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Tilly92

Tilly92
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Hallo ihr Lieben,

ich bin gerade ein wenig hoffnungslos und weiß ehrlich gesagt nicht mehr weiter. Ich verliere gerade sämtliche Hoffnung.
Ich bin, wie viele mich beschreiben würden, eine starke Persönlichkeit und eine Kämpferin. Aber irgendwann ist auch die stärkste Person schwach und hat keine Kraft mehr.
Egal wo ich gerade hinschaue – ich habe überall Pech. Ich habe meinen Job verloren (WfbM Reithalle), den ich so sehr geliebt habe, aufgrund von Täter-Opfer-Umkehr. Dann habe ich finanzielle Sorgen. Dann habe ich eine Wohnsituation, die gerade echt zum Heulen ist. Ich bin 33 Jahre alt und wohne leider wieder bei meinem Vater, weil ich in meiner Wohnung von Nachbarn massiv terrorisiert wurde. Und mein Vater ist – naja, wie erzählt man das – er ist ein Narzisst. Er kontrolliert mich, er bedrängt mich, ruft mich ständig wegen jedem Mist an.
Ich versuche immer die Graue-Stein-Methode, aber er findet immer wieder neue Wege.
Er hat mir auch immer wieder WhatsApp geschrieben und dann habe ich angefangen, die Nachrichten einfach zu ignorieren. Naja, und jetzt fängt er an, mich anzurufen – immer wieder.
Es gibt wirklich Momente, da möchte ich ihn am liebsten blöd anmachen und sagen, dass ich mich echt bedrängt von ihm fühle. Dass er scheinbar viel Aufmerksamkeit braucht und ich ihm diese Aufmerksamkeit nicht geben will. Ich will mir sein Gejammer über seine Schulden nicht anhören, weil er mit Geld nicht umgehen kann. Ich will mir nicht anhören, dass sein Zuckerwert zu hoch ist, weil er nicht versteht, dass er Diabetes Typ 2 hat und trotzdem meint, eine ganze Schokolade auf einmal essen zu müssen.
Ihr würdet jetzt sagen, dass ich dafür nicht verantwortlich bin – und das stimmt, ihr habt recht. Dafür bin ich nicht verantwortlich und ich will auch gar nicht dafür verantwortlich sein. Aber trotzdem muss ich mir dieses Geheule seit Jahren anhören. Und wenn ich ihm dann Tipps gebe, wie man sich richtig ernähren soll oder sich auch mal bewegen soll – weil er so schwer übergewichtig ist – dann darf ich mir massive Beleidigungen anhören und ich bin dann der „Klugsch.r“.
Und dann kommt noch meine Gesundheit dazu. Zum einen natürlich die psychische Gesundheit, aber auch die körperliche. Ich habe Asthma, das ist neu bei mir. Dann habe ich wegen dem Sport leider ständig eine Bizepssehnen- und Schleimbeutelentzündung und die Schmerzen sind enorm. Das belastet mich natürlich.
Und ich fühle mich fürchterlich alleine. Ich habe keine Familie mehr, weil ich den Kontakt abbrechen musste, da mir die Familie nicht gut getan hat. Das war so eine Einbahnstraßen-Familie, würde ich sagen. Immer wieder bin ich das schwarze Schaf. Immer wieder wird der Finger auf mich gezeigt. Immer wieder bin ich die Böse. Aber ich habe – ob ihr es mir glaubt oder nicht – niemandem etwas getan.
Ich möchte am liebsten nur noch weinen. Ich weiß überhaupt nicht mehr weiter. Und aufgrund meiner gesundheitlichen Probleme bin ich nicht mehr erwerbstätig. Das bedeutet, ich bekomme SGB-XII-Grundsicherung.
Einfach etwas ändern? Tja, ich bin die ganze Zeit dabei. Aber es geht nicht von heute auf morgen. Es sind nicht mehr die Zeiten wie vor 10 oder 20 Jahren. Das Leben ist heute ganz anders.
Wohnung? Na ja, wenn man etwas Bezahlbares findet. Allerdings möchte ich nicht einfach irgendeine Wohnung haben – ich möchte ein Zuhause haben. Danach sehne ich mich. Ein Zuhause, wo ich zur Ruhe kommen kann, wo ich Frieden finden kann.
Natürlich suche ich weiter Wohnungen, aber mit SGB XII ist das leider ein bisschen eingeschränkt. Und ich habe Angst, wieder eine Wohnung zu finden und dann wieder mit Terror-Nachbarn leben zu müssen.
