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Zitat von Winchester:
hallo zusammen,
ich reihe mich hier mal ein...habe seit dezember beschwerden und die untersuchungen bisher erbrachten nur einen b2 mangel und eisenmangel.
der eisenmangel ist behoben, nach dem b2 wird im juli wieder geguckt.
ich hab schubweise beschwerden, gelenkschmerzen, muskel/sehnenschmerzen, verspannungen mit brennen und missempfindungen, schwindel, gangunsicherheit, stechen im gesicht und händen.

ich habe aber zum glück auch tage an denen geht es mir ganz gut

im moment habe ich aber wieder einen "schub" es geht mir körperlich sehr schlecht, habe vor 5 wochen lyrica bekommen. hilft aber bisher nicht wirklich
da muss also was neues her.

habe jetzt noch einen termin beim neurologen und rheumatologen, danach muss ich mich dann wohl (wenn nichts gefunden wird, wovon ich ausgeh) mit der diagnose "psychisch bedingt" abfinden

ich werde hier in meiner kleinstadt keinen thera finden, ich suche schon seit jahren.
vielleicht kann ich jemand finden der mich in die nächste stadt fährt...

hat jemand erfahrungen damit ob man auch alle nur 2 wochen zur thera gehen kann?

ich kann nicht mit der bahn fahren


Das ist eine Absprache zwischen dir und deinem Therapeut. In der Regel sagt die KK jede Woche einmal. In deinem Fall wird es sicher auch alle 2 Wochen gehen.

19.05.2014 15:47 • #121


Hallo Zusammen,
ich reihe mich hier auch mal ein. Obwohl ich mich noch nicht damit "abfinden" kann das all meine Beschwerden nur "Einbildung" sein sollen. Meine Geschichte beginnt vor zweieinhalb Jahren. Ich fühlte mich schlapp, antriebslos, geschwächt, dauernd müde. Hatte Kribbelmissempfindungen in den Beinen und Händen. Hinzu kamen schlimme Konzentrationsprobleme, ich hatte das Gefühl ich bin eine echte Zumutung für andere Menschen. Im Gespräch und bei der Arbeit fiel mir die Konzentration superschwer! Ich war unsicher auf den Beinen und hatte Gelenkschmerzen. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl mir schmerzen die Haarwurzeln und die Zähne.
Meine Hausärztin wies mich damals in die Neurologie ein, da meine Oma an MS erkrankt war. In der Neurologie fand man nichts, lediglich einen leicht erhöhten Wert bei den Lumbalpunktion, der aber trotzdem noch völlig unbedenklich war ( laut Professor). Ich wurde entlassen mit der Diagnose "somatoforme Störung" was mich erstmal schockte. Die Ärzte führten ihre Diagnose zurück auf die Krebserkrankung meinen Freundes. Er war kurz vorher an Hodenkrebs erkrankt, hatte es aber gut überstanden.
Ich war danach eine Zeit lang bei einer Psychologin. Die war der Meinung ich wäre völlig normal und schickte mich nochmal zu einer Internistin. Bei dieser Internistin war ich mehrere Male. Sie hat mich wirklich auf den Kopf gestellt und mich weiter überwiesen an eine Rheumatologen. Alles in allem hat keiner was gefunden außer einem erhöhten ANA-Titer und einem leicht erhöhten Borreliose Wert. Eigentlich sollte ich nun zufrieden sein aber:
Diese elenden Symptome gehen einfach nicht weg!
Es wandelt sich und wird schlimmer. Meine Beine wollen mich manchmal kaum noch tragen, sie sind so schwer wie Beton. Meine Muskeln schmerzen und ich bin eigentlich durchgehend müde und fertig. Dauernd höre ich in mich hinein. Und natürlich hole ich Dr. Google zu Rat, was es alles nur noch viel schlimmer macht. Mittlerweile habe ich schreckliche Angst an ALS erkrankt zu sein. Meine Beine sind einfach so fürchterlich schwer und diese Schwäche im ganzen Körper! Hin und wieder zuckt ein Muskel, das reicht schon.
Ich bin einfach nur noch fertig und habe wahnsinnige Angst davor wirklich ernsthaft krank zu sein, nichts mehr zu können und alleine und von meinem Freund verlassen zu werden wegen der Krankheit. Manchmal bin ich den ganzen Tag so fürchterlich blockiert von dieser Angst das ich nichts aber auch nichts hinkriege. Ich versuche mich echt in den Allerwertesten zu treten, aber es hilft nichts! Ich bin so ratlos und panisch. Ich komme aus dieser Abwärtsspirale einfach nicht mehr raus. Arztbesuche, keine Diagnose, Eigendiagnose, Panik...
Und das Schlimmste daran ist - SO BIN ICH EIGENTLICH GAR NICHT! Ich bin im Prinzip echt tough. Hab mein Leben immer gut auf die Kette bekommen, nie konnte mich was umhauen und jetzt das! Ich bin einfach nur ratlos und brauche Hilfe ((

26.05.2014 00:06 • #122



Somatisierungsstörung Selbsthilfegruppe

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Hallo Britta,

dein leicht positiver "Borreliose Wert" (war das ein Antikörper-Test?) macht mich stutzig. Deine Symptome würden gut zu Borreliose passen.

Schau mal, ob du dich in den Symptomen wiederfindest: http://www.dr-hopf-seidel.de/borreliose-symptome.html
Auf der Website gibt es auch Adressen von Ärzten, die sich wirklich mit Borreliose auskennen. bevor du dich mit der Psyche "abfindest", würde ich das gründlich abklären lassen.

26.05.2014 00:21 • #123


Hallo,
Es war ein Westernblot Test. Der igM war leicht positiv und das zwei mal. Sowohl Internistin als auch Hausärztin hielten das für unbedenklich. Habe mir schon eine Ärztin raus gesucht die auf Borreliose spezialisiert ist. Ich bin nur die Arztbesuche so leid und diesen Blick der mir suggeriert das ich nicht krank bin, sondern einen an der Murmel habe. Bin langsam einfach so unsicher was ich noch machen soll
Von den Symptomen stimmen tatsächlich viele mit meinen Beschwerden überein!

