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Xianna

Xianna
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Hey liebe Forummitglieder,

Ich weiß gerade wirklich nicht mehr weiter und hoffe, dass ich hier vielleicht Menschen finde, die meine Situation etwas nachvollziehen können. Ich bin inzwischen sehr isoliert und merke gerade, wie sehr mir Menschen zum Reden und echter Austausch fehlen.
Bei mir hat sich in relativ kurzer Zeit extrem viel angesammelt. Ich bin 33 (w), habe u. a. Traumafolgestörungen und starke soziale Ängste. Eigentlich war ich längere Zeit relativ stabil. Ich arbeite in einer WfbM, mache nebenbei die Abendschule mit einem 1,2er-Schnitt und habe bald Abschlussprüfungen. Gleichzeitig versuche ich den Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und bin mitten in Bewerbungen.
Letztes Jahr hatte ich außerdem einen Magenbypass und habe 60 kg abgenommen. Vor zwei Wochen kamen dann mehrere schwere Diagnosen an meiner stark deformierten Wirbelsäule. Im Januar brauche ich eine große Spondylodese mit vorheriger mehrwöchiger Halo-Traktion. Seitdem bin ich psychisch regelrecht eingebrochen. Ich habe große Angst vor der OP, Schmerzen, Risiken, Heilung und davor, dass meine gerade aufgebaute berufliche Zukunft wieder zusammenbricht.

Gleichzeitig habe ich bis auf meinen Partner und meine Schwester praktisch keine sozialen Kontakte mehr. Gerade jetzt merke ich, wie unaushaltbar diese Isolation eigentlich ist.
Ich bin psychiatrisch angebunden und habe morgen über 116117 ein Erstgespräch bei einer Psychotherapeutin. Trotzdem brauche ich momentan dringend mehr Hilfe und vor allem menschlichen Austausch. Stationäre Akutaufenthalte möchte ich möglichst vermeiden, weil sie mir früher nicht geholfen haben.

Vielleicht kennt jemand dieses Gefühl, wenn nach langem Funktionieren plötzlich alles zusammenbricht. Wie seid ihr aus so einer Phase wieder herausgekommen? Und wie geht ihr mit Isolation um? Ich würde mich wirklich sehr über Gedanken, Erfahrungen oder einfach ein Gespräch freuen. Ich weiß auch nicht wo ich noch nach Austausch/Kontakten suchen soll. Vielleicht habt ihr Hilfe oder Ideen.

• • 27.08.2026 x 6 #1


14 Antworten ↓

E
Hallo Xianna,

ich glaube, dass du gerade nicht „versagt“ hast oder plötzlich nicht mehr funktionieren kannst, sondern dass einfach unglaublich viel auf einmal auf dich eingeprasselt ist. Wenn ich lese, was du in den letzten Monaten alles geschafft hast – Arbeit, Abendschule mit einem 1,2er-Schnitt, Bewerbungen, 60 kg Gewichtsabnahme und gleichzeitig deine psychischen Belastungen – dann klingt das für mich eher danach, dass du sehr lange sehr viel getragen hast. Und jetzt kommt mit den Wirbelsäulendiagnosen und der bevorstehenden OP noch einmal etwas dazu, das verständlicherweise ein wenig Angst machen kann. Ich glaube, wichtig ist nur, dass die Angst nicht dein ganzes Leben bestimmt. Manchmal muss man ihr ein kleines Stück entgegengehen – in seinem eigenen Tempo und Schritt für Schritt. Du musst dabei nicht mutig sein, weil du keine Angst hast. Mut bedeutet vielleicht gerade, etwas zu tun, obwohl die Angst da ist.

Was den Kontakt zu anderen Menschen angeht: Gerade mit sozialen Ängsten würde ich gar nicht versuchen, sofort einen großen Freundeskreis aufzubauen. Vielleicht erst einmal ein regelmäßiger Online-Kontakt, eine kleine Gesprächsgruppe oder jemand, mit dem du gelegentlich telefonieren kannst. Und wenn du möchtest, kannst du auch hier im Forum immer wieder schreiben. Manchmal entsteht aus regelmäßigem Austausch tatsächlich ein Gefühl von Verbindung...

Ich hatte selbst einmal eine längere Phase mit mehreren Rückschlägen hintereinander, in der irgendwann einfach alles zu viel wurde. Mir hat damals die Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten sehr geholfen, wieder langsam auf die Beine zu kommen.

