan größtes Problem ,
Ich bin von meiner Wesensart ruhig und zurückhaltend, was schon immer für Probleme sorgte, weil es ja leider schon sehr früh damit anfängt, dass ruhige Menschen es sehr schwer im Umgang mit anderen haben. Immer wieder hieß es, "Sei doch mal lauter, sag deine Meinung " etc., was mich natürlich nie weiter gebracht hat.Mit dem Jahren nahm die Angst in sozialen Kontakten stark zu. Sprich : angstzustände, wie man sie so kennt. Natürlich war ich immer wieder gezwungen mich dieser zu stellen, zum Beispiel während der Ausbildung, Prüfungen etc. Nur merke ich, dass sie in vielen Bereichen, trotz Konfrontation stehen bleibt bzw. nicht abnimmt.

So wie zur Zeit. Ich arbeite im sozialen Bereich, mit Kindern. Warum ich mich dafür entschieden habe, kann ich nicht mehr sagen, ich merke einfach, dass ich mit meiner Angst beruflich nicht mehr klar komme. Ich habe Angst zur arbeit zu gehen. Ich habe Angst mich vor den vielen Mitarbeitern ( Wir sind 7) zu beweisen. Ich fühle mich andauernd beobachtet, bewertet und habe Angst was falsch zu machen. Ich traue mich nicht mal mich in Gesprächen einzubringen, Ideen vorzuschlagen, irgendetwas zu machen. mehr und mehr verschließ ich mich, zittere, schwitze und bekomme viele andere Symptome. Am Anfang habe ich versucht dagegen anzukämpfen. Habe viel in der Therapie dazu gelernt, geschaut positiv damit umzugehen, mich zu loben, für die Dinge die ich gut mache etc. Da war ich wirklich zuversichtlich und habe mir eingeredet, dass ich vllt schüchtern bin, aber das es ok ist und für die anderen so kein Problem darstellen muss, wie ich immer denke. Aber nun bekam ich nach 3 Monaten Probezeit ein Feed-back, das sehr schlecht ausfiel. Sie meinten, dass ich so ängstlich wäre, dass Sie mir schon garnichts mehr zutrauen, weil sie dann meine Angst sprichwörtlich sehen und fühlen ( haha). Sie finden ich bin zu unsicher, zu schüchtern, zu ruhig, nicht gesellig genug, ich hätte angst vor ihnen..,.es war wirklich schlimm mir das so anhören zu müssen. vorallem dieses : Du hast Angst vor uns! Ich fühlte mich noch viel kleiner als sonst. Nun hat das feed-back bewirkt, dass ich noch unsicherer bin. Ich traue mir noch weniger zu, weil ich ja jetzt weiß, das sie mich genauso sehen wie ich.
Die Frage die ich mir stelle ist nun, wie lange soll ich das alles weitermachen. Der Job ist sehr gut bezahlt und bringt andere Vorteile. Wir sind sehr gut besetzt. ABer das Team ist hart, alle sind sehr forsch, selbstdarstellerisch, ich weiß , dass es nicht ganz stimmig so ist und sein wird. aber ich wüsste nicht wie es weitergehen sollte. Ich fühle mich mehr und mehr ungeeignet im soz. Bereich zu arbeiten. Die erste Zeit meiner AUsbildung hat es mir noch wirklich Spass gemacht ( 1.5 Jahre) aber nun, 5 Jahre später empfinde ich nur noch Angst davor . Ich wünschte mir, von heute auf morgen nicht mehr hingehen zu müssen, keine Erklärungen abgeben zu müssen, keine Fristen einzuhalten und etwas neues zu machen, aber auch hier sind die Zweifel zu groß, und noch eine Ausbildung zu machen ist eigt auch nicht drin, trau ich mir nicht zu.
Vielleicht könnt ihr mir ja einen Rat geben...Kündigen oder nicht?

