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Lieber Forenbesucher,

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16

M

Marie1981
Mitglied

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Hallo,

häufig denke ich darüber nach, warum sind die Menschen so egoistisch. Warum wird keinen etwas Besseres gegönnt?
Wenn ich an unseren "Freundeskreis" denke, da geht es schon los, dass darüber schlecht geredet wird, statt miteinander zu reden. Nachbarn drehen einen das Wort im Mund um, spricht man sie darauf an, welcher Mist erzählt wird, werden sie rot und streiten alles ab. Auf Arbeit ein ähnliches Gerede über die Kollegen. Keiner gönnt der anderen etwas, alles wird bewertet und gehofft das es etwas Neues zu erfahren gibt um es weiter zu tratschen.

Ja, ich bin ein sensibler Mensch und ich denke oft darüber nach, warum Menschen so etwas machen. Mittlerweile habe ich gelernt, nichts weiter zu erzählen, nachbarn auf Distanz zu halten, weil ich doch immer wieder enttäuscht wurde und dann Anvertrautes nur gegen einen verwendet wurde.

Man sagt ja so lange über einen geredet wird, ist man noch am Leben oder auch das Lied von den Ärzten "lass sie reden" passt sehr gut.

Welche ERfahrungen habt Ihr? Bin ich einfach nur so empfindlich`?

18.10.2015 #1


49 Antworten ↓
K

kein Wind
Gast

Liebe Sari,

natürlich interpretiere ich Deine Beiträge genauso wie es jeder mit den Beiträgen von jedem macht Wink

Es tut mir leid, wenn ich Dir damit zu nahe getreten bin, das war nicht meine Absicht.
Für mich hörten sich Deine Texte allerdings sehr pauschal und traurig an, so dass ich nur schreiben wollte, dass es so nicht unbedingt sein muss.
Mir waren da zu wenige Differenzierungen drin, die ich durch meine persönliche Erfahrung etwas gerade rücken wollte.
Nicht mehr und nicht weniger.

Es ging hier nicht darum, Dich vom Gegenteil zu überzeugen, geschweige denn, Dich zu belehren, ich habe halt nur meine Sicht der Dinge hier geschrieben, wozu ein solches Forum ja wohl da ist.

Im Übrigen fühle ich mich von Dir weder persönlich angegriffen noch sehe ich irgendeine Veranlassung, mich vor Dir zu rechtfertigen.
Ich bin weder in Deinen, noch bist Du in meinen Schuhen gelaufen …
Du hast halt Deine Ansicht, ich habe meine, die kann man dann auch einfach mal so stehen lassen, Punkt.

Es gibt keinerlei Veranlassung, hier in irgendeiner Weise persönlich zu werden, denn jeder Mensch soll seine Meinung vertreten, ohne sich von anderen platt reden zu lassen.
Meinungsvielfalt und die freie Meinungsäußerung sind m. E. nämlich mit die höchsten Errungenschaften, die wir seit dem Krieg gewonnen haben.

Lieben Gruss

Kein Wind

03.04.2014 13:42 • x 1 #30


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Werden die Menschen immer egoistischer?

x 3


S

Sari1
Mitglied

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Zitat von kein Wind:
Hallo Sari,

sorry, aber ich finde Deine Sichtweise schon ein wenig seltsam und zu "einfach".

Meine Großeltern (*1901 und 1903) haben als Erwachsene, meine Eltern (*1933 und 1936) als Kinder den Krieg erlebt. Sie waren sicher alle traumatisiert, waren allerdings keinesfalls "neidisch" auf andere oder Ähnliches.
Die Kindheit meiner Mutter war trotz der Geschehnisse von Liebe und Fürsorge geprägt, weil meine Großeltern mütterlicherseits halt liebevolle Menschen waren. Die Kindheit meines Vaters war völlig desolat, was aber daran lag, dass seine Eltern einfach nur grottenschlechte Eltern waren.

Meine Mutter war eine gute "Ein-Kind" - Mutter, will sagen, sie hat ihr erstgeborenes Kind wie eine Löwin beschützt und geliebt, das zweite (das war ich Very Happy ) musste selbst klarkommen. Mein Vater war herrisch, cholerisch und hatte immer Recht, wenn man allerdings Hilfe brauchte, war er immer da. Schläge gab es von Beiden, je nachdem, wie sie gerade "drauf" waren.