Vielleicht kannst du auch versuchen, deinen Partner noch mehr mit einzubeziehen und ihm ganz offen zu sagen, wie schlecht es dir gerade wirklich geht und was du von ihm brauchst. Gerade wenn man sich sehr allein fühlt, kann der Mensch, der einem nahesteht, eine wichtige Stütze sein. Du musst das alles nicht alleine tragen...

Ich wünsche dir alles Gute!

• x 3 #2


A


Isolation, Ängste ich brauche Hilfe

x 3


Donnie_Darko
In Selbsthilfegruppen kann man meist kurzfristig neue Kontakte knüpfen. Mittelfristig kann man das in Therapiegruppen machen. Neue und enge Freundschaften aufzubauen ist meist etwas langfristiges.

• x 2 #3


Panda4
@Xianna
Hi ,
Darf ich gratulieren das du es geschafft hast 60 Kilo abzunehmen 👍. Und du den Mut hattest eine Magen OP vorzunehmen zu lassen . Ich Persönlich finde es sehr beeindruckend was du alles geschafft hast. Zu dem allen noch einen Abendschule 🤗.
Es tut mir leid mit deiner Diagnose.
Finde es auch super das du bereits heute schon einen Ersttermin bekommen hast . Drücke dir ganz fest die Daumen das du dort Hilfe bekommst 🍀

• x 4 #4


Xianna
Zitat von Hi , Darf ich gratulieren das du es geschafft hast 60 Kilo abzunehmen Und du den Mut hattest eine Magen OP vorzunehmen zu lassen Ich Persönlich f...Zitat von Elenie:
Hallo Xianna, ich glaube, dass du gerade nicht „versagt“ hast oder plötzlich nicht mehr funktionieren kannst, sondern dass einfach unglaublich ...

Zitat von Donnie_Darko:
In Selbsthilfegruppen kann man meist kurzfristig neue Kontakte Mittelfristig kann man das in Therapiegruppen Neue und enge Freundschaften aufzubauen ...

Zitat von Panda4:
Hi , Darf ich gratulieren das du es geschafft hast 60 Kilo abzunehmen Und du den Mut hattest eine Magen OP vorzunehmen zu lassen Ich Persönlich f...


Ich versuche mal auf alles so zu antworten. Erstmal danke für eure Antworten und Ideen. lachen

Tatsächlich versuche ich auch mich von der Angst abzulenken. Aber das ist sehr schwer, deswegen suche ich andere Menschen. Schreiben, reden... genau das würde jetzt guttun aber nicht nur über mich. Sondern auch allgemein. Mein Partner ist schon viel da in seinem Rahmen, aber er kann sich da nicht so ganz reinfühlen. Er hat selbst keine sozialen Kontakte mehr und zockt deshalb sehr viel. Teilweise so viel, dass er nicht mit mir spricht. Trotzdem bin ich natürlich froh, dass er da ist. Nur reden über meine Ängste mit ihm oder auch so, das ist nur begrenzt möglich.

Kontake zu SHGs suche ich bereits, bisher ohne Erfolg. Es ist irgendwie ein totaler Dschungel aus Hilfsangeboten aber so richtig hilft keines davon. Denn das Erstgespräch war nichts. Die Therapeutin sagte mir könnte es ja gar nicht so schlecht gehen bei all den Erfolgen. Einsam seie ich auch nicht oder isoliert. Ich würde keinen akuten Eindruck machen. Sie hat mir eine Weiterbehandlung ausgestellt mit Vermerk, dass eine Behandlung jetzt nicht nötig sei. Ich sei in einer Institutionsambulanz und brauche das daher nicht.

Deshalb weiß ich jetzt nicht weiter... ich merke, dass es mir akut sehr schlecht geht. Ich empfinde es akut. Die Institutsambulanz gibt mir nur alle 8 Wochen Termine und dann meist eher Medikamente, 30 minütige Gespräche. Das alles war schon seit langem zu wenig. Jetzt in der akuten Situation komme ich gar nicht mehr klar. Mein Psychiater in der Institutsambulanz hat keine Kapazitäten für mehr. Auch nicht akut. traurig

• x 1 #5


E
@Xianna Vielleicht wäre es trotzdem gut, wenn du deiner Institutsambulanz ganz deutlich sagst, dass sich dein Zustand aktuell deutlich verschlechtert hat und dir die Termine alle acht Wochen nicht mehr ausreichen. Auch wenn dein Psychiater keine Kapazitäten hat, würde ich die akute Verschlechterung ausdrücklich benennen und fragen, welche andere ambulante Möglichkeit es kurzfristig gibt.

