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Capricorn
Zitat von Beobachter:
Wenn das eine Prozent der Mediziner recht hätte, dann gäbe es keine
Lebenseinschränkungen und somit auch keine Veränderungen, die sich
auf die zukünftige Lebenszeit auswirken würden.

Das eine Prozent sagt nur, dass die Todesdiagnose nicht zutreffend ist. Das heisst nicht, dass man nicht behandlungsbedürftig ist bzw. wird.



Zitat von Beobachter:
( PS: man beachte hierzu auch meine Beiträge zur Patientenvollmacht )

Das ging mir auch immer wieder durch den Kopf. Nur macht mir das ein ungutes Gefühl, weil ich glaube, dass ich mich dann irgendwie mit der Todes-Diagnose abgefunden habe. Und das will ich nicht.
Ich glaube, dass - falls es total kritisch wird - ich eine Pat.-Vollmacht immer noch rechtzeitig verfassen kann.



Zitat von crazyfruit:
Ich würde mich SOFORT mit Roh-Veganer Ernährung (Rohkost/Urkost) befassen und dann umgehend darauf umstellen. ...

Meine Kost ist zu 99% vegetarisch. Ich bin schon froh, wenn ich im Laufe von Monaten ein paar mal mit Appetit/Genuss irgendwas essen kann. Sonst fülle ich nur ein nagendes Loch in meinem Magen.



Zitat von crazyfruit:
... Wenn das nicht (mehr) hilft, dann wars eh zu spät...

Bitte wie meinst du das?



Zitat von Amy87:
Der Tod ist nicht das Ende unserer Existenz, wenn man sich das bewusst macht, vergeht auch die Angst.

Das ist mir bewusst. Ich habe keine Angst vor dem Tod.
Eher schon vor denen (Ärzte), die mich tot bzw. sterben sehen wollen. Aber auch das ist keine Angst, das ist ohnmächtige Wut, bzw. Zorn.



Zitat von krok:
Ich habe jetzt zweimal einen laaaangen Text aufgesetzt mit dem ich dir möglichst weise antworten wollte. Merkte aber jedesmal am Schluß, dass alles was ich geschrieben hatte, nur bla bla bla war.





Zitat von krok:
Deine Frage lautete: wie würdest du dich fühlen wenn......und was würdest du tun......

Meine Antwort lautet: ich weiß es nicht. Die Vorstellung, dass mir sowas passieren könnte, bringt mich auf alle Fälle an die Grenze des für mich Vorstellbaren.

Ja, das fiel mir hinterher auch ein, dass meine Frage wohl kaum zu exakten Antworten führen kann und ich vielleicht manche damit sogar in Verlegenheit bringe. Wer möchte sich schon mit sowas befassen?
Das ist/war aber nicht meine Absicht. Der Thread war eine spontane Idee, ein Impuls. Wohl zu wenig durchdacht. Aber rückgängig kann ich ihn ja nicht mehr machen.

Danke für deine Ehrlichkeit. Ich kann verstehen, dass du eine tatsächliche Antwort nicht wissen kannst. Aber du hast ja eh schon so viele Gedanken dazu geschrieben, die ich sehr gut finde, weil sie meine Haltung unterstützen und mein Denken bestätigen.



Zitat von krok:
Mich würde das ganze so verunsichern und irritieren, aus der Bahn werfen, dass ich nur Tag und Nacht an meinen stark ausgeprägten Verdrängungsmechanismus appelieren könnte, um so eine Situation überhaupt aushalten zu können.

Ja. Das triffts. Mir hat das den Boden unter den Füßen komplett weggezogen und mein erst neu aufgebautes Leben bröckelte weg. Leider funktioniert bei mir kein Verdrängungsmechanismus. Es vergeht kein Tag, wo ich mir dieser Situation nicht mehrmals bewusst bin. Was man doch so alles aushält?!?



Zitat von krok:
Ich nehme an, dass du trotz der Widrigkeiten (Geldmangel usw.) dich bis ins letzte schlau gemacht hast, also ich würde es so machen. Was für mich glaube ich nicht in Frage käme, wäre, mich aufzugeben.

Genau das habe ich gemacht. Stimmt.
Verdrängen klappt nicht, also: Vertiefen in die Materie. Das hat mir zwar mehr Kenntnis gebracht, als die meisten Ärzte haben, aber das ist auch schon wieder blöd, ... wenn ich erst mal einen Arzt "aufklären" muss über ein sehr komplexes Geschehen ... wo die doch alle keine Zeit mehr haben.

