Hallo in die Runde,
ich bin gerade auch dabei das AD Escitalopram einzuschleichen bzw. hochzudosieren. Generell nehme ich schon seit 8 Jahren Escitalopram. Als Maximum waren es bisher die 15 mg. Vor 8 Jahren habe ich im Studium gedacht mit mega Notendurchschnitt und wie im Bilderbuch durch die Ziellinie rasen zu wollen.
Die Quittung war eine handfeste Depression begleitet von starken Angsgesfühlen. Habe dann eine Verhaltenstherpie gemacht und wie gesagt mit dem Medikament begonnen. Diese Kombination hat mich wirklich sehr weit gebracht. Das Studium habe ich mit einem guten Schnitt und in meinem Tempo beendet.
Was folgt auf das Studium? Natürlich die Arbeitswelt. Seit 6 Jahren bin ich nun im gleichen Büro und habe meine Arbeit sehr gern gemacht, da sie abwechslungsreich ist und ich sehr liebe Kolleginnen habe.
Leider kam der Ausnahmezustand Corona in Verbindung mit Personalmangel. Ergo, ich konnte ab einen gewissen Punkt nicht mal mehr am Wochenende abschalten und sah immer nur den nicht zu bewältigenden Haufen an arbeit vor mir. Durch eine Weiterbildung wurde ich dann auch seitens der Geschäftsführung in eine verantwortungsvolle Position gehoben, die ich eigentlich nie angestrebt hab.
Nach jetzt zwei Jahren hat der Körper bzw. die Psyche die Notbremse gezogen. Es begann vor 1,5 Monaten mit einer einzelnen Panikattacke nachts. Noch dachte ich, der Stress ist gerade Verursacher gewesen und in den nächsten Tagen geht das schon. Allerdings haben meine dato 5 mg Escitalopram nicht wirklich viel abfedern können.
Die innerliche Unruhe, Herzrasen und ständig mangelnde Konzentration haben mich dann zur Krankschreibung bewegt. Das ist nun 4 Wochen her. Seitdem wurde Escitalopram erst auf 10 mg und jetzt auf 15 mg erhöht, da das damals die Dosis war, bei der es mir allmählich besser ging.
Also zur eigentlichen Frage

Geht es euch nach der Hochdosierung denn auch so, dass ihr immerzu sehr unruhig seid? Ich bin jetzt bei Tag 11 mit 15 mg und ja das ist noch sehr früh. Allerdings kann ich mich nicht mehr richtig erinnern, wie das damals bei mir war, weil es schon so lang her ist. Momentan bin ich ständig unruhig (besonders morgens), Arme und Beine kribbeln oft mal vor sich hin und die Gedanken kreiseln den lieben langen Tag.
Klar kommt die Unruhe und öfter auch Angst nicht nur durch die Serotoninumstellung im Kopf. Viele weitere Dinge schweben mir durch die Gedanken. Wie soll alles weitergehen? Wie bringe ich die Kündigung über die Bühne? Hält meine wunderbare Beziehung all das aus?
Im Moment bin ich einfach nur überfragt und irgendwie verzweifelt. Meine Therapeutin ist gerade in ihrem wohlverdienten Urlaub. Wahrscheinlich habe ich mich deswegen mal getraut, hier etwas zu schreiben.
Vielen Dank für euren Input und sorry wegen des langen Textes.