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Hallo Kassandra,
vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht! Deine Geschichte gibt wirklich Hoffnung, dass es besser werden kann, auch wenn man sich im Moment noch so besch... fühlt. Bei mir gibt es keine wirklichen konkreten Auslöser für die Einsamkeit wie bei dir, es ist eher etwas, was ich über Jahre entwickelt hat. Aber auch ich habe ab und zu den Gedanken, dass die Einsamkeit irgendeinen Nutzen hat, dass es gewissermaßen eine Lektion ist, die ich lernen muss, bevor ich "losgelassen" werden kann. Dass ich zuerst einmal wertvoll für mich sein muss, bevor ich es für andere sein kann.
Wahrscheinlich ist es tatsächlich der beste Weg, nicht krampfhaft zu versuchen, der Einsamkeit zu entfliehen, sondern das beste aus der Situation zu machen und einfach auf das Leben zu vertrauen.

Grüße
wanderer

11.11.2016 16:42 • #21


Hallo wanderer ja absolut, das ganze "Zeug" hat auch einen Sinn und Nutzen. Die Einsamkeit, die Aengste, Krankheiten usw. Ich hab wirklich das volle Programm durch. Im Prinzip fuehrt es einen immer wieder in die Selbstfindung. Bzw das ist der Sinn und Nutzen dahinter. Wenn etwas unangenehm ist, wollen wir es aber ueblicherweise alles gleich "wegmachen" statt erstmal zu schauen, ob es vielleicht einen Sinn hat. Schau mal unter meinen anderen Beitraegen, da habe ich einen youtube Film empfohlen, der einem helfen kann, einem eine neue Sichtweise zu eroeffnen. Einfach fuer diejenigen die sich dafuer oeffnen koennen. Einfach auf youtube "Der Film DEINES Lebens - der komplette Film" suchen. Es ist ein Ansatz wenn man nach Antworten sucht. Alles Liebe

11.11.2016 20:31 • x 1 #22



Einsamkeit ueberwunden

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skipy
Hallo kassandra,

wow das hört sich ja wirklich gut an. Ich freu mich für dich.
Das mit dem videotagebuch ist keine schlechte Idee. Hatte auch schonmal die Idee, dass ich mal den ganzen tag gefilmt werde, um zu sehen wie ich wirke. Hab auch erst letztens gelesen, dass man eben nicht gegen die Einsamkeit ankämpfen soll, sondern es akzeptieren soll. So ein einfaches Wort und so eine schwierige Umsetzung.
Hatte vor jahren schon die Erfahrung, dass ich bei einem Vortrag gefIilmt wurde und mir Angst entgegen meiner Meinung nicht anzusehen ist und ich doch souverän den Vortag gemeistert hab.
Trotzdem mag ich einfach viele Dinge an mir nicht. Aber man kann diese entweder akzeptieren oder verändern, was einem nicht gefällt.
Ist nur die frage was ist leichter.
Du hast einen enormen Schritt gemacht scheint mir. Du bist mit dir zufrieden, du bist dir selbst genug. So sollte es sein. Is halt ein langer Weg.
Aber wie man an dir sihr lohnt es sich
Das gibt einem wirklich Hoffnung. Klasse.
Und danke, dass du uns mit deiner Geschichte Mut machst

