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Hallo, ich hab seit 25 Jahren mit chronischen Depressionen und mehr oder weniger starker Ausprägung der Symptome einer kPTBS zu tun, nehme seit 20 Jahren Escitalopram meistens kombiniert mit irgendwas (längstens Trazodon zur Nacht) und befinde mich seit 10 Monaten mal wieder in einer schweren Episode der Depression, hab 8 Monate Esketaminbehandlung hinter mir ohne nachhaltigen Erfolg (es ging mir nach jeder Sitzung 3-4 Tage besser und dann war es wieder wie vorher) und weiß jetzt nicht weiter. Ich soll schon lange lange lange wieder vollstationär gehen, kann ich eigentlich nicht wegen alleinerziehend mit Kindern, aber es geht nicht mehr so weiter und ich stehe kurz vor einem Klinikaufenthalt in der Psychiatrie (wird gerade geplant, auch die Unterbringung der Kinder in der Zeit).
Ich wollte die ganze Zeit nicht vom Escitalopram runter, weil es das erste nach 15 verschiedenen Antidepressiva war, das wirklich und sofort gut geholfen und "wieder zur inneren Mitte" hat, aber ich merke schon seit 10,15 Jahren, dass es manchmal nicht ausreicht und in den letzten Jahren immer mehr. Hab aber so Angst davon wegzugehen und "mich" wieder zu verlieren und die Alternative soll für mich laut Ärzten Duloxetin sein.
Was sind eure Erfahrungen, was hilft euch mit kPTBS am besten?
• • 16.06.2026#1
7 Antworten ↓
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Aev Mitglied
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Ich hab keine "klassischen" Depressionen, ich hab zB. keine Morgen-, sondern Abendtiefs und ich hatte jeher auch keine Antriebsprobleme (sondern agitierte Depressionen) und Schlafstörungen in gesamter Bandbreite: Einschlafstörungen + Durchschlafstörungen + Früherwachen + Albträume (durch Trazodon etwas beruhigt und komme auf immerhin bis zu 5h Schlaf/Nacht)
Seit ca. 2 Jahren ist der Antrieb mMn. gehemmt, weil ich eigentlich und seit vielen Jahren zu viel mache/bewältige/nur noch funktioniere für meine Kinder und nicht mehr nur auf dem Zahnfleisch gehe, sondern auf dem Kieferknochen
Starke Erschöpfung und Grübelneigung und Hyperemotionalität sind mMn einfach "nur" das Problem
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KPTBS / Medikamente
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Chifinchen Mitglied
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Hallo, ich habe viele Medis ausprobiert, aber erst Venlafaxin morgens und Amineurin abends haben mir geholfen. Ich weiß, dass es sehr schwer ist Venlafaxin abzusetzen, trotzdem bin ich froh es zu haben. Ich leide aufgrund meiner kPTBS stark unter Depressionen und Ängsten und besonders das Venlafaxin wirkt bei mir sehr gut dagegen. Kann dadurch auch besser mit meinen Flashbacks umgehen. Als Bedarfsmedikament habe ich Pipamperon.
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#3
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Pauline333 Mitglied
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Zitat von Aev:
weil ich eigentlich und seit vielen Jahren zu viel mache/bewältige/nur noch funktioniere für meine Kinder und nicht mehr nur auf dem Zahnfleisch gehe, sondern auf dem Kieferknochen
Es tut mir sehr leid, dass du schon dein halbes Leben mit Depression und kPTBS kämpfst.
Aber dann bist du sicher sehr therapieerfahren, nicht wahr? Ich frage deshalb, weil der oben zitierte Satz dafür spricht, dass du entweder noch nicht verinnerlicht hast, wie wichtig es ist, gut zu sich zu sein, sich möglichst in den Mittelpunkt seines Lebens zu stellen oder dass du noch keinen "Anpack" für diese essentielle Stellschraube gefunden hast.
Nicht Erschöpfung und Hyperemotionalität sind die Ursache, sondern Symptom. Dein oder eines deiner Probleme ist das oben zitierte.
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#4
Sonja77 Mitglied
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Hallo und einen guten Abend
Bei einer kPTBS ist es etwas komplizierter und anders als bei einer „einfachen“Angststörung Ja 👍 klar Ängste kann man immer irgendwie betäuben,meistens jedenfalls Aber bei einer kPTBS geht es darum die Traumata aufzuarbeiten und dann loszulassen so das sie nicht mehr belasten,nicht mehr triggern,nicht retraumatisieren können….
