Zitat von Icefalki:Ich hatte sehr, sehr lange ein Autoritätsproblem,
Das kenne ich auch gut. Ich gerate schon in Wallung, wenn ich auch nur ansatzweise das Gefühl habe, ungerecht behandelt zu werden.
Ich hatte 3 Väter (

überlebt!). Der Erste war Alk., der Zweite ein notorischer Fremdgänger und der letzte jähzornig und hatte sich selbst nicht in Griff und mir ständig mit Schlägen gedroht und sofort zum Schlagen ausgeholt, bei jedem Ansatz von mir, mich zu wehren, wenn ich eine unsinnige Anweisung - die vorher okay war - jetzt plötzlich nicht mehr okay ist. Meine Mutter hat mich zwar davor beschützt, aber dummerweise die Drohungen übernommen, und bis zu meinem 43. Lebensjahr mir noch gedroht, wie man nichtmal einem Kleinkind heute mehr drohen sollte. Geblieben ist eine Überanpassung an die Erwartung Anderer, daß es zum Kotzen ist. Angst vor Konsequenzen. Bindungsunfähigkeit in Partnerschaften. Bei der letzten Partnerschaft, die ich trotz Angst eingegangen bin, hab ich erstmal Endometriose und als Zugabe noch Hashimoto entwickelt. Mein Ex-Partner hat mir erstmal beigebracht, daß ich Wünsche haben darf und auch Rechte habe.
Zusätzlich bezeichne ich mich noch als behindert, was die Soziale Kompetenz betrifft. Entweder ich grenze mich zu stark ab, oder überhaupt nicht, was immer wieder zu Problemen im zwischenmenschlichen Bereich führt. So geht es mir also oft am Besten, wenn ich meine Ruhe habe, obwohl ich im Grunde eigentlich ein geselliger Mensch her vom Tpy bin. Gottseidank fällt es mir aber auch nicht schwer, mich allein zu beschäftigen.
Das größte Problem war allerdings das Trauma, was sich durch den Typen meiner Mutter entwickelt hatte. Da ich Epileptikerin bin und trotz Gehirnoperation und Tabletten nicht anfallsfrei bin, haben sich meine Anfälle teils mit meinem Trauma verbunden. Das heißt, bei jedem Versuch, Anderen zu sagen, was mich stört - wenn Nachbarn zu laut sind nachts oder so - hab ich erstmal innerlich Streß im Quadrat bekommen und wenn ich dann vor Denen stand, kam es zu dem Gefühl, daß gleich ein Anfall kommt, was ich als "Ohnmacht" also "Totstellen" beurteile. Früher bin ich geflohen, jetzt will ich nicht mehr fliehen, habe aber keine anderen Worte parat - also bin ich hilfos - und stell mich durch einen Anfall tot. So werte ich das. Ein Psychologe, von dem ich bald wieder weg bin, hat das als "Beachtung bekommen" gewertet. Hallo?! Für Epileptiker gibt es nichts Schlimmeres und Peinlicheres, als in der Öffentlichkeit einen Anfall zu bekommen, noch dazu im Treppenhaus eines Hauses, wo die Gefahr besteht, sich im Anfall durch Sturz schwer zu verletzen.
So nach und nach habe ich durch meinen Exfreund gelernt, zu wiedersprechen, so wie man es früher mal im Alter von 6 Jahren gemacht hat, bei seinen Eltern. Weswegen ich mich auch manchmal so fühle, als müßte ich alles von vorne lernen. Die Hilflosigkeit bei der Abgrenzung wird etwas besser. Durch die Masken wegen Corona geht es noch etwas einfacher.
Ich habe schon mit 40 Jahren gesagt, daß Betroffene - wenn überhaupt - mit 50 oder 60 Jahren soweit sind, wie 18jährige, die eine gesunde Kindheit gehabt haben. Mir kommt das dann oft wie rausgeschmissenes Leben vor. Und was mich besonders ärgert ist, daß Eltern das heute immernoch mit ihren Kindern machen können. Es macht mich fassungslos! Zuschlagen, Anschreien, daß es das ganze Haus mitkriegt. So Eine habe ich über mir und ich weiß, daß die gerade dabei ist, ihr 2jähriges Kind, zu traumatisieren. Ich fordere einen Elternschein für werdende Eltern, wie man Kinder ohne Schreien und Schläge erzieht.
Zum Thema "rausgeschmissenes Leben", ich wünschte mir, die Natur hätte das so eingerichtet, daß traumatisierte Kinder später weniger oder keine Kinder bekommen. Das wäre ja nur zu konsequent, dann sähe die Menschheit die Folgen ihres Verhaltens und müßte ihr Verhalten ändern, wenn die Menschheit durch Fehlverhalten der Eltern aussterben würde.
LG
Monolog