Vielen Dank

09.05.2014 20:26 • 15.05.2014 #1


12 Antworten ↓


@ Jelle,
oh das klingt aber gar nicht gut.
Du wirkst wirklich sehr verzweifelt und ich kann dir da schon
nachfühlen....
aber so wirklich raten kann ich dir da auch nicht,
es ist schwierig,denn wie du selber schon geschrieben hast,
ist dein Job gut bezahlt,
andersrum ist aber deine Gesundheit und vor allem dein Seelenheil arg
in Bedrängnis.
Wovor hast du denn genau Angst?
Deine Kollegen/innen sind sehr forsch wie du schreibst....
aber sie mobben dich doch hoffentlich nicht?
Ist denn da nicht eine oder zwei Kolleginnen dabei,denen du etwas näher stehst,
vielleicht könntest du da ein Gespräch suchen und die könnten dir dabei helfen,
dass du mehr aus dir raus kommst?

09.05.2014 21:26 • x 1 #2



Beruf kündigen oder nicht / wie geht es weiter?

x 3


kalina
Ich glaube dass das Team, so wie Du es beschreibst, nicht das richtige für Dich ist.

Ich kenne solche forschen Personen im sozialen Bereich und da gehört sehr viel Selbstbewusstsein dazu, sich durchzusetzen.

Es gibt auch Stellen im sozialen Bereich, wo sensiblere Personen arbeiten, vielleicht wäre das besser für Dich.

Ich würde an Deiner Stelle mir was anderes suchen, wenn ich merke, dass dadurch meine Ängste sogar noch verstärkt werden.

09.05.2014 21:56 • x 1 #3


Hallo,

danke für eure so raschen Antworten. An MitSouKo: Danke für dein Mitgefühl ICh habe vor so vielem Angst. Ich stelle mir die Frage , was ich danach machen soll. Wie schon erwähnt, traue ich mir garnicht zu weiterhin in dem Bereich zu arbeiten. Ich habe Angst, dass sich das alles wiederholt. Es ist wirklich hart zur Arbeit zu gehen. Mobbing direkt würde ich es nicht nennen, aber ich fühle mich schon ausgeschlossen und als nicht ernst genommen, ich merke, dass sie mich nicht als vollwertiges Teammitglied akzeptieren. es gibt eine Person, die super nett ist, aber die geht in einem Monat Alle anderen sind so starke Powerfrauen mit meiner Meinung nach starkem Geltungsdrang und Konkurrenzdenken ( das ist meine Auffassung ) Ihr Selbstbewusstsein schüchtert mich immer mehr ein. Ich überlege mich bei einer Zeitarbeitungsfirma anzumelden und irgendeinen Job zu machen um einfach nur Geld zu verdienen und den Problemen die im Sozialen Bereich aufkommen erstmals zu entfliehen. Und das macht mir Angst. Einzugestehen, dass es nichts mehr wird und den Job an den Nagel zu hängen. Wovor ich auch sehr große angst habe, ist es den teammitgliedern zu erklären. Sie werden evt schlimme Fragen stellen und ich kann mir vorstellen, dass es komisch sein wird, nach der Kündigung weiterhin die restliche Zeit abzuarbeiten.... Verstehst du das in etwa? Ich meine diesen Leidensdruck.

@ Kalina: ja, ich hatte auch schon während und vor der Ausbildung die Möglichkeit mit tollen Menschen zusammen zu arbeiten, die wie ich sensibler waren und mit denen man reden konnte und vorallem sich selbst sein konnte, ohne sich abgewertet zu fühlen. Es war schön. Aber irgendwie scheint das alles so weit weg und ich denke nun immer wieder , wäre ich doch etwas selbstbewusster, wäre es doch alles nicht zu schlimm, es liegt an mir und ich geb mir die Schuld, das es so ist. Ich würde gerne wieder in so einem Team arbeiten, nur ist es auch schwierig sowas wieder zu finden ;-(

danke für deine Antwort

09.05.2014 22:36 • #4


Ganz ehrlich...
Kein Geld der Welt ist es wert, wenn Du dafür in einem Beruf arbeiten musst, wenn Du dich den ganzen Tag unwohl fühlst oder gar Angstzustände hast. Wo bleibt denn da die Lebensqualität? Sowas führt dann bei vielen Menschen nur dazu, dass sie dann in ihrer Freizeit krampfhaft versuchen, einen Ausgleich hinzubekommen und dann letzlich noch im Konsumrausch oder anderen Süchten enden.

