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kassandra80

Hallo zusammen

Ich hatte eine unglaublich Schmerzhafte Trennung erlebt und bin dadurch in eine starke Depression verfallen. Ich habe meine Erfahrung schon unter Depression und Einsamkeit gepostet, aber da sie aus einer Trennung herruehren, poste ich es doch hier auch gleich mit Heute kann ich wieder lachen, als mein damaliger Partner mich verlassen hatte, war das nicht mal absehbar. Hier die lange Kurzversion von meiner Rehabilitation:


Nein, eine Therapie hatte ich nicht gemacht und auch keine Buecher zu dem Thema gelesen. Das Thema Einsamkeit trat schon mehrere Male in meinem Leben auf, aber aus unterschiedlichen Gruenden heraus. Ich bin bei meinem Prozess aus der Einsamkeit heraus, recht analytisch vorgegangen. In der Kinheit war ich zeitweise einsam, weil ich mich nicht verstanden gefuehlt habe. In meiner spaeteren Bezieheung habe ich mich einsam gefuehlt, weil mein Partner und ich, keine gemeinsame Sprache mehr gesprochen haben und das Vertrauen und die Gemeinsamkeit immer mehr verschwand. Das letzte Mal, vor 2,5 Jahren, war ich so einsam, weil mich mein zweiter Partner verlassen hat. Er hat 8 Mal mit mir Schluss gemacht und mich in einer Weise behandelt, die mein Selbstbewusstsein Stueck fuer Stueck ausgeschaltet hat. Durch meine starke Liebe fuer ihn, war mein ganzes Leben auf ihn gerichtet und es gab so gut wie keine Freunde mehr. Ich befand mich in emotionaler Abhaengigkeit und ohne ihn, machte mein Leben kein Sinn mehr. Er hat sich ins Ausland abgesetzt und fuer ein halbes Jahr jeglichen Kontakt abgebrochen und schliesslich die Beziehung noch offiziell beendet. Darauf fand ich mich in meiner persoenlichen Hoelle auf Erden wieder. Jeder der schonmal Liebeskummer hatte, kann sich ein Bild machen, wie es sich anfuehlt, jemanden so sehr zu lieben und dann immer wieder verlassen, belogen und betrogen zu werden. Ich klage ihn nicht an, im Gegenteil, es war einfach meine damalige Erfahrung. Und zu diesem Zeitpunkt entwickelte ich eine starke Depression, die mir jegliche Lebenfreude nahm. Es war ein einziges Elend. Ich habe 2 Kinder, neben denen ich einfach vor mich hinvegetiert bin. Ich wollte sie so gern wieder erreichen und mit ihnen lachen. Ich war wie hinter einer Glastuer und konnte das ganze Leben nicht mehr erreichen. Diese Situation hatte mich persoenlich in die Einsamkeit gefuehrt. Ich war uebrigens im Ausland, bin mit der Sprache nicht sooo toll klargekommen und kannte niemanden in dem Land, ausser dem Partner, der mich dann dort hatte sitzen lassen. Und dann in einer Gegend, wo man abends besser nicht rausgehen sollte.

