Alphacentauri
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Doch in meiner Familie galt das alles als „obszön“ und „verpönt“. Ich hatte keinen Vater, und meine Mutter bestand auf einer elitären Erziehung: Geige spielen, ins Museum gehen, brav und ruhig sein. Stattdessen wurde mir von klein auf eingetrichtert, dass „Junge sein“ etwas Schlechtes ist.
Am schlimmsten war, dass ich es mich nie getraut hätte, zu sagen, was ich wirklich wollte. Ein Schwitzkasten? Ein spielerisches Kräftemessen? Ein blauer Fleck nach einem ausgelassenen Raufen? Das war für mich undenkbar – so sehr hatte ich Scham vor diesen Dingen, die mir eigentlich Freude gemacht hätten.
Jetzt, als Erwachsener, merke ich, wie sehr das mein Leben geprägt hat. People-Pleasing, mich ständig zu verbiegen, nicht zu wissen, was ich will – all das hat seine Wurzeln darin, dass ich nie einfach ich selbst sein durfte. Erst jetzt entdecke ich, wie sehr mir das spielerische Raufen fehlt – weil es mir ein Gefühl von Freiheit und Verbindung gegeben hätte.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wurden eure Bedürfnisse als Kind unterdrückt?
Wie seid ihr mit der Scham umgegangen?
Kennt ihr auch das Gefühl, dass ihr einfach mal raufen, toben oder jemanden spielerisch in den Schwitzkastennehmen wolltet?
Ich würde mich freuen, eure Gedanken und Erlebnisse zu hören. Es hilft zu wissen, dass man nicht allein ist.
• • 20.12.2024 x 1 #1