Und warum musst Du dich den anderen erklären? Du kündigst und hast dafür deine Gründe. Das geht niemanden etwas an und Du bist auch niemandem Rechenschaft schuldig. Außer Dir selbst. Du solltest aber auf alle Fälle einen Plan B in der Hinterhand haben, bevor Du das machst, damit Du nicht am Ende in Hartz4 landest...

10.05.2014 11:58 • #5


Zitat von Jelle:
Hallo,

danke für eure so raschen Antworten. An MitSouKo: Danke für dein Mitgefühl ICh habe vor so vielem Angst. Ich stelle mir die Frage , was ich danach machen soll. Wie schon erwähnt, traue ich mir garnicht zu weiterhin in dem Bereich zu arbeiten. Ich habe Angst, dass sich das alles wiederholt. Es ist wirklich hart zur Arbeit zu gehen. Mobbing direkt würde ich es nicht nennen, aber ich fühle mich schon ausgeschlossen und als nicht ernst genommen, ich merke, dass sie mich nicht als vollwertiges Teammitglied akzeptieren. es gibt eine Person, die super nett ist, aber die geht in einem Monat Alle anderen sind so starke Powerfrauen mit meiner Meinung nach starkem Geltungsdrang und Konkurrenzdenken ( das ist meine Auffassung ) Ihr Selbstbewusstsein schüchtert mich immer mehr ein. Ich überlege mich bei einer Zeitarbeitungsfirma anzumelden und irgendeinen Job zu machen um einfach nur Geld zu verdienen und den Problemen die im Sozialen Bereich aufkommen erstmals zu entfliehen. Und das macht mir Angst. Einzugestehen, dass es nichts mehr wird und den Job an den Nagel zu hängen. Wovor ich auch sehr große angst habe, ist es den teammitgliedern zu erklären. Sie werden evt schlimme Fragen stellen und ich kann mir vorstellen, dass es komisch sein wird, nach der Kündigung weiterhin die restliche Zeit abzuarbeiten.... Verstehst du das in etwa? Ich meine diesen Leidensdruck.




Liebe Jelle,

natürlich kann ich diesen Leidensdruck verstehen,Du reibst dich dabei förmlich auf.
Vor allem nach einer Kündigung ist es meist nicht angenehm noch weiter da zu arbeiten,
ist ein seltsames Gefühl,
man fühlt sich dann gar nicht mehr dazu gehörig.

Was wäre denn,wenn du dich mal für eine zeitlang krank melden würdest,
geh doch zu deinem Hausarzt und schildere deine Lage,
ich bin mir sicher,der/die versteht deine Ängste!
Ich würde nichts zu schnell überstürzen mit der Kündigung,vor allem kann ich mir nicht
vorstellen,dass du in eioner Zeitarbeitsfirma glücklicher wärst....
eher im Gegenteil.
Da herrscht immenser Druck und ich denke nicht,dass du dem momentan gewachsen wärst.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen....

Geh in Krankenstand,versuch deinen Kopf klar zu kriegen

10.05.2014 12:18 • #6


Zitat von Jelle:
Ich bin von meiner Wesensart ruhig und zurückhaltend, was schon immer für Probleme sorgte, weil es ja leider schon sehr früh damit anfängt, dass ruhige Menschen es sehr schwer im Umgang mit anderen haben. Immer wieder hieß es, "Sei doch mal lauter, sag deine Meinung " etc., was mich natürlich nie weiter gebracht hat.Mit dem Jahren nahm die Angst in sozialen Kontakten stark zu. Sprich : angstzustände, wie man sie so kennt. Natürlich war ich immer wieder gezwungen mich dieser zu stellen, zum Beispiel während der Ausbildung, Prüfungen etc. Nur merke ich, dass sie in vielen Bereichen, trotz Konfrontation stehen bleibt bzw. nicht abnimmt.


