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(Ebenfalls off-topic: Ich weiß ja, dass hier Text ohne Ton rüberkommt und dass man sich schon vorstellen können muss, wie der Andere das gemeint usw.
Und auch daraus entstehen hier - meiner Meinung nach - viele Streitigkeiten.
In diesem Fall habe ich das Verlangen nochmals zu reagieren, auch wenn ich das in vielen Fällen lasse.
Besonders wenn ich merke, dass mein Gegenüber - übrigens auch gern mit dieser Zitat-Funktion - aggressiv versucht mein Statement auseinanderzunehmen.
Und jedes gesagte Wort zu widerlegen und mich schlimmstenfalls sogar als unglaubwürdig darzustellen.
Auch gern, wenn auf die Rechtschreibung oder Formulierungen eingegangen wird.
Motto: Das Gegenüber auf jede mögliche Art fertig machen.
In einem Hilfe-Forum, auch für Menschen mit sozialen Ängsten!
Ich meine, hallo, wenn MEINUNGEN ausgetauscht werden, MEINUNGEN.
Und das habe ich hier schon ziemlich oft gesehen und werde es vermutlich auch noch ziemlich oft sehen.
Und ich habe echt keine Lust auf Konflikte; wenn ich das will, dann sage ich schon Bescheid. Aber ich habe echt keine Lust, hier in dieses Forum zu gehen und mir irgendwelche Drohungen oder Beleidigungen reinzuziehen. Oder ein aggressives Geschreibsel lesen zu müssen.
So dass ich mich schon fürchten muss, was da jetzt wieder kommt, wenn ich eine Benachrichtigung über Antworten bekomme.
Oh, bevor hier ein Missverständniss aufkommt, das war jetzt nicht auf diesen Thread gemünzt, nur weil du gerade davon gesprochen hattest, als off-topic. Meine Güte, das musste ich jetzt auch einfach mal sagen. Passiert bei uns beiden ja nicht.)
Also, zurück zu "uns" ;o)
Du sagst zu mir, es fiele mir schwer es aus einer Sicht zu sehen. Danke für dein Urteil. ;o)
Gut, ich sehe es natürlich einerseits aus meiner Sicht als Hinterbliebener, der den Schmerz und andere Folgen erlebt hat, andererseits aber aus der Sicht desjenigen, der in der Vergangenheit schon oft den Gedanken an Selbstmord hatte, ABER der sich auch Hilfe gesucht hat und gelernt hat, dass meist der Wunsch nach Änderung des Lebens dahintersteht. Ggf. zusätzlich noch unverarbeitete Ereignisse aus der Vergangenheit. Der Wunsch sich zu töten entsteht, wenn oftmals, wenn man glaubt, dass man hilflos ist und nichts ändern kann.
Aber zur Sichtweise:
Das muss ich ja auch nicht.
Ich habe meine Meinung gesagt und "gute" Argumente vorgebracht (übrigens mehr um den möglichen Selbstmörder und ggf. auch meine dunkle Seite zu erreichen, weniger um jemanden zu beurteilen).
Ich habe gesagt, dass wir das mit dem Egoismus der Hinterbliebenen so stehen lassen können.
Ich versuchte aber im Anschluss auch das Gegenbeispiel zu nennen (wenn man davon ausgeht, dass das Opfer des Selbstmords nicht nur der "Täter" sondern eben auch der Hinterbliebene ist): In meinem Beispiel das Kind als unschuldiges Opfer der bewussten Selbsttötung des Elternteils.
Daher wollte ich die Frage aufwerfen: Kann man denn den Menschen, die Opfer werden, weil ihnen großes Leid zugefügt wird, tatsächlich Egoismus vorwerfen, weil sie nicht leiden möchten?
Wobei sie kein Mittel gegen dieses Leid haben, der Selbstmörder jedoch tatsächlich hätte etwas tun können und erst alles versuchen können, bevor er es tatsächlich durchgezogen hätte.
Du hast Recht, ich konnte es nicht so stehen lassen, denn es war - aus meiner Sicht - eine provokative Formulierung.
Eine Situation, in der die Angehörigen zu der Hauptperson gehen und ihr sagen: "Wir erwarten, dass du das Leid deines Lebens aushältst und wartest, bis du auf natürliche Weise gehen kannst, weil wir nicht unter dem Verlust leiden möchten."
Ich wollte eigentlich sagen, dass das in der Realität nicht vorkommt. Aber ich glaube, dass IST die Realität. So ein unausgesprochener Vertrag zwischen allen Lebewesen einer Gruppe, die sich gefühlsmäßig auf den Anderen einlassen.
"Ich stehe dieses Leben mit dir durch (das erinnert mich jetzt wieder an "bis der Tod uns scheidet"), fühle mit dir, helfe dir, sorge für dich sowie du für mich sorgst bis zu deinem oder meinem unausweichlichem Tod und verspreche dir, dir sowenig Schmerz wie möglich zuzufügen und nach Möglichkeit Schmerz von dir fernzuhalten."
So oder so ähnlich.
Ich denke, sonst könnte man ja auch einfach "Cut. Einer weniger, desto besser." sagen.
Gut, als ob es in der Realität jemals zu solchen Fragen käme und jemals diese Diskussion entstehen würde.
Mir ist bewusst, dass ich keinen potentiellen Selbstmörder überzeugen könnte. Denn die Uneinsichtigkeit (ggf. auch aus der Depression heraus) ist - wenn ich das mal so hart sagen kann - auf Seiten des Selbstmörders. Gutes Zureden und gute Argumente helfen da nicht. Daher gibt es Gott-sei-Dank auch geschlossene Abteilungen, um Menschen, die sich umbringen wollen, vor sich selbst zu schützen. Und eine ganze Wissenschaft, die sich mit den Abgründen der Psyche beschäftigt.
Na, ohne jetzt Streit provozieren zu wollen:
Jeder hat das Recht sich umzubringen.
Aber solange nicht alles versucht wurde, alles, erkenne ich keinen Grund an sich umzubringen. Und es ist mir persönlich noch kein Selbstmord untergekommen, bei dem wirklich schon alles versucht wurde und bei dem nicht ein, ja, wie soll ich es mal formulieren, ein spontan-gefühlsmäßiges, meist auch unter Einfluss einer Depression getroffenes Fehlurteil im Vordergrund stand.
So stellt es sich für mich dar.
Wenn ich sage, wir können ja darüber reden, denn es ist eine oder meine Meinung, dann gibt es natürlich die Möglichkeit, das Gegenüber zu überzeugen, aber ich betrachte eine Diskussion meist eher als Möglichkeit meine eigenen Argumente und Denkweisen zu überprüfen, vielleicht die Sichtweise des Gegenübers als passend zu erkennen oder vielleicht sogar zu einer ganz neuen Sichtweise zu kommen. Vielleicht würde ich es als Erfolg verbuchen, deine Meinung geändert zu haben. Aber wenn wir beide mit den Worten auseinander gehen "Wir sind unterschiedlicher Meinung zu diesem Thema, das soll aber nicht zwischen uns stehen.", dann bin ich schon froh.
Sprechen wir nicht eigentlich auch so öffentlich über dieses Thema um Andere zur Meinungsbildung anzuregen? Zum Nachdenken? Ich glaube, das würde mich richtig froh machen, wenn jemand lesen würde und dann plötzlich merkt: Das Thema geht mich auch was an. Und ich nehme das Leben nicht mehr so stumpf hin.
Was denkst du?