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Anonym100604
Mitglied

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Hallo zusammen!

Ich melde mich mal seit langer Zeit wieder und hoffe, einiges aus meinem Beitrag mitnehmen zu können.
Ich bin 21 Jahre alt und mein Vater ist 55 geworden. Er redet mittlerweile sehr oft darüber, dass er nicht damit klarkommt, dass er älter wird. Für sein Alter (wie er immer sagt) sieht er sehr jung und sogar vergleichsweise fit aus.

Nun zum Dilemma:
Nicht nur, dass er mir sagt, dass er sich unwohl mit seinem Körper fühlt und dass er etwas machen müsste. Er redet auch oft darüber, wie schlimm seine Kindheit war und dass er diese Kindheit nachholen will. Seine Aussage hierzu immer: "Es ist nue zu spät für eine glückliche Kindheit".
Tut mir leid, das so schreiben zu müssen, aber langsam aber sicher macht es nicht nur mich, sondern meine Familie fertig.
Auf der Arbeit fängt er wegen jeder Kleinigkeit Stress mit den Kollegen an. Letztens: Er sollte ein Bücherregal saugen und hatte dies verweigert, da er sich daher wie eine "Person der zweiten Klasse" fühlte. Er ist Bibliothekar und dies gehört zu seinem Aufgabenbereich. Daraufhin hat er blau gemacht.
Dies tut er allerdings immer öfters, sogar manchmal mit Ankündigung. Er sagt manchmal, dass er keine Lust auf Arbeiten habe und am nächsten Tag ist er zufälligerweise krank. Dieses Jahr war er schon drei- oder viermal krank. Wenn er dann zu Hause ist, redet er oftmals über seine emotionalen Probleme. Es macht mich nur noch fertig.
Ein eigenes Zimmer zum Zurückziehen habe ich nicht. Ich weiß, es ist Jammern auf hohem Niveau. Er gibt fast alle Haushaltsaufgaben an meine Familie ab. Aktuell habe ich Semesterferien und gehe auch ab und zu arbeiten. Wenn ich dann alleine zu Hause bin, bin ich aber meistens mit dem Haushalt beschäftigt, da ich sonst Ärger von meinem Vater bekomme.

Einmal am Wochenende war er den ganzen Vormittag zu Hause und hatte das Haus zu Mittag verlassen. Es war weder gespült, noch gesaugt, Katzenklo gemacht noch der Müll rausgebracht oder gewischt.

Long story short: Er gibt immer mehr emotionale und funktionelle Aufgaben ab und bis jetzt konnte ich dem immer gerecht werden.

Er trinkt abends gerne "sein Bierchen", aber wird dann aber auch gerne streitsüchtig, zickig zutiefst melancholisch. Er sagte einfach, dass er mal reisen möchte, da er als alter Mensch nicht mit Reue sterben möchte. Alles sei so trostlos.


Während ich versuche, mein Studium, Minijob (in Zukunft natürlich einen Werkstudentenjob!), Ehrenamt und meinen Sport als Ausgleich unter einen Hut zu bringen, kommen die Sachen von und mit meinem Vater noch dazu. Im Januar hatte ich meine allererste Köausurenphase, Stress auf der Arbeit und komme mit meinem Vater nicht mehr klar. Letzte Woche hat sich dann eine komplette Haarsträhne von meinem Scheitel verabschiedet, ich gehe davon aus, dass das der Stress war, der mir den Rest gegeben hat. Naja, nun habe ich ein Stück Glatze.

Da ich aus finanziellen Gründen nicht zeitnah ausziehen kann und keine Partnerin in meinem Leben habe, wollte ich euch mal nach Strategien zur Bewältigung fragen. Mittlerweile merke ich auch, dass ich wegen jeder S****** in die Luft fliege, besonders ihm gegenüber.

Lieben Dank im Voraus! <3

10.03.2026 #1


10 Antworten ↓


Backaru
Was dein Vater betrifft, scheint er in eine Art Midlife-Crisis zu sein, und mit sich, seiner Vergangenheit und seiner Gegenwart unzufrieden zu sein.
Du kannst versuchen mit ihn zu reden, zuzuhören und Verständnis zeigen.
Aber du solltest auch auf dich achten, und wenn es dir Zuviel wird, dann sage es ihn klipp und klar und ziehe dich Notfalls aus Selbstschutz zurück.

Wenn es absolut nicht mehr geht, erkundige dich beim Amt ob du Unterstützung für eine eigene Wohnung bekommst.

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Vater-Tochter-Beziehung Hilfe erwünscht

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Nick21
Zitat von Anonym100604:
Hallo zusammen! Ich melde mich mal seit langer Zeit wieder und hoffe, einiges aus meinem Beitrag mitnehmen zu können. Ich bin 21 Jahre alt und mein ...