Ruhig und zurückhaltend ist nicht das Problem. Unsicher, ängstlich dagegen schon. Das ist etwas, was die Umwelt als negativ wahrnimmt, vielleicht auch, weil es auch auf andere verunsichernd wirkt und auch gerade Ängstlichkeit auf Menschen nicht zuletzt auch verletzend wirken kann: warum hat sie Angst vor mir, bin ich denn so schlimm?
Ich finde es aber echt toll, dass du dich nicht zurückgezogen hast, sondern dich konsequent deinen Ängsten gestellt hast! Ausbildung, Prüfung - das sind alles Situationen, die auch auch "normale" Menschen nicht immer unbedingt mit links machen. Deshalb finde ich es doppelt toll, dass du dich da durch gebissen hast.

Zitat von Jelle:
Aber nun bekam ich nach 3 Monaten Probezeit ein Feed-back, das sehr schlecht ausfiel. Sie meinten, dass ich so ängstlich wäre, dass Sie mir schon garnichts mehr zutrauen, weil sie dann meine Angst sprichwörtlich sehen und fühlen ( haha). Sie finden ich bin zu unsicher, zu schüchtern, zu ruhig, nicht gesellig genug, ich hätte angst vor ihnen..,.es war wirklich schlimm mir das so anhören zu müssen. vorallem dieses : Du hast Angst vor uns! Ich fühlte mich noch viel kleiner als sonst. Nun hat das feed-back bewirkt, dass ich noch unsicherer bin. Ich traue mir noch weniger zu, weil ich ja jetzt weiß, das sie mich genauso sehen wie ich.


Ich finde das Feedback jetzt weniger schlimm, als vielmehr sehr ehrlich und für mich zeugt das übrigens von großer Sensibilität deiner Kollegen, dass sie dich wahrnehmen, deine Ängste spüren und dich so sehen, wie du auf sie wirkst, ohne etwas zu beschönigen. Natürlich kann ich auch verstehen, dass dich das verunsichert.
Trotzdem ist so ein ehrliches Spiegelbild schmerzhaft, aber eben auch eine große Chance, weiter an dir und deinem Selbstbewusstsein zu arbeiten.
Anders zu sein, als die anderen in deinem Team, ist eine große Bereicherung an deinem Arbeitsplatz! Dich deshalb minderwertig und schlecht zu fühlen, deinen Ängsten Futter zu geben, ist dagegen kontraproduktiv und auch für deine Kollegen eine große Herausforderung. Wie würdest du dich fühlen wenn jemand, für dich völlig grundlos, große Angst vor dir hat? Würdest du dich nicht vielleicht auch hilflos fühlen, selbst verunsichert?

Vielleicht solltest du schauen, dass du neben einer Therapie auch in deiner Freizeit Aktivitäten einplanst, die dein Selbstbewusstsein fördern? Sport, vielleicht auch eine Teamsportart, in der du Anerkennung und Wertschätzung erfährst, auch ein Selbstverteidigungskurs kann absolut helfen, dir selbst bewusst zu werden, dich selbst wahrzunehmen und deine Grenzen kennenzulernen. Ich ganz persönlich denke oft, dass das mangelnde Selbstwertgefühl, das dann auch zu sozialen Ängsten führt, eben auch daher rührt, dass man sich selbst eigentlich gar nicht richtig kennenlernen durfte. Entweder, weil einem das aus verschiedensten Gründen in der Kindheit versagt wurde oder weil man es sich selbst gar nicht erlaubt hat. Aber der Zug ist nicht abgefahren, sondern er steht im Bahnhof und wartet auf dich. Wer bist du, was macht dich aus? Das sind die Fragen, denen du auf den Grund gehen kannst, die dir vielleicht helfen, eine Richtung für dich zu finden.

Natürlich kannst du dich jetzt in einen neuen Job flüchten und hoffen, dass alles besser wird, aber du nimmst dich selbst ja mit und damit auch gegebenenfalls die Probleme, die du eben mit dir hast.
Ich sehe dein Feedback eher als Chance für dich und als Gesprächsgrundlage für dich und deine Kollegen. Vielleicht hilft es dir, wenn du deine Ängste offen aussprichst, ihnen gegenüber versuchst in Worte zu fassen, was dich genau ängstigt und sie bittest, dir zu helfen und mit dir gemeinsam an einem Strang zu ziehen, damit du dich besser in das Team integrieren kannst? Wäre das vielleicht eine Möglichkeit?

