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Hallo an alle,

jetzt sitze ich hier gerade gemütlich vor meinem Computer und habe mir gedacht mal
wieder ein paar Zeilen in dieses Forum zu schreiben. Und zwar kam ich durch eine
einfach klingende Frage darauf etwas neues zu schreiben. Die Frage lautet:
Was will ich eigentlich?

Und ich kann diese Frage garnicht beantworten die doch so einfach zu klingen scheint.
Da kommen auch sofort weitere Fragen und Gedanken die das ganze weiter fassen und
umschreiben. Was will ich eigentlich vom Leben? Was ist eigentlich ein erfülltes Leben?
Was ist eigentlich Liebe? Und war das was wir glaubten als Liebe zu bezeichnen im Leben
überhaupt welche gewesen?

Ich könnte da jetzt immer mehr zufügen und es wird dann irgendwann vielleicht auch viel
zu Philosophisch. Vielleicht ist es jetzt mit 38 bei mir auch ein Alter wo solche Fragen
vermehrt kommen. Man hat ja schon ein Stück weit gelebt oder manchmal überlebt oder so.
Es ist wohl auch jetzt so das Alter wo man von der Midlifecrises spricht.

Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, dann freue ich mich am meisten darüber aus einem
komplizierten Elternhaus den Absprung in eine eigene Wohnung und Beruf hinbekommen zu
haben. Aber irgendwie ist es dann auch dort verblieben. Liebe zu Frauen? 3 Beziehungen
die zusammen etwas auf 10 Jahre kommen und seit dem genausolange Single. Also eher
Enttäuschung. Kinder habe ich keine. Letzt Partnerin wollte auch keine. Wüßte auch nicht
ob ich welche wollte oder nicht. Und so ist es mit allem. Ich weiß nicht was ich überhaupt
will.

Wenn man die Werbung sieht so sieht das Erstrebenswerte scheinbar so aus: Eine schöne Frau,
2 wohlgeratene Kinder die dort dann ebenfalls schön anzusehen und meist ein Junge und ein
Mädchen sind. Erfolg im Beruf. Am besten sowas wie Architekt oder so. Ein tolles Auto das
mindestens gehobene Mittelklasse ist. Ein wunterschönes Haus und zwar meist in einer tollen
Nachberschaft und mit viel Grün drumherum. Und natürlich regelmäßig schöner Urlaub.

Das ist so schei. finde ich das es weh tut. Und so schei. unrealistisch für viele Menschen.
Wenn ich hier in Duisburg nur eine Straße weit laufe sehe ich so viele Menschen die so fertig
sind mit dem Leben, dass dieser alberne Werbetraum von den Realitäten hier so weit weg ist das da
ganze Galaxien zwischen passen.

Manches findet man hier schon normal. Das Leute in den Mülleimern draußen nach Flaschen wühlen.
Oder mit der halbvollen Bierflasche selber halbvoll rumstollzieren. Letztens kam ich nach einem
Einkauf aus der Straßenbahn da stand dann ein Herr um die 30 und verpasste diese im letzten Moment.
Kann ja mal passieren. Er schrie dann wild der Bahn hinterher. Du H.re, du V.tze, ich bring dich
um du N.tte! Schön laut damit wir an seinem Glück teilhaben konnten. Trat dann noch gegen die
Scheibe des Wartehäuschens.

Vielleicht sollte man Ihm in diesem Moment mal ein paar Fragen stellen. Z.B. Was will er
eigentlich vom Leben? Oder passend zum Werbeideal. Was macht eigentlich seine schöne Frau
und die wohlgeratenen Kinder? Oder gibt es die garnicht bei ihm? Was macht eigentlich sein
Haus und das Auto so? Er könnte doch lieber mit dem Wagen fahren, dann müsste er sich nicht so
über die Bahn ärgern. Na ja, zumindest hielt mir eine nette Nachbarin die Tür auf. Obwohl
die auch immer den gleichen Jogginganzug trägt und die Haare immer von Ihr. Eine Herausforderung
für Frisör, Kamm und Shampoo. Wenn ihr den Film der Exzorzist kennen solltet hättet ihr ein
gutes Bild von der Dame. Also in etwa so wie Linda Blair am Höhepunkt der Teufelsaustreibung.

