App im Playstore
Pfeil rechts
15

martinidry

martinidry
Mitglied

Beiträge:
123
Themen:
4
Danke erhalten:
72
Mitglied seit:
Natürlich haben wir jetzt Ende Juni, und losgehen würde es dann nach dem Sommer... Trotzdem beschäftigt mich gerade die Frage, ob Businesscoaching in Unternehmen echte, bleibende Veränderung bringt. Oder ob es am Ende meist doch so läuft, dass ein paar inspirierende Gespräche stattfinden, die Stimmung kurz nach oben schießt. Ehe dann das auch wieder vorbei ist. Und auch, ob euch so ein Coaching auch wirklich weitergeholfen hat und ob sich an den Abläufen in der Firma selbst hinterher wirklich etwas dreht.

Bei mir ist es aktuell noch so, dass ich bei dem Thema offen gestanden in einem Zwiespalt stecke. Weil ich mir doch ziemlich sicher bin, dass jemand von außen ja Dinge sieht, für die man betriebsblind geworden ist. Kehrt aber dann irgendwann der Alltag zurück und verfällt jeder wieder in seinen eingefahrenen Trott, ist doch auch der Sinn des stärksten Coachings verloren. Ich lasse mich natürlich gern eines Besseren belehren, aber ich pendle gerade exakt zwischen diesen Polen hin und her. Insofern würde mich interessieren, ob jemand von euch damit Erfahrungen gemacht hat. Und wenn ja: Was hat funktioniert, und was hat sich als ein Strohfeuer entpuppt?

20.08.2026 #1


24 Antworten ↓
OddThomas

OddThomas
Mitglied

Beiträge:
153
Themen:
1
Danke erhalten:
272
Mitglied seit:
@martinidry

Ich glaube, das hängt stark vom Coach oder Therapeuten ab und davon, ob es wirklich um eine Person geht, die etwas bei einem erkennt, oder nur um ein paar aufmunternde Gespräche.

Bei mir war es kein klassisches Business-Coaching, sondern eine Psychotherapie, aber ich denke, der Kernpunkt lässt sich übertragen: Mein Therapeut hat nicht nur Themen mit mir aufgearbeitet, sondern als Psychologe auch erkannt und diagnostiziert, dass ich Asperger-Autismus habe. Das war ein echter Wendepunkt, kein Strohfeuer. Ich habe dadurch so viel über mich gelernt, dass ich mein Leben heute fast wie ein "Normaler" führen kann und oft gar nicht auffalle.

Der Unterschied zu einem Strohfeuer war für mich: Es ging nicht um kurzfristige Motivation oder ein gutes Gefühl nach dem Gespräch, sondern um eine echte, treffende Erkenntnis von außen, etwas, das ich selbst nie gesehen hätte, weil ich mittendrin steckte. Genau das ist ja auch der Punkt, den Du ansprichst: Jemand von außen sieht Dinge, für die man selbst betriebsblind ist. Ob das hängen bleibt, entscheidet sich meiner Erfahrung nach daran, ob diese Erkenntnis konkret und persönlich genug ist, um wirklich etwas zu verändern, nicht daran, ob es "Coaching" oder "Therapie" heißt.

Kurz gesagt: Der Inhalt und die Qualität des Gegenübers entscheiden, nicht das Format.

Btw, ich hatte diese Maßnahme im Rahmen als Führungskraft in Anspruch genommen, für 2 Jahre.

01.07.2026 16:09 • x 2 #4


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Businesscoaching für nachhaltige Veränderungen, Erfahrungen?

x 3


OddThomas

OddThomas
Mitglied

Beiträge:
153
Themen:
1
Danke erhalten:
272
Mitglied seit:
@martinidry

Zitat:
Sondern mir geht es darum zu wissen, ob so etwas im Betrieb auch unten im Alltag ankommt. Wenn sich eine Person danach besser versteht, würde das nicht schaden, aber es sollten sich schon auch Zusammenarbeit, Kommunikation und alte Muster spürbar verändern. Vielleicht liegt bei den zwei Jahren der Unterschied zu einem Strohfeuer, aber kam der Effekt deines Erachtens eher durch die Dauer oder durch diese eine, klare Erkenntnis am Anfang?
?


