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Hallo zusammen,

Ich bin 21 Jahre alt, männlich und derzeit Student. Nach meinem Abitur wusste ich nichts Konkretes, was ich beruflich einmal werden sollte. Also habe ich wegen fehlender Alternativpläne ein technisches Studium aufgenommen. Dieses habe ich inoffiziell nach dem 2. und offiziell nach dem 4. Semester abgebrochen. Eltern haben sich da natürlich aufgeregt und mich belehren wollen. Da ich es nun immer noch nicht besser wusste, studierte ich dann ein geisteswissenschaftliches Fach. Ich bin nun auch im 2. Semester und ebenfalls unzufrieden damit. Fazit: Ein Studium liegt mir nicht.

Nun stehe ich da. Außerdem wird mir in etwa einem Jahr der Geldhahn abgedreht. Ich stehe vor dem großen Problem meiner Zukunft. Ich weiß nicht, was mir sonst Spaß macht. Hobbys sind alles Sachen, was ich nicht in einen Beruf umwandeln möchte; Hobby soll Hobby bleiben.

Nach rund einem Jahr grübeln oder zumindest der Versuch, kam ich zu folgendem Fazit:
Mein Traum, die Utopie für mich ist, dass Frieden auf den Planeten herrscht. Gier und Negatives sollen vertrieben werden und menschliches Miteinander, Toleranz einkehren. Kurz: Weltverbesserer. Mir ist bewusst, dass dieses Ziel ein Ziel ist, was man nicht erreichen wird, aber wenigstens anstreben kann.

Jetzt würde man denken, dass ich doch etwas wie Soziale Arbeit studiere oder eine Ausbildung irgendwie mache. Soziale Arbeit fällt wegen der Tatsache weg, dass es ein Studium ist. Eine Ausbildung im sozialen Bereich zu finden ist schwer, und falls man eine finden sollte, dann arbeitet in einem kleinen regionalen Bezirk mit einem spezifischen Arbeitsbereich. Ich möchte ja, wie oben beschrieben, Toleranz, menschliches Miteinander den Menschen wieder beibringen. Sozusagen ein Kampf gegen den Stellenwert materieller Güter und Geldgier.

Vielleicht hat jemand mein Problem schon erkannt, falls nicht: Ich weiß nicht, was ich machen soll, damit mein Lebensziel wirklich als Ziel im Leben habe und nicht ein anderes Ziel verfolgen muss wegen Existenzängsten.

Jeder, der Gedanken zu meiner Situation hat, darf diese gerne mir mitteilen. Wenn es vielleicht jemanden genauso geht, dann würde ich die Geschichte von euch erfahren!

05.02.2014 19:32 • 21.02.2014 #1


8 Antworten ↓


Hey steveooo!
Der Mensch stolpert nicht über den Himalaya,sondern über die Bordsteinkante!Ich weiß nicht mehr genau,von wem dieses Zitat stammt(ich glaube von Gandhi),aber daran mußte ich denken,als ich Deine Zeilen las.
Und an mich selber,als ich noch jung war.Lang ist´s her.Voller Idaelismus und Radikalität war ich damals.Voller schwarz und weiß,voller richtig und falsch,voller gut und böse.
Du bist erst 21 Jahre alt,hast noch alles vor Dir.Im Grunde kannst Du gar nichts falsch machen,alles ist Lernprozess,alles Erkenntnisgewinn,jeder Umweg ist auch ein Weg zu Dir selber.

Setz Dich nicht zu sehr unter Druck!Probier Dinge aus,leg Dich nicht fest,laß es geschehen.Geh offen auf neue Alternativen zu.
Deine Werte kannst Du überall leben.Wo Du gerade stehst:als Verkehrspolizist,als Finanzbeamter,als Postbote,als Professor.Wie auch immer.

Verkörpere Deine Ideale da,wo Dich das Leben gerade hinstellt.

Mehr kann niemand erwarten.

05.02.2014 20:04 • #2



Regungslos in der Sinnkrise - der Weltverbesserer

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Was für einen Lebenstandard wünschst du dir denn für dich selbst?
Das eigene Leben muss nun mal irgendwie finanziert werden, zur Not siehst du den Job als Mittel zum Zweck.
Warum wäre ein sozialer Beruf nichts? Vielleicht musst du deine Erwartungen nur etwas zurückschrauben. Du kannst nicht die ganze Welt ändern, sie aber vielleicht jeden Tag durch kleine Taten etwas besser machen.