26.05.2014 00:36 • #124


Hallo, ich bin recht neu hier und habe mich in den letzten Tagen ein wenig umgesehen. Erst einmal finde ich es ganz interessant auf Personen zu treffen, die offenscheinlich ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht haben.
Dies ist meine "Angstgeschichte":
Begonnen hat es ( in dieser extremen Form) im Juli 2013. Es war ein langer heißer Tag und ich hatte viel körperlich gearbeitet und den ganzen Tag herüber immer wieder versäumt zu trinken. Am kommenden morgen wachte ich nach einer kurzen Nacht morgens gegen 7 auf und hatte einen irren Schwindel und das Gefühl zu sterben. Herzinfarkt oder Schlaganfall oder ich werde verrückt, satnd für mich fest. Abtransport mit Blaulicht in die Charite und nach 8 Stinden in der Notaufnahme stand die Diognose "Panikattacke". Die Gefühle von "Fremdheit", Angst verrückt zu werden blieben über Tage und Wochen. Mein Freund hatte dann die Idee dass ein Urlaub sicher gut wäre. so sind wir mit dem Auto von Berlin nach Italien. Keine gute Idee wie sich herrausstellte. eine Panikattacke folgte der nächsten Hinzu kamen massivset Stressymptomatiken. Ich konnte einfach keinen Verkehr, viele Menschen, Geräusche, Hektik mehr vertrage. Mir gelang es einfach nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Ich schlief wenig und schlecht und geisterte in der Nacht in dem norditalienischen Häuschen herum. Die Rückfahrt war ebenfalls eine Tortour. Mir gelang es einfach nicht mich zu beruhigen. Wenn ich schlafen wollte, bekam ich Panik zu ersticken. Ich habe Anfang des Jahres eine kognitive Verhaltenstherapie ambulant inerhalb einer Gruppe gemacht. und viel gelernt und vertanden. Mir ist vieles klarer. Habe verstanden dass mein Körper mit Angst auf den Stress ( körperlicher und emotionaler Art) der letzten Jahre reagiert und mir ging es für ein paa Monate recht ok. Geblieben ist die nervliche Unbelastbarkeit. Mir wird so schnell alles zuviel. Meine Nerven fühlen sich dann an wie aufgeborstener Draht. Ich bin oft antriebslos oder völlig erschöpft. Aber ich hatte ein paar Monate keine Panikattacken mehr. Nur ein gefühl latenter Angst. Speziell am Abend wenn es ruhig nach Hause geht. Wir haben eine superschöne Wohnung und ich habe einen tollen Freund (der mittlerweile die Welt nicht mehr versteht). Speziell in den letzten Wochen habe ich extremste Muskelverspannungen im Rücken. Erst die LWS, dann die HWS, Es führt dazu dass ich nicht mehr lange sitzen kann ohne dass mir die Beine taub werden. Oder ich bekomme einen so steifen Hals dass ich vor Schmerzen nichts mehr kann. Zig Untersuchungen, MRT, Röntgen, mehrer Orthopäden, Ostheopaten, sagte alle das gleiche: Das ist alles psychosomatisch. Sie müssen lernen zu entspannen und ihre Angst in den Griff zu bekommen. Vor 2,5 Wochen ging es wieder extremst los. eine Paniatacke nach der nächten Ein Ziepen, stechen, Brennen im Köper an einer gewohnten oder ungewohnten Stelle und ich drehe ab. Bin dann in permanenter Körperbeobachtung und schwanke zwischen extremer Angst und tiefster Traurigkeit. Das lässt mich wieder schlecht schafen und die Verpannungen werden trotz Mass., Ostheopathie etc. stetig heftiger. Ich mache auch PMR nach Jacobsen, wenn auch unregelmäßig. Dass schlimmste für mich ist diese massive Verunsicherung durch dieses Trauma der Panikattacken. Ich finde einfach so schwer wieder einen Zugang dazu meinem eigenen Körper oder dem Leben an sich vertrauen zu können. Ich nehme alle Körperempfindungen so extrem wahr und kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Es ist schrecklich.Ich bin seit 3 Jahren in einer analytischen Therapie ( wo ich nicht wirklich weiß ob dies dort sooo hilfreich ist) wegen meinen damaligen Schlafstärungen. Diagnostiziert wurde eine generelle Angsstörung. Jetzt habe ich mich um einen Platz in einer psychosomatischen Klinik beworben. Es wird noch ein paar Monate dauern bis ich eine Platz bekomme. Schlimm sind gerade diese ständigen Nackenverspannungen. Das schmerzt und zieht in den Kopf. Alles psychosomatisch heißt es immer.

30.05.2014 23:13 • #125


@östlicher angsthase: Kommt mir alles sehr bekannt vor was du beschrieben hast. Bei mir sind zur Zeit die Nackenschmerzen auch sehr schlimm. Nacken und Kiefer, einfach alles total verspannt und dazu hab ich noch einen Tinnitus bekommen. Ich bin 34 Jahre alt aber fühle mich wie 60.

Viele Grüße

30.05.2014 23:28 • #126


Ich bin 39 und fühle mich wie mindestens 80. Der Nacken ist so demassen verspannt. Es zieht bis in den Kopf und in die Brust. Dann wird meine Brust heiß und was passiert... PANIK!

