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Hallo

Ich denke mir, dass sehr viele Leute, besonders hier im Forum, aus gesundheitlichen Gründen nicht Arbeits- und/oder Berufstätig sind, und daher von staatlichen Sozialleistungen leben müssen.

Am 1 Januar 2005 wurden in Deutschland die Harz IV Gesetze (Arbeitslosengeld 2) eingeführt. Dies war eine der umfangreichsten und dramatischsten sozialen Umstrukturierungen in dieser Republik.
Im Zuge dieser Harz IV Gesetzgebung wurde die vorhergehende Sozialhilfe in vollem Umfang abgeschafft.

Zusatzleistungen wie z.B. Kleidergeld, Leistungen zur Anschaffung oder Erneuerung von notwendigem Hausrat, oder Sonderleistungen in besonderen Lebenslagen, so wie sie bei der früheren Sozialhilfe möglich waren, gibt es seit dieser Zeit nicht mehr. Alle diese Leistungen sind seit dem 1 Januar 2005 in dem Harz IV Regelsatz mitverankert.

Und nun zu meinem eigentlichen Grund für dieses Thema und zu meiner Frage:

Es gibt immer einmal eine Situation, wo durch unvorhersehbare Ereignisse (z.B. defekte Waschmaschine oder Kühlschrank/Herd) eine grössere Anschaffung/Kostentilgung notwendig wird.

Was tut ihr in so einer Situation ?

Wie reagiert ihr auf Ratschläge wie: Gehe doch zum Sozialamt, die zahlen das (wo es doch seit 5 Jahren überhaupt kein Sozialamt mehr gibt) ?

Da ich selber von Anfang an (1 Jan 2005) von den Harz IV Leistungen lebe, und da nun auch die Zeit bei mir gekommen ist, wo nach und nach alle Haushaltsgeräte ihre Funktion (Altersschwäche) aufgeben, würde mich eure Erfahrung in solchen Dingen dringend interessieren.

Ich meine damit natürlich nicht nur die finanziellen und/oder Lebenspraktischen Aspekte dieses Problems, sondern auch die Auswirkung solcher Lebenssituationen auf die sowieso schon bestehenden gesundheitlichen Probleme und Ängste.

Sicherlich gibt es hierbei auch verschiedene Problemebenen.
Auf eine Mikrowelle kann man z.B. bequem dauerhaft verzichten. Bei einem Kühlschrank macht es einen Situationsunterschied, ob er im Sommer oder im Winter kaputt geht. Eine defekte Waschmaschine kann aber, wenn keine Badewanne zur Handwäsche vorhanden ist, zu einem wirklichen Problem werden.
Und natürlich gibt es preisgünstige Gebrauchtgeräte in den Inseratsseiten von Zeitungen, aber dies setzt meistens eine Abholung/Transport voraus. Hierzu ist dann ein Fahrzeug notwendig. Ich persönlich habe kein Fahrzeug, und kenne auch niemanden, der eines zum Transport zur Verfügung stellen könnte.

Auf Erfahrungen, Meinugen und Tipps hierzu, würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüsse, omega

17.11.2009 08:29 • 03.12.2009 #1


32 Antworten ↓

Oft lese ich in der Tageszeitung die Rubrik DIE GUTE TAT,,,, da werden viele Sachen verschenkt..Ich selbst habe vielesverschenkt,, . Auch die Caritas / Möglichkeiten,, und Anlaufstellen Möbelläger und soweiter..... Hier gibt es zum Beispiel eine Bürgerinitiative das Möbelhaus der Kumpels,,, das sind Ehrenamtlich ehemalige Bergarbeiter ( Im Ruhestand da die Zeche SofiaJacoba geschlossen ist.. Auch gibt es Tröddelmärkte und Markthallen wo viel angeboten wird,,für einen Symbolischen Euro und soweiter..,,Und nicht zu vergessen gibt es doch auch das AMT wo man sich hinbegeben kann-nd frieren in Deutschland ,, es gibt Lösungen,,,DIE TAFEL zum Bispiel,,, Oder Kleiderkammern ,, ectr Second Hand,,,
Zur Not,, Jobs annehmen / Heimarbeit,,,,oder Mini Jobs MC Doof ectr..
Also viel Erfolg..

LG Suma

17.11.2009 08:46 • #2



HarzIV und Sozialhilfe

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,,,DIE TAFEL zum Bispiel ,, Es sollte Beispiel heissen..

17.11.2009 08:48 • #3


Christina
Zitat von omegaman:
Es gibt immer einmal eine Situation, wo durch unvorhersehbare Ereignisse (z.B. defekte Waschmaschine oder Kühlschrank/Herd) eine grössere Anschaffung/Kostentilgung notwendig wird.

Was tut ihr in so einer Situation ?

Wie reagiert ihr auf Ratschläge wie: Gehe doch zum Sozialamt, die zahlen das (wo es doch seit 5 Jahren überhaupt kein Sozialamt mehr gibt) ?