Ich weiß das war jetzt keine Werbung für diese Stadt. Und um für Duisburg jetzt auch eine Lanze
zu brechen. Es gibt hier auch noch Menschen die nicht völlig fertig sind und man als relativ normal
bezeichnen würde, was immer das auch sein mag. Aber es gibt auch diese Hardcorefraktion und das
ist dann eben so gegenteilig von dem was uns werbemäßig suggeriert wird. Dieses Werbeziel ist also
für viele aufgrund Ihrer finanziellen, körperlichen und psychischen Verfassung garnicht zu
erreichen.

Und wenn man es erreichen sollte ist es dann überhaupt das Richtige? Ist das der Lebens-
sinn oder das Lebensziel? Ich habe hier einige Beiträge aus dem Bereichen über Einsamkeit
und auch Liebeskummer gelesen. Ist ja irgendwie immer alles voll Leiden. Die einen leiden an
der Einsamkeit und die anderen leiden in der Partnerschaft. Die zweiten wären am Werbeideal
ja schon näher dran. Könnten auf dem Zettel schon mal Partnerin oder Partner abhacken. Jetzt nur
noch die 2 Kinder also Junge und Mädchen, Karriere, dickes Geld, Auto und Haus. Und dann
auf einmal im echten Leben 2 Jungen oder 2 Mädchen oder Drillinge. Oder behindertes Kind.
Behinderte, Kranke und Arme gibt es ja im Werbeideal eigentlich garnicht. Alte haben höchstens
graue Haare aber kommen ansonsten genauso gesund wie die Jungen daher. Nach meinem
Zivildienst im Krankenhaus könnte ich jetzt endgültig bestätigen das die alten nun wirklich nicht immer
gesund sind, sondern dort auch mal ab und an mit dem Tode ringen. Und es gibt dabei selten ein
Unentschieden. Was ist eigentlich mit den Häusern und Autos der ganzen ein Euro und Minijobbern.
Für ein Playmobilhaus reicht es vielleicht. Und beim Spielzeugauto wird die Atmosphäre schon ganz
anders wenn Junge und Mädchen ab und an Brum Brum und die Ehefrau Tüt Tüt sagt. Das mit
dem einsteigen üben wir dann aber noch.

Ist das alles schon zynisch? Ich find ja die Werbeeinblender in den alten Actionfilmen von Paul
Verhoeven immer noch ziemlich stark, satirisch bitterböse und zynisch. Aber mittlerweile frage
ich mich ob unsere nicht viel zynischer sind, wenn man sie mit den fertigen Teil der Menschen dieser
Stadt und Ihrer Lebensrealität vergleicht.

Ist dieses Lebensideal aus unserer Werbung erstrebenswert? Da muß ich dann irgendwie an Christus
oder Buddha denken. Christus kam aus ärmlichen Verhältnissen. Im Stall geboren. Single bzw. leben
wie in einer Komune. Nach Berufskarriere strebte er glaube ich eher nicht. Sein Leben war eher
Berufung. Kinder hatte er auch keine leiblichen. Dafür naschen wir beim Abendmahl seinen Leib.
Und in der Bergpredigt sagt er auch nichts davon das die seelig sind die ein Haus, ein Auto
und 2 fünf Sterneurlaube im Jahr haben. Geht da eher um Arme, Kranke und Suchende. Buddha kam aus
reichem Elternhaus. Der hat das Werbeideal ja schon eigentlich in der Wiege mitbekommen. Aber
statt meine Frau, mein Haus, mein Auto zu sagen schmeißt er alle diese Ziele hin und sucht nach
einem Weg dem Leiden zu entkommen, von dem er wußte das auch der Reichtum ihn davor nicht
bewahren würde. Er soll Erleuchtung gefunden haben. Sein oder Haben von Erich Fromm geht mir
da noch durch den Kopf.

Ich will garnicht werten welches Lebensziel jetzt erstrebenswerter ist. Vielleicht geht ja beides.
Oder es gibt noch viel mehr. Hierzu müßte man wohl alle Religionen, Philosophien, die Psychologie
und sogar Alltagsweisheiten vergleichen. Dazu kämen noch die subjektiven Überzeugungen die man
selber in seinem Kopf mit sich herumträgt.