Natürlich kommt es an. Eine Verhaltensänderung hat immer einen Impact auf andere Personen, mit denen Du zu tun hast. Und diese Veränderung entsteht durch Erkenntnis, die aber nicht gleich am Anfang kommt, sondern wächst. Verstehen, Erkenntnis und auch Transparent entstehen durch einen Prozess. Reflektion ist hierbei ein Teil davon.

Und direkt zu antworten:

>> Vielleicht liegt bei den zwei Jahren der Unterschied zu einem Strohfeuer, aber kam der Effekt deines Erachtens eher durch die Dauer oder durch diese eine, klare Erkenntnis am Anfang?

Die Erkenntnis wuchs durch die Themen, Reflektionen und Erkennen von Zusammenhängen (Kinderheit, Verhalten, Urteilen).

>> würde das nicht schaden, aber es sollten sich schon auch Zusammenarbeit, Kommunikation und alte Muster spürbar verändern.

Muster ändern ist ein sehr schwieriger und langwiriger Prozess.

03.07.2026 18:26 • x 1 #11


Zum Beitrag im Thema ↓


Mariebelle
Hallo,

willst du als Eigentuemer/Geschaeftsfuehrer und Entscheidungstraeger einen Coach dazuholen?
idR haben Firmen oft einen Geschaeftsberater.

Wichtig ist auch fuer welchen Bereich du Beratung moechtest.
Produktentwicklung,Marketing,Expansion in andere Laender,Steuerecht,Personalfuehrung waeren da Schlagwoerter.

x 1 #2


Feuerschale
@martinidry es müssten dann auch Verbesserungen und Schritte festgehalten und umgesetzt werden, dann nachgehalten und ggf angepasst.

x 1 #3


OddThomas
@martinidry

Ich glaube, das hängt stark vom Coach oder Therapeuten ab und davon, ob es wirklich um eine Person geht, die etwas bei einem erkennt, oder nur um ein paar aufmunternde Gespräche.

Bei mir war es kein klassisches Business-Coaching, sondern eine Psychotherapie, aber ich denke, der Kernpunkt lässt sich übertragen: Mein Therapeut hat nicht nur Themen mit mir aufgearbeitet, sondern als Psychologe auch erkannt und diagnostiziert, dass ich Asperger-Autismus habe. Das war ein echter Wendepunkt, kein Strohfeuer. Ich habe dadurch so viel über mich gelernt, dass ich mein Leben heute fast wie ein "Normaler" führen kann und oft gar nicht auffalle.

Der Unterschied zu einem Strohfeuer war für mich: Es ging nicht um kurzfristige Motivation oder ein gutes Gefühl nach dem Gespräch, sondern um eine echte, treffende Erkenntnis von außen, etwas, das ich selbst nie gesehen hätte, weil ich mittendrin steckte. Genau das ist ja auch der Punkt, den Du ansprichst: Jemand von außen sieht Dinge, für die man selbst betriebsblind ist. Ob das hängen bleibt, entscheidet sich meiner Erfahrung nach daran, ob diese Erkenntnis konkret und persönlich genug ist, um wirklich etwas zu verändern, nicht daran, ob es "Coaching" oder "Therapie" heißt.

Kurz gesagt: Der Inhalt und die Qualität des Gegenübers entscheiden, nicht das Format.

Btw, ich hatte diese Maßnahme im Rahmen als Führungskraft in Anspruch genommen, für 2 Jahre.

x 2 #4


Tänzerin82
Für mich persönlich war, vor längerer Zeit, ein Berufs-bezogenes Coaching sehr hilfreich. Es war eine kurze Serie von Sitzungen, aber in den 5 Sitzungen, die stattgefunden haben, wurde viel erreicht. Ich habe einige Inhalte selbst fortgesetzt und greife heute noch darauf zurück, profitiere noch immer davon. Es hatte allerdings auch viel mit Vertrauen und der Beziehung zum Coach bzw. dieser Dame zu tun, ich konnte mich auf Anhieb öffnen und fallen lassen.

x 2 #5


martinidry
Zitat von Mariebelle:
Hallo, willst du als Eigentuemer/Geschaeftsfuehrer und Entscheidungstraeger einen Coach dazuholen? idR haben Firmen oft einen Geschaeftsberater. Wichtig ist auch fuer welchen Bereich du Beratung moechtest. Produktentwicklung,Marketing,Expansion in andere Laender,Steuerecht,Personalfuehrung waeren da Schlagwoerter. ...