Ich kenne ein paar Leute, die haben ähnlich gedacht wie du. Der eine hat ein Jahr in Paris als Obdachloser gelebt, die anderen leben mittlerweile beide in Klöstern. Sie selbst haben keinen Besitz und sind nur für andere da. Vielleicht wäre das ja was für dich.

06.02.2014 15:56 • #3


Was ist mit Psychologie. Ich meine die Menschen sind so auf Leistung programiert, was ist die Folge....jeder weiß es. Dadurch kannst du den Menschen zu einer Richtung verhelfen die wieder lebenswert sein kann. Denn diese, die zum Therapeuten kommen haben in der Regel die Nase voll vom Leistungsdruck und dem ganzen Wahnsinn dem wir uns verschrieben haben.

06.02.2014 17:58 • #4


kalina
Finde ich gut, wie Du denkst, ich wünschte, es gäbe seeeeehr viel mehr, die genauso denken.

Dieses Ziel zu haben ist eine gute Voraussetzung, wichtig ist aber zu wissen, dass es angesichts der momentanen

Lage in der Welt und angesichts der (leider) üblichen Natur des Menschen im allgemeinen ein relativ aussichtsloses Vorhaben ist.

Ergo: es gibt eh nix zu verlieren, packen wirs an

Viele Wege führen nach Rom: z. B. im Gesundheitswesen, Arbeit mit Jugendlichen, Alten, Behinderten, im Sozialwesen, in der Theologie, evtl. auch im kirchlichen Bereich (seelsorgerisch, sozial) .... , in der Politik (Bundeskanzler, )? Eigentlich man man in nahezu jedem Bereich eine humanistische oder soziale Ader mit einbringen.

Übrigens: ein Sozialpädagogik-Studium ist nicht so besonders schwer.
Du könntest auch als Erzieher anfangen (Akademie).
Denn die Kinder und die Jugend sind die Zukunft, Deine Einstellung prägt auch als Erzieher die Kinder.

Es gibt wirklich sehr viele Möglichkeiten, weltverbesserisch tätig zu werden. (Z. B. auch als Musiker, Autor, Dichter, Künstler).

Ob Du auch später noch genauso denkst, wird sich noch zeigen. Schön wärs auf jeden Fall.

Viel Glück und Erfolg

06.02.2014 23:06 • x 1 #5


Wie findet man am besten Menschen, die ähnliche Sichtweisen wie ich haben?
Ich weiß, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der so denkt. Dennoch weiß ich nicht wie ich mit Gleichgesinnten in Kontakt treten kann...
Jemand Ideen?

10.02.2014 01:00 • #6


Aus Erfahrung:
Mach einfach Irgendwas.
Klingt blöde, frustrierend, feige und ein wenig desillusionierend: Wichtig ist erstmal, dass es Dir gut geht, bevor du anderen helfen kannst.
Ich war auch so, ich habe viel ausprobiert und nie das Richtige gefunden und wie ich heute lebe spottet jeglicher Beschreibung.

10.02.2014 01:41 • #7


libellchen
Zunächst mal muss ich sagen, dass mir dein Problem eher ein 'Luxusproblem' zu sein erscheint.
Dass du überhaupt die Möglichkeit hattest, dir Zeit zu lassen zu nehmen, dir zu überlegen, was du nach dem Abitur machen willst...

Ich hatte keine Zeit, mir großartig Gedanken zu machen, und auch keinen Geldhahn der mir ein Studium finanziert hat.
Ich bin heute trotzdem mit meiner Auswahl ganz zufrieden, ich gehe (meistens) gern zur Arbeit und ich nage nicht am Hungertuch. Ergo: Es könnte schlimmer sein...

Es ist heute fast eine Illusion einen so tollen Job zu haben, der alle Kriterien erfüllt, die man sich so ausmalt.
Außerdem sind viele Menschen sowieso in ihrem tiefsten Innern unzufrieden, egal ob sie 500 oder 5000 € im Monat verdienen...

Insofern: MUSS es denn wirklich dein Traumjob sein? Ich meine, mal ehrlich - Toleranz unter die Menschen bringen...?

16.02.2014 01:33 • #8


Hallo steve,
du bist 21 jahre alt, da kann kein Mensch den Rest seines Lebens (ver)planen. Mach doch einfach mal ein freiwilliges soziales Jahr, das kann dir vielleicht die Richtung weisen. Deine Illusionen werden dir noch früh genug geraubt. Ich habs selber erlebt. Man engagiert sich und ist voller Enthusiasmus, aber wenn kaum etwas zurückkommmt, dann erschöpft sich die Kraft im Laufe der Zeit. GutMenschen habens schwer.
LG

21.02.2014 11:06 • #9




Mira Weyer