Ich selber kann die Frage Was will ich eigentlich? vom Anfang des Textes jedenfalls weiterhin
nicht wirklich beantworten. Ich weiß auch nicht was mich hindert. Ein klammern an Sicherheiten
vielleicht. Oder Bequemlichkeit. Ich weiß es nicht.

Interessant fand ich mal eine Frage die auch zu diesem Thema passt. Was würdest du tun wenn
du alles könntest? Diese Frage ging dabei soweit das man wirklich alle Möglichkeiten hat. soweit
sogar das es physikalische Unmöglichkeiten enthielt. Also das man unsterblich ist und keine
pysikalischen Gesetze für einen galten. Es ist dann natürlich pure Sience Fiction aber auch nicht
uninteressant. Was würde man dann tun. Man hätte keine finanziellen Schranken, wäre körperlich
eine art Supermann oder -frau, wüßte alle Antworten, hätte unendliche Macht. Würde man ethisch
und Verantwortungsbewusst sein oder nicht?

Mir selber ist die Frage Was will ich eigentlich? unter den realistischen Gesichtspunkten lieber.
Und die hoffe ich mal für mich zu beantworten. Vielleicht passiert es ja erst im hohen Alter. Oder
ich komme zu der Erkenntnis, dass das Leben auch ohne die Antwort lebenswert genug war.

Würde mich freuen zu hören was Ihr hier im Forum so darüber denkt. Kennt ihr solche Fragen? Habt
ihr antworten für euch dazu gefunden. Stellt ihr euch auch Sinnfragen oder habt das Gefühl in
einer Sinnkrise zu stecken? Insbesondere in Momenten der Einsamkeit.

Würde mich freuen das ein oder andere in so einer Richtung im Forum oder privat angeschrieben
zu diskutieren.

Einen schönen Restsonntag für alle und einen guten Wochenstart wüncht
Ben.

16.02.2014 15:43 • 21.04.2014 #1


16 Antworten ↓


Hallo Ben,
wow, das war ja ein langer Text
Der Sinn des Lebens ist ja auch ein weeeiiites Thema, über das ich mir auch viel Gedanken gemacht habe. Und das auch immer in den Zeiten, in denen ich mich einsam gefühlt habe. Jetzt mit Familie stellt sich die Frage nicht mehr. Und ich bin froh darüber, weil ich diese Frage irgendwie quälend fand. Vielleicht auch, weil es keine Antwort darauf gibt?
Die Frage, nach dem was man selber vom leben will: Dazu kann ich nur sagen, dass ich die Antworten in mir selbst gefunden habe, sobald ich auf meine Intuition gehört habe. Ich wollte eine Familie und ich habe noch diverse andere Dinge in Planung und andere bereits umgesetzt. Ich hoffe nur, dass mich meine Angsterkrankung jetzt nicht voll aus der Bahn wirft.

Dass es das Pseudo-Ideal der Werbefamilie nicht gibt, das muss man eigentlich nicht schreiben, oder? Das ist eine absichtlich inszenierte Projektionsfläche für unsere Hoffnungen und Wünsche. Es soll suggeriert werden, dass man sich mit den gezeigten Produkten sein Glück kaufen kann. Und das funktioniert nun leider nicht.

Also eine Superheldin wäre ich auch gern. Ich würde mich für das Gute und die Gerechtigkeit entscheiden

Aber das was man will, sollte man am Besten vor dem Altsein klären, denn sonst ist es vielleicht für so Einiges zu spät.

