Knallerbse

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Hallo, ich (22w) habe ein RIESENPROBLEM, und ich hoffe auf diesem Weg vielleicht etwas Verständnis und Hilfe zu bekommen, bzw. das Problem lösen zu können (das wäre toll).

Weil ich immer schon, auch als ganz kleines Kind, sehr schüchtern war und meine Eltern auch sehr vorsichtig damit waren, mir Sachen zu erlauben, habe ich heute GAR KEINE FREUNDE. Ich habe die Schulzeit einigermaßen überstanden, aber ich habe einfach niemanden, außer meinen Geschwistern und meinen Eltern, obwohl ich nicht schlecht aussehe und (meiner Meinung nach zumindest) auch nicht besonders seltsam bin. Ich hab auch Humor und bin heute gar nicht mehr so schüchtern, aber ich habe gemerkt dass es fast unmöglich ist, ohne Freunde im Ärmel irgendwen besser kennen zu lernen.

Zu dem Übel kommt noch, dass ich abends nicht raus darf, eben weil meine Eltern mir nicht zutrauen, dann zu überleben, wenn ich nicht Leute dabei habe, die sie (meine Eltern!) so ungefähr kennen. Ich weiß nicht ob das normal ist, aber keine Freunde zu haben ist ja auch nicht normal. Jedenfalls fühle ich mich immer ungerecht bestraft und habe das Gefühl in einer Sackgasse zu stecken und mein Leben zu verpassen, weil ich halt auch gern mal feiern gehen, zu Konzerten gehen, mit Freunden in Urlaub fahren und all das tun möchte, was alle tun. Überhaupt wird man irgendwie immer für diese Tatsache, dass man keine Freunde hat, verachtet und als Schuldiger abgestempelt, also das zuzugeben finde ich schwer und es zu verheimlichen auch, aber am schlimmsten finde ich, dass ich abends nicht weg kann um mich einfach mal so mit irgendwem zu treffen ohne meine Eltern um Erlaubnis fragen zu müssen, ich glaube ich muss die Personen vorher einladen, sonst glauben mir meine Eltern nicht. Und das erhärtet ja bei Leuten, die man einfach so kennen lernt den Verdacht, dass man keine Freunde hat. Das ist doch ein Teufelskreis, oder nicht?

Leider ist es auch noch zufällig so, dass ich studiere, wodurch ich kein eigenes Einkommen habe und somit nicht mal ausziehen kann. Meine Eltern möchte ich nicht nach einer Elternbürgschaft fragen, weil sie es finanziell sinnlos finden dass ich jobbe oder ausziehe, außerdem können sie mich dann weniger kontrollieren. Für mich wäre das gut, weil ich dann freier und selbstständiger bin. Wenn sie aber das Gefühl haben, ihre Tochter hat einen starken Rückhalt irgendwo, dann werden sie denk ich endlich auch loslassen und mir mehr erlauben müssen, auch ohne dass ich ausziehe. Im Prinzip bin ich ja eingesperrt. Aber so einen guten Rückhalt, wie ich ihn benötige, zu finden, das ist gar nicht so leicht wie ich erst dachte.

Seit einiger Zeit bin ich nämlich jetzt schon online aktiv, und suche nach Leuten, die auch nach Leuten suchen und sich gerne auf mich einlassen würden, aber das war irgendwie noch nicht so erfolgreich, weil immer irgendetwas nicht passt. Deshalb geh ich hier mal direkter vor:
Am besten wäre es natürlich, wenn eure Situation meiner sehr ähnlich ist, weil einfach dann das Verständnis, die gegenseitige Toleranz und die Motivation, was zu verändern, am größten ist, also wenn man ein gemeinsames Ziel hat. Also, wenn ihr:

- keine oder möglichst wenig Freunde/Kumpels habt
- um die 20 seid (also ca 18-26)
- studiert oder aus welchen Gründen auch immer tagsüber nichts zu tun habt bzw. euch ein
paar mal in der Kennenlern-Phase freinehmen könnt und wollt
- in Köln oder Umgebung lebt
- Schön wär es auch wenn ihr weiblich seid, weil ich auch weiblich bin (Ist aber kein Muss )
- und meint, es bringt euch was oder ihr einfach nur Lust habt, mich da rauszuboxen,

dann schickt mir doch einfach eine PN oder Antwort. Ihr müsst natürlich nicht genau in dieses Schema passen, es soll euch eigentlich nur eine Orientierung geben. Ich antworte auf jede ernst gemeinte Nachricht.