Und vielleicht nimmst du dir wirklich ein paar Tage Auszeit, lässt dich krankschreiben, wie mitsouko vorgeschlagen hat und überlegst dir, wie es für dich weitergehen soll, was du eigentlich möchtest, was dir gut tut und wie du an dir weiterarbeiten kannst.

10.05.2014 12:47 • #7


wow,

danke für die vielen und vorallem ausführlichen rückmeldungen. ich versuche darauf einzugehen.
@royhobs:
ich teile deine meinung. früher wäre es mir das auch nicht wert gewesen. und ich bin auch der typ,der dann in der freizeit sehr drunter leidet und nicht entspannen kann. natürlich versuche ich mir gutes zu tun. mache sport, autogenes training, yoga, versuche mich zu überwinden und viel mit anderen zu machen, meine freizeit auszuleben, es mir gut gehen zu lassen. aber diese angst ist ständiger begleiter. ich kann sie nicht einfach ausschalten. und jap, mir ist klar, ich muss erstmal was finden, bevor ich kündige, es ist natürlich schwerer so, aber einfach sicherer und ich möchte nicht den schritt bereuen müssen.

@kalina: ich war erst vor kurzem krank und hatte sogar schon eine woche urlaub, in der ich einfach garnicht entspannen konnte , sondern eher mich noch mehr reinsteigerte. ich habe mir jetzt wenigstens einen termin bei einem psychiater gemacht um über eine medikamentöse therapie zu sprechen, die mich stabilisieren soll. mein therapeut bestärkt mich in dem punkt auch. das problem ist, dass neben den angstzuständen depressive phasen zunehmen und ich zu heftigen gefühlsausbrüchen neige.
habe die hoffnung, dass mich medikamente erstmal wieder normaler werden lassen, wobei ich echt kein fan von dem ganzen bin. ic h habe das gefühl ich muss irgendwie schauen, dass ich funktioniere, weil es so nicht weiter gehen kann.
wenn ich kündige, habe ich das problem, schnell was finden zu müssen, damit ich wirklich nicht in hartz4 lande und mir alles verbaue.
und dann die angst, dass es weiterhin schlecht ist. wenn ich nicht kündige und erst nach was geeigneten schaue, muss ich die zeit bis dahin ja auch halbwegs gut überbrücken.

@ajpsychic: ja sicher war das feedback ehrlich und das ist ja auch gut. aber sensibel fand ich es nicht. glaub mir, die fühlen sich von mir nicht verunsichert. eher habe ich sogar das gefühl, dass sie anfangen meine unsicherheit auszunutzen...
unter sensibilität verstehe ich nicht in de rgruppe auf einen rumzuhacken. die eine kollegin ist einmal so zu mir hingekommen, hat mich gefragt wie es mir geht, ohne druck und so hat mir gesagt, was sie alles gut an mir findet und schätzt, und einfach über die situation gesprochen. sie hat mir nahe gelegt, dass alles seine zeit braucht etc. und ich schon noch reinkomme und dass sie toll findet, dass ich meinen weg gehe und sie weiß dass die kollegen nicht einfach sind und sie auch oft unter dem team leidet.
das gespräch ging sehr lange und es war eine gute atmosphäre mit offenheit und empathie. das war für mich wertvoll und gewinnerbringend weil ich wusste, mit ihr kann ich reden, ihr kann ich vertrauen. leider geht sie. mit den anderen ist es nicht so. auch hier habe ich schon versucht was anzusprechen, was sofort nichtig gemacht wurde oder ich wurde belächelt, es wurden offentsichtlich die Augen gerollt ...Da habe ich es dann sein lassen.
Wenn ich wüsste dass jmd Angst vor mir hätte, würde ich auch anders vorgehen, aber das liegt whr daran weil ich eben weiß wie es ist, seine Ängste nicht kontrollieren zu können und ihnen wehrlos ausgeliefert zu sein.