LG
Shirley

17.02.2014 09:31 • x 1 #2



Sinnkrise

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Hallo Ben,
willkommen bei den Fragenden. Jeder stellt sich früher oder später die Frage nach dem Sinn des Lebens.
Seit ich diesen Satz gelesen habe: Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst, gehts mir sehr viel besser.
Ziele sind wichtig klar, aber wann ist ein Ziel erreicht? Ist nicht der Weg das Ziel? also ist das Leben selbst der Sinn.
Werbefilmchen sind nicht das Leben. Sie sollen Menschen beeinflussen und ihren Konsum und das Kaufverhalten lenken, sonst nix.
Religionen sind gut und sinnvoll, aber ich persönlich kann damit nichts anfangen. Die Botschaft dagegen ist sinnvoll: Liebe den Nächsten mehr als dich selbst! Wobei man nun naürlich erstmal den Nächsten erkennen muss. Ich denke wer sein Leben regelmässig, am besten täglich, neu reflektiert und einige dieser Botschaften versucht zu befolgen, der ist auf einem sehr guten Weg sein Leben mit Sinn zu erfüllen.
Und was das Streben nach Gut und Geld angeht, das liegt in der Natur des Menschen und es ist nicht unbedingt das Schlechteste. Sogar die Steinzeitmenschen haben nach GUT gestrebt im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Wir würden alle im Stillstand verharren wenn dieses Streben nicht in uns veranlagt wäre. Wie gesagt, was wir dann letztendlich aus dem Erreichten machen, das wiederum bestimmt die Sinnfrage.
Ohje, das war jetzt aber sehr philosophisch.
Sind eben so meine persönlichen Gedanken und mit denen lebe ich ziemlich gut. Mal mehr und mal weniger.

17.02.2014 10:49 • x 1 #3


Hi Ben1975,

so ne Sinnkrise kann schon ganz schön nervig sein und führt zu einer wichtigen aber schwierigen Frage:
was will ich, was sind meine Bedürfnisse?
Diese Entscheidung liegt alleine bei Dir selbst. Bei Dir liegt auch zu entscheiden, was für Dich selbst richtig ist. (Und Falsch gibt es da auch nicht )
Meistens fällt es uns leichter zu entscheiden, was wir nicht wollen.
Du bist es, der dem Leben einen Sinn gibt, indem Du es lebst, indem Du Dir darüber Gedanken machst. (Das tust Du ja bereits)
Wir haben da jede Menge an Freiheit bekommen und das macht uns die ganze Sache zum Problem. Wir haben die Wahl.
Dabei geht es zuerst mal nur alleine um Dich selbst. Andere zu lieben und ihnen behilflich zu sein ist auch nett und klar auch erstrebenswert, aber zuerst mal musst Du Dich selbst mögen wie Du bist. Dann klappt das mit den anderen von alleine.

Du bist doch schon recht nah dran, wenn Du schreibst, dass Du Dein Leben reflektierst. Das ist ein guter Anfang/Start und damit beginnt der Weg nun mal. Gehen dürfen wir dann selbst. Ob Du rennst, hüpfst, kriechst ist egal.
Ob Du ein Eigenheim hast oder zur Miete wohnst, ein altes oder ein neues Auto, alleine bist oder einen Partner hast - es ist egal. Wichtig ist, dass Du voran kommst und Du Dich damit wohl fühlst. Das ist alles, was zählt. Das ist der Sinn der Sache. In unserem Kulturkreis spielt sich das Leben hauptsächlich in äußeren Werten ab.
Wenn man da nicht mitmacht, wird man auch schnell mal zum Außenseiter. Deshalb sind wohl auch viele an dem ganzen Käse (Haus bauen, Familie gründen usw.) beteiligt. Es ist ganz banal gesagt (bei den meisten) der Gruppenzwang. Viele flüchten damit auch aus ihrer inneren Einsamkeit. Sprich sie haben Angst alleine zu leben. Dazu kommt Angst, nicht dazu zu gehören, wenn man anders ist, Dinge anders macht und anders meint.
Wir beurteilen uns ständig selbst. Im Vergleich zu Mitschülern, Kollegen, Freunden und Nachbarn sind wir stets vorbildlich bemüht, festzustellen, wer ist besser und wer ist schlechter.

Ein neutrales „anders“ kommt uns gar nicht erst in den Sinn.

Fällt unser eigenes Urteil über uns selbst schlecht aus, machen wir uns selbst ein Problem. Die Selbstverurteilung ist eine Schraube, die uns nur immer weiter in den Boden dreht.
Der einzige Weg das Leben positiv zu verändern, besteht darin, nicht zu urteilen, nicht über sich selbst und nicht über die anderen. Leichter kommt man meistens auch voran, wenn man nicht zu viel plant, sondern das Leben selbst entstehen darf, wenn man es lebt. (Eine schwierige Sache, da wir ja auch alle gelernte Sicherheitsfanatiker sind).