30.05.2014 23:36 • #127


Hallo!
Ich erkenne mich hier teilweise wieder. Eine Tendenz zur Somatisierung habe ich wohl schon lange- rückblickend betrachtet kann ich vieles einordnen, ich denke, das geht bei mir bestimmt schon zwanzig Jahre, mit Pausen. Aber in dieser Zeit war alles noch in Kontrolle, es ging mir ansonsten bestens, ich lernte meinen Mann kennen, heiratete, war erfolgreich im Beruf, bekam entzückende, gesunde Kinder, war selbst gesund und wir hatten keine finanziellen Probleme. Nun kamen ein paar Problemchen und ein größeres, ein Bandscheibenvorfall, der mittlerweile operiert wurde, und die Schmerzen gehen nicht mehr weg. Ich suche den Grund und nun frage ich mich und euch: ob meine Schmerzen (wenigstens zu großen Teilen) psychosomatisch sind? Oder gehören ständige Rückenschmerzen eher nicht so ins Bild? Die Bandscheibe rutscht ja nicht wegen der Psyche raus - oder doch? Seitdem diese Schmerzen dauerhaft da sind, nach der OP, habe ich alle möglichen Symptome, die verschwinden, wenn ich sie entlarvt habe. Aber die Schmerzen bleiben. Und ich will! nicht! damit! dauerhaft! leben. Liebe Grüße.

13.06.2014 12:54 • #128


Zitat von Freibadschwimmer:
Hallo!
Ich erkenne mich hier teilweise wieder. Eine Tendenz zur Somatisierung habe ich wohl schon lange- rückblickend betrachtet kann ich vieles einordnen, ich denke, das geht bei mir bestimmt schon zwanzig Jahre, mit Pausen. Aber in dieser Zeit war alles noch in Kontrolle, es ging mir ansonsten bestens, ich lernte meinen Mann kennen, heiratete, war erfolgreich im Beruf, bekam entzückende, gesunde Kinder, war selbst gesund und wir hatten keine finanziellen Probleme. Nun kamen ein paar Problemchen und ein größeres, ein Bandscheibenvorfall, der mittlerweile operiert wurde, und die Schmerzen gehen nicht mehr weg. Ich suche den Grund und nun frage ich mich und euch: ob meine Schmerzen (wenigstens zu großen Teilen) psychosomatisch sind? Oder gehören ständige Rückenschmerzen eher nicht so ins Bild? Die Bandscheibe rutscht ja nicht wegen der Psyche raus - oder doch? Seitdem diese Schmerzen dauerhaft da sind, nach der OP, habe ich alle möglichen Symptome, die verschwinden, wenn ich sie entlarvt habe. Aber die Schmerzen bleiben. Und ich will! nicht! damit! dauerhaft! leben. Liebe Grüße.


Nein, die Bandscheibe rutscht deswegen nicht raus, aber!

Durch die Verspannungen, die durch Ängste etc. kommen drücken die Muskeln die verhärtet, verdickt sind auf die Nerven.
Ich bin dabei, mit dem Psychic-Team diese Selbsthilfegruppe, wenn es technisch möglich ist anders und besser aufzubauen.
Dann könnte man hier in Zukunft eine Selbsthilfegruppe mit Infoportal zu all diesen Fragen besser aufbauen.
Das schlimmste ist das die meisten Betroffenen gar nicht verstehen was genau mit ihnen passiert und sich dann falsche Infos holen woher auch immer und dann in ihrem Loch sitzen und graben obwohl sie doch raus wollen, nur dafür muß man erst mal mit dem graben aufhören.

13.06.2014 13:29 • #129


Nehmen wir mal den Schwindel. Schwindel hat einige Auslöser. Es wird gegoogled und alle Möglichkeiten werden aufgelistet. Nun neigt der Mensch aber dazu sich von all diesen Möglichkeiten den Gehirntumor auszusuchen.
Das endet dann da wo wir alle schon mal waren.
Das es aber auch sein kann das ich in meinem Leben schon lange eine Entscheidung treffen muß die mir sehr schwer fällt und deswegen schwanke was mir durch den Schwindel klargemacht werden soll, darauf komme ich nicht.

Das lässt sich in allen Bereichen erörtern und dafür ist eine Selbsthilfegruppe da. Das ist mein Ziel so etwas hier aufzubauen. Ich hoffe das es technisch möglich ist.

13.06.2014 13:40 • #130


@mattes

Ich bin dabei

13.06.2014 14:48 • #131


Lieber mattes,
ich fände es auch toll hier gezieltere Anregungen zu bekommen. Stecke in einer ziemlichen Notlage. Von den Wirbelsäulenproblemen hatte ich ja bereits berichtet. Dann ist es mir passiert dass ich im Zuge von physiotherapeutischen Behandlungen mir das Sternum gezerrt hatte. Also die Aufhängung des Brustmuskels. Es folgten Wochenlange brutale Schmerzen. die mich von einer Panikattacke zur nächsten brachten. Nun ertappe ich mich dabei dass ich bei jeder kleinsten Kösperempfindung halb Amok laufe. Nach der Dusche Wasser im Ohr - ich flippe aus. Verschluckt und danach kratzen im Hals- und ich bin fasst auf dem Weg ins Krankenhaus. Kribbeln im Körper nach der Akupunktur und ich drehe fast durch und träume nachts von den Nadeln die auf mich einstechen und kann mich kaum beruhigen weil ich von der festen Überzeugung kaum herunterkomme, der Akupunkteur könnte mir etwas kaputtgemacht haben. Ich haste von einem Arzt zum anderen und sehe ja selber was ich hier mache. Kann mich kaum auf meinen Alltag konzentrieren. Es geht darum, glaube ich, dass ich nach den Panikattacken und einer vorausgegangenen OP einfach so schwer wieder vertrauen in meinen eigenen Körper finden kann. Um daran zu arbeiten brauche ich therapeutische Hife und weiß nicht genau an welche Form von Therapie ich mich halten soll. Habe eine 4 jährige Analyse hinter mir. Die hat mich gelernt mich sleber besser zu verstehen aber ansonsten nicht sehr viel weiter gebracht. Nun habe ich einen Klinikaufenthalt in einer psychsomatischen Klinik beantragt und ich hoffe stark dass ich ihn genehmigt bekomme. Aber das kann noch 3-4 Monate dauern. Mattes hast Du einen Tip?
Vielen Dank.