LG Knallerbse

03.08.2012 06:59 • 17.11.2012 #1


19 Antworten ↓


Dubist

Dubist


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Du lebst wie eingesperrt im gefängnis...
Ich weiß nicht, ob deine eltern trennungsängste haben und ob du ihr kleiner liebling bist und sie angst haben dass dir was passiert.
Oder ob das mit Macht und Kontrolle über dir zu tun hat?
wie ist denn dein Zuhause sonst so?
Liebevoll?
oder eher voller macht, strenge und kontrolle und kälte?
bitte ehrlich..



Das Problem ist, das man auch einem schüchternen menschen was zutrauen sollte.
denn ich sehe eine gefahr dadrinnen. Das so ein Mensch nicht lebensfähiger wird sondern eher fast weltfremder.

Weißt du wie du draussen in einem Restaurtan eine Kaffeemaschine bedienen kannst?
Wie du den Eintritt bezahlst im Hallen-oder Freizeitbad, wo du hin mußt?
Weißt du wie du dir eine Zugfahrkarte kaufst?
und vieles mehr?
Das sind dinge die man oft nichtmal mehr hinkriegt oder nicht weiß, weil man nur daheim ist?
Sind deine eltern harz vier, vielleicht liegt es auch daran, das sie kein geld haben für Freizeitaktiivitäten?
du bist volljährig, ich weiß nicht, ob du nict ein Recht drauf hast auch mal wegzugehen.
Informier dich mal..
Dubist

03.08.2012 13:28 • #2


Dubist

Dubist


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Du hast doch Geschwister kannst du nichtmal mit denen was unternehmen, wie alt sind die?

03.08.2012 13:29 • #3


Sommerbluete


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Hallo,
ich komme nicht bei dir aus der Nähe, aber wünsche dir viel Erfolg.
Was ich mich beim Lesen deines Textes immer wieder gefragt habe ist, was deine Eltern für eine Handhabe haben, dich zu kontrollieren. Ich komme jetzt nicht mit deinen Rechten an, denn ich finde, den Staat sollte man aus familiären Dingen möglichst raushalten und das selbst lösen. Aber du klingst so, als würdest du es bereitwillig hinnehmen, dass sie so über deinen Kopf hinweg entscheiden. Ich zum Beispiel möchte nicht erwachsen werden und bin noch sehr kindlich, meine Eltern meinen auch zuweilen, mich deshalb nicht richtig ernst nehmen zu müssen, dann klopfe ich ihnen aber vorsichtig auf die Finger und sie merken: ,Oh, ja, stimmt ja.' und halten sich zurück. Andererseits genieße ich es aber auch sehr, mich da noch etwas verkriechen und die Kindheit verlängern zu können, obwohl ich doch schon ausgezogen bin und mein eigenes Leben habe.
Vielleicht ist das ja bei dir ähnlich. Es erleichtert aber alles das Leben, wenn du dich da ein bisschen emanzipierst und nicht immer darauf achtest, was deine Eltern dazu sagen. Ich habe zu meinen Eltern ein sehr offenes Verhältnis und erzähle immer gerne über meine Unternehmungen und sie sind sehr interessiert. Sie wissen aber auch, dass ich nicht abrutschen könnte, keinen Alk. trinke, nicht rauche, keinen Dro. nehmen würde und mich nicht von zwielichtigen Gestalten einlullen ließe.
Bevor du dich, wir uns, also um das ;,,Wie?" kümmern, ist wichtig, ob du überhaupt wirklich mehr Freiheit möchtest oder ob dir die Annehmlichkeiten, die du in deinem behaglichen Nest hast, doch im Endeffekt wichtiger sind.

03.08.2012 13:32 • #4


Dubist

Dubist


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Die Gefahr ist da, das man ja gar nicht lernen kann in so einem Elternhaus,
seine adlerschwingen zu benutzen. so schätze ich den fall ein.
die flügel zum losfliegen werden ja immer gestutzt...
oder verkümmern, weil sie nie benutzt werden..
ist doch traurig..

Ob sie es genießt da?
ich höre heraus, das ihr das harte Leben da draussen halt niemand so recht zutraut.
Aber da ist die grosse gefahr, das sie es sich selber nicht mehr zutraut, wenn die gefängnistür dann eines tages auf ist.
Das sie nicht gelernt hat draussen frei sich zu bewegen...
es wird dann noch schwerer vielleicht, oder wahrscheinlich...
was denkt ihr darüber?