Danke dir für deine Rückmeldung und für den Hinweis, und sorry, dass ich nicht dazu geschrieben habe, aber ich bin eine normale Arbeitnehmerin. Und nein, es geht mir um die Frage, ob Coaching im Betrieb wirklich etwas an Zusammenarbeit, Kommunikation und eingefahrenen Mustern ändert.

#6


martinidry
Zitat von OddThomas:
@martinidry Ich glaube, das hängt stark vom Coach oder Therapeuten ab und davon, ob es wirklich um eine Person geht, die etwas bei einem erkennt, oder nur um ein paar aufmunternde Gespräche. Bei mir war es kein klassisches Business-Coaching, sondern eine Psychotherapie, aber ich denke, der Kernpunkt lässt sich ...

Danke dir, und zumindest auf mich kommt das ja nicht nach einem sehr tiefen Einschnitt, und nicht danach, dass nach netten Gesprächen wieder der Alltag eingekehrt ist, rüber. Mein Gesichtspunkt ist, und das hätte ich zugegebenermaßen gleich schreiben sollen, etwas anders gelagert, weil ich keine Führungskraft bin.

Sondern mir geht es darum zu wissen, ob so etwas im Betrieb auch unten im Alltag ankommt. Wenn sich eine Person danach besser versteht, würde das nicht schaden, aber es sollten sich schon auch Zusammenarbeit, Kommunikation und alte Muster spürbar verändern. Vielleicht liegt bei den zwei Jahren der Unterschied zu einem Strohfeuer, aber kam der Effekt deines Erachtens eher durch die Dauer oder durch diese eine, klare Erkenntnis am Anfang?

x 1 #7


Feuerschale
@martinidry war letztens nur am Handy und konnte nicht länger.
Also wir hatten ein recht intensives Teamcoaching für ein Wochenende gehabt und mit einer gewissen Offenheit wurden dann auch Probleme angesprochen und Strukturen.

Das war aber kein Kuscheln und die Coachfrau musste da sowohl klar sein, nachhaken, auf den Punkt bringen und am Ende auch sehr sachlich sein und den Prozess wieder ein eine richtige Richtung bringen, etwas produktiver.
Auch der Teamleiter war dabei, was eigentlich besonders haarig ist (für ihn aber auch die Mitarbeiter).

Am Ende konnten wir schon ein paar Dinge erarbeiten in Richtung Teamstruktur, Vertretung neue Regelung, häufigere Teamtreffen, Einarbeitung neuer Mitarbeiter, vieles was irgendwie per Random lief und unnötiges Chaos und Frust verursachte.

Manche Dinge sind auch eher im Sande verlaufen z B freiwillige Teamtreffen oder auch weniger dozierende Gesprächsweise der Vorgesetzten (ist Behörde und dort stark eingeschliffen, aber ein gewisser Wille und Umdenken findet peu a peu statt). Aber wir haben da auch Möglichkeiten uns einzubringen (Team kontinuierliche Verbesserung oder vor den Teams Punkte mit einbringen, oder auch im Team).

Vieles hängt aber auch an den Personen, also am Coach, am Teamleiter und dessen Haltung, und auch am Team, bzgl. Offenheit bzw auch Erfahrungen "bringt Offenheit überhaupt was".
Das meiste an Teamkommunikation und Motivation hängt auch eher an den Strukturen.
Wenn man das herausarbeiten kann, finde ich das schon ganz hilfreich.

Es ist aber Arbeit, Problem erkennen, Problem benennen, bearbeiten. Also mit Euphorie war da nix, aber doch ne Art Wertschätzung, dass man sich soweit eingelassen hat.

#8


martinidry
Zitat von Tänzerin82:
Für mich persönlich war, vor längerer Zeit, ein Berufs-bezogenes Coaching sehr hilfreich. Es war eine kurze Serie von Sitzungen, aber in den 5 Sitzungen, die stattgefunden haben, wurde viel erreicht. Ich habe einige Inhalte selbst fortgesetzt und greife heute noch darauf zurück, profitiere noch immer davon. Es ...