17.06.2014 22:13 • #132


Hallo östlicher angsthase,
wenn es so aussiegt wie du schreibst, dann ist die stationäre Therapie das Beste. Ich denke aber das es mindestens 4 Monate sein sollten. Alles andere bringt nicht den Erfolg. Als ich damals meine Therapie gemacht habe(Alk.) war die Nachbarstation der C-Bereich, also psychosomatisch. Die Jungs und Mädels haben in der Regel 8-12 Monate gemacht. Um in diesem Bereich, Angststörung etc. wirklich einen Erfolg zu erziehlen solltest du auf die längst mögliche Dauer bestehen. In der heutigen Zeit so um die 4-6 Monate.

17.06.2014 23:00 • #133


Hallo an alle,

ich bin mit Alex vom Psychic-Team jetzt soweit gekommen das er sich das anschaut wie man es programmieren kann mit einer eigenständigen Selbsthilfegruppe hier im Forum und einem dazugehörigem blog. Das alles benötigt natürlich Zeit. Wenn s was neues gibt werde ich es sofort berichten.

20.06.2014 20:23 • #134


Bin mir nicht ganz sicher ob ich hier richtig bin, aber ich versuche es mal ...
Ich bin anfang 30 und hatte vor 6 Jahren richtige Angst und Panik Störungen... war mir ziemlich sicher das ich einen Gehirntumor habe Dank Therapie habe ich diese schlimme Zeit überstandnen ohne Medizin ...
Leider bin ich noch immer ängstlich, und jedes zwicken und zwacken lässt mich annehmen Krebs zu haben ....
ÄTZEND!
Mein Vater hatte in den letzten 3 Jahren 2 mal Krebs... mit 2 Fehldiagnosen was mir nicht mehr sicherheit geboten hat ...
Aktuell hatte ich plötzlich probleme mit dem Hals... aud dem nichts raus....dann fing ich an mich zu beobachten...
war mehrfach beim HNO der nichts feststellen Konnte....
durch meine ganze beobachtung han ich festgestellt das ich an meiner Mandel eine kleine harte stelle habe rund wie eine Linse...
er meint nicht jede mandel ist gleich und das sei festeres gewebe...
Ich wollte mich damit abfinden... aber... dieses Gefühl geht nicht weg und diese kleine LInse...
was kann das sein ? Am liebsten würde ich nochmal hin...vielleicht ist es ja doch was schlimmes....?
Jedes Zwicken macht mich verrückt....Wie werde ich dies gefühle im Hals los?
Und die Angst das das Mandel-Krebs sein könnte?
Hat jemand einen Rat? Oder oder ist das hier die falsche Gruppe?
Danke & LG

20.06.2014 20:40 • #135


@mattes

ich bin dabei

20.06.2014 20:43 • #136


Hier habe ich eine, ich sage mal Anleitung gefunden und hoffe der Verfasser hat nichts dagegen das ich sie euch poste. War in einem anderen Forum und ich finde sie so gut das ich sie hier poste.

Bei mir sind Panikattacken aufgetreten - was nun?!?


1. Es ist ganz normal, dass jeder in dieser Situation sich hilflos und verwirrt fühlt und Informationen sucht, sei es bei einem Arzt, einem Therapeuten, im Internet etc. Meiner Erfahrung nach wird sich im Laufe des Weges, den man geht herausstellen, dass man selbst die wichtigsten Erkenntnisse sammelt und die innere Stimme wichtiger wird. Der folgende Text soll daher keine weitere Quelle von Behauptungen oder fachlichem Wissen / vorläufigem Wissen sein, sondern eine Beschreibung aus der eigenen Erfahrung. Jeder mag für sich feststellen, ob dies stimmig ist für seinen Fall oder ob es nicht zutrifft.

2. Die erste(n) Panikattacke(n) sind ein einschneidendes Erlebnis. Kaum ein Außenstehender kann sich vorstellen, wie dramatisch und grundlegend erschütternd diese Erfahrung ist. Sie betrifft alle Altersgruppen, alle Berufgruppen, Bildungsstände, Positionen und Charaktere. Auch "mutige" Menschen in adrenalin-gefüllten Berufen (Militärpiloten etc.) können Panikattacken bekommen - und finden sich plötzlich in einer Lage wieder, in der sie abhängig, hilflos, wie ein Kind Reaktionen und Gefühle entwickeln, die sie sich völlig fremd werden lassen


3. Damit in Kontrast steht die häufig wenig dramatische Reaktion der Umgebung. Erwartet man, dass sie die eigene Panik und Hektik, die Erschütterung und Dramatik teilen, wird man häufig erstaunt feststellen, dass Partner und andere Menschen häufig noch nicht mal bemerken, wenn man eine Attacke hat. Die Außenwirkung erscheint eher in sich gekehrt, evtl. schlecht gelaunt. Mehr nicht.

4. Panikerkrankungen gibt es in verschiedenen Intensitäten. Manche Menschen erleiden eine Attacke und erholen sich von ihr bzw. erleben nur in großen Abständen Attacken bzw. Attacken mit wiederkehrend gleicher Symptomatik und ohne Sensitivierung / Erwartungsangst. Es geht ihnen also zwischen den Attacken sehr gut oder zumindest nicht sehr schlecht. Manche Menschen entwickeln eine Dauerpanik, eine lang anhaltende Grunderregung, Sensitivierung und Erwartungsangst.


5. Die erste Panikattacke führt den Betroffenen unweigerlich zum Arzt. Ein anderer Weg ist nicht möglich. Paniksymptome sind völlig ungefährlich und für den Körper nicht mal belastend (der Unterschied zwischen "wie sehr belastet mich das Symptom" und "wie sehr belastet mich das Ankämpfen gegen das Symptom" wird weiter unten noch ausgeführt).