12.11.2016 15:29 • #23


Sehr gerne skipy Ich freu mich riesig, wenn ich dir Mut machen kann mit meiner Erfahrung. Ich glaube, jeder kann es schaffen. Man muss es sich "nur" zutrauen. Es ist der Weg zu sich selbst. In die Selbstannahme und die Selbstliebe. (die nichts mit Egoismus zu tun hat). Was mich so sehr forwaerts getrieben hat da rauszukommen, war der enorme Leidensdruck den ich hatte. Es ging mir so schlecht, ich wollte nicht mehr leben. Es hatte sich nicht mehr lebenswert angefuehlt. Ich habe mich nur noch gehetzt gefuehlt, mir war schlecht, ich konnte nicht essen oder trinken oder lachen. Ich war nur noch da. Ich hab mir das dann auf meinem Videotagebuch angesehn und gedacht... Das kanns ja wohl nicht sein. Das akzeptiere ich nicht. Ich fand, dass ich ein wertvoller Mensch bin, mit so vielen tollen Aspekten und dann vegetiere ich SO vor mich hin? Nein. Ich werde dafuer sorgen dass ich da raus komme. Ich hab mich nicht aufgegeben und aus diesem enormen Leidensdruck heraus, hab ich die Energie genommen, meine Probleme alle aufzuspueren, mit allen Ursachen und Hintergruenden und sie dann aufzuloesen. Mir war halt erst nicht klar warum es mir so schlecht ging und hatte die Ursachen im Aussen gesucht. Mein Partner war Schuld, das fehlende Geld war Schuld, dass ich keine Hilfe hatte usw. Aber hinter alledem stehe ICH. ICH hab doch meinem Partner erst erlaubt, mich so zu behandeln. ICH habe mich verletzen lassen. ICH habe mich deswegen von Freunden und anderen Menschen isoliert und ICH habe mich nicht gekuemmert, das ausreichend Geld reinkommt. Es kommt immer aufs gleiche raus, auf das ICH. Und das hab ich vollstaendig repariert Und danach schaut man nur noch dankbar auf das Leiden das man hatte, denn es hat einen ueber sich hinauswachsen lassen. Glaubt an euch.

13.11.2016 12:41 • x 2 #24


skipy
Ich leide auch sehr, dass ich auch nur existiere. Hab grad auch keine Freude. Aber bei mir wird da meist eine Depression draus und dann is nix mehr mit Energie um sich aufzuraffen.
Hatte gestern einen super tag. Viel gelacht, sport.
Und heut geht's mir trotzdem schlecht. Nicht mal das kann mich aufmuntern, wenn ich Spaß hab.

13.11.2016 18:40 • #25


So ging mir das auch skipy Solche Tage habe ich heute auch noch manchmal, obwohl ich aus meiner Depression raus bin. Miese Tage gehoeren mit zum Leben. Sonst wuerden sich die schoenen auch nicht so schoen anfuehlen und man koennte sein Glueck gar nicht richtig schaetzen. Ist doch richtig super, dass du gestern einen tollen Tag hattest. Freu dich darueber. Heute ist es mies, dann lass es mies sein. Sei traurig und depremiert, schau wo die Schokolade liegt und mach dir einen Kaffee/Tee/Kakao. Geh da voll rein in die schlechte Stimmung. Und wenn es raus ist und gelebt ist, ist wieder Platz fuer das Schoene Morgen hast du wieder die Chance auf einen richtig tollen Tag mit viel Lachen Nimm es wie es kommt. Diese Wechsel sind ganz normal, das hat jeder Mensch. Man sieht es halt nicht so auf der Strasse. Viele heben sich ihre schlechte Laune fuer zuhause auf, oder unterdruecken sie staendig. Das kann nicht gesund sein. Das "Schlechte" will gelebt werden wie das "Gute". Das ist das Leben, es kommt auf die Balance an

