Hallo Ihr Lieben,

ich habe von meinem (neuen) Neurologen Citalopram verschrieben bekommen. Ich soll die ersten zwei Wochen 10 mg nehmen, dann das Ganze auf 20 mg steigern, dann werden wir sehen, wie ich damit klar komme.

Die Packung liegt hier seit letzter Woche, ich kann mich nicht richtig dazu durchringen, anzufangen.
Ich habe in den letzten 12 Jahren immer wieder Antidepressiva gegen Krankheitsängste eingenommen ( Venlafaxin, Paroxetin, Doxepin, Valdoxan, zuletzt Sertralin= nie zusammen, immer eine Zeitlang dieses, dann jenes, nie besonders hohe Dosen).
Alles mit eher mittelmäßigem Erfolg, die Panik war gedämpft, kam trotzdem, wenn auch nicht so häufig, immer wieder durch.
Begleitende Therapie selbstverständlich, aber das ist ein anderes Thema....

Ich bin mir einfach unsicher, ob ich es überhaupt noch auf einen nächsten Versuch ankommen lassen soll, zumal ich wirklich Bedenken wegen der LANGFRISTIGEN Folgen habe. Niemand kann heute sagen, was SSRIs langfristig so anstellen.
Auf der anderen Seite sehne ich mich so sehr nach ein ein bißchen mehr Stabilität und natürlich auch Lebensqualität.
Abnehmen kann mir hier keiner die Entscheidung, ich würde mich aber trotzdem über ein paar Impulse freuen , die mir bei meiner Entscheidung "pro/contra" helfen könnten.

Liebe Grüße,

Charly

24.06.2012 13:31 • 24.06.2012 #1


3 Antworten ↓


Christina
Hallo Charly,

ich würde es ausprobieren und mir eine klare Frist setzen (z.B. vier Monate), um das Medikament dann zu "bewerten". Wenn es nur ein bisschen was bringt, ist es das unklare Restrisiko auf lange Sicht nicht wert. Entpuppt es sich überraschenderweise als der Bringer, sieht es anders aus. Auch in dem Fall würde ich mich nicht auf jahrzehntelange Einnahme einstellen, sondern eine Verbesserung als "Therapiefenster" nutzen - also die Veränderungen in der Hirnchemie möglichst durch Psychotherapie untermauern und ausbauen. Denn abgesehen von möglichen langfristigen Folgen kann es bei SSRI nach einiger (längerer) Zeit zu einem Wirkungsverlust kommen.

So komplett unklar sind langfristige Folgen nicht, schließlich gibt es SSRI seit über 20 Jahren. M.W. war es bei anderen Medikamenten (Neuroleptika z.B.) außerdem so, dass sich nicht irgendwann Folgen aufgetan haben, sondern dass gleich Nebenwirkungen aufgetreten sind, die man dann nicht mehr los wurde oder durch die Organe irreversibel geschädigt wurden. Daher hat man die Erfahrung, dass Langzeitfolgen um so unwahrscheinlicher werden, je besser man das Medikament verträgt. Davon würde ich es mit abhängig machen. Keine Nebenwirkungen (nach dem Einschleichen) und unbeeinflusste Blutwerte würden dann eher für die Einnahme sprechen. Eine mögliche Langzeitfolge von SSRI ist übrigens bekannt: Die sexuellen Funktionsstörungen bleiben u.U. erhalten. Wohl nur selten und auch nur dann, wenn sie während der Einnahme bestanden, aber das ist für Betroffene kein Trost.

Liebe Grüße
Christina

24.06.2012 14:05 • #2


Hallo ..
Probier es auch und gucke wie es dir damit geht.
Ich nehme das auch seit 3 Monaten. Am Anfang war ich auch skeptisch. Hab es dann am Wochenende angefangen zu nehmen, falls ich irgendwelche negativen Gefühle oder körperliche Beschwerden feststellen sollte, so war ich zumindest Zuhause mit meinem Bett in der Nähe und dem Badezimmer
War aber nix, außer starke müdigkeit und Gähnen den ganzen Tag.
Hatte dann ca 2 Monate spÄter ne leichte innere auseinander Setzung mit mir und dem Medikament , da es ab und zu, wenn man noch zusätzlich ne schwere Phase hat oder Stress , irgendwie auf das gemüt schlägt. Aber eher körperlich. Seelisch hat es mich seit ich es nehme immer sozusagen in einem Ausgleich gehalten . Ich wurde ruhiger und gelassener . ( im allgemeinen ) ist aber auch nicht immer angenehm , wenn man das Gefühl hat, teilweise emotionslos zu sein. Glaube es ist eine Schutzfunktion.
Das Medikament kann helfen , aber man kann auch Phasen haben , wo man wieder an der Richtigkeit der Tabletten zweifelt. Habe das aber hinter mir und komme mit 30 mg am Tag mittlerweile soweit klar.
Meine beste Freundin hat das mal eine Woche genommen und wieder abgesetzt, wegen starker Übelkeit. Glaube man muss dem Körper manchmal etwas zeit geben. Wenn man das Gefühl hat es tut einem Gut.

Alles liebe für dich!

24.06.2012 14:41 • #3


Ich danke euch......ich habe jetzt die erste genommen. On verra.
Glücklich bin ich (wie wohl die meisten hier) nicht darüber. Aber der Stress, den ich mir immer wieder durch meine Ängste antue ist auch nicht das Gelbe vom Ei.


Liebe Grüße,

Charly

24.06.2012 14:49 • #4





Dr. med. Andreas Schöpf