Wenn du Therapie machst,was für eine Therapieform verfolgst du denn?und seit wie lange?
Da es sich bei dir ja um eine kPTBS handelt sollte man das durch gezielte Therapie und Skills so wie anderen Techniken angehen und weniger mit Medis außer zur Überbrückung
Ich spreche aus Erfahrung also ist meines nur meine persönliche Erfahrung die ich im laufe der Jahre gemacht hab
Ich wünsche dir alles Gute 🍀
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#5
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Aev Mitglied
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DANKE an alle, die geschrieben haben!
Ich hab 12y Dauertherapie in verschiedensten Settings (ambulant: 75h Verhaltenstherapie, 150h tiefenpsychologisch/psychodynamisch mit Traumaelementen; teilstationär: Tagesklinik DBT, Wohngruppe 2 Jahre; stationär: xx Krisenintervention in Psychiatrien, 4x Psychosomatik, 2x Reha, 1x Traumaklinik), die letzte vor 10y erfolgreich beendet (Essstörungen überwunden), dann neuer Lebensabschnitt (Kinder bekommen, 6 Jahre toxische Beziehung zum Kindsvater ausgehalten) und darunter wieder emotional runtergewirtschaftet, 4 Jahre für die emotionale + räumliche Trennung gebraucht und jetzt hab ich eigentlich seit 2y den Absprung geschafft und bin mit den Kindern weg und es sollte mir gut gehen, stattdessen... :-/
Ich hab einfach nichts geschafft im Leben außer zu überleben und mich nicht mehr runterzuhungern oder zu kotzen oder selbstzuverletzen. Ich konnte nie dauerhaft >6h arbeiten, hab Studium + Ausbildung abbrechen müssen (zu viele Fehlzeiten) und oft reichte die Kraft nur gerade so, um den Alltag mit Kindern und alle Verpflichtungen zu erfüllen, und das halt auch immer weniger... die Kinder sind älter geworden und bekommen (noch) mehr mit.
Ich fühle mich seit jeher so, dass ich nicht in diese Welt passe und immer nur hinterherlaufe und nie ankomme, immer nur versuche mich vergeblich anzupassen und nicht aufzufallen, um mich nicht angreifbar zu machen. Ich konfrontiere mich immer wieder mit meinen Triggern, gehe mit den Kindern schwimmen, versuche Probleme/Konflikte/Unstimmigkeiten proaktiv zu klären, versuche meinen Kindern in dieser Welt beizustehen und Probleme anders anzugehen als ich es bei meinen Eltern gelernt habe und ihnen Wertschätzung zu vermitteln und sie zu ermuntern, für ihre Gefühle und ihre Rechte einzustehen, nach außen gelingt das meistens noch mit letzter Kraft trotz allem, aber nach innen macht es das schwarze Loch nur größer, weil ich mich immerzu frage, wozu denn noch, die Welt war schon vor 20-25 Jahren kaum erträglich für mich und ist es immer noch und dazu noch viel viel viel schlimmer geworden. Ich komm nicht mehr hinterher und ich habe eh keine Kraft und inzwischen auch keine Lust mehr hinterherzulaufen/auszuweichen/zu verdrängen und trotzdem immer weiterzumachen.
Leider, wirklich leider finde ich inzwischen, neige ich nicht zum Betäuben, hasse Alk. und hab noch nie Dro. genommen, viel zu viel Angst vor Kontrollverlust.
Dass ich nie abschalten kann, dauerhaft zu wenig schlafe (max. 5h, meistens eher 3-4h; Medikamente helfen nicht!), dass Zwangsgedanken (S*Gedanken) immer wieder kommen, bringt mich phasenweise an den Rand der (inneren) Verzweiflung... und dabei nach außen lächeln, solange es geht!
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#6
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Aev Mitglied
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In ambulanter Therapie bin ich wieder seit 7 Monaten (tiefenpsychologisch) und ein stationärer Aufenthalt in der Psychosomatik (Traumastation) ist geplant, aber da sind noch einige Monate Wartezeit.
Ich kann die Welt nicht ändern (und ich bin abhängig von dieser Welt!), ich wäre gerne anders (robuster, roher) und ich schaffe es nicht (dauerhaft), wenigstens so zu tun oder mir einen stabilen Panzer zuzulegen.
Dass ich Kinder habe, macht es nicht einfacher, sondern viel dramatischer. Ich will ihnen ein Vorbild sein und schaffe es nicht.
Genau vor 20 Jahren war ich auch an diesem Tiefpunkt. Es ist einfach nur frustrierend.