Und diejenigen Ärzte, die glauben Bescheid zu wissen, sind fast enttäuscht, wenn ich ihnen nicht die Symptome liefere, die sie lt. Laborberichte von mir erwarten. Die warten förmlich darauf, dass es mir endlich schlechter geht.

Nein. Auch ich werde mich wohl nicht aufgeben. Obwohl es tatsächlich schon Momente gab, in denen ich so erschöpft und zermürbt war, ... nicht mehr wusste, woher die Kraft nehmen, um mich dagegen zu stemmen und eigentlich nur ein Ende wünschte. Aber nein. Aufgeben gilt nicht!


LG und Danke!
Capri

10.11.2012 22:24 • #21


Capricorn
Zitat von krok:
Einfach aus meinem Bauch heraus:

Ich würde meinen Ärzten mit der gleichen Arroganz gegenübertreten die sie mir angedeihen lassen und einfach
nicht sterben! Geh beim nächsten Mal in die Praxis und sag wenn einer blöd schaut: "Gell, da schaugst."



Naja, Arroganz hilft mir dabei nicht. Bei einem Arzt, der als erster diese Diagnose gestellt hat, habe ich (als ich kapierte, was da schief läuft) total abgebrochen. Der telefonierte mir noch hinterher, aber ich ging auch nicht mehr ans Telefon.
Eigentlich wollte ich ihn zur Rede stellen, aber ich wusste, er würde blocken, leugnen, sich aus der Affaire ziehen und dann - das weiß ich auch - wäre ich explodiert und aggressiv geworden. Und das hätte mir auch nicht geholfen.

Aber Humor hilft dann doch ab und zu. Eine Hautärztin, die ich regelmäßig konsultieren muss, begrüßte mich schon mal mit "Ha! Da ist ja mein Sargnagel wieder" und ich antwortete: "Wenn ich ein Sargnagel bin, dann sind Sie eine Nervensäge!" ... oder sie meinte mal: "Sie sind ja so stur, weil Sie nicht machen, was ich will!" ... und ich d'rauf: "Genauso stur, wie Sie, weil Sie mich auch permanent unter Druck setzen etwas machen zu sollen, wovon ich weiß, dass es falsch ist! Ich würd's Ihnen ja erklären, aber Sie haben ja keine Zeit!"



Zitat von krok:
Bei einer etwaigen Fehldiagnose allerdings hielte sich mein Mitgefühl für meine Ärzte arg in Grenzen.

Genau das ist das Problem. Noch brauche ich gewisse ärztl. Behandlung, da kann ich es mir nicht leisten, sie mit meiner Wut zu konfrontieren. Aber vielleicht kommt das noch.



Zitat von krok:
Herzlichen Gruß an dich
kroki, die wieder mal trotz aller Widrigkeiten in ihrem Leben gut d´rauf ist.

10.11.2012 22:40 • #22



Wie würdest du dich fühlen .

x 3


Huhu

Ich denke (natürlich auch für mich selber), wirklich wissen wie
man in solch einer Situation Denken und Fühlen würde, kann
man nur, wenn man tatsächlich eine solche Situation erlebt.

Allerdings glaube ich dabei aber auch, dass wenn wirklich 99 von ein-
hundert Mediziner eine tötliche Krankheit diagnostizieren, der Gedanke
es müsse sich absolut um einen Fehler halten, nur schwer zu denken ist.

10.11.2012 23:04 • #23


Capricorn
Zitat von Beobachter:
Allerdings glaube ich dabei aber auch, dass wenn wirklich 99 von ein-
hundert Mediziner eine tötliche Krankheit diagnostizieren, der Gedanke
es müsse sich absolut um einen Fehler halten, nur schwer zu denken ist.