Ich, Jahrgang 1960, habe zwei Töchter (*1981), die - wie mir immer wieder von ihnen bestätigt wurde und wird - liebevoll aufgewachsen sind. Auch haben mein Mann, der im Übrigen eine mehr als besch... Kindheit hatte, im Laufe unserer gemeinsamen Jahre einige Kinder mit betreut, die alle gerne bei uns waren.

Meine eine Tochter ist seit knapp vier Jahren selbst Mutter, und unser Enkel ist ein fröhlicher und gesunder "Bengel".

Du siehst also, es mag bei vielen einen schlechten Start gegeben haben oder geben, schlußendlich sind wir aber Menschen, die auch für sich selbst die Verantwortung übernehmen müssen. Wenn mein Mann bzw. ich mit Schlägen und/oder Ignoranz "erzogen" wurden, bedeutet das noch lange nicht, dass wir dies an unsere Kinder und Kindeskinder weitergeben müssen.
Mir war sehr wohl immer bewußt, dass ich es selbst "besser" machen wollte, als meine Eltern es konnten.

Im Übrigen halte ich die Menschen heute nicht für egoistischer als früher, es gibt immer die einen und die anderen. Auch ist es nicht selten entscheidend, wie man selbst auf andere zugeht.
Wenn ich alleine das "Heer der Ehrenamtlichen" - auch dieses Forum hier ist seit seiner Gründung ein Beispiel dafür - sehe, spricht das sehr gegen die These, dass es so viele Egoisten gibt. Es gibt im Grossen und im Kleinen viele Menschen, die ganz leise viel für andere tun, nur hört und liest man darüber leider nichts - wie auch Gargamel schon schrieb.

Dass es im Umgang miteinander - wenn es um allgemeine Höflichkeit geht - roher geworden ist, möchte ich nicht bezweifeln. Es ist aber immer an einem selbst, dies in seinem eigenen Umfeld zu ändern und es "besser" zu machen.
Meine Erfahrung jedenfalls ist, dass die meisten Menschen sehr dankbar für Zuwendung gleich welcher Art sind, und mir meine Zeit einfach zu schade ist, mich mit den "anderen" zu befassen - geschweige denn, mich über sie aufzuregen Wink

Lieben Gruss

kein Wind


Hallo kein Wind!

Ich bewundere, dass du positiv eingestellt bist und dich im Leben nicht unterkriegen lässt. Auch, dass du und deine Eltern trotz eines nicht leichten Starts das beste aus eurem Leben macht und dass du liebevoll mit deinen Kindern umgehst. Das alles sind gute Eigenschaften.

Ich meinte mit dem was ich schrieb nicht, dass jeder heutzutage krank ist hier in Deutschland, weil hier mal der Krieg war. Ich meine aber, dass die meisten Menschen, die Folgen davon in sich tragen und da sind nun einmal einige mehr und einige weniger betroffen.
Ich denke ganz sicher, dass jeder Mensch nur ein gewisses Potenzial hat, die Dinge "besser zu machen" als seine Eltern. Auch wenn du heute denkst, dass du deine eigene Kindheit, in der es Schläge gab (auch wenn diese selten gewesen sein sollten), ohne Schaden, bzw. große Folgen, überstanden hast, denke ich nicht, dass dem so ist. Du hast deine eigenen Erfahrungen gemacht und diese werden auch deine Kinder beeinflussen. Das hat nichts damit zutun, ob sie heute glückliche Enkelkinder haben oder - wie du sagst - ihre Kindheit als supertoll in Erinnerung haben. Dein Verhalten, deine Sichtweisen und Lebensphilosophie- alles ein Resultat aus deiner Kindeheit, deiner Vergangenheit, deinen Erlebnissen. Selbst, wenn du sagst "ich mache es genau andersherum wie meine Eltern" ist das eine Einstellung, die aus deinen Erfahrungen resultiert und somit wird alles was du erlebt hast, in irgendeiner Form auf sie Einfluss nehmen und wenn du einen Mangel hattest, wird dieser auch auf sie Einfluss nehmen, in welcher Form oder Ausprägung ist dabei egal.

