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Hallo ich bin neu hier im Forum und suche Austausch, ich weiss nur noch nicht so richtig, wie ich anfangen soll. Daher dachte ich, versuche ich mal zu erzählen, was mich gerade belastet.
Mein jetzt ehemaliger Partner und ich haben vor 3 Jahren die erste Fehlgeburt erlebt. Damals hatte ich zeitgleich eine Eileiterschwangerschaft, es wären also Zwillinge geworden. Leider haben das beide nicht geschafft. Ein Jahr später war es wieder soweit, wieder schwanger und wieder Fehlgeburt. Jedes Mal war es sehr früh, in der 8. Woche. Aus Angst, diesen Schmerz nochmal durchleben zu müssen, haben wir uns trotz Kinderwunsch dazu entschieden, keine Kinder zu bekommen. Eine Weile schien dann auch irgendwann alles wieder in Ordnung. Bis bei mir langsam das Gefühl anfing, dass nicht alles in Ordnung und nicht alles gesagt ist. Meine Gynäkologin hatte damals schon Therapie empfohlen, wir waren aber beide nicht bereit dafür und haben es abgelehnt. Wir bereuen das beide auch heute und haben jetzt beide separat damit gestartet. Es war eben nicht alles in Ordnung. Und wenn ich ihn vor zwei Monaten nicht darauf angesprochen hätte (war nicht das erste Mal, er konnte es aber immer abwiegeln), hätte er auch weiterhin nichts gesagt. Dann ist aber endlich alles aus ihm rausgebrochen und daran ist unsere Beziehung schlussendlich auch zerbrochen. Er hat gesagt, er hat seit 2 Jahren in Etappen immer mal wieder gedacht, dass zwischen uns nichts mehr ist, bis er schliesslich gar nichts mehr gefühlt hat. Für nichts und niemanden. Das war unser Punkt, dann doch mit Therapie zu starten. (Seine Gefühle sind zwischenzeitlich wieder anderweitig aufgetaucht, aber das ist eine andere Geschichte. )
Eine Woche haben wir nach diesem Gespräch noch zusammen gelebt, dann ist er zu seinen Eltern gegangen. Zu dem Zeitpunkt waren wir aber immer noch nicht klar getrennt. Das kam erst so 2 Wochen danach. Also vor 5 Wochen. Seitdem sind wir immer noch in Kontakt, wir haben halt noch die gemeinsame Wohnung und ihr arbeiten auf derselben Arbeitsstelle, da bleibt das nicht aus. Ich bin auch nicht wirklich sauer auf ihn, es ist halt einfach gerade nur alles sch..
Mit der Wohnung ist das auch so eine Sache, wir leben hier zur Miete. Der Vermieter wollte anfangs langfristige Mieter, was wir ja auch sein wollten, wir haben diese Wohnung gewählt, um eine Familie zu gründen. Stattdessen fing er nach knapp anderthalb Jahren immer mal wieder davon an, er wolle das Haus verkaufen und stattdessen haben wir unsere potentielle Familie in dieser Wohnung verloren. Nun wollten wir sowieso umziehen, eben wegen dieser Verkaufsgeschichte und werden nun in getrennte Wohnungen ziehen. Das findet aber alles erst in knapp 3 Monaten statt.
Und solange sitze ich hier fest, in einer Wohnung, in der alles in die Brüche gegangen ist, was hätte in die Brüche gehen können. Dadurch hab ich mittlerweile physische Schmerzen, wann immer ich hier bin (ich kann es nicht mehr zuhause nennen, das ist es nicht mehr) und verbringe soviel Zeit wie möglich woanders. Wir haben aber auch noch Katzen, die nunmal auch hier leben, also kann ich auch nicht vorübergehend woanders hin.
So, das war nun viel. Wer das gelesen hat, dem danke ich jetzt schon.