14.11.2016 15:45 • x 1 #26


Ich bin nochmal auf meine Erfahrung angesprochen worden,die ich hier mit euch geteilt habe. Die Frage war, wie lebe ich diese Selbstliebe eigentlich aus, die ich waehrend der Ueberwindung meiner Depression bekommen habe. Ich teile hier noch meine Antwort dazu
In meinen 2 vorigen Partnerschaften, habe ich weitaus mehr gegeben, als ich zurueckerhalten habe. Aber diese Zusammenhaenge erstmal zu verstehen, dazu braucht es viel. Ich meine damit, um ersteinmal zu erkennen, was eigentlich dahintersteckt. Jeder Partner den wir haben, spiegelt uns etwas wieder, was in uns drin ist. Jeder Mensch, in jeder Begegnung, zeigt uns etwas ueber uns selbst auf. Wir reagieren ja auf diese Person und es gaebe keine Resonanzflaeche, wenn es dieses "Reaktionsmaterial" nicht schon in uns gaebe. Mein letzter Partner war bzw ist fuer mich die ganz grosse Liebe, um es kurz auszudruecken. Aber es war eine sehr schmerzvolle Erfahrung. Waehrend ich ihn mit Liebe ueberschuettete, hat er mich belogen, betrogen und sehr respektlos behandelt. Wie konnte das sein? Und wieso habe ich mich und mein ganzes Wohlbefinden von ihm abhaengig gemacht? Ist mein Wohlbefinden nicht von mir selbst abhaengig? Wie kann ein anderer solche Macht ueber mich haben? Das geht doch gar nicht. ICH habe ihm doch erst erlaubt, mich so zu behandeln. Ich habe es hingenommen und es mir damit SELBST angetan. Und allen Schmerz den er mir zugefuegt hat, habe eigentlich ICH mir selbst zugefuegt. Er hat mir aufgezeigt, wie klein ich mich gemacht habe und mit wie wenig Wertschaetzung ich mir selbst gegenueber getreten bin. Gerade wenn die Beziehung irgendwie negativ festgefahren ist, zeigt es damit auf, dass man sich selbst nicht bewegt. Der Partner spiegelt einem sein eigenes Verhalten wider. Ich selbst lasse mich meine Liebe zu mir spueren, indem ich mich sehr wichtig nehme. Ich habe Kinder und die brauchen mich staendig. Wenn es mir aber nicht gut geht, bin ich nicht in der Position zu geben, da bin ich naemlich im Mangel. Darum schaue ich immer erst dass es mir gut geht und danach kann ich auch abgeben. Ein ganz banales Beispiel: Wenn wir gerade zur Tuer rein sind und die Kinder wollen dies oder das, dann sage ich, ich brauche erstmal meinen Kaffee/Tee und ein bisschen Zeit zum ausruhen und DANN komme ich zu euch. Ich nehme mir also erst Zeit fuer mich. Sobald es mir gut geht, kann ich in einer ganz anderen Qualitaet fuer andere dasein. Ich habe mir waehrend der Bewaeltigung meiner Depression angewoehnt, auch nur fuer mich Essen zu kochen. Viele kochen ja gar nicht erst "NUR" fuer sich selbst. Aber fuer wen denn sonst? Wie will man andere wichtig nehmen, wenn man nichtmal sich selbst wichtig nimmt? Und wie sollen einen da erst die anderen wichtig nehmen? Ich habe aufgehoert so schlecht ueber mich zu denken. Ueber meinen Charakter, sowie ueber mein Aeusseres. Das passiert ja ganz automatisch, dieses negative Denken. Aber wenn man es sich mal bewusst macht, merkt man dass es gar keinen Sinn ergibt. Ich habe ganz viele tolle Seiten und die pflege ich auch. Vor allem bin ich auch autenthisch. Es ist normal auch mal schlechte Laune zu haben, muede zu sein oder negative/unproduktive Dinge zu denken. Und das erlaube ich mir, ich kaempfe dagegen nicht an, es gehoert zum Leben mit dazu. Und je mehr man alles zulaesst was da ist, ohne es zu bekaempfen, desto mehr wird man zum Beobachter und somit auch immer mehr zum Herrscher ueber sich und seine Gedanken. Und das ist der Schluessel. "Lerne deine Gedanken zu beherrschen, oder sie beherrschen dich." Dann kann man selbst bestimmen, was einem entspricht und was nicht. Hier kann man dann beginnen kreativ zu werden und sein Leben selbst zu gestalten, anstatt sich dem Leben ausgeliefert zu fuehlen. Und somit verurteile ich mich und andere auch nicht mehr. Je mehr man sich darauf einlassen kann zu schauen anstatt zu urteilen, desto besser versteht man die Zusammenhaenge hinter allem was passiert. In meiner heutigen Beziehung bin ich sehr gluecklich. Aber auch da erlaube ich mir selbst authentisch zu sein. Ich sage dann auch wenn ich wuetend oder traurig bin und dass es nichts mit dem anderen zu tun hat. Aber ich moechte meine Freiheit haben meine Gefuehle auszuleben und damit kommt meine Familie sehr gut klar. Meine Kinder lernen so auch gut mit ihren eigenen Gefuehlen umzugehen und lernen dass es ganz normal ist, mal traurig, mal froehlich oder auch mal wuetend zu sein. Und diese Freiheit und Authenzitaet, sowie dass ich mich selbst am allerwichtigsten nehme, drueckt meine Selbstliebe aus. Eben nicht zu verwechseln mit Egoismus.
Alles Liebe

18.11.2016 00:43 • x 5 #27




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