Dennoch sind sie so dramatisch, intensiv und für denjenigen neu und unbekannt, dass sie medizinisch abgeklärt werden müssen. Häufig zieht sich diese Abklärung eine ganze Weile hin bzw. wird durch das Neu-Auftreten von Symptomen oder das Verändern von Symptomen wieder aufgepusht. Je nach Qualität der ärztlichen Beratung und eigener Findigkeit findet der Betroffene früher oder später zu seiner Diagnose. Diese Zeit kann durchaus lang dauern und sehr hart sein.


6. Eine Panikattacke ist ein plötzlich und abrupt beginnender Anstieg von Angst oder Unbehagen. Häufig wird dieser Anstieg nicht als Angst wahrgenommen, sondern als körperliche Symptomatik, die sich dramatisch steigert. Sie geht mit einer intensiven Befürchtung, Überzeugung von Gefahr oder akuter Todesangst einher. Auch bei situationsunabhängigen Panikattacken gibt es immer einen Auslöser, der aber oft nicht als solcher wahrgenommen wird.

Manchmal kann man - wenn man mit den Symptomen vertrauter ist und gut beobachtet - klare oder auch leichte Auslöser finden und Zusammenhänge ziehen.

Ein Adrenalinschub aufgrund von Ärger, oder aber auch Freude (Aufregung), Schmerz, Scham etc. oder auch bei körperlicher Belastung (Treppensteigen) ist eher ein leicht zu findender Auslöser; "verborgenere" Zusammenhänge gibt es z.B. beim Bücken (Herzschlagunregelmäßigkeit), nach dem Essen (Kreislauf reagiert ganz leicht, wird aber überstark wahrgenommen, der volle Magen kann Herz oder Zwerchfell-Empfindungen machen, es kann auch zu verstärkten Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen (z.B. Glutamat, Lactose etc.), das Schlucken kann bei verkrampftem Hals die Angst auslösen zu ersticken.

Ein häufiger Auslöser ist das Stehen (z.B, vor der Kasse, vor der Fleischtheke, aber auch bei Rot an der Ampel etc.) , wobei bei Dissoziationen / Schwindel die Rückmeldung durch Bewegung wegfällt und damit der Schwindel zunächst verstärkt wird. Auch ein unregelmäßiger Boden (Waldboden oder welliger Boden, selbst, wenn er gefliest ist) kann das überempfindliche und durch Angst sensitivierte Gleichgewichtsorgan reizen. Augen schließen kann nach demselben Prinzip Schwindel auslösen (weil eine Rückmeldequelle wegfällt); ebenso kann es bei Aufregung zu Sakkaden kommen (die Augäpfel gehen unwillkürlich hin und her, der Blick ist also nicht ruhig), was kurzzeitig eine starke und völlig harmlose Schwindelattacke auslösen kann.

Sakkaden treten auch auf beim Lesen (auch vor dem Computer, wo das Herunterscrollen einer Seite den Effekt verstärkt) oder z.B. vor einem Regal im Kaufhaus, wenn ich viele Produkte "scanne", wo ist die Butter etc. Weitere Auslöser können sein: Hormonelle Wechsel, z.B. vor allem die Zeit vor der Periode bei Frauen (Gestagenmangel), körperliche Empfindungen jeglicher auffälliger Art, z.B. wenn man erkältet ist oder andere Krankheitsbelastungen hat, Medikamente (z.B. Lokalanästhesie beim Zahnartz; dort ist oft Adrenalin enthalten), Wetter und Luftbeschaffenheit, z.B. Wärme (das Gefühl von Wärme im Körper, z.B. wenn man in einem warmen Raum ist), die Wahrnehmung fehlender schneller und unaufwändiger Fluchtmöglichkeit (sitze im Kino in der Mitte o.ä.), das Lesen oder Sehen oder Hören von Dingen, vor denen ich Angst habe (ich sehe einen Krankenwagen, lese über den Tod eines Menschen o.ä.) Vibrationen (z.B beim Zahnarzt oder wenn im Haus irgendwo gebaut oder gebohrt wird) können Attacken auslösen.

Häufig kommt es auch gerade denn zu Panikattacken, wenn man nach einer Phase des Stresses dann zur Ruhe kommt (und Zeit hat nachzudenken bzw. sich nicht mehr so sehr ablenkt)

Sehr oft beobachtbar ist eine Panikattacke (oder ihr Beginn) kurz nach dem Einschlafen (typischerweise: Hochschrecken und das Gefühl haben, ich bekomme keine Luft). Hier ist es meinem Empfinden nach so, dass durch das Loslassen in den Schlaf hinein die angestaute Energie endlich losgelassen wird, was mit einem Aufwallen des Symptoms einhergeht. Viele andere Auslöser sind noch aufzählbar.

Die Aufzählung dient keineswegs dem Vorschlag, all diese Auslöser zu meiden, sondern vielmehr zu erkennen, warum ich gerade wieder eine Attacke bekomme und so den Kreislauf möglichst früh zu stoppen.


Folgende Symptome werden als paniktypisch bzw. paniknah (somatoforme Störung) eingestuft. (Die meisten Listen in Büchern sind zu kurz. Sie umfassen nur die Symptome, die akut zu sehr starken Attacken und akuter Todesangst führen können. Genauso wichtig ist aber m.E. die Einordnung sensitivierter Symptome zwischen den Attacken, die einen immer wieder in Sorgen und Dauerangst versetzen und den Boden für neue Attacken bereiten.)

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist keine Diagnosehilfe. Eine Diagnose wird medizinisch gestellt. Dieser Text ersetzt nicht den Gang zum Arzt Nicht jeder Panikkranke "muss" jedes dieser Symptome haben oder kennen.

Er sollte aber auf sie vorbereitet sein oder sie schnell einordnen können, denn oft kann nach einer Abklärung eines Symptoms dann das nächste erscheinen.