Stimmt. Ich hab auch erst mal überhaupt nicht daran gezweifelt, hab mich auch damit abgefunden, weil ich glaubte, das ist nun mal mein Ende. Denn jeder muss mal abtreten.
Ich bin nur durch Zufall (nach Monaten der Chemotherapie) über andere Zusammenhänge gestolpert und konnte das lange Zeit selbst nicht glauben. Hab dann nur noch medizinische Bücher in mich 'reingefressen um sicher zu gehen, ließ von Freunden Texte kontrolllesen, weil ich befürchtete ich wäre geistig verwirrt und hätte das alles falsch verstanden und rannte wochenlang wie ein Tiger im Käfig meine Wohnung auf und ab, weil ich es einfach nicht glauben, nicht fassen konnte.
Zwischenzeitl. hab ich (dank i-net) Kontakt zu anderen in der gleichen Situation und weiß, dass die alle dasselbe durchgemacht haben bzw. durchmachen.

10.11.2012 23:15 • #24


Huhu Capri

Ich realisiere jetzt erst, dass du deine Frage nicht nur theoretisch gemeint
hast, sondern dich persönlich in einer solchen Situation befindest.

Es ist sehr schwer sich in eine solche Lebenssituation hineinzuversetzen,
wenn man sie selber (noch?) nicht erleben musste.

Die klassische Psychologie sagt dazu, dass es dabei zu einer bestimmten
Abfolge von Zuständen kommt:

1. Schock, hilflose Starre aller Gedanken
2. Verdrängung, nicht wahrhaben wollen
3. Langsames Annehmen mit Depressionen
4. Akzeptanz und innere Vorbereitung/Ruhe

Aber ich selber glaube, dass es hierfür keine Regel gibt, je nach Glauben,
Lebenssituation und Kraft, wird jeder sehr individuell reagieren.

Eines aber ist auch gewiss:
So richtig eine Diagnose auch sein kann, so wenig kann sie konkret einen
Krankheitsverlauf und/oder die wirklichen Heilungschancen voraussagen.

PS:
Kennst du das Buch "Das heilende Bewusstsein" von Joachim Faulstich ?

Es geht dabei um Selbstheilung, und es ist eines der wenigen Bücher die
ich gelegentlich empfehle (und selber gelesen habe).

Dir nun ganz besonders viel Kraft und liebe Grüsse, Der Beobachter

10.11.2012 23:46 • #25


Ich denke, kein Arzt kann hellsehen. Sie können nur statistische Erfahrungswerte daraus abgeleitete Prognosen abgeben. Jeder Einzelfall ist aber individuell und kann sich völlig anders entwickeln als statistische Werte.
Ein guter Arzt weiß das hoffentlich auch.

Aber ein Arzt muss natürlich befürchten, später wegen mangelhafter Sorgfalt und Aufklärung verklagt zu werden (von Familienangehörigen), wenn er nicht deutlich auf die Todesgefahr und medizinische Behandlungsmöglichkeiten hingewiesen hat. Man kann es ihnen daher m.E. nicht wirklich übelnehmen, wenn sie einem zu den pblichen Behandlungen raten.

Ich heile mich aber bisher immer am besten selber. Bisher. In einer so krassen Situation wie du, Capri, war ich zum Glück noch nicht. Ich habe mich schon oft gefragt, was ich dann tun würde und ob ich das so gelassen wie manche ertragen könnte - ich weiß es nicht. Mich ängstigt nicht so sehr der Tod wie die Phase davor.

11.11.2012 00:01 • #26


Capricorn
Hi Beo,

ich glaub, so ganz ist der Groschen bei dir vielleicht immer noch nicht gefallen. Aber vielleicht täusche ich mich auch.

Zitat von Beobachter:
... Die klassische Psychologie sagt dazu, dass es dabei zu einer bestimmten
Abfolge von Zuständen kommt:

1. Schock, hilflose Starre aller Gedanken
2. Verdrängung, nicht wahrhaben wollen
3. Langsames Annehmen mit Depressionen
4. Akzeptanz und innere Vorbereitung/Ruhe ...

Du beschreibst den Prozess, den ein Mensch bei einer Todesdiagnose durchläuft und der ist mir nicht unbekannt.
Nur: Was, wenn du das durchgemacht hast und dann feststellst, dass diese Todesdiagnose, wie gestellt, überhaupt nicht haltbar ist?
Das (!) war mein größter Schock. ... kann ich bis heute nicht wirklich beschreiben, was das mit mir angestellt hat.