• x 2 #6


Xianna
@Elenie Ja das mache ich auf jeden Fall. Ich möchte die nächsten Tage irgendwie planen, dass ich besser klarkomme. Hilfsangebote zu bekommen, scheint mir aktuell sehr schwer. :/

Morgen sehe ich meine Betreuerin nochmal vom ABW akut. Die Gespräche helfen auch schon mal. Dann habe ich einen Termin wegen der Arbeitssuche. Eventuell muss ich ansprechen, dass wir das pausieren wegen der OP. Das wäre doof, weil ich nicht weiß wie das ankommt. Die Hilfe zu erhalten war hart erkämpft. Ich hätte eigentlich auch einen Eignungstest und ein Online Kennlern Gespräch bei einer Krankenkasse für eine Ausbildung. Naja jetzt stelle ich das wieder in frage, ob ich überhaupt stabil genug bin für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Und auch wegen der OP, ich weiß noch nicht, inwiefern ich danach eingeschränkt bin. traurig Mal sehen... Abends fahre ich dann zu meiner Schwester vielleicht. Ansonsten versuche ich auch über Discord Channel mit Menschen zu schreiben... ich muss aus meinem Loch und dieser Vermeidung.

Ich frage mich ob sonst der Sozialpsychiatrische Dienst helfen kann oder nochmal einen Ersttermin zu versuchen? Oder eine Tagesklinik nach dem Schulabschluss bis zur OP.. aber ob das so schnell geht.

• #7


E
@Xianna Ich finde, die Idee mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst wirklich sehr gut. Gerade weil du gerade das Gefühl hast, dass du ambulant nicht genug Unterstützung bekommst, würde ich dort einfach mal nachfragen, was sie dir kurzfristig anbieten können. Ich denke, der Sozialpsychiatrische Dienst kann dir auch bei deiner beruflichen Zukunft helfen bzw. dir sagen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es für dich gibt, gerade weil deine psychische Situation und die bevorstehende OP dabei eine wichtige Rolle spielen. Und dass du heute zu deiner Schwester fährst, finde ich auch richtig gut. Vielleicht kannst du mit ihr auch ein bisschen darüber reden, wie es dir momentan wirklich geht? Vielleicht könntest du auch mal bei einer sozialen Organisation oder einem Verein nachfragen, ob es ein ehrenamtliches Begleit- oder Mentoringangebot gibt, bei dem dir jemand regelmäßig zuhört, dich ein bisschen begleitet (auch zu Terminen) und dir beratend zur Seite steht. Gerade weil dir menschlicher Austausch so fehlt, könnte so ein regelmäßiger Kontakt vielleicht eine zusätzliche Stütze sein...

• x 1 #8


Xianna
@Elenie

Wir (also ABW mit mir) rufen gleich beim Sozialpsychiatrischen Dienst an. lachen Am Montag kann ich akut zur Institutsambulanz, heute ging nicht mehr. Ich hatte eben das Gespräch bezüglich der beruflichen Situation und wir haben festgelegt, dass ich erstmal den Eignungstest, das Online Meeting und den Abschluss mache. Im November/Dezember wäre evtl. Ein kurzes Praktikum. Aber man sagte ich gebe das Tempo vor so wie es mir geht. Das erleichtert sehr. lachen

Welche sozialen Organisationen gibt es so? Also mein ABW hat auch soziale Angebote, aber die sind wohl eher seltener. Ich habe so viel gesucht die letzten Tage, aber das ist ja echt ein Dschungel.

• x 1 #9


E
@Xianna das klingt doch nach ein paar richtig gute Nachrichten:) Es gibt tatsächlich verschiedene Sachen, nach denen du gezielt suchen könntest. Das hängt wahrscheinlich auch davon ab, in welchem Bundesland bzw. welcher Stadt du wohnst, weil es bei den sozialen Angeboten regional ziemlich unterschiedliche Möglichkeiten gibt.
Du kannst aber eigentlich überall in Deutschland nach einer Freiwilligenagentur in deiner Nähe schauen. Die können dir meistens sagen, was es vor Ort gibt und wo du dich hinwenden kannst...