Viele dieser Symptome kommen auch bei anderen psychischen Erkrankungen vor, z.B. bei Depressionen. Dann allerdings selten so attackenhaft, außerdem- das ist der entscheidende Punkt - hat der Betroffene dort keine Angst vor diesem Symptom und pusht es dadurch nicht weiter hoch.

Auch gibt es viele Symptome, die bei körperlichen Erkrankungen ebenfalls vorkommen. Deshalb kann eine körperliche Erkrankung nicht ausgeschlossen werden, nur weil ein solches Symptom hier auf der Liste steht.

Manchmal gibt es auch Kombinationen aus beidem (eine schon anfällige Schilddrüse reagiert unter Einfuß der psychischen Anspannung noch intensiver o.ä.)

Es ist aber wichtig, wenn man sich hat untersuchen lassen, an einem bestimmten Punkt dann den "Absprung" zu finden von den ärztlichen Untersuchungen Abstand zu nehmen, sich auf die Behandlung der Angst einzulassen.

Dies wird typischerweise nicht erst dann möglich sein, wenn "alles sicher ausgeschlossen ist", denn das gibt es nicht.

Man kann mit vertretbarem Aufwand / Risiko eine vernünftige und statistisch sehr zufriedenstellende Sicherheit herstellen, die aber selten "perfekt" ist.


Das Gefühl der Angst und Unsicherheit wird dennoch wiederkehren, auch sehr viel intensiver, als angemessen, dies gehört eben zum Krankheitsbild.

Hier ist das Spüren, das Zulassen, das Akzeptieren der Angst hilfreicher als das sofortige NIederschlagen dieses Gefühls mit ärztlicher "Hilfe". Wenn sich die Angst dann eingependelt hat, kann man mithilfe des Verstandes entscheiden, welche Abklärungen wann gut für mich sind.

- Herzrasen, Herzklopfen, unregelmäßiger Herzschlag, Pause mit nachfolgendem "Kanonenschlag", seltsame Gefühle am Herzen

- Druck auf dem Brustkorb, Stechen, Gefühl der Luftnot, Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können

- Schwitzen

- Mundtrockenheit

- Schwindel / Benommenheit / Schwäche / Watte im Kopf / Boden scheint plötzlich nachzugeben / sichere Überzeugung umzukippen (Schwankschwindel), Gefühl, wie betrunken zu laufen, Gesichtsfeld scheint sich einzuengen (tut es aber tatsächlich nicht, ich kann alles sehen / ich habe das Gefühl, dass sich gleich alles um mich dreht (tut es aber tatsächlich nicht). Drehschwindel (Zimmer dreht sich wie Karussel) ist nicht typisch für Panik (mir ist kein Fall bekannt) und kommt eher beim sog. gutartigen Lagerungsschwindel vor


- Kribbeln, Taubheit, Brennen, Empfindungsstörungen, wie "Stromblitze" / "Stromschläge" (Überreaktion sensibler Nerven) - Zittern, Beben (äußerlich sichtbar oder nur innerlich spürbar)


- erhöhter Blutdruck während der Attacke (völlig normal und kein Problem. Blutdruckmessen während der Attacke ist sinnlos.)

- aufsteigende Hitze / Hitze- und Kälteschauder / Gesichtsflush (Röte im Gesicht)

- Gefühl der Unwirklichkeit, Gefühl, seinen Körper nicht zu spüren, weit weg zu sein, Entfremdung von der Umwelt oder von sich selbst, Gefühl, dass mein Körper nicht zu mir gehört, Angst vor dem eigenen Spiegelbild, vor der eigenen Stimme, "stehe plötzlich wie neben mir" (Depersonalisation und Derealisation)

- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen ("was wollte ich hier noch" / "was habe ich gerade gesagt" / "wie heißt der noch") Unfähigkeit, sich z.B. auf das Lesen von Texten zu konzentrieren. Kann Angst vor Demenz entstehen lassen, besonders, wenn der Betroffene älter ist

- Globusgefühl: Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben

- unwillkürliche Zuckungen einzelner Muskelfasern, sichtbar oder von außen nicht zu sehen, nur innen spürbar


- Gefühl, Teile des Körpers, besonders des Gesichts sind taub oder geschwollen (z.B. Zunge), Gefühl, nicht schlucken zu können, Gefühl zu ersticken


- (die Illusion von) Sehstörungen: Verschwommensehen, das Gefühl, nicht sehen zu können (selbstverständlich kann man es aber doch), Sehen von mouches volantes (schwarze Punkte) bzw. anderen Übererregungs-Phänomenen wie das Sehen von scheinbar durchsichtigen Fäden.

Plötzliches "Ruckeln" im Bild, Gegenstände und Personen scheinen sich ruckartig bewegt zu haben


- (die Illusion von) Sprachstörungen: Man hat das Gefühl, verwaschen zu sprechen (anderen Personen fällt das nicht auf oder kaum), Wortfindungsstörungen, es fallen einem Namen nicht ein


- (die Illusion von) Lähmung: plötzlich habe ich das Gefühl, ich kann nicht mehr weiterlaufen oder meinen Arm nicht heben (versuche ich es aber, ist es problemlos möglich.)


- (die Illusion von) Sensibilitätsstörung: ich fühle meinen Körper nicht, Taubheit im Körper, wie Watte (nehme ich aber einen Gegenstand, z.B. einen Stift und fahre über meine Haut, dann ist dieses zu spüren)

- Harndrang / Stuhldrang bis zu Durchfällen

- plötzlich aufgeblähter Bauch mit Windabgang, Schmerzen und Übelkeit

- Überempfindlichkeit der Sinne, Geräusche scheinen lauter, Blendungsempfindlichkeit, Blitzen von Lichtreflexen erschreckt einen, Überempfindlichkeit für Gerüche etc.