Ich denke auch, dass das grundsätzlich nicht als Maß gesehen werden kann, wenn jemand bestätigt, wie gut es ihm geht, denn sehr oft ist das auch eine Schutzbehauptung. Besonders die "Narzissten", also die Egoisten, von denen ich spreche, betonen doch immer wieder wie gut alles ist und immer sind die anderen Schuld. Die spalten die traumatischen Erlebnisse einfach von ihrer Persönlichkeit ab oder schieben sie auf andere. (Auch Menschen ohne Persönlichkeitsstörung haben ihre eigenen Schutzmechanismen).
Da schaut man evtl. ungern in seine eigene Seele und versucht zu kompensieren, wie z.B. mit einer guten Arbeit, wo es Annerkennung gibt. Mit guter Leistung holen sie sich dann mal eben Bestätigung (Liebe) um den eigenen Liebesmangel nicht zu spüren. Da wachsen viele dann über sich hinaus und leisten Arbeit im Ehrenamt, Mütter erwarten Anerkennung von ihren Kindern, dafür opfern sie sich dann auf, alles um Lob zu bekommen, von dem sie so abhängig sind. Das nennen viele dann Liebe- ihre Aufopferung- und so mag es auch von aussen den Eindruck erwecken. Ist es aber nicht. Es ist der pure Egoismus.

Dann gibt es die Menschen, die in der Kindheit geschlagen wurden und die ihr Leben lang mit dem Gefühl "schuldig" zu sein, durch die Welt laufen, denn wenn ein Kind geschlagen wird, denkt es "es muss meine Schuld sein". Ein Kind muss so denken, denn es ist auf die Eltern angewiesen. Es würde nicht denken "Es ist die Schuld meiner Eltern", denn die Eltern sichern ihm das Überleben. Ein Kind ist abhängig und muss die Eltern idealisieren.
Diese Kinder, die ihr Trauma nicht bearbeiten, suchen sich dann Partner, die sie schlecht behandeln, denn ganz tief drinnen ist es ja noch gespeichert "Ich bin nicht gut". Diese Menschen denken dann, so eine destruktive Beziehung ist normal und finden gegenüber anderen viele Ausreden und Entschuldigungen für ihren Partner. Auch diese Menschen reden sich ein "Alles ist gut, ich habe keine Probleme", denn auch hier ist das ein Schutzmechanismus. Man rechtfertigt die Dinge lieber so wie sie sind, anstatt sich das ganze Leid einzugestehen und seine eigenen Verletzungen zu sehen.

Es gibt tausende Möglichkeiten solche Defizite zu kompensieren. Die einen essen und sind deshalb übergewichtig, so wird der Seelenschmerz auf den Körper übertragen um ihn nicht zu fühlen.
Die anderen hungern, wieder andere sind sportsüchtig oder opfern sich auf und arbeiten hart um zu spüren, dass sie gebraucht werden. Das alles sind doch gesellschaftlich akzeptierte Dinge, die sofern sie nicht exzessiv betrieben werden, so schnell niemanden auffallen. Und so vererbt sich dann das Trama weiter. Man sagt übrigens, dass es etwa fünf Generationen dauert, bis eine Nation das Trauma des Krieges verarbeitet hat.

Noch einmal zusammengefasst:
Es gibt z.B. Co-Abhängigkeit, Narzissmus, Borderliner, Soziopathen, die sich alle mehr oder weniger egoistisch verhalten, oft im Alltag nicht auffallen oder zu spät und einige dieser Gruppen haben eben gemeinsam, dass sie ihr Trauma leugnen, andere fertig machen um selbst nicht zu leiden. Gehen wir davon aus, dass es viele Kinder gab, die im Krieg von ihren Eltern keine Liebe bekamen, weil die Eltern schwer traumatisiert waren. Gehen wir davon aus, ein Teil von ihnen leidet unter so einer Persönlichkeitsstörung (und diese sind nicht selten), dann liegt es doch auf der Hand, dass auch diese persönlichkeitsgestörten Kinder ihre eigenen Kinder nicht gut genug behandeln können, wodurch diese wiederum einen Schaden davontragen und so weiter und so fort.