RoF

17.02.2014 13:22 • x 1 #4


Ach Ben,
Ich bin 27 und stell mir die gleichen Fragen

Manchmal fühl ich mich so unten wie die Leute die du beschreibst ....und manchmal wie der Beobachter.

17.02.2014 13:42 • x 1 #5


Man merkt, das Du aus dem RGB bist. Typische Unterschichtsszenarien, die leider ja keine Seltenheit hier sind.

Sehr guter Beitrag übrigens! Solche Fragen stelle Ich mir auch oft. Anworten? Keine Ahnung, zumindest nicht wirklich. Nietzsche half zwar weiter, aber die perfekte Antwort fand Ich nicht. Vielleicht glücklich sein, aber wird man das jemals. Ich bezweifel es immer mehr, v.a. auf dem Planeten, auf dem man sich fremd fühlt, bei all den komischen manipulierten Wesen. In Afrikas Wäldern wäre Ich vielleicht besser aufgehoben, als bei westlichen Normalos. Who knows.

18.02.2014 13:57 • x 1 #6


Hallo zusammen,

ich wollte mich einfach bei allen die etwas zu meinem längeren Text über
Sinnkrise geschrieben haben nochmal bedanken, und freue mich auch über
weitere Kommentare oder auch Inhalte die zum Weiterdiskutieren anregen.

Danke das Ihr euch die Zeit dafür genommen habt. Ich habe alle Kommentare
gelesen und lese gerne auch noch mehr davon. Manche regten mich mehr
zum nachdenken an und andere weniger, aber für die Mühe bin ich allen
dankbar.

Ich wünsche allen erstmal einen schönen Abend heute.

LG von Ben

20.02.2014 17:09 • #7


Du bist ein Mensch wie jeder andere. Ein Mensch mit einer individuellen Geschichte, die dich geprägt hat und einzigartig macht.

Die Sinnfrage kann ich dir nicht beantworten. Vergleich dich nicht mit anderen oder mit der Werbung. Wir wissen nicht, wie andere fühlen, ob sie sich als genauso sinnlos empfinden, ob sie ihr Leben als erfüllt ansehen, usw.

Nutze die Lebenszeit, solange du gesund bist. Das Zusammensein mit anderen Menschen, die Natur, ein schöner Sonnenaufgang, Musik, das Wissen um seine eigene Geschichte, dieses Fühlen ist für mich essentiell. Da ist es mir herzlich egal, was die Werbung mir vorschwärmt oder der Pfarrer in der Kirche predigt.

20.02.2014 22:10 • x 1 #8


Hallo Ben,
Was will ich eigentlich?
Welche Gedanken und Bilder tauchen bei dieser Frage in dir auf?
Welche Gedanken von einem glücklichen Leben bringen dein Herz zum Lachen?
Wie definierst du deinen Sinn? Im privaten , beruflichen oder partnerschaftlichen Bereich?
Vielleicht wäre es hilfreich den Sinn und die Erfüllung in einem kleinen Bereich zu suchen.
Zb ein Hobby das dir viel gibt?
Und nicht sofort den großen ganzen Sinn sehen wollen. Was meinst du?

Ich freu mich auf deine Nachricht.

Liebe Grüße
Andreas

21.02.2014 03:05 • x 1 #9


boomerine
Diese Frage stellt ich mir auch kam aber nicht weiter, ja warum, weil es eigentlich gut ist wie es ist, nur es geht um die Veränderung um etwas zu ändern und da kommt dann das bequeme wieder zum Vorschein im Grunde hat fast jeder alles um glücklich zu sein, nur es ist zu wenig, weil die Werbung und sonstiges uns die glückliche Welt vor lebt, auch wenn die es auch nicht sind es ein für und wieder, gut du bist Single, ich bi verheiratet stell mir aber auch die Frage war es das ? Ist das alles gewesen ? Bin ich überhaupt glücklich ? oder bin ich nur zu bequem ? um es zu ändern, wird demnächst 55, bin BU-Rentnerin, bin krank, was soll das Leben da noch bringen ? Für diese Faktoren bin nicht zu alt nur zu bequem und dies ist mit einer Portion Angst verbunden vor der Zukunft. Sollte ich den Traummann noch finden ? der mir das Glück und die Liebe schenken kann ? oder fall ich wieder auf die schnauze ? dann doch lieber so, irgend wie wird es für uns eine Lösung finden. Ich fand deine Zeilen sehr gut. Bist du schon einen schritt weiter gekommen ? boomerine