Zitat von Beobachter:
So richtig eine Diagnose auch sein kann, so wenig kann sie konkret einen
Krankheitsverlauf und/oder die wirklichen Heilungschancen voraussagen.

das sag mal den entspr. Fachmedizinern. Im Gespräch werden sie dir zustimmen, aber im Umgang mit Patienten verhalten sie sich ganz anders. Die lesen Laborberichte und erwarten dementsprechende Symptome. Ich freue mich, dass ich die nicht habe, aber bekomme darin keine Ermutigung, im Gegenteil. Die Ärzte scheinen irritiert zu sein und - wie schon geschrieben - warten offensichtlich förmlich darauf, dass es mir schlechter geht.
Einmal, wieder nach einem Laborbericht, rief mich eine Ärztin an einem Sonntag (!) mittag an, machte mir eine fürchterliche Angst mit ihren Aussagen und bestellte mich für nachmittags in ihre Praxis. Aber mir gings gut! ... was ich aber, nach ihrem Telefonat dann fast selbst nicht mehr glauben konnte. Glücklicherweise war eine Freundin zu Besuch, die mich an meine gute Verfassung erinnerte und mich auch zur Ärztin begleitete. Und ICH war es, der SIE (die Ärztin) wieder beruhigte.



Zitat von Beobachter:
Kennst du das Buch "Das heilende Bewusstsein" von Joachim Faulstich ?

Ich habe vor langer Zeit mal was von Faulstich gelesen, war auch bei einer seiner "Schülerinnen" in Therapie. Ob das allerdings dein oben erwähnter Titel war, weiß ich nicht mehr.
Werd' mal sehen, obs das im Netz gebraucht und günstig gibt. Danke für den Tipp!


Zitat von Beobachter:
Dir nun ganz besonders viel Kraft und liebe Grüsse, Der Beobachter

Danke dir!

LG
Capri

11.11.2012 00:10 • #27


Capricorn
Zitat von GastB:
Ich denke, kein Arzt kann hellsehen. Sie können nur statistische Erfahrungswerte daraus abgeleitete Prognosen abgeben. Jeder Einzelfall ist aber individuell und kann sich völlig anders entwickeln als statistische Werte.
Ein guter Arzt weiß das hoffentlich auch. ...

Wie schon oben zu Beo geschrieben:
Wissen tun das sogar die "schlechten" Ärzte. Aber selbst die "guten" verhalten sich nicht ihrem Wissen entsprechend.
Eben weil er nicht hellsehen kann, und es auch bei den allerschlimmsten Krankheiten auch immer wieder Menschen gab, die sie überlebten, darf er auch keine Todesdiagnose aussprechen. Was das in einem Menschen psychisch anstellt ist nicht zu beschreiben. Einem Menschen den Tod voraussagen, obwohl man das 100%ig gar nicht wissen kann?!? ... Ich halte das zwischenzeitlich - sehr freundlich ausgedrückt - für einen wirklichen "Kunstfehler" der Ärzteschaft.
Hätte ich nicht andere Sorgen, würde ich mir eine strafrechtliche Verfolgung wünschen. Aber mir ist damit nicht geholfen und Ärger tut mir auch nicht gut.



Zitat von GastB:
Ich heile mich aber bisher immer am besten selber. Bisher. ...

Das habe ich auch jahrzehntelang so gehalten. Ich kannte Arztpraxen nur vom Praxisschild an den jeweiligen Häusern.



Zitat von GastB:
In einer so krassen Situation wie du, Capri, war ich zum Glück noch nicht. Ich habe mich schon oft gefragt, was ich dann tun würde und ob ich das so gelassen wie manche ertragen könnte - ich weiß es nicht.

Das wünscht man niemandem. Nicht mal seinem ärgsten Feind.
Aber mach dir mal keine Sorgen. Sollte - was ja überhaupt nicht sein muss - dir mal ähnliches widerfahren, kann ich nur sagen: Man entwickelt - parallel zu Schock und Belastungen - Stärken und Fähigkeiten, von denen man selbst bis dahin nichts wusste. Ich glaube, man darf/kann sich da schon auf das verlassen, was in uns angelegt ist, was wir aber noch nicht kennen, weil wir es noch nicht gebraucht haben.



Zitat von GastB:
Mich ängstigt nicht so sehr der Tod wie die Phase davor.

