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martinidry
Für mich hängt das Ganze vor allem am Vorgesetzten. Nach dem Coaching tragen die Mitarbeiter ihre Ideen vielleicht etwas mutiger vor. Wird oben trotzdem sofort abgeblockt, hat sich im Grunde nichts verändert. Dann formulieren sie ihren Vorschlag eben anders und bekommen trotzdem wieder dieselbe Antwort.

Bei uns spricht man manche Vorschläge inzwischen gar nicht mehr an. Ideen wären schon da. Man weiß nur meistens vorher, welche Antwort kommt. Dafür müsste man vermutlich nicht einmal ein großes Veränderungsprogramm aufziehen. Manchmal würde es schon reichen, eine Idee nicht sofort kleinzureden. Man könnte sie erst einmal anhören und kurz darüber nachdenken.

Wie das Team das Coaching hinterher bewertet hat, fände ich daher gar nicht so entscheidend. Mich würde eher interessieren, ob auch vom Vorgesetzten eine Veränderung erwartet wurde. Musste er deines Wissens ebenfalls Gespräche führen? Oder sollten am Ende wieder nur die Mitarbeiter lernen, mit seinen Reaktionen besser klarzukommen?

• x 1 #21


Gomelinda
@martinidry
Dein Beispiel beschreibt eigentlich ganz gut, wie es in vielen Firmen läuft. Leider.
Bei meiner Bekannten war es im Prinzip so, dass der Coach die Gespräche mit den Mitarbeitenden gar nicht geführt hätte, wenn sich der Vorgesetzte nicht vorher klar dazu bekannt hätte, selbst offen für Veränderungen zu sein. Es ging eben nicht darum, dass nur die Mitarbeitenden an sich arbeiten, sondern auch darum, dass die Führung bereit ist, neue Impulse anzunehmen und das eigene Verhalten zu hinterfragen. Meinst du, bei euch würde sich der Vorgesetzte auf so etwas überhaupt einlassen?

• #22


A


Businesscoaching für nachhaltige Veränderungen, Erfahrungen?

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martinidry
Ganz ausschließen würde ich das auch nicht. Solange es um die anderen geht, kann man so ein Coaching wahrscheinlich ziemlich leicht gut finden. Spannend wird es für mich eher dann, wenn irgendwann einer sagt: Na ja, vielleicht liegt es nicht nur an den Mitarbeitern. Spätestens da würde man wohl sehen, wie weit das Ganze wirklich gehen darf.

Bei uns wäre halt genau das meine Sorge, dass nachher wieder hauptsächlich wir Mitarbeiter diejenigen sind, die etwas ändern sollen. Natürlich kann man uns zeigen, wie man Vorschläge vielleicht geschickter anspricht oder nicht gleich beim ersten Nein aufgibt. Aber wenn von oben trotzdem ziemlich automatisch erst mal ein Nein kommt, dreht man sich irgendwann doch wieder im Kreis. Und ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie unser Vorgesetzter reagieren würde, wenn es plötzlich auch um ihn geht.

Wenn er selber bei so etwas mitmachen würde, würde sich das für mich schon anders anfühlen. Gerade wenn dann nicht nur die angenehmen Sachen besprochen werden dürfen, sondern auch etwas, bei dem er vielleicht erst einmal schluckt.

Mich würde deshalb echt interessieren, ob man bei dem Chef deiner Bekannten später selber irgendeinen Unterschied gemerkt hat. Nicht nur daran, wie die Mitarbeiter mit ihm umgegangen sind, sondern ob er selbst irgendwas anders gemacht hat.

• #23


Gomelinda
@martinidry Also an dem Punkt hilft dir eigentlich nur, die Situation wirklich mal auszuloten. Du schreibst ja selbst, dass du gar nicht weißt, wie euer Chef reagieren würde, wenn es bei einem Coaching auch um sein eigenes Verhalten geht. Und Business Coaching hilft nur, wenn er bereit zur Veränderung ist. Deshalb wird dir nichts anderes übrig bleiben, als das mal anzusprechen. Sonst überlegst du dir im Vorfeld sämliche Möglichkeiten, obwohl du gar nich weiß, ob deine Befürchtungen tatsächlich eintreten würden.
Und ja, bei dem Vorgesetzten meiner Bekannten hat man hinterher durchaus Veränderungen gemerkt. Er hat nicht nur von den Mitarbeitern erwartet, Dinge anders zu machen, sondern auch selbst einiges verändert. Allerdings war er eben von Anfang an grundsätzlich dazu bereit. Der Coach hatte vor Beginn ziemlich deutlich gemacht, dass das Ganze ohne seine Mitarbeit nicht funktionieren wird.
Würde mich freuen, wenn du dann berichtest, was er gesagt hat 😊

• #24


martinidry
Wir hatten gestern tatsächlich das erste Treffen dazu. Beim Chef waren wir übrigens ziemlich schnell. Nicht mal, weil ich da jetzt direkt ein Problem sehe. Mir ging eher durch den Kopf, was eigentlich passiert, wenn irgendwann etwas hochkommt, das gar nicht nur bei den Mitarbeitern liegt.