01.04.2014 16:51 • #22


Zum Beitrag im Thema ↓


P
Hallo Marie,
Ob die Menschen egoistischer werden kann ich dir nicht sagen. Ich denke es spielt eine Rolle, dass heutzutage Menschen sehr viel mehr Informationen haben als früher. Je mehr input umso mehr output. Es fehlt meiner Meinung nach am sinnvollen aussortieren dieser infos. Viele Menschen sind nicht mehr in der Lage diese vielen Informationen zu bewerten und entsprechend mit anderen darüber zu kommunizieren.
Zum zweiten liegt vieles auch an der sogenannten "Abwertung" anderer und das Gefühl das daraus vermeintlich entsteht: "Ich bin ja soviel besser als die anderen!" Siehe auch diese Sendungen in den Privatsendern, in denen Menschen gezeigt werden, die aus sog. Bildungsfernen Schichten kommen. Hier erfährt der Zuschauer ebenfalls diesen Effekt, dass er ja viel besser wäre als diese Leute in den diversen Sendungen. Die Medien mit ihrer informationsflut und den zum größeren teil negativen Informationen sorgen ebenfalls dafür dass die Weitergabe an infos auch nicht so häufig positiv erfolgt. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen kann man eigentlich nur empfehlen noch mal nach zu Haken bzw
. Nachzufragen, nochmal tiefer zu gehen woher diese negativen infos stammen und dann auch an zu Zweifeln, aber bitte nicht bösartig sondern sachlich bleiben , oft fangen die Menschen an nochmal darüber nach zu denken. Es gibt allerdings auch einig bösartige Mitmenschen, die man tunlichst meiden oder ignorieren sollte.

#2


A
Kollektive Zivilisations Neurose ^^

#3


Schlaflose
In meinem Umfeld kann ich das mit dem Egoismus nicht feststellen, zumindest mal nicht über ein normales Maß hinaus. Ich finde, dass jeder ein gewisses Maß an Egoismus haben muss, damit er im Leben bestehen kann.
Über andere reden und zu lästern hat es schon immer gegeben und auch das gehört einfach dazu. Wenn man z.B. in einer geselligen Runde zusammensitzt macht das Spaß, über andere zu lästern.
Mir ist es egal, ob jemand hinter meinem Rücken über mich redet. Ich kann es nur nicht ertragen, persönlich kritisiert zu werden. Da bin ich sehr empfindlich und reagiere mit Gegenangriff.

#4


B
Zitat von Schlaflose:
Über andere reden und zu lästern hat es schon immer gegeben


x 1 #5


Schlaflose
Über Kinski gibt es ja auch einiges zu lästern Mr. Green

#6


C
Ich habe nicht das Gefühl dass die Menschen immer egoistischer werden.
Die Welt dreht sich heute nur "anders", das heißt die Anforderungen werden höher und die erwartungen und der Leistungsdruck nimmt zu. Dadurch geraten andere Dinge in den Hintergrund.
Allgemein kann ich aber nicht feststellen dass sich die Menschen um mich rum anders benehmen als zB noch vor 20 Jahren.
Nur ist eben die schnelllebigere Zeit mit dafür verantwortlich dass es "anders" zu geht,
aber alles in Allem ist es meist die innere Einstellung wie man damit umgeht oder ob man sich entscheidet mit dem schnellen Strom mitzuschwimmen oder ob man quer schwimmt und deswegen vielleicht weniger Anschluß findet .

#7


M
Wobei ich auch denke das, dass Gerede mehr von menschen kommt die Langeweile haben. Wenn ich mir die Leute so anschaue sind es

Rentner-die den ganzen Tag am Fenster hängen und jeden Schritt beobachten,
Menschen die nichts zu tun haben eben, keine Aufgabe und sich damir wichtig tun.

Insgesamt haben alle Langeweile.

Scheinbar muss ich an mir arbeiten und mir nicht alles annehmen. Cool Nun ja

Die Welt dreht sich nun anders und ist schnelllebig, aber die Menschen sind heutzutage auch unabhängiger und nicht mehr auf Nachbarn, Freunde angewiesen. Wer hat kann es sich ja kaufen.

#8


A
Ich zerbreche mir auch über so was immer viel zu sehr den Kopf. Letzten Endes macht man sich damit nur selber verrückt...
Zu mir hat mal jemand gesagt...Es gibt nicht Die! Realität , es gibt so viele wie es Menschen gibt.

#9


S
Zitat von Marie1981:
Hallo,
Ja, ich bin ein sensibler Mensch und ich denke oft darüber nach, warum ?


Liebe Marie,
wünsch Dir eine schöne Woche.
Meiner Ansicht nach werden Menschen egoistischer und es löst Traurigkeit in mir aus.
Wertvoll, daß Du Deine Sensibilität wahrnimmst und es nicht übersiehst.
Sie ist ein Teil Deiner Seele.
Und lass Dir das, was Du selber bei Deinen Mitmenschen wahrnimmst, nicht von Mitmenschen nehmen, die anderer Ansicht sind.
Paß gut auf Deine Sensibilität auf und sorge für sie. Verdränge sie nicht.
Sie möchte wahrgenommen und gesehen werden.