Kleine Information dazu: Ich habe sechs Jahre lang in einer Wohnung gewohnt, in einem Sechs-Parteien-Haus. Die Nachbarn waren super, bis sie alle Stück für Stück ausgezogen sind. Dann sind neue Nachbarn eingezogen, die Terror gemacht haben. Sie waren bis drei Uhr morgens laut – richtig laut. Ich habe Lärmprotokoll geschrieben, ich habe Tonaufnahmen gemacht, und der Vermieter – sogar eine Genossenschaft – hat mir nicht geholfen.
Wenn ich die Nachbarn um Ruhe gebeten habe, weil ich am nächsten Tag arbeiten musste und auch gerne mal schlafen wollte, standen teilweise zehn Leute vor mir und haben mir deutlich gemacht, dass ich nichts zu sagen habe. Mir wurde sogar Gewalt angedroht.
Darüber hinaus war es leider kein lokales Problem, sondern schon fast flächendeckend. Ich bin zum Gespött der ganzen Nachbarschaft geworden. Alle haben sie mich ausgelacht und über mich gelästert. Das klingt alles unrealistisch, aber es ist leider so passiert. Der Vermieter hat mich nicht ernst genommen. Selbst die Polizei konnte mir nur eingeschränkt helfen.
Bis ich daran zerbrochen bin. Und dann musste ich die Wohnung aufgeben, weil ich das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geschafft habe.
Ich habe Angst, dass sich so etwas wiederholt. Fürchterliche Angst.
Ich versuche schon seit längerer Zeit, wieder auf den normalen Arbeitsmarkt zu kommen. Immer wieder ohne Erfolg. Immer wieder musste ich Rückschläge erleben. Wenn ich auf dem ersten Arbeitsmarkt wäre und endlich eine stabile Gesundheit hätte, dann könnte ich vielleicht irgendwann investieren – zum Beispiel in eine Wohnung, die ich kaufen und vermieten kann. Vielleicht könnte ich mir dann irgendwann ein kleines Haus kaufen.
Ich will kein Haus wegen Luxus. Luxus ist mir egal. Ich möchte ein Haus, weil ich dort meine Ruhe hätte. Keine Nachbarn, die nachts poltern. Da würde ich meinen Frieden finden.
Und ja, ich traue mich das zu sagen, weil mein Vater ein eigenes Haus hat. Ich bekomme mit, wie friedlich es sein kann – naja, wenn er nicht wäre.
Und ja, ich stehe auch im Erbe drin. Aber meinem Vater vertraue ich nicht. Er hat sehr viele Schulden im zweistelligen Bereich. Als er vor drei Jahren einen Herzinfarkt hatte, habe ich versucht, mich mit ihm an einen Tisch zu setzen. Er hat sich geweigert und mich sogar beleidigt.
Ich möchte nicht das Erbe annehmen und dann seine Schulden bekommen. Das will ich mir nicht antun. Und selbst wenn ich die Schulden nicht erben würde, könnte ich das Haus nicht halten, weil ich zwei Geschwister habe, mit denen ich leider auch keinen Kontakt mehr habe.
Kleiner Hintergrund: Wir sind drei Kinder mit denselben Eltern, Scheidungskinder. Ich war die Einzige, die versucht hat, neutral zu bleiben. Und genau das ist mir zum Verhängnis geworden. Deswegen bin ich heute unter anderem das schwarze Schaf – und weil ich mich nicht manipulieren lassen möchte.
Meine beiden Geschwister – auch wenn kein Kontakt mehr besteht und sie nicht sehr freundlich zu mir waren – darauf bin ich trotzdem stolz: Sie haben beide ihr Leben geschafft. Sie sind gesund, haben einen Job, einen Partner, teilweise sind sie verheiratet. Das finde ich wirklich gut.
Aber leider haben sie mir das früher, als wir noch Kontakt hatten, auch ständig unter die Nase gerieben. Sie haben damit regelrecht angegeben. Sie haben sogar meinen Glauben verspottet. Ich bin Christ, sogar streng gläubig, und sie haben das in den Schmutz gezogen und sich darüber lustig gemacht.
Außerdem haben sie Dinge über mich erzählt, die überhaupt nicht stimmten. Weil sie die Schuld am Scheidungskrieg bei mir sehen, musste ich den Kontakt abbrechen – um mich selbst zu schützen, nicht weil ich ihnen wehtun wollte.