Ja, das geht wohl vielen so. Ich hab' mir zwischenzeitlich öfter mal die Frage gestellt, woran man denn wohl merkt, wenn das Sterben beginnt. Ich kann mir das momentan überhaupt nicht vorstellen. Ich bin nicht bettlägerig oder körperlich total angeschlagen, kann denken, fühlen, handeln ... wie soll man da erkennen, wann ein Sterben beginnt?!?
Das war jetzt nur eine rhetorische Frage. Du musst dir darüber keine Gedanken machen. Nicht dass dich das evtl. 'runterzieht.
Ich würde sagen: Lernen wir vertrauen, dass im rechten Moment wir schon auch gut geleitet werden. Vom eigenen Selbst, von Gott, von Engeln oder an was auch immer man glauben möchte.

11.11.2012 00:31 • #28


@capricorn

Weißt du was auch irre gute Laune beim Patient macht?

Wenn dir die Krankenkasse sagt, dass 100 Ärzte behaupten und mit zweifelhaften Studien belegen, dass es deine Krankheit nicht gibt, ein Arzt aber sagt und auch beweisen kann, dass es sie doch gibt und du sie hast, und die Krankenkasse wiederum zu dir sagt: "Wir wissen, dass es diese Krankheit gibt, aber wenn wir ihre Krankheit anerkennen, dann schaffen wir einen Präzedenzfall und das können wir uns nicht leisten".

Glaub mir Capricorn, da kommt auch erstmal Freude auf.

Du robbst psychisch, körperlich und finanziell auf dem Zahnfleisch zu deinem Sachbearbeiter, der schickt dich gleich zum Chef der Krankenkasse und dann bekommst du sowas vor den Latz geknallt.

Frag nicht, was ich für Gedanken in meinem Hirn und was für "Gelüste" ich in meinen Fingern verspürt habe.

Aber ich lebe noch, obwohl sich schon einige meiner Leidensgenossen aufgrund dieser Sauerei nicht nur das Leben genommen haben, sondern sich bereits umgebracht haben, das sind ja bekanntlich zwei Paar Stiefel.

Halt durch Capri, allein schon deswegen, weil niemand mit dir und deiner Zähigkeit ernsthaft rechnet.

Was sind wir doch aber auch für unpraktische Patienten , der personifizierte Albtraum eines jeden Mediziners.

So ich wende mich jetzt den vergleichsweise harmlosen Dingen des Lebens zu und geh ins Bett.

LG und trotz allem einen guten Schlaf wünscht die
kroki

11.11.2012 01:34 • #29


Capricorn
Hi kroki,

na? ... gut und harmlos geschlafen?

Ja. Da beschreibst du eine unerträgliche Situation, die Folge unseres bürokratischen Gesundheits-Marktes ist. Es geht nicht um die Patienten, sondern erst mal um die jeweils anderen Parteien.

Leider wollen das die meisten offenbar nicht erkennen und klammern sich an ihr altes Bild vom lieben Arzt, dem hilfreichen Apotheker und den sozialen Krankenkassen.

Zitat von krok:
Du robbst psychisch, körperlich und finanziell auf dem Zahnfleisch zu deinem Sachbearbeiter, der schickt dich gleich zum Chef der Krankenkasse und dann bekommst du sowas vor den Latz geknallt.

Frag nicht, was ich für Gedanken in meinem Hirn und was für "Gelüste" ich in meinen Fingern verspürt habe.

Das sind so Situationen, die mich in Lichtgeschwindigkeit in eine Depression jagen können. Manchmal denke ich, man sollte vielleicht doch eher aggressiv werden. Man muss ja nicht handgreiflich werden, aber diesen Herrschaften verbal links und rechts ein paar 'runterhauen.
Dann hat wenigstens die eigene, ohnmächtige Wut ein Ventil bekommen. Ich befürchte nur, wenn das öfter passiert, landet man wegen sowas in der Geschlossenen.



Zitat von krok:
Aber ich lebe noch, obwohl sich schon einige meiner Leidensgenossen aufgrund dieser Sauerei nicht nur das Leben genommen haben, sondern sich bereits umgebracht haben, das sind ja bekanntlich zwei Paar Stiefel.

Ich hab da zwar eine Idee, aber: Wie meinst du das, mit den zwei Paar Stiefeln?



Zitat von krok:
Halt durch Capri, allein schon deswegen, weil niemand mit dir und deiner Zähigkeit ernsthaft rechnet.

