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Ja, das kannst du gerne tun.
Dazu habe ich noch eine Geschichte beizutragen.
Denn meine Leidensgeschichte begann mit einem extrem erschreckenden
Erlebnis.
Meine Angststörung trat nach der Entbindung meines Sohnes auf.
Am Tag nach der Geburt wurde mir nach dem Aufstehen furchtbar schwindlig. Das war, wie wenn ein Fass übergelaufen wäre und ich hatte von nun an Angst das Zimmer zu verlassen. Dies ist auch den Schwestern und Ärzten aufgefallen. Immer lies ich mir mein Kind bringen und konnte nicht mehr das Zimmer verlassen.
Bei der Kontrolluntersuchung fragten dann die Ärzte nur, warum ich nicht zur Rückbildungsgymnastik gehe. Ich sagt ich habe Angst das Zimmer zu verlassen. Und was kam dann als Antwort? - Ach, so !
Das wars. Sie nahmen keine Notiz davon. Am Tag meiner Entlassung
verließ ich Schweißgebadet das Haus. Noch auf der Heimfahrt bekam ich eine Panikattacke (was ich damals natürlich noch nicht als solche deuten konnte und nur die Symptome als bedrohlich empfand) und mein Mann mußte mich ins nächstgelegene Krankenhaus fahren.
Dort konnte man natürlich nichts körperliches feststellen.
Man brachte mich in ein Einzelzimmer zusammen mit meinem Neugeborenen. Und jetzt hatte ich Panik. Konnte nicht aufstehen. Telefon wurde mir nicht angemeldet. Ich klingelte 1 Std. und niemand kam.
Mein Sohn schrie und ich konnte ihm nichts zu trinken geben, da ich nicht stillen konnte. Ich klingelte und endlich kam jemand, aber nur um mich anzuschreien ich solle gefälligst stillen und die Milch abpumpen.
Ich bat darum meine Mutter anzurufen, damit sie sich um den Kleinen kümmern konnte. Aber nein, sie wollten nicht.
Ich habe angefangen zu schreien und gedroht durchzudrehen und meine Mutter wurde angerufen und holte meinen Sohn.
Am nächsten Tag holte mich mein Mann ab und brachte mich nach Hause.
Wir mußten bald wieder den Krankenwagen holen, der nahm mich aber nicht mit. Keiner sagte mir was ich habe oder besser gesagt keiner wußte was ich habe. Doch gott sei dank gab es dann doch noch einen Arzt der mich weiterüberwies. An einen sehr bekannten Neurologe aus München.
Jeder kennt diese Arzt und sogar Ärzte gehen zu ihm. Er ist so etwas wie der Spezialist der Spezialisten ( Gerne teile ich ihnen auch den Namen in einer Privaten Nachricht mit).
Ich ging zu Ihm und er diagnostizierte Wochenbettdepression.
Heute weis ich, das meine Symptome alles andere als die einer Wochenbettdepression waren ! Er gab mir ein Antidepressiva das völlig ungeeignet war und meine Angst noch verstärkte. Aber er war sich sicher- es ist eine Wochenbettdepression. Statt Beruhigungsmittel gab er mir Schlaftabletten obwohl ich bestens schlafen konnte.
Als die Medis nicht anschlugen wollte er mit Infusionen des selben Präparats weitermachen. Da ging es mit mir durch und ich entschloß mich in eine Krisenintervention zu gehen. Da wurde bereits am !! 1. TAG !! die richtige Diagnose gestellt - und richtig behandelt. Und da muß man sagen sind Medikamente sinnvoll und notwendig.
Sie sollten die Medis nicht unterschätzen aber auch nicht überbewerten.
In einer Krise sind auf jeden Fall Medis angesagt.
Aber dann auch die Therapie.
Erschreckend wie leichtfertig der Arzt in meinem Fall mit mir und den Medis umgegangen ist.
Ich hoffe, diese Info kann ihnen auch weiterhelfen.
Viel Glück