Jedenfalls hatten meine Geschwister mir damals schon versprochen, dass sie mir jeden Cent aus der Tasche ziehen würden, wenn mein Vater einmal nicht mehr da sein sollte. Sie stehen zwar nicht im Erbe, aber sie haben Anspruch auf den Pflichtteil. Das könnte ich nicht bezahlen.
Auch die Geschwister meines Vaters hätten jeweils Anspruch auf etwa 15.000 Euro, weil mein Großvater mit im Grundbuch steht.
Deswegen müsste ich, wenn es so weit ist, schweren Herzens das Erbe ausschlagen. Und das tut mir unglaublich weh.
Ich finde es so ungerecht. Ich habe niemandem etwas getan. (Denkt daran: Ihr wisst nur, was ich schreibe. Ihr kennt mich und meine Situation nicht – bitte verurteilt mich nicht.)
Ich habe wirklich niemandem etwas getan, und mein Leben verläuft einfach furchtbar. Ich fühle mich alleine. Ich habe niemanden. Ich bin gesundheitlich am Ende, psychisch am Ende, finanziell am Ende. Und alle wollen mir weh tun.
Und alle, die mir weh tun – meine Geschwister, meine Mutter, meine Tanten – denen geht es gut. Sie haben keine finanziellen Sorgen. Sie haben eine Wohnsituation, in der sie glücklich sind und Frieden finden.
Und ich bin diejenige, bei der alles schief läuft. Auf der alle rumhacken. Mir wird überhaupt nichts gegönnt. Gar nichts.
Ich finde das unfair. Ich wünsche mir so sehr Frieden und Ruhe.
Deswegen habe ich auch so eine fürchterliche Angst vor dem, was noch kommen könnte. Ich weiß, dass vieles Zukunftsmusik ist und nur in meinem Kopf. Aber ich habe in meinen 33 Jahren so viel Mist erlebt, dass ich einfach nur Angst habe.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Ich bin in psychologischer Beratung, ich habe eine ambulante Wohnbetreuung, ich habe einen Psychiater. Bis vor kurzem hatte ich auch noch eine Soziotherapie.
Aber bei mir bricht gerade gefühlt alles zusammen. Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr.
Ich möchte einfach nur leben. Ich möchte zur Ruhe kommen. Ich wünsche mir Frieden.
Ich möchte abends vor dem Fernseher sitzen und in Ruhe fernsehen können, ohne dass mich ein Nachbar terrorisiert. Ich möchte ins Bett gehen können, ohne Angst zu haben.
Und wenn ich auf den Wohnungsmarkt schaue, ist das alles zum Heulen. Die Wohnungen, die vielleicht perfekt wären, sind zu teuer.
Ich wende mich an euch, weil ich das einfach einmal loswerden wollte. Und vielleicht hat der ein oder andere eine Idee. Denn mein Netzwerk zuckt leider auch nur noch mit den Schultern.
Ich habe fürchterliche Angst. Vielleicht lebe ich noch 30, 40 oder 50 Jahre. Und ich möchte diese Jahre in Frieden leben – nicht mit dem Stress, den ich die letzten 33 Jahre hatte.
Ich möchte, dass es endlich einmal geradeaus geht und nicht ständig bergab.
Und wenn jemand sagt: „Jeder ist seines Glückes Schmied“ – mehr als ich mache, kann man nicht machen. Ich kann nicht mit dem Finger schnipsen wie Jesus und plötzlich gesund sein, studieren, Chirurg werden und viel Geld verdienen.
So funktioniert das Leben leider nicht.
Ich kann meine Gesundheit nicht einfach beeinflussen, egal wie viel Mühe ich mir gebe. Ich habe in der Vergangenheit mehrfach versucht, wieder auf den normalen Arbeitsmarkt zu kommen – aber ich habe es nicht geschafft, weil meine Gesundheit andere Pläne hatte.
Manche Leute denken vielleicht, es wäre einfach. Aber es ist nicht einfach.
Und jeder, der meint „Mach doch einfach“ oder „Du solltest einfach etwas ändern“, der weiß nicht, wie beschissen das Leben manchmal sein kann.
Solchen Leuten wünsche ich nichts Böses. Aber ich wünsche ihnen, dass sie einmal selbst erleben, wie schwierig das Leben sein kann