Und danke für dieses Thema; es wird immer wieder recht oft übersehen - der Egoismus, er breitet sich immer mehr aus.

schöne Grüße
seelenfarben55

#10


kalina
Natürlich gab es auch früher schon Egoismus. Die meisten Menschen sind nun mal keine Engel, denken nur an sich und ihre Vorteile.

Es macht mir nur ein bisschen Hoffnung, dass es auch Ausnahmen gibt. Menschen, die sich für andere einsetzen, über den eigenen Tellerrand hinaussehen, über Empathie verfügen.

Ich glaube auch, dass deswegen die Religionen (egal welche) eine wichtige Funktion haben. Vielleicht gäbe es sonst Mord und Totschlag überall (ich rede nicht von den sog. "Religionskriegen", die eigentlich nur rein politische Kriege sind).

Und ich glaube, dass bei den Naturvölkern der Egoismus weit weniger ausgeprägt ist, da dort noch in Gruppen eng zusammengelebt wird, man auf den anderen und die Natur angewiesen ist.

Der zunehmende Egoismus und die zunehmende Kälte (denn da bin ich ganz Deiner Meinung, dass es zugenommen hat), ist für mich eine Auswirkung des Kapitalismus mit all seinen Auswirkungen auf den Einzelnen, das Konsumdenken- und verhalten und die Gesellschaft. Wir merken das meist nur nicht mehr. Und können uns kaum mehr entziehen.
Mich macht das auch sehr traurig.
Ich glaube auch, dass, wenn in diesem Tempo weiter so kurzsichtig gewirtschaftet wird, der Mensch sich selbst seine Lebensgrundlage zerstören wird. Jeder will immer mehr, mehr, mehr. Und das bei wachsender Weltbevölkerung und zunehmender Umweltverschmutzung.

Man kann nur versuchen im kleinen, bei sich selbst und seiner Umgebung, versuchen anders zu handeln.

Ganz liebe Grüße Freunde
kalina

#11


Gargamel
Zitat:
Jeder will immer mehr, mehr, mehr.


Nicht jeder Mensch will mehr und mehr.
Die meisten Menschen wollen persönliches Glück und verbinden das nicht unbedingt
mit mehr Konsum und Besitz.
Viele Menschen sind glücklich wenn sie ihren Platz in der Gesellschaft finden und
Teil eben dieser Gesellschaft sind, oft verhalten sich Menschen auch sehr uneigennützig und großzügig was die Zufriedenheit mit sich selbst und den Umgang mit anderen Menschen noch steigert.
Die Warnehmung wird oft durch die Medien verzerrt da sie naturgemäß eher über
negative Dinge berichten.

Welche Schlagzeile wird wohl in den Nachrichten stehen?

Nachricht 1
Ein Altenpfleger misshandelt die Pflegebedürftigen und beklaut sie.

Nachricht 2
300 000 Altenpfleger machten heute einen ausgezeichneten Job ohne Vorkommnisse genau wie an den anderen 364 Tagen.

#12


kalina
Lieber Gargamel,

ja, da hast Du sicher auch wieder recht Wink

Man liest hauptsächlich negative Nachrichten, außerdem wird man ständig - egal ob von Radio, Fernsehen, Internet etc.- mit sämtlichen Katastrophen weltweit konfrontiert.

Das ist wohl auch etwas zuviel zum Verarbeiten. Und trägt sicher zu einer negativen Sicht bei.

Allerdings empfinde ich auch im täglichen Leben, z. B. in meiner Stadt, dass sich auch der Umgangston in den letzten zwanzig Jahren zum negativen verändert hat. Irgendwie ist vieles etwas hektischer, schneller, unpersönlicher, aggressiver geworden.

Bestimmt nicht immer und überall.
Aber das Gerenne auf den Straßen, die zunehmenden Konsumtempel, Aggressivität auf Ämtern, in Bussen, auf Straßen, ganz abgesehen vom Arztbesuch, der mittlerweile nur noch eine "Abfertigung" ist, bzw. der kostenpflichtige Dienstleistungen oder Waren anbietet. Der Ton ist in vielen sozialen Bereichen schärfer geworden.
Und ich lebe in einem Ort, dem es eigentlich finanziell noch ganz gut geht.

x 1 #13


kalina
..... oder geht es dem Ort etwa finanziell noch gut, WEIL alles so hektisch, schnell und aggressiv wurde? Confused Wink

Keine Ahnung...