- Unruhegefühl im Magen, Übelkeit, Würgen, selten Erbrechen

- Druck auf dem Kopf, auf den Ohren, Rauschen im Ohr


- erhöhte Schreckanfälligkeit. Erschrecken phasenweise auch vor Dingen, vor denen man sonst nie erschrickt oder Unwohlsein bei Dingen, die man sonst als ganz normal ansieht (jemand auf einem Foto guckt böse und ich kann gar nicht gut dahingucken)


- Angst in allen Formen: Todesangst, Sorgen, Befürchtungen, Angst vor Dingen, vor denen man vorher keine Angst hatte, starkes Unheilgefühl, akute Attacken von Nervosität und massiver innerer Unruhe, Angst vor den "beklopptesten" Dingen, spontane Alptraumbilder, Katastrophenfantasien (ich komme nach Hause und plötzlich stelle ich mir vor, mein Kind liegt da in einer Blutlache), mißtrauische Ängste, Angst, sich etwas anzutun (wenn man an einem Messer vorbeigeht) etc.

- Angst zu sterben, Angst verrückt zu werden, Angst umzukippen, Angst die Kontrolle zu verlieren, Angst sich zu blamieren (Angst vor der körperlichen oder psychischen persönlichen "Katastrophe")

- Gefühl der Grobmotorik - Finger steif, kalt

- Symptome bei Hyperventilation: Kribbeln um Mund und Hände, Hände werden steif (Pfötchenstellung), Lippen werden steifer - Verspannungen, besonders Nacken / Halswirbelsäule / Schultern (häufig aber auch am ganzen Körper). Kopf- und Muskelschmerzen. Gefühl, dass der Kopf nicht auf der Halswirbelsäule gehalten werden kann, das er schwer wird, zu einer Seite gezogen wird o.ä. oder umgekehrt, dass er nicht richtig Kontakt zum Hals hat, darauf "schwebt", "ab ist"


- Zwischen den Attacken Unfähigkeit zu entspannen und sich fallen zu lassen.

- Appetitlosigkeit mit schnellem Gewichtsverlust

- Schlafstörungen / fragmentierter Schlaf (häufiges Aufwachen)

- viele Störungen im "Halbschlaf" möglich (besonders beim Einschlafen / Wegdämmern) und besonders dann, wenn Derealisation / Depersonalisation eine Rolle spielen: z.B. Gedankenrasen, Durcheinander-Denken (hört aber auf, wenn man wacher ist), Fragmente akustischer Halluzinationen (Stimme, Geräusch), Orientierungsstörung / Hochschrecken aus dem "Fast-Eingeschlafen-Sein" oder aus dem vollen Schlaf

- Klagen über vaginalen Ausfluß

- Klagen über schlechten Geschmack im Mund

- emotionale Taubheit / Gefühllosigkeit / Übererregung

- Haarausfall

- Reizbarkeit

- Mißempfindungen aller Art, "sich komisch fühlen", anders als vorher - Verstärkung von Ängsten, die man sonst auch hat (z.B. soziale Ängste, Sorgen um die Familie, Sorge, dass meinen Kindern etwas passiert)

- alles, was das Nervensystem verarbeitet, wird intensiver, die Drehzahl geht schneller hoch, man ist getriebener, jemand, den ich vorher nicht mochte, mag ich jetzt ganz überhaupt nicht, bin überspannt, kenne mich selbst nicht wieder

- Verstärkung evtl. schon vorher vorhandener hypochondrischer Ängste (zwischen den Attacken), "Checking behaviour", Körper wird untersucht, kontrolliert, man findet Dinge, die auffällig sind (die immer schon da waren, man aber nie bemerkt hat, weil man nie so sehr gesucht hatte), außerdem wird durch das dauernde Checken (Abtasten, Reiben, Knibbeln, Drücken) die Stelle noch auffälliger und die Symptome intensiviert / übermäßige Katastrophisierung von Dingen, die man früher gelassen gesehen hätte oder die einen nicht alarmiert hätten ("Muttermal sieht irgendwie komisch aus" / "warum ist das da so rot" / "das sieht geschwollener aus als sonst"

- eine Hypochondrie kann sich auch auf psychische Krankheiten beziehen (ich habe eine Psychose / andere Erkrankungen, die Kontrollverlust oder Unkontrollierbarkeit für denjenigen beinhalten)

- Erschöpfung und Angst vor Erschöpfung / Angst, dass die Anspannung dem Körper schadet und ihn krank macht - typische Auslöser / Verschlimmerung: vor der Menstruation / während einer Erkältung oder anderer körperlicher Schwäche / nach Dro.konsum, Schlaflosigkeit, Reisen und anderen Belastungen

- Auftreten der Attacken gerne auch mal nachts

- fester Bestandteil der Störung: Die fast zwanghafte Frage, warum einem das passiert und das Wüten dagegen, dass man plötzlich so komisch ist.

- zwanghaftes "Runterhalten" und "Kontrollieren" dieser Empfindungen, Ankämpfen dagegen, Vermeiden, Ablenken, Flucht

- Anlehnungen an "Nachbar-Krankheitsgebiete", quasi "Ausleihen" einiger Symptome, in diesem Fall nur kurz und ohne, dass das Vollbild einer anderen Erkrankung erreicht wäre (was natürlich auch sein kann und dann entsprechend mitbehandelt werden muss)

Hier sind vor allem die Depression und die Zwangserkrankung zu nennen.

Zeitweise und einschießend also Antriebslosigkeit, "komme kaum noch aus dem Bett", plötzliche Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, nichts mehr leisten zu können, nie da rauszukommen, versagt zu haben (alle Themen angst"getränkt"), Weinattacken, Zwangsvorstellungen (plötzlich denke ich, ich könnte meinen Mann töten / was ist, wenn ich meinem Kind etwas antue) (bestimmt habe ich noch was vergessen) Grundsätzlich könnte man sagen: Wunder dich über nix! All dies sind Symptome, die sich um die Sensitivierung / Überempfindlichkeit / (medizinisch unkorrekt, aber bildhaft hilfreich: Entzündung / Wundsein, Empfindsam-Sein, Sensibel-Sein) des Nervensystems entwickeln.