15.03.2026 x 5 #1


10 Antworten ↓

L
@OrsimerCordia bzw Sang woo han

#2


A


Angst vor der Zukunft

x 3


B
Andere kapieren das erst, wenn sie es selbst erleben.

Leider denkt sich das Leben stetig neue hinterlistige Gemeinheiten aus, die mit noch so viel akribischem Vorgehen nicht vorauszusehen sind.

Wenn Leute von sozialen Ängsten reden, dann meinen sie nicht diese stetige Angst alles zu verlieren zu können und letztendlich das Leben. Das ist tatsächliche soziale Angst.

Das einzige was einem bleibt ist stetig aufzupassen es nicht selbst noch schlimmer zu machen und sich mit so wenig wie möglich zufrieden zu geben.

Ich kann dir nur viel Glück wünschen, dass es dir gelingt, die gröbsten Unangenehmheiten in deinem Leben zu beseitigen.

x 1 #3


Supergirl01
Hallo Tilly92,
Ich kann dir keinen Rat geben, aber ich weiß wie hart und schwer es ist. Mir geht es ähnlich. Fühl dich gedrückt.
Ich hoffe immer, irgendwann wird es besser. Das tröstet mich zumindest für den Moment.
Ich hoffe für dich, dass es auch besser wird, weil sowas hat niemand verdient. Auch nicht wie andere mit dir umgehen.

#4


OrsimerCordia
@LonesomeUser was soll mir das jetzt sagen?

#5


OrsimerCordia
Ich verstehe das du eine schwere Zeit hast. Manchmal hat man Glück und es gibt ein Lichtblick

#6


Sonnenzauber
@OrsimerCordia du bist doch in einer ähnlichen Situation oder nicht?

x 1 #7


W
@Tilly92

Liebe Tilly92,

danke für deinen Beitrag! Er spricht mir ziemlich aus der Seele, weil ich mich ähnlich (allein) fühle, auch wenn nicht alles gleich ist. Was ich kenne ist Verlust von allem ohne ursächliches eigenes Verschulden und mehrfaches Opferwerden in tatsächlich allen Bereichen.
Vielleicht hilft es, wenn wir unsere Lagen gegenseitig von außen betrachten auch uns selbst, unserem eigenen Rat zu folgen.

Was ich ebenfalls möchte ist Ruhe und einfach Routine. Ich sehe es so, dass die Lebenskurve nicht gerade ist, sondern eine Wellenform hat, die hoffentlich spiralförmig nach oben gerichtet ist. Deswegen habe ich auch oft das Gefühl, mich nach Jahren immer noch im Kreis zu drehen, auch wenn ich - kaum sichtbar - schon auf einer etwas anderen Ebene bin. Was ich mir sehnlichst wünsche ist, dass die Ausschläge der Amplitude nicht mehr so stark sind. Und dass ich die Ausschläge nach oben besser wahrnehmen kann.

Für mich liest es sich so, dass du keine Energie mehr hast. Es wäre daher gut, wenn du dir Stück für Stück wieder Freude ins Leben holen könntest.