#14


T
also, ich empfinde es auch so, dass die Menschen tendenziell immer egoistischer werden.
Die Wörter "Bitte" und "Danke" sind häufig Fremdwörter, Freundlichkeit, Rücksichtnahme, sich selbst auch mal hinten an stellen können, das alles geht meiner Meinung nach immer mehr verloren.
Viele streben einfach nur nach ihrem persönlichen Wohlergehen, gönnen derweil anderen nichts mehr und rennen mit Rasierklingen an den Ellenbogen durch die Gegend.
Das Wort "Ich" spielt eine immer größere Rolle.
Da wird beim Auo fahren nicht mehr geblinkt, man parkt auf Parkplätzen für Behinderte, in jeder freien Minute wird Krach und Gestank fabriziert, auch wenn der Nachbar gerne mal seine Ruhe hätte, es wird gelogen, manipuliert und getrickst, wohin man schaut.

Ich finde schon, dass die Gesellschaft eine Tendenz zur Verrohung zeigt.

Die Ursachen hierfür sind mir nur noch nicht ganz klar...

#15


S
Hallo Marie.
Ich denke oft es liegt am Krieg. Der Krieg ist nicht lange her, das vergessen viele Menschen. Damals wurden viele Menschen traumatisiert, die haben Leichen gesehen, sie haben gesehen wie Menschen erschossen wurde und viele andere entsetzliche Dinge.
Die Eltern, die das erlebt haben, waren nicht in der Lage sich liebevoll um ihre Kinder zu kümmern, sich um deren Bedürfnisse zu kümmern, sich ihnen zuzuwenden. Diese Kinder sind heute erwachsen und tragen ihre lieblose Kindheit in sich, sie fühlen Neid gegenüber anderen und sind egoistisch, weil sie nie das bekamen was ihnen als Kind zu stand.

Die damaligen vernachlässigten Kinder sind arm an innerem Reichtum. Auch sie können ihren Kindern nicht das geben, was sie brauchen, denn sie haben es ja als Kinder selber nicht erfahren. Heute ist die Vernachlässigung aber nicht mehr so offensichtlich und viel versteckter. Jeder hat etwas zu Essen und ein Dach über dem Kopf. Trotzdem sind da egozentrische Eltern, die die Gefühle ihrer Kinder nicht verstehen und ihre Kinder auf ähnliche Weisen seelisch misshandeln, wie auch sie es erlebt haben. Nur versteckt, für die Außenwelt nicht offensichtlich.
Auch diese Generation trägt das unverabreitet Trauma ihrer Vorfahren in sich. Deshalb gibt es viele egoistische Menschen und eine wenig liebevolle Gesellschaft. Hinzu kommen die anderen Faktoren, die diesen "Egoismus" auch noch fördern, dass diesen Menschen zu viele Chancen gegeben werden, weil die nicht-egoistischen sich nicht wehren können und klein beigeben. So können die "Egoisten" sich frei entfalten und sehr viel Schaden anrichten.

#16


Schlaflose
Zitat von Sari1:
ch denke oft es liegt am Krieg. Der Krieg ist nicht lange her, das vergessen viele Menschen. Damals wurden viele Menschen traumatisiert, die haben Leichen gesehen, sie haben gesehen wie Menschen erschossen wurde und viele andere entsetzliche Dinge.
Die Eltern, die das erlebt haben, waren nicht in der Lage sich liebevoll um ihre Kinder zu kümmern, sich um deren Bedürfnisse zu kümmern, sich ihnen zuzuwenden. Diese Kinder sind heute erwachsen und tragen ihre lieblose Kindheit in sich, sie fühlen Neid gegenüber anderen und sind egoistisch, weil sie nie das bekamen was ihnen als Kind zu stand.


Deine Rechnung stimmt aber nicht. Die Leute, die den Krieg erlebt haben, sind die Großeltern z.T. sogar Urgroßeltern von denen, die heute als egoistisch und rücksichtslos bezeichnet werden.