Auch vielen Dank, und fünf Sitzungen klingen ja zumindest auf dem Papier doch fast wenig. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass der Effekt schon bedeutend sein kann. Nur der Knackpunkt bei mir ist eben das mit dem Vertrauen, weil ich denke schon, dass man sich automatisch öffnet, bloß weil da einer von außen kommt. Ich frage mich nämlich, wie vertraulich das wirklich ist und ob man ehrlich reden kann. Darf ich dich fragen, ob es bei dir eher ein klar abgegrenztes, berufliches Thema war, oder hat sich erst im Gespräch gezeigt, woran ihr wirklich arbeiten müsst?

#9


martinidry
Zitat von Feuerschale:
@martinidry war letztens nur am Handy und konnte nicht länger. Also wir hatten ein recht intensives Teamcoaching für ein Wochenende gehabt und mit einer gewissen Offenheit wurden dann auch Probleme angesprochen und Strukturen. Das war aber kein Kuscheln und die Coachfrau musste da sowohl klar sein, nachhaken, auf ...

So eine Erfahrung, meinte ich, danke, und ich stelle mir heikel vor, dass euer Teamleiter ebenfalls dabei war. Da überlegt man sich als Mitarbeiter vermutlich dreimal, wie offen man wirklich sein möchte. Als interessant empfinde ich, dass ihr etwa über Vertretung, Einarbeitung, Teamtreffen und dieses Random-Chaos gesprochen habt. Da könnte ich mir auch vorstellen, dass das Coaching im Alltag dann auch weiterbringt. Dass manches versandet, wundert mich auch nicht. Gab es dann bei euch einen Verantwortlichen dafür, dass das Erarbeitete nicht wieder im normalen Behördennebel verschwinden?

x 1 #10


OddThomas
@martinidry

Zitat:
Sondern mir geht es darum zu wissen, ob so etwas im Betrieb auch unten im Alltag ankommt. Wenn sich eine Person danach besser versteht, würde das nicht schaden, aber es sollten sich schon auch Zusammenarbeit, Kommunikation und alte Muster spürbar verändern. Vielleicht liegt bei den zwei Jahren der Unterschied zu einem Strohfeuer, aber kam der Effekt deines Erachtens eher durch die Dauer oder durch diese eine, klare Erkenntnis am Anfang?
?


Natürlich kommt es an. Eine Verhaltensänderung hat immer einen Impact auf andere Personen, mit denen Du zu tun hast. Und diese Veränderung entsteht durch Erkenntnis, die aber nicht gleich am Anfang kommt, sondern wächst. Verstehen, Erkenntnis und auch Transparent entstehen durch einen Prozess. Reflektion ist hierbei ein Teil davon.

Und direkt zu antworten:

>> Vielleicht liegt bei den zwei Jahren der Unterschied zu einem Strohfeuer, aber kam der Effekt deines Erachtens eher durch die Dauer oder durch diese eine, klare Erkenntnis am Anfang?

Die Erkenntnis wuchs durch die Themen, Reflektionen und Erkennen von Zusammenhängen (Kinderheit, Verhalten, Urteilen).

>> würde das nicht schaden, aber es sollten sich schon auch Zusammenarbeit, Kommunikation und alte Muster spürbar verändern.

Muster ändern ist ein sehr schwieriger und langwiriger Prozess.

x 1 #11


Feuerschale
Zitat von martinidry:
Gab es dann bei euch einen Verantwortlichen dafür, dass das Erarbeitete nicht wieder im normalen Behördennebel verschwinden?

Es war nochmal ein Jahr später ein Treffen anberaumt, was sich aber etwas verschoben hatte.
Zwischendrin auch mal ähnliche Seminare.(Diese nicht mehr unbedingt im ganzen Team, sondern eher so übergreifend)

Manche Regelungen wurden ja auch gleich festgehalten und umgesetzt und hatten sich im Grunde auch bewährt.

Und einige Punkte wurden auch in die Führungsrunde mit übernommen,es gab dann auch eher mal Arbeitskreise für bestimmte Themen mit Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen, und mehr so gestalten an der Basis quasi.

x 1 #12


Tänzerin82
Zitat von martinidry:
Auch vielen Dank, und fünf Sitzungen klingen ja zumindest auf dem Papier doch fast wenig. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass der Effekt schon bedeutend sein kann. Nur der Knackpunkt bei mir ist eben das mit dem Vertrauen, weil ich denke schon, dass man sich automatisch öffnet, bloß weil da einer von außen ...

