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Hallo,

der ein oder andere weiß ja vielleicht schon aus "meinem" Thread, dass ich ein Antidepressivum gegen meine Hypochondrie und Zwangsgedangen genommen habe, nämlich Clomipramin (50mg täglich). Da es mir aber eines Tages so gut ging, und die Symptome von Hypochondrie (ständiges Begutachten und nachforschen des Körpers inkl. Angst) und den Zwangsgedanken (alles rund um das Thema Selbstmord) wie weggefegt waren, habe ich das Medikament eingenhändig abgesetzt. Das dies ein RIESENFehler war, weiß ich mittlerweile auch, denn ich bin wieder rückfällig geworden. Und da habe ich das Medikament einfach weiter mit der normalen mir empfohlenen Dosis (50mg) eingenommen.

Das Problem ist nun, dass das Medikament nicht mehr so wirken will. Ich hab es im November das erste Mal wieder genommen, und trotzdem waren die Nebenwirkungen noch mindestens zwei Monate danach da, und es trat keine Besserung mehr ein. Das war beim ersten Mal nicht so!

Hat jemand vielleicht dieselbe Erfahrung gemacht? Vielleicht auch mit einem anderen Medikament? Kann es vielleicht sein, dass ich es beim Wiedereinnehmen erstmal Einschleichen hätte müssen wie beim ersten Mal, und das mein Körper somit mit der vollen Dosis gleich überfordert war? Kann es sogar sein, dass das Medikament nun gar nicht mehr wirkt, und ich sogar umsteigen muss? Das wäre nämlich sehr bitter, denn von allen Nebenwirkungen war das, wovor ich am meisten Angst hatte (Gewichtszunahme) nicht eingetreten, im Gegenteil, ich nahm sogar ab.

Ich frage deshalb, weil ich morgen einen Termin bei meiner Psychiaterin habe, und nicht weiß, wie ich sie konfrontieren soll. Nochmal neu anfangen oder gleich um ein neues Medikament bitten? Weil Clompiramin war für mich sozusagen das Wunderheilmittel gegen all die quälenden Symptome.

Gruß

24.02.2014 14:42 • 25.02.2014 #1


5 Antworten ↓


Hallo,

Clomipramin wird beim Ansetzen eingeschlichen und beim Absetzen ausgeschlichen, wie man es bei jedem trizyklischen Antidepressivum macht. Wenn die Tabletten bei Dir hervorragend gewirkt haben, werden Sie auch wieder wirken. Ich vermute, dass die Nebenwirkungen, die durch das Ansetzen in zu hoher Dosis auftreten, die Wirkung kaschieren. Sobald die Nebenwirkungen weg sind, wirst Du die Wirkung spüren. Dass die Nebenwirkungen solange anhalten, ist vermutlich mit der Dosis, die Du spontan angesetzt hast, zu erklären.

Ich würde durchhalten (nun Dosis beibehalten) und darauf warten, dass die Nebenwirkungen nachlassen, was garantiert passieren wird.

LG

24.02.2014 16:45 • x 1 #2



Clompiramin abgesetzt - brauche Rat/Erfahrungsaustausch

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Danke für deine Antwort, Markus!

Heißt also, dass die Länge der Nebenwirkungen dadurch zu erklären ist, dass die Dosis höher ist, als beim Einschleichen? Das ergibt irgendwie auch Sinn, wenn ich recht drüber nachdenke. Der Körper muss mehr verarbeiten bzw. sich an mehr gewöhnen, und brauch dafür also auch mehr Zeit. Ich werde meine Psychaterin darauf morgen mal ansprechen.

Ich hatte vorher übrigens sogenannte SSRI, die genau das Gegenteil bewirkt hatten als das, was ich unter Nebenwirkungen noch als ertragbar ansehe. Ich war eigentlich IMMER müde, hab rund 20 Kilo zugenommen und hatte massive Alpträume mit schweißgebadeten Erwachen. Das mit den Alpträumen ist irgendwann weggegangen, das andere leider nicht.

Bei Clomipramin waren nicht nur meine Angst- und Zwangsgedanken weg, sondern war ich auch unternehmenslustiger, und die Nebenwirkungen war ertragbar. Ich hoffe, dass es wieder so wirkt wie vorher. Wie lange würdest du denn an deiner Stelle durchhalten, Markus? Ich habe es vielleicht etwas über 2 Monate durchgehalten, dann war es mir schon zuviel. Wenn ich allerdings weiß, dass es zu Erfolg führen kann, werde ich das natürlich auch noch verlängern können. Das kann ich mit mir schon irgendwie vereinbare.

Gruß

24.02.2014 17:35 • #3


Hallo,

ich wurde in einem stationären Aufenthalt recht schnell auf 150 mg Clomipramin eingestellt. Nebenwirkungen hatte ich drei Monate. Übrigens habe ich 20 kg zugenommen, hatte Herzrasen, Schweißausbrüche, extreme Unruhe, Angst- und Panikzustände, einfach Horror. Nach Abklingen der Nebenwirkungen helfen die Tabletten aber wirklich gut.

Im ambulanten Rahmen setze ich die Tabletten wesentlich vorsichtiger an (5 mg-Schritte), dann sind die Nebenwirkungen sehr niedrig. Ich setze sie auch ebenso vorsichtig ab. Ich würde an Deiner Stelle noch 4 Wochen druchhalten aber besprich´ das ruhig mit Deinem Psychiater. Er ist der Fachmann.

Ich kann mir keine plausible Ursache vorstellen, warum die Tabletten bei Dir dieses mal nicht wirken sollen. Ich nehme sie seit 20 Jahren, mit mehrjährigen Pausen dazwischen. Geholfen haben sie jedesmal, auch wenn ich aufgrund der anfänglichen Nebenwirkungen jedes Mal schwöre, diese Tabletten nie wieder zu nehmen.

LG

24.02.2014 22:20 • x 1 #4


Hallo Markus,

war bei meiner Psychiaterin, und sie bestätigt das was du sagtest, nämlich, dass das Medikament seine Wirkung beibehält, egal, wie oft man es wieder absetzt. Sie hat mir auch empfohlen, das rasch raufzudosieren, dass ich nach drei Tagen von 25 mg gleich auf 50 gehen soll. So werde ich das auch machen.

Das mit den Nebenwirkungen ist in der Tat so eine Sache. Aber wie gesagt, man muss halt durchhalten, gerade wenn man weiß, dass es einem danach besser geht. Lieber 2-3 Monate leiden, als den Rest seines Lebens.

Ich hab sie übrigens auch mal wegen der GEwichtszunahme gefragt. Sie sagt, dass das vor allem bei den beruhigenden Antidepressiva vorkommt, weil da auch der Stoffwechsel beruhigt wird und somit langsamer arbeitet. Auch die Hungerzunahme ist ein Grund, aber kommt eher selten vor. Ich hab davon bei den vorigen Medikamenten die ich genommen habe (Citalophram und Paroxat) auch nichts gemerkt.

Gruß

25.02.2014 20:38 • x 1 #5


Hallo Batmanic,

Du kannst mich ja mal auf dem Laufenden halten, wie es mit Dir weiter geht. Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute und viel Erfolg.

LG

Markus.

25.02.2014 21:51 • #6




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Dr. med. Andreas Schöpf