Ja, ich versuch mein Möglichstes. Eigentlich würde ich am liebsten 'raus aus diesem heillosen Gesundheits-System. Aber das schafft man nur, wenn man massenhaft Geld hat und sich die sinnvollen Leistungen, wirklich heilsame Behandlungen, selbst bezahlen kann. Alles andere ist mehr oder weniger nur Fließband-Abfertigung von kranken Menschen ... mit einem falschen Lächeln im Gesicht.



Zitat von krok:
Was sind wir doch aber auch für unpraktische Patienten , der personifizierte Albtraum eines jeden Mediziners.

stimmt. Zwischenzeitlich kann ich schon sekundenschnell erkennen, wie hinter der lächelnden Maske von Ärzten und med. Personal, sich Erschrecken breit macht, nur weil ich ruhig und freundlich eine ganz unverfängliche, aber sachliche Frage stelle.
Die sind es nicht gewohnt, mehr Fragen zu beantworten als nach der Dosierung von Medikamenten und werden schon bei einfachen, sachlichen Fragen unsicher.
Die haben Angst hinterfragt zu werden. Aber warum? ... wenn sie sich ihrer Sache doch so sicher sind?!?

Hilft aber alles nichts. Mir macht sowas keinen Spaß und letztlich sitzen die immer am längeren Hebel.

LG
Capri

11.11.2012 13:25 • #30


Zitat von Capricorn:

Zitat von crazyfruit:
Ich würde mich SOFORT mit Roh-Veganer Ernährung (Rohkost/Urkost) befassen und dann umgehend darauf umstellen. ...

Meine Kost ist zu 99% vegetarisch. Ich bin schon froh, wenn ich im Laufe von Monaten ein paar mal mit Appetit/Genuss irgendwas essen kann. Sonst fülle ich nur ein nagendes Loch in meinem Magen.



Zitat von crazyfruit:
... Wenn das nicht (mehr) hilft, dann wars eh zu spät...

Bitte wie meinst du das?





100% Rohkost Ernährung ist unsere natürliche Nahrung, dh. wenn du darauf wieder umstellst, dann ist der Körper in der Lage, sich von allerschwersten Krankheiten selber wieder zu heilen, auch von Krebs. Und wenn das nicht mehr hilft, dann war es eh zu spät...so meinte ich das

Vegetrarische Kochkost ist nicht 100% Rohkost - und nur die heilt, bzw. der Körper heilt sich dann selber!
Und um es gleich vorweg zu nehmen
Alles Gute! Mehr darüber gerne per PN an mich, oder googlen: Urkost

11.11.2012 20:56 • #31


Zitat:
... wenn 99% der Ärzte und med. Wissenschaftler dir sagen, dass du in absehbarer Zeit an einer unheilbaren Krankheit sterben wirst ...

... und 1% der Ärzte und med. Wissenschaftler dir sagen, dass es sich nicht so verhält?

Wie würdest du dich fühlen und was würdest du tun?


Ich würde damit Zufrieden sein.

Ich wüsste, dass das Ende bald kommt und es wäre ein sauberer Abgang.

11.11.2012 21:02 • #32


Ich würde mich auf die Berichte von echten Überlebungskämpfern besinnen, die ich mal vor Jahren in einer dieser „Wissens-Magazine“ (Galileo/Wunder der Welt – früher wusste ich es nicht besser) gelesen habe.
Dort wurde von einem jungen Mann berichtet der AIDS besiegt hat und auch von zahlreichen Fällen wo Menschen den Krebs, der ihnen von vielen Ärzten als unheilbar und in kurzfristiger Zeit tödlich attestiert wurde, bekämpft haben. Alles auf natürliche Art und Weise. Ohne Chemotherapie, ohne den Rest des Lebens zu Feiern als gebe es kein Morgen mehr, ungesunder Ernährung, ohne in Selbstmitleid zu versinken, aber mit Sport, mit Familie und engen Freunden die einen begleiten, gesunder Ernährung, und fernab von Berufsstress, flüchtigen Bekanntschaften und allen Dingen auf die es nicht mehr ankommt, wenn man nur noch wenige Monate zu leben hat . Diese Menschen haben es geschafft und sind geheilt.

11.11.2012 22:47 • #33


Ich würde es keinem sagen. Mal davon abgesehen, dass es wahrscheinlich eh niemanden ernsthaft interessieren würde. Es klingt evtl wahnsinnig, aber ich habe mit so gut wie allen Menschen, die ich in echt kenne, abgeschlossen. Die Geschichten sind zu Ende erzählt.