Dann lese ich Ohnmacht. Dafür würde ich dir erstmal eine Rechtschutzversicherung empfehlen, falls du noch keine hast. Das hat mir geholfen, mich weniger außer Gefecht setzen zu lassen und die Emotionen runterzufahren, indem ich die Auseinandersetzung konsequent den zuständigen Stellen überlasse. Das hat mir eine erstaunliche Gelassenheit gegeben und tatsächlich etwas bewirkt und mich selbst wieder aufrechter stehen lassen.

Ansonsten gibt es das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen wo man mit jemandem sprechen und realistische Einschätzungen erhalten kann.

Meiner Erfahrung nach bringt es nur etwas, sich kurzzeitig aufzuregen und das als Antrieb zu nutzen, sich eine möglichst sachliche Betrachtungsweise anzueignen. Ich sage das, obwohl ich es selbst noch nicht anwenden kann und mich häufig wie gelähmt fühle angesichts der Herausforderungen. Da schließt sich der Kreis wieder, denn das, was den höchsten Berg überwindet sind (ganz ganz) kleine (und ganz ganz viele) Schritte. Und dass der Blick auf diese kleinen und zahlreichen Fortschritte gerichtet bleibt statt auf die großen Rückschläge und es dann hoffentlich sehr bald dazu kommt, dass man sieht, dass die Fortschritte überwiegen und wieder eine Energiereserve aufgebaut wird (die man dann auch nicht wieder beim nächsten Rückschlag restlos aufbraucht).

Es freut mich, dass du in Therapie bist und dort hoffentlich gute Unterstützung bekommst! Dauerhafte Gespräche mit Fachleuten habe ich mir jetzt auch auf die Liste gesetzt, da ich gemerkt habe, dass ich das Ganze einfach nicht alleine bewältigt bekomme. Das ist im Grunde das Pendant zur o.g. Versicherung.
Vielleicht lässt es sich verallgemeinern und sagen: Bleib nicht allein mit Herausforderungen (und überstülpe sie nicht deinem Umfeld, falls es signalisiert, dass es ihm auch zu viel ist). Sondern suche dir Fachleute für die entsprechenden Herausforderungen oder Amateure, die das von sich aus möchten *wink

Und eine letzte Sache für heute noch: auch für deine körperliche Gesundheit kannst du etwas tun. Ich habe vor einiger Zeit gehört, dass ein Großteil der Krankheiten eine Ernährungskomponente haben und man damit sehr viel bewirken kann. Meines Wissens ist auch Asthma sehr gut behandelbar und ermöglicht in den meisten Fällen bei entsprechender Behandlung ein ebenso langes und gutes Leben wie bei einem Gesunden. Es zählen auch hier die kleinen Schritte, die einen langfristig an einen ganz anderen Standort bringen, wenn man sie konsequent beibehält.

Anfangs ist es mühevoll und jeder Schritt ist schwer. Aber wenn man nur eine kleine Sache durchhält, kann sich langsam wieder Hoffnung ausbreiten und dann sogar Zuversicht und irgendwann das Wagen eines größeren Schrittes (Wohnung, Job etc.) ins Auge gefasst werden.

Ich wünsche dir einen erholsamen Sonntag und dass du etwas Freudvolles für dich machst.

x 1 #8


OrsimerCordia
@Sonnenzauber Das stimmt, ja

#9


P
@Tilly92 es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht und du nicht weißt, wie du da wieder rauskommen kannst.
Ich hoffe für dich, dass es dir bald besser geht.

Da du noch jung bist und im Idealfall wirklich noch 50 oder mehr Jahre vor dir hast, möchte ich dir noch einen Hinweis da lassen: Menschen, die "von allen anderen Menschen nicht gut behandelt werden", haben da oft ein eigenes Zutun. Und wenn es nur eine bestimmte Wahrnehmung ist, eine Art Brille, die sie auf die Welt blicken lässt und die sie so empfinden lässt, dass alle gegen sie sind und immer nur sie große Schwierigkeiten meistern müssen.
Es ist aber auch oft so, dass Menschen, die von allen anderen nicht gut behandelt werden, durchaus mit ihrem Verhalten dazu beitragen, dass andere sie so behandeln. .