03.08.2012 13:42 • #5


apos


Zitat von Knallerbse:
Leider ist es auch noch zufällig so, dass ich studiere, wodurch ich kein eigenes Einkommen habe und somit nicht mal ausziehen kann.


gehen tut sowas schon, ohne jobben zu müssen. aber ich denke das wäre nichts für dich.

04.08.2012 00:06 • #6


apos


ich meinte alg2. außerdem sind die ansprüche, nicht im elternhaus bis 25 wohnen zu müssen, sprich die voraussetzung für eine unzumutbarkeit, ehr gering.

04.08.2012 01:52 • #7


Knallerbse


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Also ich hab mal meine Mailadresse ins Profil geschrieben, weil das mit den PNs irgendwie nicht klappt (also bei mir bleiben die immer im Postausgang stecken). Also wenn ihr mögt und es bei euch auch irgendwie nicht funktioniert mit den PNs , schreibt einfach dahin.

LG
Knallerbse

06.08.2012 11:30 • #8


apos


schöner name.

06.08.2012 11:53 • #9


GastB


Zitat von Knallerbse:
weil das mit den PNs irgendwie nicht klappt (also bei mir bleiben die immer im Postausgang stecken).

Die bleiben so lange im "Postausgang", bis der Angeschriebene sie geöffnet oder gelöscht hat.

06.08.2012 11:56 • #10


sumi


Hallo Knallerbse,

also was ich aus deinem Beitrag herauslese gliedert sich in 2 Teile: 1. Du studierst und kannst nicht ausziehen und hast deshalb weniger Freiheiten und 2 . Die Meinung deiner Eltern über dich ist dir sehr wichtig.

Ich möchte dir ein paar Lösungsvorschläge geben. Zu 1.) Dass du Studentin bist, heisst nicht, dass du bei deinen Eltern leben MUSST. Ich kenne so einige Studierende, die von zu HAuse ausgezogen sind und sich das Studium durch Nebenjobs UND Bafög (?) oder wie sich das nennt finanzieren. Als Studentin muss es nicht gleich eine eigene teure Wohnung sein(Erwartungen etwas runterschrauben auf ein realistisches Niveau!). Du kannst dir ein Zimmer mieten, im Studenheim wohnen, in einer WG untergebracht sein - schon mal daran gedacht? Also komme bitte aus dieser Überzeugung raus, dass du bei den Eltern leben MUSST. Du bekommst da schon Unterstützung, musst dich nur informieren.

Zu 2.) Ich glaube, die Meisten würden es gerne sehen, dass ihre Eltern stolz auf sie sind oder sie unterstützen oder sich überhaupt so verhalten wie WIR uns das wünschen. ABER: Du kannst deine Eltern NICHT ändern. Lass es einfach!! So wie es sich anhört, würdest es sehr gerne. Aber du kannst sie nicht ändern, sie werden immer so sein wie sie nun mal sind. Lerne, es zu akzeptieren, reagiere nicht über bei ihren teils seltsamen Bemerkungen, lass sie sein wie sie sind UND konzentiere dich mehr auf dich und dein eigenes Leben!! Hör auf darauf zu warten, dass sie dich mehr unterstützen, mehr loben, netter sind, sich besser verhalten. Das werden sie NICHT.

Ich denke das Beste was du nun machen kannst für DICH, ist nach einem Studentenzimmer zu schauen ( so teuer sind diese glaube ich nicht), dir Bafög (o.ä.-kenn jetzt den genauen Begriff nicht-vielleicht informierst du dich bei der Studentenberatung!!) beanstragst und dir einen kleinen Nebenjob besorgst, damit du etwa 300 Euro im Monat verdienst, die Krankenkasse ist bei Studenten auch soweit ich weiss ziemlich niedrig.. , und es gibt so viele Stellen, die auf Studenten ausgerichtet sind!!

Also, es gibt schon Möglichkeiten!! Es liegt nun an dir, dich zu bewegen!

Viel Erfolg und liebe Grüße, Sumi

06.08.2012 17:46 • #11


Knallerbse


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Danke Leute

01.10.2012 12:27 • #12


baumfrau

baumfrau


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Hallo Knallerbse, was passiert denn, wenn Du abends einfach zur Tür raus gehst und in der Nacht oder besser noch morgens wieder kommst? Was passiert dann?