Das mit dem Kampfsport finde ich eine gute Idee. Ich werde mal schauen ob ich was in der Nähe finde, was mich anspricht. Habe schon öfters gehört, dass das Selbstbewusstsein sich durch Sport steigern lässt. Ich möchte auch an meinem Selbstbewusstsein arbeiten. Hast du sonst noch Tips? Ist es machbar sein Selbstbewusstsein im Erwachsenenalter bzw seine Persönlichkeit in gewisser Art zu verändern?

10.05.2014 15:21 • #8


Ich sehe es weitgehend wie AJPsychic.

Zusätzlich: Wenn du dort kündigst, um "irgendwas" anderes zu machen, wäre das m.E. nur eine Flucht, anstatt eine Weiterentwicklung.

Zudem wäre es keineswegs sicher, dass es dir an der nächsten Stelle besser geht, schon gar nicht, wenn du Zeitarbeitsjobs bekommst. Denn da würdest du ungefragt hier und da eingesetzt, von dir würde erwartet, dass du sofort volle Leistung bringst (oft ohne jegliche Einweisung ) , und es wäre sehr ungewöhnlich, wenn dir da von KollegInnen Nachsicht und Empathie entgegengebracht würde. Zeitarbeiter werden von den Festangestellten eher als unliebsame Konkurrenten angesehen und entsprechend gefürchtet und geschnitten, denn die Festangestellten haben heutzutage alle Angst, demnächst selber durch externe - billigere - Zeitjobber ersetzt zu werden oder gar selber so "outgesourced" zu werden.

Du schreibst, du möchtest "etwas selbstsicherer werden". Mein Vorschlag: Streiche das "etwas". Was genau betrachtest du denn eigentlich als "selbstsicheres" Verhalten? Wann kommt dir jemand selbstsicher vor? Wenn du das beschreiben kannst - dann TU genau DAS. Empfindest du es z.B. als selbstsicher, wenn jemand laut redet? Dann rede selber LAUT. Usw. Wenn du eine Liste mit "selbsticheren Verhaltensweisen" gemacht hast, kannst du dir jeden Punkt Schritt für Schritt vornehmen und ihn eine Zeitlang einüben. Es ist kein Hexenwerk, es ist vor allem Übung. Du bist sehr geübt darin, leise und zurückgezogen zu sein, und hast noch gar nicht geübt, laut und ..... zu sein.

10.05.2014 21:22 • #9


Zitat von Jelle:
@ajpsychic: ja sicher war das feedback ehrlich und das ist ja auch gut. aber sensibel fand ich es nicht. glaub mir, die fühlen sich von mir nicht verunsichert. eher habe ich sogar das gefühl, dass sie anfangen meine unsicherheit auszunutzen...


Mir ist schon klar, dass du eine andere Auffassung hast, was "sensibel" bedeutet. Ich wollte dir nur klar machen, dass es schon eine gewisse Sensibilität braucht, um so genau in Worte zu fassen, wie du auf deine Kollegen wirkst. Und das Feedback erschien mir ehrlich, aber nicht unfreundlich, wenn ich das so richtig verstanden habe.

Und ja, die Gefahr, dass ob kurz oder lang Menschen deine Unsicherheit ausnutzen, ist immer da und überall. Und da du deine Mitmenschen nicht ändern kannst, hilft es nur, wenn du selbst selbstsicher wirst, an dir arbeitest und dich um dich kümmerst.

