Bin ich an meinen starken Ängsten selbst beteiligt?
Diese Frage ist doch mal berechtigt. Habe ich mir in ähnlicher Weise auch gestellt. Hat ja alles nicht genützt, mein Bedauern über mich, meine Flucht vor mir selbst, mein Entsetzen darüber, mein Vermeiden, meine Lügen, mein Elend.
Und das Thema Schuld war immens. Allerdings nicht diese negative Schuld, die hier immer wieder angesprochen wird, sondern eher eine sachliche Schuld. Sachlich insofern, was ist mein Eigenanteil an der ganzen Problematik. Und hier kam ich dann wirklich weiter.
Durch Verstehen. Ich habe verstanden, dass meine Kindheit, meine Erziehung mich auf eine Bahn gebracht hat, die wirklich nur Angst auslösen konnte. Wer nur friedlich leben darf, wenn er funktioniert, der steht unter gewaltigem Druck. Wenn jegliche Auflehnung im Keim erstickt wird, fehlen Mechanismen, um vernünftig mit Problematiken umzugehen. Ende vom Lied, man fürchtet ........
Insgesamt ist es egal, was als Bedrohung angesehen wird, Tatsache ist erstmals, man hat ganz wenig Ressourcen, um stabil zu bleiben. Meiner Meinung ist das die 1. Erkenntnis, die als Tatsache anzusehen ist.
Ich habe also ein enormes Problem.
Als ich das wirklich begriffen hatte, bis ich weiter in die Selbstreflektion. Welche Fehler habe ich? Jetzt kommt es,

was ist meine "Schuld" dabei? Und die war nicht ohne. Um es kurz zu machen, ich habe alles total ehrlich hinterfragt. Und dieses Hinterfragen war gnadenlos beschissen. Es hat sehr weh getan, es war grässlich, schwierig, belastend.
Es ging um Veränderungen meiner eigenen Sichtweisen und Grundsätze. Eine Arbeit, die mich letztendlich aus der Angst geführt hat, allerdings nie abgeschlossen ist, weil das Angstdamoklesschwert immer über mir hängen wird. Zur Info, ich war viel zu lange ohne Hilfe, von daher ist das Angstgefühl richtig eingebrannt.
Angst entsteht durch Hilflosigkeit. Einer Furcht, dass das Leben bedroht ist. Ohne Einsicht, ohne Verstehen der eigenen Gedankenwelt, die, warum auch immer, einen so denken lässt, wird nur besser, wenn man aktiv daran arbeitet. Das kann man aber nur, wenn man den ganzen Kreislauf von Gedanken, körperlicher Reaktionen und der Ursache versteht.
Und Leute, das braucht viel Zeit und ein Wissen, dass niemand anderer diese Arbeit verrichten kann, niemand nimmt einem diese Arbeit an sich selbst ab. Niemand kann das verordnen. Kein Aussenstehender kann den richtigen Weg wissen, den man selber gehen muss.
Drum sind wir tatsächlich an den starken Ängsten selbst beteiligt, allerdings haben sie eine Ursache und diese gilt es zu bearbeiten, denn aus der Vergangenheit kann man lernen, die Zukunft zu gestalten.
Wer seine wirklichen, dahinterstehenden Ängste kennt, kann entscheiden, ob sie noch akzeptierbar sind, oder kein vernünftiges Leben mehr zulassen. Und das kann man sehr wohl versuchen zu ändern.
Nun, ich habe euch meine Gedanken dazu geschrieben. Der eine wird es verstehen, ein anderer nicht. Ich kann euch nur meinen Weg beschreiben. Für mich hat das funktioniert.