Da ich selber von Anfang an (1 Jan 2005) von den Harz IV Leistungen lebe, und da nun auch die Zeit bei mir gekommen ist, wo nach und nach alle Haushaltsgeräte ihre Funktion (Altersschwäche) aufgeben, würde mich eure Erfahrung in solchen Dingen dringend interessieren.

Ich meine damit natürlich nicht nur die finanziellen und/oder Lebenspraktischen Aspekte dieses Problems, sondern auch die Auswirkung solcher Lebenssituationen auf die sowieso schon bestehenden gesundheitlichen Probleme und Ängste.
Ich selbst beziehe keine staatlichen Leistungen, aber ein sehr, sehr guter Freund von mir bekommt Grundsicherung. Er ist aufgrund psychischer Probleme dauerhaft erwerbsgemindert. Die von dir geschilderten Situationen sind jedes Mal Katastrophen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, ein Darlehen für solche Anschaffung zu bekommen, wenn man das Geld nicht ansparen konnte. Und man kann es nicht ansparen, denn die Sätze sind sehr knapp bemessen. Dann ist jedes Mal ein Kniefall, ach was, auf dem Bauch Kriechen vor Sachbearbeitern fällig, die sich anscheinend grundsätzlich für nicht zuständig erklären. Im letzten halben Jahre wurden deswegen zwei Eilanträge ans Sozialgericht gestellt, die übrigens zur Bewilligung der Leistungen führten. Es ist ein zermürbender, entwürdigender Spießrutenlauf, der die psychische Verfassung eines sowieso schon Kranken von sehr schlecht in Richtung suizidale Krise verschlimmert. Bei allem Verständnis dafür, dass die die Anträge natürlich sorgfältig prüfen müssen und nicht mit staatlichen Geldern um sich werfen dürfen - der Umgang mit Anrtragstellern ist z.T. indiskutabel und unmenschlich.

Liebe Grüße
Christina

17.11.2009 09:31 • #4


Christina da geb ich dir recht..

LG suma

17.11.2009 09:39 • #5


Hallo Christina

Vielen lieben Dank für deinen Beitrag.

Ja, bei der Grundsicherung (mir wird sie wohl auch eines Tages bevorstehen) sollen die Rahmenbedingungen noch unmenschlicher sein als bei Harz IV.

Amtskredite für notwendige Anschaffungen gibt es, aber wie soll man so einen Kredit (wenn man verantwortungsbewusst ist) danach jemals wieder abbezahlen ohne neue Probleme zu bekommen?

@suma:
Genau in solch einem Sozialkaufhaus mit angeschlossener Suppenküche (Tafel) habe ich im Sommer auf 1,50 Euro Basis gearbeitet.
Nach 6 Wochen wurde ich mit der Begründung, ich sei ja schon einmal (2001) in einem psychiatrischen Krankenhaus gewesen, entlassen.
Daher möchte ich diese Einrichtung, mit der ich derzeit noch einen Rechtsstreit wegen Nötigung und Beleidigung habe, hier in meiner Gemeinde nicht aufsuchen müssen.

Liebe Grüsse, omega

17.11.2009 10:24 • #6


Zitat von omegaman:
?

@suma:
Genau in solch einem Sozialkaufhaus mit angeschlossener Suppenküche (Tafel) habe ich im Sommer auf 1,50 Euro Basis gearbeitet.
Nach 6 Wochen wurde ich mit der Begründung, ich sei ja schon einmal (2001) in einem psychiatrischen Krankenhaus gewesen, entlassen.
Daher möchte ich diese Einrichtung, mit der ich derzeit noch einen Rechtsstreit wegen Nötigung und Beleidigung habe, hier in meiner Gemeinde nicht aufsuchen müssen.

Liebe Grüsse, omega


Ich hoffe du findest einen Weg für dich,, ,,Tipps/ Anregungen,, hab ich dir ja schon gegeben.!

Vieleicht kann man ja auch übers Internet noch nach Haushaltsgeräte oder Organisationen ectr,,suchen.. Gratis Seiten ectr,,.. Viel Erfolg..


LG Suma

17.11.2009 10:32 • #7


möglicherweise helfen auch soziale einrichtungen mit geldern oder geräten und auch mit dem transport.

Aber alles in allem: es ist schon ein absoluter witz, was man vom regelsatz alles bezahlen soll!!!

alles gute

17.11.2009 10:37 • #8


Hallo

Ich hatte diesen Thread ja nicht nur wegen mir selber (ich werde das schon irgendwie geregelt bekommen, kann ja auch als Handwerker /Elektriker vieles selber reparieren) eröffnet, sondern weil ich denke, dass viele Menschen hier von diesen Schwierigkeiten betroffen sind.