Ich meine jetzt nicht, dass man mit einzelnen Menschen Probleme hat - das kann tatsächlich am anderen liegen - aber wenn ALLE anderen, von Familie bis zur gesamten Nachbarschaft gegen einen sind, dann lohnt es sich, einmal zu schauen, was man selbst dazu beiträgt. Und wenn es wie gesagt die "Brille" ist, die einen so auf andere schauen lässt.

Wenn man dem Leben und den Menschen gegenüber eine gewisse negative Grundhaltung hat, dann verhält man sich auch so, dass sich diese Befürchtung von schlechten Menschen und misslichen Situationen für einen bestätigen

Der Mensch sieht seine Welt nämlich nicht wie sie ist, sondern wie er ist.

Wenn man immer darauf achtet, wo man nicht gut behandelt wurde, sieht man immer mehr solcher Ungerechtigkeiten. Freut man sich über gute Dinge, die einem widerfahren, dann sieht man immer mehr Gutes.

Ich weiß nicht, ob du mit diesem Hinweis etwas anfangen kannst, aber vielleicht macht das ja was mit dir und du überprüfst mal, ob du eventuell auch eine ungünstige Brille trägst, die dein Leben zusätzlich belastet.

#10


W
@Pauline333

Liebe Pauline333,

das habe ich auch sehr oft zu hören bekommen und dann sehr sehr viel meinen Anteil reflektiert und mich dann selbst schlecht gemacht und bin nicht mehr rausgekommen. Und auch jetzt triggert mich dieser Ratschlag noch, weil er mich nur auf mich zurückwirft und die Situation außer Acht lässt. Es gibt eben auslösende Faktoren, für die man absolut nichts kann. Und das kann dann schlimmstenstalls eine ganze Spirale von Vorfällen folgen lassen. Ich habe diesen Ratschlag oft von den Leuten gehört, die es nicht mehr hören konnten, was mir alles passiert. Manche hatten selbst einen nicht unerheblichen Anteil.

Im Grunde ist das der fundamentale Attributionsfehler: Die Ursache wird bei der Person gesucht statt in der Situation.

Ich stimme dir insofern zu als dass ich auch glaube, dass es eine Brille gibt, wenn man immer wieder traumatisiert wird: Angst. Und die kann einem Perspektivlosigkeit suggerieren und einen sogar handlungsunfähig machen.

Und in meinem Beitrag plädiere ich auch dafür, diese Brille der Angst langsam durch die der Freude zu ersetzen, den Fokus kleinschrittig und langfristig zu verschieben.

Je mehr Zeit vergeht, umso schwieriger ist es, wenn man Dinge nicht verarbeitet bekommt und sich die Vorfälle so sehr häufen, dass es schier ausweglos erscheint. Wenn man dann noch einigermaßen selbstreflektiert wirkt (und seinen Anteil kennt), erscheint es dem Umfeld oft umso unverständlicher, dass man nicht rauskommt.

Ich bin also dafür, die Situation möglichst sachlich anzuschauen und sich von zuständigen Stellen Hilfe zu suchen und gleichzeitig die kleinen freudvollen Momente anfangs vielleicht überzubetonen, damit sich der Blick verschiebt.

Von außen betrachtet sehe ich die mögliche Lösung oft, aber das selbst umzusetzen ist nochmal eine andere Sache. Man kann nur hoffen, dass einer der Impulse, die man durch den Austausch bekommt, etwas in einem auslösen, dass die Situation verbessert. Wenn man sich aber aus Angst kaum noch in den Austausch wagt und postive Erlebnisse so essentiell sind, hängt es oft von einer Kleinigkeit ab, dass man erneut zurückgeworfen wird.

Also ja, ich denke, es ist wichtig, das Freudvolle zunächst überzubetonen und darin Übung zu erlangen. Ich denke nicht, dass man sich die Brille der Angst abreißen und durch eine andere ersetzen kann, sondern dass die Übung und bewusste Fokussierung auf die Freude die Angstbrille hoffentlich langsam lockert und ihr Abnehmen ermöglicht und sogar ersetzen kann. Irgendwann kann man die Angstbrille dann nur noch wirklich in den Momenten echter Bedrohung aufsetzen, so dass sie zu einem echten Werkzeug geworden ist.

x 2 #11


A


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