07.03.2014 18:55 • x 1 #10


boomerine
Ich bin heut wieder mal auf dieser Seite gelandet, weil ich mich wirklich seit gestern wieder frage was soll das alles und warum machen wir da mit ? ich bin heut wieder in einen Zwiespalt gekommen warum der Egoismus ? warum die Hoffnung ? auf was ? Wenn es mir bescheiden geht ist niemand zur Stelle, aber wehe den anderen geht's schlecht, oder wenn sich andere verkracht haben ( Familie ) musste ich mitmischen um zu versöhnen komisch und es klappte, aber im umgekehrten Fall heißt es nein da halte ich mich raus, nein das geht mich nichts an. Wo bleibt da der Sinn ? bin ich zu blöd um zu kapieren das es anders läuft, spielen das Herz und die Gefühle keine Rolle mehr ? Wer fragt mich was willst du ? oder wie geht es dir ? Ich erwarte diese Frage, bin ich ehrlich, weil dies für mich normal ist. Meine Eltern haben im November geheiratet, ich bin im Mai zur Welt gekommen, war ich ein Kind der Liebe oder ein Ausrutscher ? Wäre ich ein Kind der Liebe gewesen würde sich mein Vater anders verhalten dem war ich doch immer schon ein Dorn im Auge. Ich weiß ich schweife vom Thema ab, aber dies sind heut alles so fragen die ich mir stellte, bin ich nur zu bequem um mein Leben zu ändern ? Oder ist es die Angst vor etwas neuem ? Warum kann man in meinen Kopf die Software nicht einfach ändern um normal zu werden, so wie fast jeder andere auch . liebe grüße boomerine

18.04.2014 17:45 • #11


Hallo boomerine,
ich glaube, Du bist einfach ein Mensch, der sich für andere einsetzt um etwas zu bewirken, zu helfen oder unterstützen, wie auch immer. Wenn einem selbst dann diese Unterstützung verwehrt wird, tut das verdammt weh. Vor allem, wenn es innerhalb der Familie ist.
Ich war auch immer für alle und jeden da, wusste immer Rat und hab versucht, zu helfen wann immer Not am Mann war. Hab mich in andere hineinversetzt, verstanden. Was war das Ende? Ich selbst konnte irgendwann nicht mehr. Doch wenn man immer stark ist... wird das akzeptiert? Wird es überhaupt in unserer Gesellschaft akzeptiert, mal nicht stark oder sogar auf Hilfe angewiesen zu sein? Ich finde es schön, dass Gefühle und gewisse Werte für Dich noch zählen. Wenn Du überlegst, ob es Sinn macht zu hoffen: Ich würde sagen ja. Verzweifel nicht an solchen Dingen, sie sind es nicht wert. Und was ist denn normal? Ist nicht jeder Mensch anders? Was Du Dir wünscht vom Leben, ich hoffe, es geht in Erfüllung. Aber nimm nicht Maß an dem Leben anderer, sondern sei wie Du bist und geh Deinen Weg.
Wünsch Dir viel Kraft, wenn Du Veränderungen anstrebst und mehr Verständnis für Deine Belange.
Viele Grüße..

18.04.2014 18:44 • #12


boomerine
liebe judi, lieben Dank für deine Zeilen / Worte, im Moment sehe ich halt keinen Halt und kein Land, es ist im Moment eigentlich alles zu viel, wann werde ich lernen, auf mich zu besinnen ? es wäre so wichtig, aber ich komme nicht aus meiner Haut und in die Gänge. Gerade jetzt wär es so wichtig wieder an Land zu gewinnen weil mein Morbus Crohn auch wieder aktiv ist. Ich frage mich wer ist für mich da ? Mein Mann kann im Moment auch nicht mit dieser Situation umgehen, es ist wirklich bescheiden boomerine