Das Coaching war in einem Zentrum für Weiterbildung, also ganz klar ein berufliches Coaching, genau das habe ich damals auch gesucht und mich bewusst dorthin gewandt. Ich wollte mich für einen neuen Job stärken.

x 2 #13


Gomelinda
@martinidry ich selbst habe damit zwar keine persönlichen Erfahrungen, allerdings eine Bekannte aus Österreich, die vor einiger Zeit an so einem Coaching in ihrer Firma teilgenommen hat. Wir telefonieren regelmäßig und sie war damals wirklich begeistert davon. Soweit ich mich erinnere, wurden einige Mitarbeitende ausgewählt und hatten über mehrere Wochen verteilt immer wieder Termine mit einem Coach. Es ging dabei nicht nur um die Arbeit selbst, sondern auch persönliches Wachstum und Potentialentfaltung.

Ich denke deshalb schon, dass so etwas nachhaltige Veränderungen bewirken kann. Allerdings kommt es meiner Ansicht nach sehr darauf an, an den richtigen Coach zu geraten. Fachliche Erfahrung allein reicht aus meiner Sicht nicht aus. Er sollte auch in der Lage sein, Vertrauen aufzubauen und auf individuelle Situationen eingehen können. Ansonsten bleibt es wahrscheinlich tatsächlich bei einem kurzen Motivationsschub, der nach einiger Zeit wieder verpufft. Meine Bekannte hat jedenfalls heute noch das Gefühl, aus diesem Coaching einiges für sich mitgenommen zu haben. Deshalb würde ich solche Angebote nicht grundsätzlich als Strohfeuer ansehen.

x 1 #14


martinidry
@OddThomas Danke, jetzt kann ich mir das besser vorstellen, und da hatte ich vermutlich zu sehr an einen Aha-Moment gedacht. Auf jeden Fall erklärt das, warum das mehr als zwei Termine vorsieht. Gleichzeitig hängt das Loswerden alter Muster nicht nur etwa von mir selbst, sondern auch von den Abläufen, Rollen, Reaktionen der Kollegen ab… Korrigiere mich bitte, wenn ich mich irren sollte, aber mitunter sollte Mensch zuerst auf kleine Gewohnheiten schauen. Ab wann haben andere auf deine Veränderung reagiert?

#15


martinidry
@Feuerschale Dir ebenfalls danke, und das ist wahrscheinlich der oft fehlende Teil. Also, das irgendwann später wieder draufschauen und das eine oder andere in Regelungen oder Arbeitskreisen umsetzen. Und ja, ich denke ebenfalls, dass man an der Basis gestalten sollte, sonst kommen Veränderungen wieder nur wie Orders von oben rüber. Ein Jahr ist eine relativ lange Zeit, aber besser als nichts … Im Alltag habt ihr das aber dann auch gespürt?

#16


martinidry
@Gomelinda Dir ebenfalls vielen Dank, und das mache ich mir, wenn auch vorsichtig, Hoffnungen… Wenn sich das über mehrere Wochen erstreckt, ist das fix was anderes als ein einmaliger Motivationsnachmittag. Das mit dem Vertrauen ist da sicher auch so eine Sache. Weil öffnen könnte ich mich nur, wenn ich auch genau weiß, was nach dem Gespräch unter uns bleibt und was an die Firma geht. Andernfalls würde ich mir jedes Wort vorfiltern. Merkt das mit dem persönlichen Wachstum dann auch das Team? Also, gibt es einen anderen Umgang miteinander, oder nimmt am Ende vor allem die einzelne Person etwas für sich mit?