Da waren sie zumindest ziemlich eindeutig: Wenn irgendwann etwas beim Chef hängt, soll es wohl nicht heißen… Pech gehabt, der sitzt ja nicht im Coaching. Das war für mich schon mal ein wichtiger Punkt. Was ich auch ganz gut fand: Vorher soll offenbar ziemlich konkret feststehen, woran man hinterher überhaupt etwas messen will. Einfach nur „alle sind zufriedener“ wäre mir auch zu dünn.

Danach war ich jedenfalls etwas weniger skeptisch als vorher. Wobei man wahrscheinlich erst bei einem unangenehmen Thema sieht, wie ernst das wirklich gemeint ist. Bei mir wären es wahrscheinlich eher so Kleinigkeiten – ob plötzlich mal anders auf einen Vorschlag reagiert wird zum Beispiel. Oder ob nach ein paar Wochen doch wieder alles beim Alten ist.

Du meintest ja, beim Chef deiner Bekannten hat man später Veränderungen gemerkt – waren das bei ihm dann eher so kleine Alltagsdinge, oder hat sich da wirklich in den Abläufen was gedreht?

• x 1 #25


Gomelinda
Na siehst du... das geht doch in eine positive Richtung lachen Dass vorher schon festgelet werdne, soll woran man hinterher überhaupt erkennnen kann, ob sich etwas verändert hat, finde ich auch sinnvoll. Was den Chef meiner Bekannten betrifft, weiß ich es leider nicht mehr so genau. Sie hat mir damals erzählt, dass sich was verändert hat, aber was das konkret war.... Bevor ich dir da jetzt irgendwas zusammenreime, bleibe ich lieber bei dem, was ich sicher weiß zwinkern Aber jetzt bin ich tatsächlich gespannt, wie es bei euch weitergeht. Zumindest klingt das erste Treffen ja schon mal so, als würdet ihr als Mitarbeiter wirklich ernst genommen. Find ich sehr gut lachen Jetzt ist es eh mal ein Prozess , der erst in Gang kommen muss und wahrscheinlich auch ein bisschen Zeit braucht. Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass sich daraus langfristig wirklich etwas Positives entwickelt!

• #26


martinidry
Ist mir so lieber. Bevor da aus einer halben Erinnerung irgendwas zusammengebaut wird, dann eher gar nichts. Das erste Treffen war dann ehrlich gesagt brauchbarer als gedacht. Ich hatte vorher eher damit gerechnet, dass es wieder vor allem darum geht, was wir Mitarbeiter anders machen sollen.

Was mich im Moment mehr interessiert: Was schreiben sie am Ende eigentlich als Ziel hin? Wenn da nur „Kommunikation verbessern“ steht, sagt das für mich erst mal ziemlich wenig. Am Ende müsste davon halt irgendwo im Alltag was auftauchen. Bei uns wäre es schon auffällig, wenn manche Sachen nicht wieder automatisch bei denselben Leuten landen.

Losgehen soll es wohl Ende September oder spätestens Anfang Oktober. Bis dahin wird wohl noch einiges festgezurrt. Vor allem eben, was danach überhaupt anders sein soll. Bin gespannt, was davon am Ende wirklich feststeht.

• x 1 #27


Gomelinda
Das klingt doch schon mal deutlich besser, als du anfangs befürchtet hattest 😁 Und dass vorher konkret festgelegt werden soll, was sich eigentlich verändern soll, finde ich ebenfalls sinnvoll. Sonst lässt sich hinterher schwer beurteilen, ob das Coaching tatsächlich etwas gebracht hat. Jetzt muss das Ganze wahrscheinlich einfach erst einmal ins Rollen kommen und sich im Alltag beweisen. Ich wünsche euch auf jeden Fall, dass am Ende tatsächlich ein paar nachhaltige Veränderungen dabei herauskommen 😊

• #28





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