Zitat von Maro:Schon interessant wie tolerant einige gläubige Christen mittlerweile geworden sind.

LaVey schreibt ja auch, dass die Kirche im Grunde vieles aus dem satanischen Gedankengut übernommen hat. Vor 100 Jahren würde sie noch alle diese Praktiken streng verurteilen. Priester, die die heutigen sexuellen Praktiken tolerieren, wären ausgeschlossen und exkommuniziert. Damals wäre das alles noch undenkbar gewesen.

Der 'Satanismus' ist nur eine Sekte, ein Sequel abrahamitisch christlichen Ursprunges (wie viele Andere). Daher klingt die Argumentation ungefähr so, als würde sich der Enkel stolz darüber äußern, wie viele Gene sein Uropa doch von ihm mitbekommen hätte...
Vergleicht man jedoch die Lehren mit den Urschriften der abrahamitischen Kirchen, stellt man schnell fest, das die Lehren z. B. der 'Satanischen Kirchen' teilweise 'humaner' sind. Allerdings würde eine Lehre a la Urkirchen in Europa schon lange nicht mehr zeitgemäß empfunden und zu einer weiteren Kirchenflucht führen.
Zitat von Maro: Doch wenn sich innerhalb der Kirche so vieles in Richtung Satanismus verändert hat, warum bleiben die Kirchengläubigen so gehässig gegenüber Satanisten und deren Lebensphilosophie? Es wird versucht den Schein einer christlichen Moral aufrechtzuerhalten, während von den ursprünglichen Grundsätzen der christlich-kirchlichen Lehre in Wirklichkeit nichts mehr übriggeblieben ist. Der Grund ist wohl der, dass immer noch versucht wird den Anhängern Schuldgefühle einzureden nach dem Prinzip: du darfst zwar alles, aber irgendwie ist es doch nicht richtig, und deswegen sollst du dich schuldig fühlen. Und um dich wieder besser fühlen zu können, darfst du gern dein liebes Geld der Kirche spenden, dann bist du wieder frei von Schuld(en). Ein fieses Spiel wird da mit den Gläubigen gespielt, aber für die Kirche ist das ein gutes Geschäft!
Unabhängig von der Religionsausübung; wenn der Eine eine begeisterter Besitzer eines Ford T (1930) ist, der Andere ein ebenso begeisterter Besitzer eines Hanomag 3 (1930) werden beide genügend Argumente finden, weshalb der eigene Besitz doch so viel besser ist. Ein Dritter würde vielleicht jedoch beide als 'hübsche Oldies' empfinden, zuletzt aber nur als stinkend, teuer und überholt betrachten.
Zitat von Maro: Letzten Endes werden sich die kirchlichen Grundsätze niemals so weit verändern, dass die Menschen ihre Bedürfnisse und Triebe ganz frei und ohne Schuldgefühle ausleben können, weil die heutige angebliche Toleranz auf einem falschen moralischen Fundament aufgebaut ist. Diese Diskrepanz lässt sich nicht wegdiskutieren, und die einzige Möglichkeit sie zu beseitigen, ist so zu werden, wie der Satanismus heute schon ist.
Kennst du eigentlich eine Kirche oder Philosophie, die nicht versucht ihre 'Gläubigen' der eigenen 'Corporate Identity' anzupassen?