Zitat von Jelle:
unter sensibilität verstehe ich nicht in de rgruppe auf einen rumzuhacken. die eine kollegin ist einmal so zu mir hingekommen, hat mich gefragt wie es mir geht, ohne druck und so hat mir gesagt, was sie alles gut an mir findet und schätzt, und einfach über die situation gesprochen. sie hat mir nahe gelegt, dass alles seine zeit braucht etc. und ich schon noch reinkomme und dass sie toll findet, dass ich meinen weg gehe und sie weiß dass die kollegen nicht einfach sind und sie auch oft unter dem team leidet.
das gespräch ging sehr lange und es war eine gute atmosphäre mit offenheit und empathie. das war für mich wertvoll und gewinnerbringend weil ich wusste, mit ihr kann ich reden, ihr kann ich vertrauen. leider geht sie. mit den anderen ist es nicht so. auch hier habe ich schon versucht was anzusprechen, was sofort nichtig gemacht wurde oder ich wurde belächelt, es wurden offentsichtlich die Augen gerollt ...Da habe ich es dann sein lassen.
Wenn ich wüsste dass jmd Angst vor mir hätte, würde ich auch anders vorgehen, aber das liegt whr daran weil ich eben weiß wie es ist, seine Ängste nicht kontrollieren zu können und ihnen wehrlos ausgeliefert zu sein.


Keine kann hier aus der Ferne einschätzen, wie deine Kollegen reagieren und was du wahrnimmst. Und ängstliche und unsichere Menschen neigen auch dazu, Dinge zu überinterpretieren, stärker auf sich selbst zu beziehen.
Fakt ist, da musst du etwas tun, denn wie ich oben schon andeutete: das wird dir überall passieren, mehr oder weniger stark ausgeprägt und wenn du nicht lernst, dich zu behaupten, wird dein Leben nur schwerer, als es ohnehin schon ist.

Zitat von Jelle:
Das mit dem Kampfsport finde ich eine gute Idee. Ich werde mal schauen ob ich was in der Nähe finde, was mich anspricht. Habe schon öfters gehört, dass das Selbstbewusstsein sich durch Sport steigern lässt. Ich möchte auch an meinem Selbstbewusstsein arbeiten. Hast du sonst noch Tips? Ist es machbar sein Selbstbewusstsein im Erwachsenenalter bzw seine Persönlichkeit in gewisser Art zu verändern?


Es ist grundsätzlich immer fast alles machbar. Ich hab mir mein Selbstbewusstsein auch erkämpft, das lag leider nicht in meiner Wiege, sondern war eher ein Weg, der aus kleinen und großen Schritten bestand, die zu gehen sich aber jeder einzelne gelohnt hat.
Neben Sport und Selbstverteidigung hat es mir geholfen meine Haltung zu verbessern. Klingt banal, hat aber eine große Wirkung über relativ kurzen Zeitraum. Bewusst gerade stehen. Schultern zurück, Brust raus, Kopf hoch. Das hat nicht nur Wirkung nach aussen, weil dir Menschen dich ganz anders wahrnehmen, sondern auch große Wirkung auf dich selbst, weil du dich anders wahrnimmst, im Spiegelbild deiner Mitmenschen. Es gibt nichts zu verstecken, du bist du und dazu stehst du. Das kostet Überwindung, gerade zu Anfang, aber später ist es eine Haltung, die dir in Fleisch und Blut über geht und die dir sofort ein ganz anderes Bild von dir vermittelt.
Gerade zur Körperhaltung gibt es tolle Studien und Feldversuche, aus denen deutlich hervorgeht, wie simpel das ist und wie groß die Aussen- und Innenwirkung.

Überhaupt haben mir Äußerlichkeiten sehr geholfen, mich auch innerlich besser zu fühlen. Klingt kurios, aber gute Kleidung, eine passende Frisur, ein bisschen Make-up haben großen Einfluss darauf, wie du dich selbst wahrnimmst. Das sagt etwas über dich aus, für dich und auch andere. Ich pflege mich, ich kümmere mich gut um mich, ich bin mir etwas wert (nicht im Sinne von Geld), sondern von Zuwendung, Beschäftigung mit mir selbst.

Versuche herauszufinden wer du bist, was du gerne magst. Probiere Dinge aus, die neu sind, die du noch nie gemacht hast und schau, ob das etwas für dich ist und wenn es dir nicht gefällt (aber nicht weil du Angst hast, sondern weil du es wirklich nicht magst), dann lass es in Zukunft bleiben, aber wertschätze, dass du etwas über dich selbst herausgefunden hast. Du kennst dich nämlich gar nicht. Ich kannte mich auch nicht wirklich, als ich kein Selbstbewusstsein hatte. Ich hab komische Dinge gemacht, die gar nicht zu mir passten, weil ich dachte, das müsse so sein und anderes unterlassen, weil ich es mir nicht zugetraut habe. War Blödsinn, aber das habe ich nach und nach herausgefunden.