Ich bin eh an einem Zeitpunkt gerade, wo ich mich frage, was der Zustand in dem ich mich seit einigen Monaten befinde, mir bringen soll.

Ein Ausflug ans Meer, Ostsee oder Holland mit meinen Hunden, sowie um meine Formalitäten der Beerdigung würde ich mich noch kümmern.

Ansonsten , habe ich dann wohl meine Aufgabe hier erledigt, wenn es Soweit sein sollte. Ich werde mich nicht an das leben Klammern, denn dann geht es eh.

11.11.2012 23:11 • #34


Ich habe jetzt gelesen, dass du scheinbar selber betroffen bist Capricorn.
Melde dich bei mir, wenn du näheres wissen möchtest:





Toll HorusTheSG, danke für dein Posting. Und diese Menschen sind auch keine Ausnahmen, das kann jeder schaffen!

12.11.2012 16:10 • #35


Capricorn
Hab heute den 10. Anlauf (innerh. 3 Jahren) gemacht, bei einem neuen Arzt, der beim Telefonat recht vielversprechend klang. Schließlich stellte sich das allerdings auch wieder als "Griff-ins-Clo" heraus. Nach einer katastrophalen Nacht mit Verschlafen am Morgen, stressiger 70km-Fahrt zum Arzt, bei der ich fast einen Unfall gebaut hätte, war ich auch nicht mehr imstande dagegen aufzubegehren oder ihn zur Rede zu stellen. Ich war nur noch resigniert. Müde, erschöpft und resigniert.

Meine Feststellung: bisher waren alle sehr freundlich, scheinbar betroffen, scheinbar bemüht und scheinbar mitfühlend, haben aber rückblickend (auch alle) schon bei der Anamnese fürchterlich geschlampt, mir aber ihre jeweilige Methode "blumig" angeraten und ans Herz gelegt ... die dann nicht funktionierte. Aber das kann man ja erst feststellen wenn man wochen- oder monateland div. Therapievorgaben durchexerziert hat - wie will man das als Patient vorher abschätzen können?!? - man muss vertrauen oder es ganz bleiben lassen.

Das einzige was hervorragend funktionierte, waren die Rechnungsstellungen der jeweiligen Behandler. Die waren immer exakt und überpünktlich im Haus. Einmal sogar mit dem Zahlungsvermerk: "Sofort!" (mit Ausnahme eines Therapeuten, der jetzt (!) 198,- € von mir haben will, weil er vor mehr als 3 Jahren ein Gespräch mit mir führte).

Ich bin müde vom ewigen sich selbst Hoffnung machen und nach erneutem Scheitern, sich wieder selbst aufzurappeln, sich selbst zu ermutigen, neu auf die Suche zu gehen und einen neuen Anlauf zu machen, nur um wieder auf die Nase zu fallen. Ich habe keine Hoffnung mehr auf eine optimale med./therapeutische Begleitung, ... was soll's! ... dann muss es eben anders gehen.

Hab mich wieder mal gefragt (nachdem ja Hoffnung angebl. das letzte ist, was stirbt): was kommt, wenn die Hoffnung gestorben ist? ... ich vermute: Die Wut! ... in der ja sehr viel Lebenskraft steckt.


Zitat von HorusTheSG:
Ich würde mich auf die Berichte von echten Überlebungskämpfern besinnen, die ich mal vor Jahren in einer dieser „Wissens-Magazine“ (Galileo/Wunder der Welt – früher wusste ich es nicht besser) gelesen habe. ...

Vielen Dank für deinen Beitrag. Stimmt. So sehe ich es auch und versuche schon seit geraumer Zeit das Beste diesbezügl.
Ist zwar eine Mammutaufgabe, wenns keine Familie gibt (nur eine Schwester die mit meiner Krankheit nichts zu tun haben will) und die paar Freunde, die geblieben sind, zu weit entfernt wohnen. Trotzdem halte ich an diesem beschriebenen Ziel fest.
Danke für die Erinnerung!


Auch allen anderen besten Dank für eure Gedanken und Tipps!
Ich komme ggf. darauf zurück.

Muss erst nur wieder ein wenig auf die Beine kommen.


LG
Capri

13.11.2012 21:43 • #36



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