Eines Tages hatte ich gedacht, um ueberleben zu koennen, brauche ich Struktur in meinem Alltag und fing dann an, ein Videotagebuch zu fuehren. Das hat mir extrem geholfen. Jeden Morgen habe ich einen ca 20 minuetigen Eintrag ueber meinen Zustand und meine Tagesplanung, oder die Nacht gemacht und ihn mir spaeter selbst angesehn. Ich habe diese 20 Minuten nahezu genossen, da ich mich selbst aus der Beobachterperspektive gesehen habe und nicht aus meinem eigenen Koerper heraus. Ich weiss nicht wie ich es besser erklaeren soll.. Das hat mir geholfen, mir taeglich selbst zu begegnen und mit der Zeit, eine Art freundschaftliche Beziehung zu mir selbst aufzubauen. Ich habe in meiner Einsamkeit sowieso viele Selbstgespraeche gefuehrt Dabei habe ich grosse Arbeit an mir geleistet. Mir wurden die Zusammenhaenge immer klarer. Ich verstand warum meine Beziehung ueberhaupt gescheitert ist. Es war ein Problem das sehr haeufig auftritt. In vielen ungluecklichen, einsamen Jahren, baut man einen grossen Hunger nach Liebe und Naehe auf. Dann endlich trifft man jemanden, mit dem es klappen koennte - und man projeziert alle seine Erwartungen auf diesen Menschen. Derjenige spuert bewusst oder unbewusst, diesen enormen Erwartungsdruck und fuehlt sich nicht wohl in der Beziehung. Irgendwann ist dann Schluss.
Diese Videos und dieser immer wohlwollendere Kontakt zu mir selbst, hat mich letztlich auch aus der Einsamkeit gebracht. Gerade erinnere ich mich, ich habe damals das Buch "The Secret" also "Das Geheimnis" gelesen. In diesem Buch wird beschrieben, wie man ueber eine positive Denkweise, seine Wuensche manifestieren kann. Dort stand auch, dass man sich vorstellen soll, man haette seinen Partner schon und man solle schonmal fuehlen wie das ist. Es schon vorher als Wahrheit fuehlen, was man sich alles wuenscht. Ich habe das sehr kritisch gesehn. Gerade wenn man zB kein Geld hat und sich vorstellt, man haette Unmengen davon, ist der Kuehlschrank morgen genauso leer. Ich will auch keine Werbung fuer dieses Buch machen oder sagen dass es funktioniert oder nicht funktioniert. Nun hatte ich es aber gelesen und fand es witzig. Aus Spass habe ich dann immer "sarkastisch" "Hallo Schatz, ich bin zuhause" gesagt, wenn ich heimgekommen bin. Das hab ich jeden Tag gemacht, einfach weil es lustig war. Ich habe irgendwann auch gedacht, dass ich doch ein ziemlich toller Mensch bin und ein Partner sich doch gluecklich schaetzen koennte mit mir zusammen zu sein. Mir sind meine Qualitaeten im Leben mit mir selbst, immer bewusster geworden. Ich dachte, irgendwann wird es bestimmt jemanden fuer mich geben, ist doch bloed jemandem nachzutrauern, der nichtmal etwas mit mir zu tun haben will, der nicht einmal eine Beziehung haben will. In dieser Einsamkeit habe ich gelernt, immer selbststaendiger zu werden. Ich habe endlich meine ganzen Behoerdenwege selbst erledigt, das musste vorher immer der Exmann machen Ich habe mir eine Kommode und Tisch und Stuehle gekauft und in kuerzester Zeit selbst zusammengebaut Ich habe interessante Themen auf youtube angeschaut und mich mit Dingen befasst, die mich sonst so im Leben interessieren. Ich habe mich auf einer Art mentaler Studienreise befunden und mich selbst und mein Leben erforscht. Es wurde immer unterhaltsamer und irgendwann liess mein Schmerz auch Stueck fuer Stueck nach. Es geschah sogar manchmal, dass mich etwas zum lachen gebracht hat - ich selbst zum Beispiel. Dabei vergingen viele Monate. Ich habe meine Rituale gepflegt. Jeden Tag, wenn ich die Kinder zur Schule gebracht hab, habe ich mir meine Buecher, ueber Themen die mich intersessierten geschnappt, mein Notizbuch und Stifte und hab mich ins Starbucks gesetzt. Ich hab mich dabei mit grundlegenden Fragen beschaeftigt. Von Religion bis Philosophie oder alte Klassiker. Ich habe meine einsame Zeit genutzt. In mir wuchs ein grosser Wunsch, mich weiterzuentwickeln und so auch wieder zum Glueck zu finden und alles was man dazu braucht. Ich habe mich dadurch koerperlich und seelisch gaaaaanz langsam, Stueck fuer Stueck besser gefuehlt Ich hatte zwar noch keine Freunde oder Partner, aber irgendwie war ich MIR SELBST GENUG. Ich fand mich wieder liebenswert und habe mich immer besser behandelt. Sogar mir selbst mal was gekocht Es wurde immer besser und besser Irgendwann wurde ich auch immer offener fuer alles andere um mich herum und was mir das Leben so bietet. Ich sass eines Tages in der Bahn und sah eine Werbeanzeige: Wollen Sie ihren Traumpartner finden? Da hab ich gedacht: Klar doch. Ich hab mich angemeldet und nur ein einziger Typ von hunderten hat mich irgendwie angesprochen. Insofern dass ich ihn interessant fand. Den habe ich dann getroffen und heute sind wir seit ca 1,5 Jahren zusammen. Zu ihm sag ich jetzt auch immer "Hallo Schatz" wenn ich nach Hause komme Als ich ihn das erste mal getroffen hab, war ich einfach nur ICH selbst. Alles andere bringt ja nix. Ich will dafuer geliebt sein, ICH selbst zu sein. Hab auch grad meine ganzen Macken liebevoll raushaengen lassen. Ich bin gern etwas "bossy" wenn ich ich selbst sein kann Und was soll ich sagen, er fand und findet das toll. Und ich ihn, er ist genau der, den ich mir in meinen Traeumen immer ausgemalt hab. Ich war und bin sehr gluecklich. Das spueren die Leute um einen herum auf 10 Meter Entfernung. Ich habe daraufhin einen meiner besten Freunde kennengelernt. Andere Eltern in der Schule haben Kontakt mit mir gesucht. Ich wurde zum Kaffee eingeladen. Die Leute kommen einfach von ueberall auf einen zu. Heute bin ich also nicht mehr einsam. Und selbst wenn ich wieder alles verlieren wuerde, der wichtigste Mensch in meinem Leben bleibt immer. ICH. Aber wenn man mit sich selbst gluecklich ist, kann man auch gar keinen Verlust in sein Leben ziehen. Es kommt einfach immer mehr dazu. Die Einsamkeit hat eine ganz wichtige Funktion, sie ist da, damit wir uns selbst finden und Zeit mit uns selbst verbringen muessen. Ich bin heute unendlich dankbar fuer all den Schmerz und alle Einsamkeit.

Seid von Herzen gedrueckt, ihr seid nicht allein auf eurem Weg. Alles Liebe.

08.11.2016 00:15 • 17.11.2016 x 9 #1


2 Antworten ↓


Rainbow_Lotus

Rainbow_Lotus


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Wow, was für ein großartiger Beitrag!
Nur für ihn habe ich mich hier angemeldet, um dir persönlich "Danke" zu sagen!

17.11.2016 09:39 • #2


kassandra80


Das ist aber lieb, Rainbow_Lotus Von Herzen gern geschehn. Ich freu mich total wenn dir das Lesen meiner Erfahrung etwas gebracht hat. Ich bin ueberzeugt, jeder kann aus seiner persoenlichen Hoelle entfliehen, oder besser gesagt, sie ueberwinden. Ich war im schlimmsten Tief, aber es gab jemanden, der mich da raus geholt hat. Mich Glaub an dich, ich tue es auch

17.11.2016 11:30 • #3