Überhaupt ist Wertschätzung wichtig. Überleg dir, worauf zu stolz sein kannst. Das können genauso gut Äußerlichkeiten sein, wie Dinge, die du erreicht hast und nimm dir täglich Zeit, um das zu wertschätzen, aktiv daran zu denken: das habe ich erreicht und ich mag an mir x,y,z. Das klingt plakativ und komisch, ich weiß, aber mir hat das über die Zeit so sehr geholfen. Und streiche "ich kann nicht" aus deinem Wortschatz. Schränke dich nicht selbst ein, sondern akzeptiere nur Grenzen, an denen es wirklich einfach gar nicht weiter geht. Aber diese Grenzen sind kilometerweit hinter dem Punkt, an denen du sie vermutest, denn du kannst sehr viel mehr, als dir klar ist. Du bist gar nicht so viel anders als der Rest der Menschen.

11.05.2014 23:10 • #10


Huhu AJ,

danke für deine Tips und Worte: Sie helfen. Ich habe nach einem Kurs gesucht und bin fündig geworden, nächste Woche geht es los. Sowieso habe ich das Gefühl wieder ein bisschen mehr Lust und Motivation bekommen zu haben, Dinge anzugehen. Die war ja lange weg. ja ich merke es auch, dass es hilft sich selbst zu schätzen und auszuleben , so wie man es gern mag.Ich kann jetzt nicht mehr schreiben weil ich wieder los muss. Nur noch vielen Dank für deine Worte

12.05.2014 22:03 • #11


Hallo Jelle,

ich arbeite auch im sozialen Bereich mit SP. Ich habe das Glück ganz tolle Kollegen zu haben, die meine Unsicherheiten anfangs einfach so akzeptiert haben und mich unterstützt haben rein zu kommen. Dadurch konnte ich mit der Zeit ganz viele Erfogserlebnisse haben, die meinem Selbstwert ganz doll geholfen haben.

Ich würde mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Ist unter den Umständen dort noch was zu machen? Für Dich? Und traust du den anderen Mitarbeitern zu Dich in Deiner momentanen Lage zu akzeptieren?
Wenn nicht, wird das nichts mehr, dann kann man auch keine vernünftige Arbeit machen und das frustriert nur noch mehr.

Ich kenne diese Konkurrenzmenschen in sozialen Einrichtungen, manche suchen einfach nach den Schwachstellen bei anderen. Das ist schon für jeden "normalen" Menschen nicht einfach da zu arbeiten. Aber es gibt so viele soziale Einrichtungen und du hast eine Ausbildung abgeschlossen (Erzieherin? Glückwunsch! Hab ich leider nicht geschafft.) mit der Du in jeder Sozialeinrichtung arbeiten kannst. Und es gibt einige Teams in denen Du auch mit Deiner Art willkommen wärst. Mit der Zeit würdest Du an einem guten Ort auch merken, was Du kannst. und das würde Dich stolz machen!

Ich würde auf keinen Fall kündigen, sondern mich krank melden (du bist ja aus der Probezeit raus, oder?). Dann würde ich mir Zeit nehmen für mich, um wieder runter zu kommen. Und dann einen neuen Anlauf starten. Wenn Du irgendwas über eine Einrichtung hörst oder liest, was Dich interessiert: Initiativbewerbung! Einfach mal nachfragen, ob sie jemand gebrauchen können.

Grüße, sub

14.05.2014 21:11 • #12


kalina
Zitat von sub1:
Hallo Jelle,

Ich kenne diese Konkurrenzmenschen in sozialen Einrichtungen, manche suchen einfach nach den Schwachstellen bei anderen. Das ist schon für jeden "normalen" Menschen nicht einfach da zu arbeiten.
Grüße, sub


Ja, stimmt, solche "Exemplare" sind mir auch bekannt. Zum Glück gibt es aber auch andere.

15.05.2014 11:34 • #13



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