#17

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C
Zitat von Schlaflose:
Deine Rechnung stimmt aber nicht. Die Leute, die den Krieg erlebt haben, sind die Großeltern z.T. sogar Urgroßeltern von denen, die heute als egoistisch und rücksichtslos bezeichnet werden.

Wobei auch gesagt sein sollte dass die, die noch live mit dabei waren, zum größten Teil selber gar nicht mehr leben.

#18


S
meine rechnung geht sehr wohl auf. ich weiß nicht wie alt ihr seid, ich bin 28 und meine Oma hat den Krieg als Kind miterlebt, so wie auch viele andere in ihrem Alter. Ich finde wenn man sich die Zeitrechnung so anschaut, dann sind 2-3 Generationen später keine Ewigkeit. Ich denke aber, hier liegt ein grundsätzliches Verständnisproblem des Inhaltes meines Textes vor. wie auch immer.. Wink Es ist auch nur eine von vielen Meinungen. Wenn man sich tiefer damit beschäftigt eine sehr plausible.

#19


K
Hallo Sari,

sorry, aber ich finde Deine Sichtweise schon ein wenig seltsam und zu "einfach".

Meine Großeltern (*1901 und 1903) haben als Erwachsene, meine Eltern (*1933 und 1936) als Kinder den Krieg erlebt. Sie waren sicher alle traumatisiert, waren allerdings keinesfalls "neidisch" auf andere oder Ähnliches.
Die Kindheit meiner Mutter war trotz der Geschehnisse von Liebe und Fürsorge geprägt, weil meine Großeltern mütterlicherseits halt liebevolle Menschen waren. Die Kindheit meines Vaters war völlig desolat, was aber daran lag, dass seine Eltern einfach nur grottenschlechte Eltern waren.

Meine Mutter war eine gute "Ein-Kind" - Mutter, will sagen, sie hat ihr erstgeborenes Kind wie eine Löwin beschützt und geliebt, das zweite (das war ich Very Happy ) musste selbst klarkommen. Mein Vater war herrisch, cholerisch und hatte immer Recht, wenn man allerdings Hilfe brauchte, war er immer da. Schläge gab es von Beiden, je nachdem, wie sie gerade "drauf" waren.

Ich, Jahrgang 1960, habe zwei Töchter (*1981), die - wie mir immer wieder von ihnen bestätigt wurde und wird - liebevoll aufgewachsen sind. Auch haben mein Mann, der im Übrigen eine mehr als besch... Kindheit hatte, im Laufe unserer gemeinsamen Jahre einige Kinder mit betreut, die alle gerne bei uns waren.

Meine eine Tochter ist seit knapp vier Jahren selbst Mutter, und unser Enkel ist ein fröhlicher und gesunder "Bengel".

Du siehst also, es mag bei vielen einen schlechten Start gegeben haben oder geben, schlußendlich sind wir aber Menschen, die auch für sich selbst die Verantwortung übernehmen müssen. Wenn mein Mann bzw. ich mit Schlägen und/oder Ignoranz "erzogen" wurden, bedeutet das noch lange nicht, dass wir dies an unsere Kinder und Kindeskinder weitergeben müssen.
Mir war sehr wohl immer bewußt, dass ich es selbst "besser" machen wollte, als meine Eltern es konnten.

Im Übrigen halte ich die Menschen heute nicht für egoistischer als früher, es gibt immer die einen und die anderen. Auch ist es nicht selten entscheidend, wie man selbst auf andere zugeht.
Wenn ich alleine das "Heer der Ehrenamtlichen" - auch dieses Forum hier ist seit seiner Gründung ein Beispiel dafür - sehe, spricht das sehr gegen die These, dass es so viele Egoisten gibt. Es gibt im Grossen und im Kleinen viele Menschen, die ganz leise viel für andere tun, nur hört und liest man darüber leider nichts - wie auch Gargamel schon schrieb.

Dass es im Umgang miteinander - wenn es um allgemeine Höflichkeit geht - roher geworden ist, möchte ich nicht bezweifeln. Es ist aber immer an einem selbst, dies in seinem eigenen Umfeld zu ändern und es "besser" zu machen.
Meine Erfahrung jedenfalls ist, dass die meisten Menschen sehr dankbar für Zuwendung gleich welcher Art sind, und mir meine Zeit einfach zu schade ist, mich mit den "anderen" zu befassen - geschweige denn, mich über sie aufzuregen Wink

Lieben Gruss

kein Wind

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