Ein Nachbarsjunge 10 Jahre alt, hat auch keine Freude, er ist sehr aufgeschlossen, klug und sehr hübsch. Seine Mutter hält Ihn auch wie im Gefängnis. Während die Kinder hier vorbei ziehen, dreht er durch vor Langeweile, ist nur mit Erwachsenen zusammen und lebt zu Hause, wie in einer Puppenstube. Das Kinderzimmer ist ein Museum, man traut sich nicht etwas anzufassen, die ganze Wohnung ist clean, man könnte dort glatt eine OP durchführen. Im Sommer hat er im Garten zu bleiben, er ist immer schnicke gekleidet, er strickt und stickt mit Mama, geht mit Mama einkaufen. Während andere Kinder spielen und sich dreckig machen. Die anderen Kinder sind der Mutter nicht gut genug, Sie macht die Kinder sofort schlecht, ohne Sie zu kennen. Er wird schon gehänselt und gemieden. Er ist ein super Kind, er sucht immer Kontakt zu mir, mit mir darf er auch mit gehen. Ich glaube wir werden uns demnächst mal so richtig einsauen. Einmal ist er mit meiner Mutter mitgegangen, die Mutter von dem Jungen wollte wissen, wann Sie wieder kommen. Meine Mutter sagte in einer halben Stunde, nach 35 Minuten stand die Mutter von Ihm vor meiner Tür, ob ich meine Mutter anrufen könne, ich sagte, meine Mutter hätte kein handy, war gelogen. Meine Mutter kam nach einer Stunde wieder, das hat Sie auch extra gemacht.
Ich denke das kommt Dir bekannt vor, nur ich frage mich, ob man so unbeschadet und psychisch gesund durchs Leben kommt.

01.10.2012 12:49 • #13


Knallerbse


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Naja das alles hat sich halt so eingependelt, ich selbst hab überhaupt keine Angst davor abends raus zugehen usw, es ist eigentlich nur damit meine Eltern sich keine Sorgen machen müssen. Für die ist es selbstverständlich und der Optimalzustand dass ich ständig zuhause bin

10.10.2012 09:06 • #14


KatinkAAA


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Mich würde auch interessieren, was passiert, wenn du einfach abends ausgehst und nachts wieder nach hause kommst?
Entschuldige, wenn ich das so hart sage, aber die Situation ist einfach krank.
Du bist eine erwachsene 22 Jahre alte Studentin und darfst abends nicht raus?

Deine Eltern können dir gar nichts verbieten, du bist erwachsen!

Du bist Studentin in Köln, das ist eine Riesenuni. Ich habe selbst in Köln studiert und da gibt es wirklich massenhaft Möglichkeiten unter Leute zu kommen. Es gibt zig Studentenorganisationen, bei denen man mitwirken kann (Aiesec, Elsa, AEGEE, Erasmus...), du könntest in der Fachschaft deines Studienganges mitwirken, es gibt ein umfassendes Unisportprogramm, Theatergruppen, außerdem bilden sich häufig Lerngruppen...
Ich habe selbst Probleme auf Leute zuzugehen, aber die Zeit als Studentin in Köln war für mich die einfachste, um mit Leuten in Kontakt zu kommen. Schließe dich irgendeiner Gruppe oder mehreren an, so wirst du mit der Zeit immer mehr Leute kennenlernen. Du hast so wahnsinnig viele Möglichkeiten!

12.10.2012 02:12 • #15


Knallerbse


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Ja stimmt schon

09.11.2012 18:34 • #16


Joshua87


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Einen guten Rat, den man dir noch nicht erteilt hat, habe ich leider nicht für dich. Was ich dir allerdings anbieten kann, ist ein offenes Ohr: Wenn du einfach 'mal reden möchtest, sag einfach Bescheid.

15.11.2012 21:40 • #17


Knallerbse


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Ist ja keiner da im Forum im Moment, naja

17.11.2012 22:13 • #18


Melmac


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also ich wäre da, schaue alle 10-20 mins mal rein.

17.11.2012 22:31 • #19


Joshua87


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Ich sehe mit meinem Smartphone auch immer mal vorbei. Du siehst: Wenn du jemanden suchst, ist auch jemand da.

18.11.2012 00:54 • #20



Dr. Reinhard Pichler


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