Danke für eure lieben Antworten, omega

17.11.2009 10:57 • #9


Hallo,

zu den Hartz4-Empfängern gehört auch noch die Gruppe der knapp über dem Regelsatz liegenden Beziehern von kleinen EU-Renten, zu der auch ich gehöre. Zusätzlich zu dem geringen Einkommen fallen hier auch noch Sonderleistungen, wie etwa die GEZ-Befreiung und hier in Hannover der Aktiv-Pass (Berechtigung für ermäßtige Eintrittgelder in Museen, Schwimmbäder, Sportvereine und Sozialticket im Nahverkehr), weg. Außerdem drücken die stetig steigenden Nebenkosten selbst bei extremer Sparsamkeit das monatliche Budget immer weiter nach unten. Ich wage nicht an die nächsten Jahre zu denken, denn dann werde ich vollends verrückt.
Natürlich stellt sich auch hier die Frage, woher das Geld für Neuanschaffungen nehmen? Daher danke ich meinen Vorschreibern für die Tipps.

LG Elsa

22.11.2009 15:01 • #10


Entgegen der landläufigen Meinung gibt es das Sozialamt nach wie vor, es nennt sich nur anders. Man kann dort jeden gerechtfertigten Bedarf anmelden. Auch die Arge übernimmt Neuanschaffungen, wenn sie absolut notwendig sind, das ist allerdings tatsächlich ein Spießrutenlauf und Abhängig vom Berater. Mit einer Klage vor dem Sozialgericht wird es aber zugesprochen. Die gute Tat oder zu verschenken gibt es sehr oft, Vieles ist unter kijiji zu finden.

22.11.2009 15:21 • #11


Um ganz ehrlich zu sein:

Der Harz IV Regelsatz genügt, um in Normalfall über die Runden zu kommen.

Erst wenn zusätzliche finanzielle Belastungen (z.B. bei Defekt von Haushaltsgeräten, Gesundheitszusatzkosten etc.) hinzukommen, dann entsteht ein Finanzproblem.

Die Arge gibt in extremen Notfällen und nach langem Antragstellen hier zwar Hilfskredite (für Neugeräte, wie Keramikschnecke schon sagte), aber auch diese müsen dann ja in den Folgemonaten zurückgezahlt werden.
Dieses Geld fehlt dann natürlich über einen langen Zeitraum Monat für Monat.

Am schlimmsten sind aber diejenigen getroffen, die 40 Stunden und mehr hart und ehrlich arbeiten, und denen es finanziell auch nicht besser geht.

Liebe Grüsse, omega

22.11.2009 16:24 • #12


Das liegt aber daran das wir zum Billiglohnland werden....dank ganz oben


lg.Eva

22.11.2009 18:32 • #13


Das kam gestern auch im TV (N-24).

1 Euro Jober unter dem Deckmantel der Wiederingliederung als Billigarbeiter in der Industrie.

Ja, bald produziert China hier in Deutschland, wegen der niedrigen Lohnkosten.

Liebe Grüsse, omega

22.11.2009 19:37 • #14


Nachtrag für Keramikschnecke:

Das Amt nennt sich Versorgungsamt

22.11.2009 19:39 • #15


Und noch ein Nachtrag:

Das Versorgungsamt verlangt bei einer Antragstellung unter anderem eine vollständige Liste aller Kleidungstücke im Bestiz des Antragstellers,
und eine ebenso vollständige Liste aller Lebensmittel, die sich noch im Haushalt befinden.

Dies ist die *beep* Realität, und nun kommt mein schwarzer Humor dazu:

Ich bin einfach zu faul, um für einen Antrag dort meine restlichen Suppenbrühwürfel zu zählen.

22.11.2009 19:52 • #16


Hallo...
bei uns heisst es Grundsicherungsamt ist aber mit dem Versorgungsamt integriert....
Meine Nachbarin musste dort hin nachdem Sie ein jahr vom Amtsarzt krank geschrieben war,auch wegen der Psyche.
Bekommt jetzt Grundsicherung(Sozialhilfe) hatte ne Menge rennerein und musste EU Rente beantragen...das ist jetzt 3 Monate her von Rente noch nichts in Sicht...

da wir zum Billiglohnland werden wird halt auch so wenig in die Bildung investiert und die meisten Euro Jobs sind nicht gemeinnützig sondern verdrängen nach und nach den Normallohn...
Nach dem Motto,warum mehr bezahlen wenn mans auch Billig haben kann...

lg.Eva

23.11.2009 10:46 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Geiz ist eben gut geworden.

Führende Soziologen befürchten übrigens in den kommenden Jahren erhebliche soziale Unruhen, bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

23.11.2009 11:03 • #18


mmh ja, soweit wird es kommen klar.

Übringens macht sich die Wirtschaftskrise erst im vollen Ausmass 2010 bemerkbar...also noch ist nichts überstanden...

lg.Eva

23.11.2009 11:08 • #19


Kennst du die alten Mad Max Filme mit Mel Gibson in der Hauptrolle ?

23.11.2009 11:42 • #20



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