• x 1 #10


Xianna
Leider hat mein ABW doch nicht mit mir angerufen. Nächste Woche hat sie auch keine Termine frei. traurig Fühle mich allein. Sie sagt es gibt Klienten denen es viel schlechter geht. Eine Reha sei sinnvoll, aber das hilft mir ja jetzt nicht akut. Montag gehe ich akut zum Psychiater und danach rufe ich beim SPDi allein an. Ich weiß auch nicht... fühle mich sehr, sehr allein. traurig
Bei meinem ABW das ansprechen wird wahrscheinlich nicht so viel bringen denke ich. Sie hat viele Klienten und öfter mal keine Zeit. Sonst war das kein Problem, da ich auf einem guten Weg bin. Aber jetzt so akut. Gruppenangebote habe ich auch nach gefragt mehrfach schon. Ich denke unter Menschen zu sein, würde mir jetzt guttun. Ablenkung uvm. Keine Ideen, nichts von ihr intern. Sie meinte nur so gibt es Apps und Online hat sie kurz geschaut. Aber das sind oft Gruppen von Menschen die nicht psychisch krank oder behindert sind, da fühle ich mich meist fehl am Platz.

• x 1 #11


H
Zitat von Xianna:
Er hat selbst keine sozialen Kontakte mehr und zockt deshalb sehr viel. Teilweise so viel, dass er nicht mit mir spricht.

Na dann kann man auch gleich alleine bleiben wenn der Gegenüber nur ein Statist im Leben ist 🤔☹

• x 2 #12


Xianna
@Hitchi Ich glaube wenn ich jetzt ganz alleine wäre, würde ich gar nicht klarkommen. Zumindest momentan. Er ist anders da, macht den Haushalt und so viel. Nur reden ist meist nicht. Ich habe mich heute überwunden und eine alte Freundin angerufen. Wir treffen uns gleich, aber ob der Kontakt danach bleibt.. weiß nicht. Von ihr kam oft nichts. Mein Freund ist glaube ich froh, dass er dann jetzt ein bisschen alleine zocken kann. 😂 Ja ihn stört das tatsächlich nicht so keine menschlichen Kontakte zu haben.

• x 2 #13


Xianna
GROßES POSITIVES UPDATE 🙂:
Gestern habe ich mich tatsächlich überwunden und eine alte Freundin angerufen, die ich noch aus meiner Zeit in der Jugendwohnhilfe kenne. Unser Kontakt ist über die Jahre immer wieder eingeschlafen und sie hat mich früher auch öfter versetzt, weshalb ich irgendwann Abstand genommen hatte. Trotzdem haben wir uns spontan getroffen und es war wirklich schön, wenn auch etwas anstrengend. Von der ganzen OP-Situation habe ich bewusst noch nichts erzählt. Für nächsten Samstag sind wir wieder verabredet. Ich freue mich, habe aber natürlich auch etwas Angst, dass sie wieder absagt oder nicht kommt. Ich denke, dass ich das mit der OP und alles auch erstmal weiterhin für mich behalte...

Heute war ich außerdem bei meinem Psychiater und bin wirklich erleichtert. Er hat sofort verstanden, dass mein jetziger Einbruch kein genereller Rückschritt ist, sondern mit den neuen Diagnosen, den Risiken und meiner enormen Angst vor den Operationen zusammenhängt. Ihm ist auch klar, wie sehr mich die Vorstellung belastet, was danach auf mich zukommt. Allein die Halo-Traktion mit den Schrauben im Kopf ist für mich Horror. Danach folgt die große Versteifung der Wirbelsäule und eine lange Reha. Ich werde vermutlich vieles neu lernen müssen, möglicherweise sogar wieder neu laufen. Genau davor habe ich wahnsinnig Angst.

Er hat deshalb direkt einiges organisiert. Ab sofort bekomme ich psychologische Gespräche über die Institutsambulanz, die erste Betreuung kommt schon Freitag zu mir. Bei akuten Panikattacken kann ich mich dort wohl ebenfalls melden. Meine Medikation wird vorübergehend leicht erhöht und die Termine bei ihm finden nun alle 14 Tage statt. Nach meinem Schulabschluss möchte er außerdem Ergotherapie organisieren, damit ich wieder mehr unter Menschen komme. Auch eine Tagesklinik ist eine Möglichkeit. Sein Ziel ist, mich bis zur OP so gut aufzufangen, dass ich möglichst nicht stationär muss. Falls es doch nicht mehr geht, würde er mir aber auch dabei helfen. Umso trauriger finde ich es, dass er im Februar aufhört.