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Gomelinda
@martinidry Was das Vertrauen betrifft, kann ich deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Ich glaube, ich könnte mich auch nur öffnen, wenn ich sicher wäre, dass persönliche Gespräche vertraulich bleiben. Gerade deshalb finde ich es wichtig, dass ein Coach unabhängig ist und von Anfang an klar kommuniziert, was vertraulich bleibt und was gegebenenfalls an das Unternehmen zurückgemeldet wird. Ohne diese Vertrauensbasis dürfte ein Coaching wahrscheinlich nur halb so viel bewirken. So war es auch bei meiner Freundin. Und so wie sie es mir geschildert hat, hat tatsächlich auch das Team davon profitiert. Das Coaching von Win3 ist zwar darauf ausgelegt Einzelgespräche zu führen und jeder hat etwas anderes für sich persönlich mitgenommen, aber sie meinte, dass sich der Umgang miteinander nach und nach verändert hat. Es wurde wohl mehr miteinander gesprochen und man hatte mehr Verständnis füreinander. Allerdings hat das Coaching bei einem Kollegen auch zu Kündigung (seinerseits) geführt. Er hat gemerkt, dass es einfach nicht mehr der richtige Job für ihn ist. Das hat sich dann aber auch als positiv für das gesamte Team herausgestellt, weil jemand neues kommen konnte, der den Job wieder wirklich gerne gemacht hat.

x 1 #18


martinidry
Dass man im Team nach einer Weile etwas merkt, obwohl die Gespräche selbst vertraulich bleiben, ist ehrlich gesagt genau der Teil bei dem ich bisher immer hängen geblieben bin. Weil ich mir schwer vorstellen konnte wie etwas persönlich bleiben und trotzdem nach außen wirken soll. Aber wahrscheinlich zeigt es sich gar nicht in diesem großen so, jetzt reden wir plötzlich alle anders miteinander, sondern eher daran dass einer in einer Situation nicht gleich wieder gleich reagiert und der nächste dann auch nicht.

Und dann hat einer gekündigt. Das muss ich erstmal daneben stehen lassen, weil ich bei Coaching eher an besser zurechtkommen gedacht hab und nicht daran dass jemand merkt, der ganze Job passt eigentlich nicht mehr. Nur wenn es so war, war das vielleicht trotzdem ehrlicher als noch lange weiterzumachen.

Bei deiner Freundin, war dieses andere Miteinander irgendwann wirklich Thema oder haben sie es erst später gemerkt weil einfach weniger aneinander vorbeigeredet wurde?

#19


Gomelinda
@martinidry

Ich glaube, beides spielt da wahrscheinlich zusammen. Zum einen sind es sicher die veränderten Reaktionen, wie du schon schreibst. Zum anderen kann ich mir vorstellen, dass die Teammitglieder insgesamt ausgeglichener werden. Allein viele Dinge einmal von der Seele reden zu können, hilft ja oft schon dabei, Situationen klarer zu sehen und anders damit umzugehen. Aber irgendwie hängt das eine ja auch mit dem anderen zusammen.
Der Gedanke hat mich im ersten Moment auch überrascht. Aber wenn ich länger darüber nachdenke, ist es eigentlich nur konsequent. Wenn jemand durch das Coaching erkennt, dass er dauerhaft unglücklich in seinem Job ist und ihn nur noch aus Gewohnheit oder Unsicherheit weitermacht, dann ist diese Erkenntnis vielleicht unbequem, aber trotzdem wertvoll. Für die Person selbst wahrscheinlich sowieso. Und für das Team letztlich auch. Denn jemand, der jeden Tag unzufrieden zur Arbeit kommt und innerlich eigentlich längst etwas ganz anderes machen möchte, wird auf Dauer vermutlich weder selbst glücklich noch dem Team wirklich guttun. Im Gegenteil, so etwas kann sich auf die Stimmung auswirken und auch die Zusammenarbeit belasten.
Und zu deiner Frage: So wie sie es mir erzählt hat, haben sie das erst nach und nach gemerkt. Sie haben irgendwann festgestellt, dass sie offener miteinander gesprochen haben und manche Missverständnisse gar nicht mehr so oft entstanden sind. Was sie aber auch immer betont hat: Ein ganz wichtiger Faktor war der Vorgesetzte. Es gab vorher wohl einige Strukturen und Abläufe, an denen schon lange festgehalten wurde. Neue Ideen wurden eher schnell abgeblockt. Durch das Coaching hat sich aber wohl auch die Führungsebene geöffnet. Wenn jemand einen Verbesserungsvorschlag hatte, wurde der nicht mehr sofort abgeschmettert, sondern man hat sich zumindest damit beschäftigt. Ich glaube, genau dadurch hatten die Mitarbeiter auch das Gefühl, sich mehr einbringen und entfalten zu können.

#20


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore