Argonia
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Was für mich aber derzeit ein großes Thema ist, ist, dass ich mich so unglaublich einsam fühle. Seit über zehn Jahren bin ich von der Heimat weggezogen, weil ich studiert habe. In dieser Zeit hat sich auch die Beziehung zu meinem Freund entwickelt. Daher bin ich nie zurückgezogen. Dadurch gingen sehr viele Freundschaften verloren.
Entweder sind Freunde noch weiter weggezogen, haben Familie gegründet oder man hat sich auseinander gelebt. Von einem einst sehr großen Freundeskreis ist nichts mehr übrig geblieben. Nicht einmal eine beste Freundin.
Gelegentlich über die Jahre habe ich mich noch mit Freunden getroffen, aber seit einigen Jahren ist das komplett eingeschlafen. In der neuen Heimat konnte ich nie Fuß fassen. Ich habe immer wieder versucht, Freundschaften aufzubauen, aber es kam meistens nie wirklich eine Freundschaft zustande. Oder es waren Menschen, die mir nicht gut getan haben. Lange Zeit habe ich mich danach gesehnt Freunde zu finden.
Trotz meiner sozialen Phobie habe ich mich überwunden Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Damals war es auch noch nicht so schlimm wie heute. Alle, die mich kennen, schätzen mich sehr - so bekomme ich es immer wieder zurückgemeldet. Ich bin also keine Vollkatastrophe.
Ich verstehe mich gut mit den Freunden meines Partners. Aber ich zieh mich oft zurück, da mir die Unternehmungen zu langweilig sind und ich mich dabei sehr unwohl fühle, wenn ich einen Abend lang da langweilige Gespräche führen muss.
Ich bin nun 39 Jahre alt und in einem Alter, wo jeder Kinder und Familie hat. Kinder habe ich keine, weil mein Freund keine möchte, beziehungsweise Angst davor hat. Wir sprechen oft darüber. Fakt ist, dass ich nun einfach schon viel zu alt bin zum Kinderkriegen. Ich habe den Zeitpunkt im Leben verpasst, an dem ich hätte klären müssen, ob Familienplanung oder nicht. Dieses Thema belastet mich, weil es mir fehlt. Dahingehend habe ich bereits resigniert.
Insgesamt fühle ich mich total beschissen, weil ich weder beruflich Karriere mache, noch Kinder habe und einsam bin ich auch. Ich habe meine Hobbys und meine Tiere. Manchmal glaube ich, dass ich versagt habe.
Meine Familie ist übrigens auch schon ausgestorben, bis auf meine Mutter. Sehr oft habe ich Heimweh und eigentlich habe ich keine „Wurzeln“ mehr in der Heimat, die ich oft sehr vermisse.
Schon seit meiner Kindheit bin ich eher introvertiert und kann mich viel alleine beschäftigen. Ich habe viele Hobbys und Tiere. Das beansprucht meine Freizeit sehr und Langeweile kommt selten auf. Mir fehlt einfach Zugehörigkeit und Menschen, mit denen man eine schöne Zeit - die sich auch so anfühlt - verbringen, kann. Natürlich habe ich meinen Partner aber trotzdem fehlen mir einfach Freunde.
Ich frage mich, was noch kommt oder ob überhaupt noch etwas kommt. Muss ich jetzt bis an mein Lebensende den Alltag so vor mich hinleben? All diese Gedanken teile ich sehr oft mit meinem Freund, aber er kann eben auch nichts machen.
Wie geht es euch? Habt ihr aus dieser einsamen Abwärtsspirale herausgefunden?
• • 25.03.2026 #1