Parallel suche ich weiter nach einem Psychotherapieplatz und habe am 03.09. zum Glück ein Erstgespräch. Morgen habe ich außerdem einen Termin bei einer neuen Orthopädie, die am Telefon sehr nett wirkte. Ich hoffe sehr, dort jemanden zu finden, der mich auch vor und nach der OP begleitet. Eine weitere Wirbelsäulenchirurgie prüft gerade meine Befunde für eine Zweitmeinung. Ich habe gemerkt, dass es seit den letzten Jahren wohl wirklich deutlich schwieriger wird einen Therapieplatz zu bekommen. Von meinem ABW kam bisher noch nichts.

Es ist gerade unglaublich viel, aber heute fällt mir trotzdem ein großer Stein vom Herzen. Mittwoch geht es erstmal in die Sauna und schwimmen, einfach etwas runterkommen. Und Donnerstag wartet dann noch eine Art Vorstellungsgespräch auf mich. Davor habe ich auch ziemlich Angst, aber das werde ich irgendwie schaffen. 🙂 Also, heute ist schon was besser.. aber die Panik und Angst kommt auch eher in Schüben....

• x 2 #14


Xianna
Ich hatte heute das Gespräch bei der Krankenkasse. So richtig gut fand ich es leider nicht. Ich hatte nicht unbedingt das Gefühl, dass man dort dem Thema Inklusion oder auch mir als jemandem, der momentan in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet und den Schritt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt machen möchte, besonders offen gegenüberstand.
Mit mir selbst bin ich dafür tatsächlich ziemlich zufrieden. Ich finde, dass ich das Gespräch trotz meiner Unsicherheit wirklich gut gemacht habe. Und das möchte ich mir diesmal auch nicht direkt wieder kleinreden. 😄

Ansonsten geht es mir momentan etwas besser, zumindest solange ich mich beschäftigen und ablenken kann. Wenn es ruhiger wird, merke ich schon, dass vieles noch da ist. Vor allem mache ich mir weiterhin große Sorgen wegen meines Rückens und der bevorstehenden Behandlung. Mein Hausarzt macht sich ebenfalls Gedanken und hat mich auch darauf angesprochen, dass ich inzwischen zu viel abgenommen habe, unter anderem durch den ganzen Stress. Ich müsse langsam wirklich aufpassen. Das möchte ich auch ein Stück weit als Signal nehmen, wieder mehr auf mich selbst zu achten und bewusst Dinge für mich zu tun.

Gestern waren wir zum Beispiel schwimmen und in der Sauna. Das hat mir wirklich gutgetan. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass es mir viel schwerer gefallen ist als sonst, dort vollkommen runterzukommen. Eigentlich kann ich in der Sauna ziemlich gut abschalten, aber momentan ist einfach zu viel los. Mein Kopf ist gefühlt permanent am Denken und kommt kaum zur Ruhe.

Was mich momentan zusätzlich traurig macht, ist die Situation mit meinem Partner. Er zockt in letzter Zeit immer mehr und wir haben deshalb die letzten Tage auch häufiger gestritten. Selbst wenn ich ihm etwas erzählen möchte, bleibt seine Aufmerksamkeit oft beim Spiel und er schaut teilweise nicht einmal kurz davon weg. Gleichzeitig wäre es unfair zu sagen, dass er überhaupt nichts für mich macht. Er übernimmt viel im Haushalt und kümmert sich auch um Dinge. Nur fehlt mir gerade etwas anderes sehr.

Ich wünsche mir jemanden, der wirklich mit mir redet, mir zuhört und auch mal tiefgründigere Gespräche mit mir führt. Gerade jetzt würde ich mir wünschen, das Gefühl zu haben, dass jemand ein Stück weit gemeinsam mit mir durch diese ganze Zeit geht. Und momentan fühle ich mich damit trotz Beziehung ziemlich allein.

• #15


A


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Dr. Reinhard Pichler
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