Hilfreiches in einer Panikattacke:

Möchte ich zulassen? Möchte ich versuchen zu akzeptieren, die Welle durchfließen zu lassen?

Oder möchte ich im Moment alles tun, um sie runterzuhalten? Traue ich sie mir im Moment nicht zu, möchte ich einen Rest Kontrolle darüber behalten und die Symptome möglichst lindern?

Tipps für Leute, die die Welle klein halten möchten:

- Bauchatmung. Bauch beim Einatmen raus, beim Ausatmen rein (Es sei denn, dies verschlechtert die Empfindung, z.B. weil der Bauch extrem verspannter ist als die Rippenseite). Singen, zählen oder sprechen, um Hyperventilieren zu vermeiden.

- Ablenken (z.B. durch Gespräche), Handlungen

- Äußere Reize lindern (in einen ruhigeren Raum, in einen Raum mit weniger Lichtstärke, mit weniger Lautstärke, Körperhaltung verändern, z.B Aufstehen oder Hinsetzen je nachdem was hilft, entweder Bewegung oder sich Hinlegen, man wird selbst spüren, was am besten ist

- Innere Reize lindern: Ansprüche in diesem Moment runterschrauben, sich erlauben, schlechter zu leisten was immer ich grad tu, evtl. sich eine Pause nehmen, sich zurückziehen

- so wenig wie möglich ankämpfen, so wenig wie möglich auf sich, die Welt und den Körper schimpfen. Mitgefühl mit sich selbst haben: Ich habe eine schwere Erfahrung.

- Aufmerksamkeit aus dem Körper heraus auf äußere Dinge legen, den Boden spüren, die Umgebung anschauen etc.

- nach Möglichkeit den eigenen Kontrollimpulsen nicht nachgeben (keinen Puls messen, keinen Blutdruck messen, nicht Googeln etc.)


Tipps zu speziellen Symptomen:

- Bei Schwindel: Sich kurz auf ein Bein stellen und sich damit beweisen, dass man kein Gleichgewichtsproblem hat (Schwanken ist erlaubt auf einem Bein). Sich bewegen, wenn der Schwindel dadurch besser wird. Augen auf einen Punkt fixieren. Die Beine nicht durchgedrückt halten. Mit den Fußsohlen den Boden erspüren. Kontakt zum Boden aufnehmen. Die Augenbewegungen nicht mehr in Sakkaden führen, das heißt, nicht mehr Lesen oder in einem Supermarkt die Reihen in Regalen visuell abscannen

- bei Herzrasen: moderat bewegen, hin und hergehen. Beim Stehenbleiben spürt man es intensiver - Hitzewallungen und aufsteigende Unruhe aus dem Bauch: Hand wenn es angenehm ist auf die Stelle im Körper legen, die darum bittet. Die Welle durchlassen. Nicht dagegen ankämpfen

- bei Fremdheitsgefühl / unwirklich-Sein / Depersonalisation: Auf andere Menschen konzentrieren, Dinge angucken, den Körper bewegen, Sinnesreize fokussieren (Riechen, die Haut berühren, streicheln)

- bei Derealisation (Fremdheitsgefühl der Umgebung, anderer Menschen): nichts erzwingen, auf den eigenen Körper spüren

- bei Übelkeit und Brechreiz: Das Zwerchfell entspannen. Den Bauch loslassen. Ihm Platz lassen

- bei Herzstolperern: Die Lage des Körpers ändern, dem Bauch Platz lassen (Luft im Bauch), Magnesium nehmen, Bauchatmung üben, nicht bücken, gucken, ob es in der akuten Situation gut ist, den linken Arm und die linke Schulter eher ruhen zu lassen, statt sie zu belasten, um ihnen bei der Entspannung zu helfen. Ausatem einladen, etwas länger zu werden. Noch ein bißchen was "dranzuhängen", was eigentlich im Brustkorb bleiben wollte wegen der Verspannung (längerer Ausatem verstärkt den Entspannungsnerv)

- Handfläche auf die Stelle im Körper legen, die dir Angst macht, die andere Hand auf die Leiste legen (falls Situation es erlaubt). Hand liegenlassen, wenn hilfreich, dort hineinatmen und beim Ausatmen loslassen. Wärme entstehen lassen. - nicht googlen. Falls du es doch tust: Nicht einfach das Symptom eingeben, sondern das Symptom und "Angst" oder "Panikattacke" oder "Stress" - versuchen, die Gedanken nicht zu bekämpfen, aber ihnen auch nicht zu folgen.

03.07.2014 09:58 • x 7 #137

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Hasengöttin
sehr guter text...finde ich super
LG hasengöttin

03.07.2014 11:13 • #138


danke für die vielen infos über panikattacken.
mir hilft es sehr. viele symptome kommen mir bekannt vor, die ich auch in letzter zeit desöfteren habe. fühle mich gesund aber, verschiedene symptome machen wir dann auch wieder angst das ich in panik verfalle und an nicts anderes mehr denken kann.
lg

09.07.2014 07:16 • x 1 #139


Vielen Dank für die guten Informationen. Ich leider auch unter Somatisierungstörung und der damit verbundenen Angst, doch eine andere Krankheit zu haben.
Die Seite hat mir jetzt schon gut geholfen zu sehen dass ich nicht alleine bin. Schade das ihr nich in meinem realen Leben existiert. Denn es tut so gut zu hören dass andere auch Symptome wie kribbeln oder muskelzucken haben.


Wir soll ja eine Selbsthilfegruppe sein. Wie funktioniert das?
Ich würde mich da gerne aktiv beteiligen mit Beiträgen wieder ins Leben zu kommen.

29.07.2014 09:46 • #140



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