19.04.2014 18:14 • #13


Liebe boomerine,
meisten ist es so: wenn es hakt, dann richtig. Es tut mir leid, dass es Dir
so schlecht geht. Mir wurde auch mal der Boden unter den Füssen weggezogen..
Ich brauchte lange, bis ich mich wieder gefangen hab. Dachte immer, das wird
nichts mehr.. kam mir so verloren und verlassen vor...
Hatte auch stationäre Behandlung, die mir
sehr gut getan hat. Mal weg von dem ganzen, zu sich selbst finden, einfach
Abstand haben usw. Drei Jahre später kann ich sagen, dass ich einigermassen
über den Berg bin.
Allerdings habe ich nicht Deine Krankheit, von der ich eigentlich so gut wie
nichts weiß. Vielleicht hilft Dir zumindest das Gefühl ein wenig, dass jemand an Dich denkt.
Ich drück Dich!
Liebe Grüße
Judi

19.04.2014 20:11 • #14


Zitat von Ben1975:
jetzt sitze ich hier gerade gemütlich vor meinem Computer und habe mir gedacht mal
wieder ein paar Zeilen in dieses Forum zu schreiben. Und zwar kam ich durch eine
einfach klingende Frage darauf etwas neues zu schreiben. Die Frage lautet:
Was will ich eigentlich?

Das kann Dir wahrscheinlich niemand beantworten ausser Dir selber.
Ich musste auch fast 30 Jahre alt werden um genau definieren zu können was ich vom Leben noch erwarte.
Heute weiß ich zum Glück was genau ich möchte und wie es weiter gehen soll.
Und vor Allem weiß ich auch was ich NICHT möchte, denn dies ist ebenfalls sehr wichtig.

Wünsch Dir dass Du diese Fragen irgendwann auch für Dich beantworten kannst.

Denn das Leben ist irgendwie zu kurz um es mit wenig Freude und Glück zu leben.

21.04.2014 11:15 • #15


boomerine
schön für dich, das du es mit 30Jahren geschafft hast, ich bin 55 Jahre alt, ich bin mit meinen 54 Jahren noch am kämpfen, ich weiß was ich möchte, aber das ist nicht umzusetzen, keine Ellbogengesellschaft, mehr für den anderen da sein, Frieden, Gerechtigkeit und Respekt, das sollte schon in der Familie beginnen, denn das ist mein größter Knackpunkt, mit dem ich nicht klar komme, ob das ein Wunschdenken ist ? oder ist dieser Wunsch zu absurd ? boomerine

21.04.2014 11:40 • #16


Zitat von boomerine:
schön für dich, das du es mit 30Jahren geschafft hast, ich bin 55 Jahre alt, ich bin mit meinen 54 Jahren noch am kämpfen, ich weiß was ich möchte, aber das ist nicht umzusetzen, keine Ellbogengesellschaft, mehr für den anderen da sein, Frieden, Gerechtigkeit und Respekt, das sollte schon in der Familie beginnen, denn das ist mein größter Knackpunkt, mit dem ich nicht klar komme, ob das ein Wunschdenken ist ? oder ist dieser Wunsch zu absurd ? boomerine


Ich tick da mittlerweile ein wenig anders, denn ich empfinde die Ellbogengesellschaft -für mich persönlich- als wesentlich vorteilhafter als den Kuschelkurs. Warum ? Weil ich mich durch zu viele Hiebe, die ich einstecken musste, weiter entwickeln konnte. Lernen durch nachmachen nenn ich das jetzt mal. Früher war ich auch so eine die sich immer Gedanken gemacht hat um andere, wollte immer anderen alles Recht haben, etc. Die eigenen Bedürfnisse sind völlig auf den Grund gelaufen. Das war genau das was mich so kaputt gemacht hat. Heute nutz ich selber meine Ellenbogen, ich komme damit weiter als je zuvor.
Sicherlich gibt es Menschen die mir die Welt bedeuten, Freunde und Freundinnen die mich seit jahren begleiten und für die ich sterben würde wenn ich es müsste.
Aber die große Gesellschaft hat mir vorgelebt wie man voran kommt im Leben, und ich empfand die harte Schule des Lebens als lehrreich! Manchmal empfiehlt es sich doch einfach mal den inneren Schweinehund an die Hand zu nehmen und auszuführen und das Duckmäuschen einfach mal daheim auf dem Sofa sitzen zu lassen. Eine gesunde Portion Egoismus ist mein persönliches Patentrezept gewesen um daraus zu finden.

21.04.2014 11:53 • #17



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Dr. Reinhard Pichler