Das ist eine sehr schwierige Situation.
Wenn man eine traumatische Kindheit hatte wird es einen irgendwann einholen.

Ehrlich gesagt könnt ihr nichts für ihn tun wenn er nicht will. Er benötigt eine Therapie in der er das Ganze aufarbeitet.

Er scheint verzweifelt zu versuchen damit klarzukommen, aber es kommt alles hoch und entgleitet ihm immer mehr.

Das Einzige was du tun kannst ist deine eigene Seele zu retten.
Aber dafür müsstest du da raus....

x 3 #3


Gittini
Schwierige Situation.
Er sollte seine Probleme nicht auf dich abwelzen! Wenn er dich schon nicht unterstützen kann, dann sollte er dich zumindest in Ruhe lassen.

Ich verstehe manche Leute in meinem Alter (56) nicht. Ich hab selbst zwei 23 - jährige Töchter, wovon eine noch zuhause wohnt und würde sie nie so behandeln.

Auch wenn ich nicht immer so zufrieden im Leben bin.

Aber wieso hast du kein eigenes Zimmer? Was macht deine Mutter?

x 2 #4


Astrid63
Ich denke, es könnte sich auch um eine Depression handeln. Bei Männern äußert sich diese oft anders als bei Frauen. Fakt bleibt aber, dass er sich Hilfe suchen müsste. Und so wie es klingt, wird er das sicher nicht tun. Du wirst ihm auch nicht wirklich helfen können, selbst wenn Du immer zuhörst. Das Problem liegt tiefer. Und es sollte auch einfach nicht Deine Aufgabe sein, Deinen Vater zu therapieren. Das Schlimme ist, dass auch ich denke, eigentlich müsstest du da raus. Und wenn das nicht geht, brauchst du einen Rückzugsraum. Aber sobald du den verlässt, ist die Situation ja wieder die selbe. Also über kurz oder lang hilft meiner Meinung nach doch nur eine eigene Bleibe. Es tut mir sehr leid, dass ich nicht wirklich eine Bewältigungsstrategie anbieten kann. Da hilft nur Distanz

x 2 #5


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@Backaru Danke dir!

#6


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@Nick21 Ja, es ist leider ein richtiges Drama. Ich war in Therapie, um meine Mobbingerfahrungen aufzuarbeiten bzw. um zu lernen, mit diesen umzugehen.

Er ist fest der Meinung, dass er keine Therapie braucht...

x 1 #7


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@Gittini Meine Mutter geht wie mein Vater in Vollzeit arbeiten. Sie ist bselbst überöastet und wenn sie es bei meinem Vater anspricht, gibt es Streit.

Ein eigenes Zimmer hat keiner von uns, da der Platz fehlt. Früher gab es zwei Kinderzimmer, aber mein Vater wollte unbedingt ein Schlafzimmer. Früher haben meine Eltern im Wohnzimmer geschlafen, aber mein Vater wollte das nucht mehr.

#8


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@Astrid63 Du brauchst dich nicht entschuldigen, um Gottes Willen! Danke dir, dass du dennoch geantwortet hast!

#9


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@Anonym100604 Nachtrag: Was mich ins Grübeln gestoßen hat, ist die Tatsache, dass ich das Gefühl habe, jeden Moment "crashout" zu gehen. Auch, dass meine Haare an einer Stelle auf einmal weg waren, kann nur am Stress liegen...
Auch habe ich das Gefühl, selbst wieder in eine depressive Phase zu rutschen, welche ich eigentlich wegen anderen Dingen mal hatte. Sein Verhalten scheint aber auch ein Faktor zu sein...

#10


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@Gittini Und noch eine Sache, dir mir gerade eingefallen ist: Ich denke, dass er in seiner Kindheit nie wirklich die Empathie gelernt hat, welche man generell, egal ob Vater oder nicht, aufbringen sollte.
Als ich mein erstes Studium geschmissen hatte (wegen Angststörung und Depressionen) wurde mir gesagt, dass man keinen Hartz Vier Empfänger grosgezogen hätte. Seitdem an ist er bei mir unten durch. Manchmal weine ich, aber tue dies meistens nicht in seinem Beisein. Sonst kommen Sprüche wie "Du machst dir einen Kopf über Dinge... unfassbar. Es gibt Leute, die hatten keine gute Kindheit/Arbeitsplatzverlust/körperliche Behinderung und du heulst rum?"
(Mein Vater hatte zusätzluch zu dem ganzen Mist vor zwei Jahren wegen Werkschließung seinen Arbeitsplatz verloren)

#11


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