Hallo an alle, die sich noch an dieses Thema erinnern, oder auch an die, die jetzt erstmals davon lesen!

Edit: Achtung! Es wird seeeehr lang ab hier!
Erstaunlich, wie die Zeit doch weiterrast und man immer noch am Leben ist, trotz einiger Widrigkeiten. Ich wollte mal wieder ein Update geben, falls es noch den ein oder anderen interessiert.
Beim nochmaligen Durchlesen ist mir leider aufgefallen, dass ich zu meiner "Schande" gestehen muss, dass sich einige Dinge leider nicht verändert haben bzw. wenn dann leider nur phasenweise. Andererseits bin ich aber auch froh, dass ich bislang noch immer nicht einfach "kopflos" gehandelt habe und somit, aus meiner Sicht, größeren Schaden vermieden habe.
Aber der Reihe nach vielleicht...
Beim Hobby kann ich mich inzwischen kurz fassen. Die damalige Entscheidung, das jahrzehntelang ausgeübte Hobby gehen zu lassen, ist immer noch richtig gewesen. Die Zeit und auch einige Reisen haben da definitiv geholfen, mit allem besser umzugehen. Nun denke ich ab und zu daran, dass ich es vielleicht sogar nochmal probieren könnte, und es schmerzt ein wenig, wenn ich mir eingestehen muss, dass sich dafür zuvieles verändert hat. Aber das sind nur kleine Momente.
Was gut tut ist, dass ich mir wieder sehr viel öfter selbst genug bin. Ich habe viele kleine Interessen wiederentdeckt (oder bin zumindest dabei, diese wiederzuentdecken), die mir auch allein Freude machen, wo ich Ablenkung finde und somit die Zeit rumgeht (manchmal sogar schneller als man anfangs denkt).
Problematisch bleibt weiterhin der Job...
Und ja, ich weiß, dass es auch meine Schuld ist, dass es noch immer so ist. Ich hoffe, niemand von euch fällt nun gleich über mich her, da ich ja auch weiß, dass ich vieles selbst in der Hand habe. Aber vielleicht versteht man auch meine Beweggründe bzw. warum ich (derzeit noch) unbeweglich bleibe.
Ich hatte mich letztlich erstmal gegen einen Wechsel (sowohl Firma als auch erstmal zurück nach DE entschieden).
Zum Ende des Jahres hatte ich plötzlich ein kleines eigenes Projekt bekommen. Die meisten merkten gleich, dass ich da super drin aufging. Sogar auf Kundenseite wurde mein Engagement gelobt.
Durch das dadurch neu getankte Selbstvertrauen (und auch durch die Aufforderung eines indirekten Vorgesetzten hier) fühlte ich mich bestärkt, nochmal detailliert zu beschreiben, was ich mir für die Zukunft wünsche. Natürlich weiß ich, dass man selten alles bekommt. Aber das habe ich auch alles beschrieben, genauso wie ich auch selbstkritisch bemerkte, wo ich mich noch verbessern müsse.
Adressiert war das Ganze dann an meinen Teamleiter und den indirekten Vorgesetzten (eben auch auf gewisse Art ein Freund).
Leider hat der Teamleiter gar nicht geantwortet. Ich denke, er hat auch nichts von dem verstanden. Und so hat der das Einzige getan was er kann: die Mail an unseren gemeinsamen "Chef" weitergeleitet...
Von da kam dann die totale Ablehnung aller Vorschläge (mal wieder). Begründet wurde nichts, außer dass "er" das alles nicht möchte.
Seitdem bin ich mir sicher, dass dieser "Chef" narzistische Züge trägt. Außerdem lese ich seit geraumer Zeit Berichte über Job und Psychologie und wie oft es passiert, dass Chefs psychopathische Züge in ihrer Persönlichkeit haben...
Für mich selbst war das ganze ziemlich niederschmetternd. Das passt auch zu Studien und Berichten, die ich lese: gerade sehr sensible Menschen, nehmen solche Ablehnungen durchaus schon mal als sehr feindselig und zerstörerisch auf.
Ich bin gerade froh, dass ich nicht impulsiv reagiert habe, sondern mich weiterhin bemühe, ganz sachlich zu entscheiden.
Viele sagen mir, durchaus zurecht, ich solle mir etwas anderes suchen. Aber mindestens genauso viele kenne ich, die dabei selbst vom Regen in die Traufe gekommen sind.
Sein wir mal ehrlich, die meisten Betriebe und die ganze Gesellschaft funktioniert doch irgendwie gleich: solange alles läuft, bleibt alles gleich. Nur wenige sehen die Notwendigkeit etwas zu verändern. Hat man neue Ideen und ist womöglich besser als andere, herrschen Neid und Missgunst.
Für sensible Menschen ist es nochmals schwerer, etwas neues zu finden. Ich muss auch sagen, denke ich an meine Kollegen, fühle ich mich weiterhin gut. Ich scheitere halt nur immer an meinen Chefs und ihrem Unverständnis für meine besondere psychologische Charaktereigenschaft.
Aber ich merke auch, dass etwas in mir passiert.
Zwar weiß ich noch überhaupt nicht, wie ich diesem "Vor dem Kopf stoßen" meines "Chefs" entgegentreten soll (das ist sicher meine größte Schwäche!), aber ich merke generell (und ihr merkt es hier), dass ich mich viel mehr erkläre und vor allem zu der Person stehe, die ich bin. Und ich möchte auch noch mehr für andere dieser Art einstehen in Zukunft!
Darüber hinaus habe ich das Thema "Jobwechsel" durchaus weiter im Kopf. Immerhin gab es im letzten Jahr die Möglichkeit. Und wenn ich aktiv bemühe, vielleicht ergibt sich dann noch etwas.
Es ist halt schwierig, wenn man nicht der "Fachidiot" für nur ein Thema sein möchte, sondern sich in vielen Themen sehr gut zuhause fühlt. Gesucht wird halt oftmals nur der "Spezialist" und nicht mehr der "Allrounder".
Immerhin sollte ich mich erstmal weiter beruhigen... Noch ist der Job, den ich habe, sicher. Falls es zum schlimmsten Fall kommt und man mir die Tür weist, habe ich einen kleinen Notgroschen gespart, der es mir ermöglichen sollte, wieder in die alte Heimat zu kommen mit allem Sack und Pack.
Da liegt halt auch der Hund begraben... Mir machen einige Entwicklungen in der alten Heimat durchaus Angst. Und ich habe, unter anderen aus diesem Grund, immer mal wieder das Gefühl, dass ich doch noch nicht fertig bin.
Fertig bin ich jetzt erstmal mit diesem Beitrag.

Ist doch ziemlich viel geworden, was mir da auf dem Herzen lag... Vielen lieben Dank an alle von euch, die wieder bisher gelesen haben!
Feedback, auch wenn es weh tut, aber solange es fair bleibt, ist immer gerne gesehen.

Ich bin auf jeden Fall immer wieder froh, hier im Forum dabei zu sein. Denn ich habe hier schon oft sehr ähnliche Geschichten gelesen!
Lasst euch nicht unterkriegen, sage ich an dieser Stelle immer wieder gerne an alle hier!
Wünsche euch einen guten Wochenstart!
Viele Grüße
Yannick