Zitat von LadyLittleGreen: Ihr bemüht euch sehr, natürlich macht ihr das für euch und nicht für die anderen aber trotzdem verletzen solche Sätze sehr weil die Leute nicht sehen welchen Kampf man täglich kämpft.
Ja, solche Sätze verletzen. Wie man damit umgeht? Indem man diese Personen nicht mehr merken lässt, wie sehr man kämpft. Du tust es für Dich. Daher müssen andere auch nicht wissen.
Die meisten Menschen sind schlichtweg überfordert, anteinehmend zuzuhören und es auszuhalten, wenn es anderen schlecht geht. Es ist leichter, den Gesprächspartner mit Ratschlägen zuzubombenben. Dann hat man wenigstens das Gefühl, etwas getan zu haben.
Ich musste das auch auf die harte Tour lernen. Meine Chefin ist auch so ein Mensch. Sie meint, alles besser zu wissen und die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Ich versuchte, Sie immer über meinen Zustand informiert zu halten. Aber je mehr ich es probierte, je mehr blöde Kommentare bekam ich. Zum Schluss stufte sie mich in der Jahresbeurteilung stark herunter, weil "es mir immer schlecht ging".
Ich habe dann mein Verhalten komplett verändert. Egal wie schlecht es mir geht - wenn sie mich fragt geht es mir super. Wenn ich was erledigen soll, sage ich nur "kein Problem". Ich erzähle ihr nichts Privates mehr und bleibe auf einer sachlich neutralen Ebene. Ich versuche nicht mehr, ein freundschaftlichen Verhältnis aufzubauen. Sie ist meine Vorgesetzte, sonst nichts. Auf diese Weise brauch ich mich nicht zu rechtfertigen und mir keine blöden Kommentare mehr anzuhören.
Das Ergebnis: ich habe gerade eine Jahresbewertung mit Bestnoten erhalten, weil "es geht dir ja wieder gut, läuft ja alles."
Ein weiterer positiver Aspekt dabei: Das Gehirn wird langsam aus dem Jammermodus geholt und lernt wieder positiver über uns zu denken. Wenn man ein paar Mal ausgesprochen hat, dass es einem gut geht, glaubt man es irgendwann selbst. "Raus aus der Opferrolle" heißt das Zauberwort.