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@Muschelsucherin Hallo, also ich bin konstant bei 0.5mg Tavor und bei 150mg Venlafaxin. Eingeschlichen wurde damals mit 75mg und dann Schritt für Schritt erhöht. Ich arbeite Teilzeit im Familienbüro (Restauration) somit ist der Arbeitsweg für mich auch ohne Auto möglich. Wenn ich zum Einkaufen muß was etwas weiter weg ist meist Samstag nehme ich dann früh mein Venla und die Tavor wenn ich wieder daheim bin. Weil mein Führerschein mir auch wichtig ist. Aber wenn lange Fahrten anstehen wie Ausflüge oder Urlaub dann fährt der Freund. Ansonsten wie gesagt bin ich klar im Kopf und könnte durchaus auch mit der 0.5mg Tavor fahren. Mit dem Fahrrad komme ich ja auch klar. Unter Antidepressiva direkt fahren mit Sicherheit viele Menschen Auto und ich vermute unter Beruhigungsmittel auch. Nur ich möchte nicht meinen Führerschein verlieren. Ich habe keine Dosiserhöhung von Tavor gebraucht trotz langer Einnahme kann ich noch 1 und 1 zusammmenzählen Wollte noch anmerken das Paracetamol Einnahme im Körper mehr Schaden anrichtet als Lorazepam. Und wer regelmäßig Kopfschmerzen hat haut sich ja auch Paracetamol rein, damit der Schmerz aufhört. Wenn das quasi regelmäßig passiert ist derjenige ja quasi auch abhängig. Nur bei Kopfschmerzen wird ja sogar beworben ne Tablette zu nehmen. Da sagt auch niemand so du darfst jetzt keine Paracetamol einnehmen um einfach vor den Schmerzen zu flüchten und mußt deshalb jetzt dich mit deinen Schmerzen rumplagen und die ertragen. Das wird aber oft bei Panikern gesagt, dass man es sich nicht so einfach machen soll, sondern die Panik halt ertragen. Wenn es aber unerträglich wird, wie bei mir damals habe ich eben gesagt ich habe genug gelitten. Nächtelang mit Angstkrämpfen, war ja nicht mehr in der Lage zu duschen. Konnte nichts mehr essen, da ich ständige Angst hatte dass ich mich verschlucke und ersticke. So habe ich dann mit meiner Ärztin nach der Therapie geredet und sie hat kein Problem mit 0.5mg Lorazepam täglich und ich auch nicht. Weil wirklich sich niemand vorstellen kann was viele Patienten so durchmachen. Deshalb denken viele ach die Paniker machen es sich so einfach und nehmen einfach mal so ne Tablette oder Antidepressiva. Derweil wünsche ich sowas nicht meinem schlimmsten FeindLG Jule

Die Panikattacken sind ja nun auch bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Wie gesagt bei mir waren es ja schon richtige Krämpfe. Manchmal könnte ich auch garnicht mehr schlucken. Also völlig außer Gefecht gesetzt. Alleine einkaufen ging ohne Begleitperson überhaupt nicht. Von früh bis spät Dauerpanik. Das kennen sicher viele Menschen hier im Forum. Irgendwann habe ich dann auch abgewägt, was eigentlich gesünder ist. Jeden Tag zu Hause mit Panik Krämpfen und fast jede Nacht den Rettungswagen gerufen. Angst vorm Schlafen gehen, Angst vorm Tag. Verlust des Lebensmutes. Unter schwierigsten Bedingungen den Müll rausbringen. So wollte ich nicht leben, weil das ist kein Leben. Bei mir hat trotz Therapien nichts geholfen. Wenn die Panik kam dann war sie da und so krass, dass ich überhaupt froh war wenn ich noch meinen Namen wusste. Da haben einfach die ganzen Skills von der Sill Gruppe wo ich war nichts gebracht. Da konnte ich eben mich nicht beruhigen und einfach mal so ein Baum umarmen oder mit Gummiringen am Handgelenk schnipsen um mich abzulenken. Es war nicht aus haltbar und somit wie gesagt habe ich abgewogen für mich was gesünder ist. In der Panikschleife endlos zu Hause gefangen zu sein und warten, bis jemand mal mit mir Gassi geht oder ob es nicht gesünder ist selbständig raus zu gehen, die Sonne genießen zu können und in den Wald zu gehen oder Sport zu treiben oder auch mal ganz normal essen gehen zu können, Kino usw. Das hat mir die Tavor wiedergebracht. Es war wesentlich und ist immernoch gesünder für meine Psyche all das erleben zu können, als in einem endlosen Panik Krampf nur zu Hause zu sitzen dann zwar ohne Tavor aber halt kein Leben. Da nehme ich lieber die 0.5mg Tavor in Kauf und kann leben. Ich war in Psychiatrie, zig Therapien habe jedes Hilfsangebot angenommen, aber irgendwann die Schnauze so voll, bis ich mir echt sagte meine Güte die 0.5mg Tavor bringen mich nicht um und ich kann wenigstens wieder normal durchs Leben gehen. LG Jule

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Tavor als Bedarf

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Danke, liebe Jule52 für deine ausführliche Antwort.
Sehr gut, dass du mit der Medikation schon so lange zurecht kommst und es dir gut geht.
Mir geht es wie dir, weder Klinikaufenthalte noch Psychotherapie waren mit Erfolg gekrönt, daher bin ich auf der Suche nach geeigneten Medikamenten. Tavor hatte ich schon vor vielen Jahren, dann ging es mir ewig lange gut und vor 4 Jahren haben Depression und Angstzustände erbärmlich zugeschlagen, und es wird einfach nicht besser. Ich habe schon einige Medis wieder abgesetzt (Escitalopram und Venlafaxin) wegen Nebenwirkungen. Ich verteufle Tavor nicht, bin aber wegen dem Autofahren (muss jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit) vorsichtig.
LG und bleib weiterhin gesund!
Die Muschelsucherin

@Muschelsucherin Ich könnte dir noch vorschlagen evt.mal Neurodoron auszuprobieren. Ich habe das auch zu Hause. Das sind so kleine Schmelztabletten bei Unruhe usw. Also bei einer Freundin von mir schlägt das echt gut an. Hat keinerlei NW.
Ist von Weledea und in Kombination mit Entspannungs Musik sicher nicht verkehrt. LG Jule

@Jule: lieben Dank, schaue ich mir gleich an!





Dr. med. Andreas Schöpf
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