• • 13.05.2026x 1#1
4 Antworten ↓
Nachtsocke Mitglied
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Ich würde optisch soviel wie möglich an der Wohnung verändern. Die eine oder andere Wandfarbe, Kissenbezug, Sofabezüge tauschen, einen Küchenläufer. All solche Kleinigkeiten. Ein anderes Bild an die Wand....vielleicht findest Du bei ebay Sachen zum kleinen Preis und gestaltest um.
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Mentale Überlastung nach Fehlgeburten und Trennung
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Cassidy Mitglied
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Zitat von Nachtsocke:
Ich würde optisch soviel wie möglich an der Wohnung verändern. Die eine oder andere Wandfarbe, Kissenbezug, Sofabezüge tauschen, einen ...
Streichen geht nicht, hier sind Tapeten, die wir beim Einzug fast alle selber angebracht haben. Die Arbeit tu ich mir nicht an für die drei Monate. Kleinigkeiten umdekoriert hab ich schon. Gemeinsame Bilder weggeräumt, heftige Erinnerungen..
Aber es ist nicht die Deko, es ist das ganze Haus, was mich erdrückt. Ich hab die Fehlgeburten hier erlebt, also den tatsächlichen Abgang. Plus die ganze Trauer. Ich wusste, welcher Raum ein Kinderzimmer werden sollte und wie der eigentlich aussehen sollte.. Es ist einfach belastend.
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#3
P
Pauline333 Mitglied
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Hallo und Willkommen @Cassidy, es tut mir leid, was du erleben musstest. Ich würde auch nicht gerne in dem Haus weiter leben wollen und wenn ich du wäre, würde ich so schnell es geht ausziehen und für 3 Monate eine finanzielle Doppelbelastung in Kauf nehmen. Oder hast du schon eine neue Wohnung, in die du erst in 3 Monaten ziehen kannst? Vielleicht wäre dann eibe Zwischenmiete eine gute Idee, Airbnb z.B.
Wurde denn eigentlich mal untersucht, was der Grund der Fehlgeburten war? Vielleicht entwickelt sich dein Leben irgendwann so, dass Kinder doch wieder eine Option sind und dann wäre es ja gut, es wäre medizinisch alles soweit klar.
Mein erster Gedanke war ebenfalls so viel wie möglich umgestalten was verständlicherweise aber auch für ein paar Wochen/Monate im Rahmen bleiben würde. Meine Vorrednerin hat das aber auch schon geschrieben und du hast dazu auch schon geantwortet. Da diese Idee bereits mehr oder weniger erfolglos war, würde es vielleicht gehen, dass du deine Katzen vorübergehend wo anders hin bringst. Natürlich meine ich damit kein Tierheim und Co, sondern vielleicht zu Jemanden in der Familie oder innerhalb des Freundeskreis. Vielleicht auch da, wo du mal ein paar Nächte verbringen kannst um Abstand zu gewinnen zur Wohnung und Zeit vergeht bis zum Auszug?!
Wenn das auch nicht umsetzbar ist, dann kann vielleicht eine Freundin bei dir sein. Das würde die Situation innerhalb deiner vier Wände auch etwas verändern. Sie könnte dich ablenken und es ist einfach ein anderer Mensch bei dir in dieser Umgebung.
Das wären so Vorschläge, die ich hätte. Ich denke, dass diese Situation sehr unangenehm ist und weiß, dass man auch immer das Gefühl hat, man muss da weg und raus. Aber es ist auch zu betrachten, dass deine Zeit des Aushaltens begrenzt ist und das solltest du dir vor Augen halten. Weiterhin würde ich versuchen deine Konzentration auf die neue Wohnung zu legen und hier könntest du bereits eine große Veränderung in der aktuellen Wohnung vollbringen. Pack deine Sachen 😉 Am besten mit Unterstützung - aber wenn du schon anfängst dein Zeug geordnet zu packen, bis du nicht nur zeitlich entspannt auf dem Weg zum neuen Lebensabschnitt, du veränderst diese Wohnung auch grundlegend und wenn du dann die Kartons siehst, weißt du bei jedem Anblick, dass was Neues auf dich wartet und es nicht weit weg ist.