Craven

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Ich habe mich sehr daran gewöhnt fast ganz alleine zu leben, mich unter Menschen zu begeben, einer von ihnen zu sein fällt mir schwer, als wäre es unnatürlich. Ich will aber wieder in meine natürliche Umgebung; unter Menschen. Irgendwie zieht es mich dorthin, als könnte ich mich nur in menschlicher Umgebung verwirkilchen.

Man sagt immer ziemlich verwirrende Sachen darüber dass Freunde wichtig sind, das eine gute Liebschaft das beste auf der Welt ist. ''ohne dich kann ich nicht leben'' verwirrend, ich sollte demnach schon längst tot sein? Was ist wirklich die Bedeutung von Menschen in eurem Leben? SIND sie vielleicht sogar euer Leben?

Ich hab die Theorie dass man unbedeutend ist wenn man alleine ist, denn Menschen definieren sich gegenseitig. Da kann das Selbstwertgefühl noch so gut sein, alleine ist man Nichts.

17.12.2008 15:37 • 25.08.2015 #1


19 Antworten ↓


Renton


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Hi Craven,

ich denke, dass die Menschen in unserm Leben eine wichtige Rolle spielen.
Wir Menschen brauchen Menschen, weil wir Menschen "Rudeltiere" sind.
Wären wir Einzelgänger, so wie mein Zwerghamster, würden wir nicht, hier im Einsamkeitsforum, unsere Geschichten schreiben.
Die Menschen, die mit unserer (menschlichen ) Gesellschaft am besten zurecht kommen, haben halt meist ein gut funktionierendes soziales Umfeld.

Ich persönlich, habe mich immer von anderen Menschen inspirieren lassen. Soll nicht heißen, dass ich Sie kopiert habe.
Das Leben bringt uns aber manchmal an neue Orte, wo die Menschen etwas anders sind. Dann kann es schon schwer werden.
An irgendeinem Punkt, kam ich nicht mehr zurecht.

Einsamkeit macht krank!
Ja, wir brauchen Menschen und Sie können zu unserem Leben werden

Das lass ich mal so stehen

Grüßle

17.12.2008 16:41 • #2


MissErfolg


Scheint hier um Liebesbeziehungen zu gehen.

Dann mal die radikale Sichtweise:
du lernst einen Menschen kennen, und plötzlich scheint es so, als macht dein Leben einen Sinn. Es ist so, als wäre das Stück Leere in dir gefüllt. Es gibt da jemanden, der dich braucht, der dich will und mit dem du alle Welt um dich herum vergißt. Dieses Gefühl verbindet sich leider sehr schnell mit Bedürftigkeit. Das heißt, du fängst an zu klammern. Du wirst vom anderen Menschen freiwillig abhängig, wie von einer ungesunden Dro.. Man zieht in eine gemeinsame Wohnung, geht laufend freiwillig Kompromisse ein, gibt sich selbst fast auf. Eines Tages beginnst du dir (dein Ego, dein innerer Kritiker) vorzustellen, daß der andere dir nicht mehr sicher ist (siehe Eifersuchtsforum) und es kommt zu Besitzansprüchen und Manipulationsversuchen z.B. durch emotionale Erpressung oder es gibt plötzlich Schuldzuweisungen aber auch kritisieren, beurteilen, Mangel an Sensibilität (siehe Scheidungszahlen). Wenn der andere dich verlässt, wirst du verzweifelt sein.
Der Grund dafür: du hattest den Mittelpunkt deines Seins auf die andere Person gerichtet, d.h. auf etwas außerhalb von dir, nicht auf dein eigenes Selbst. Egal wovon du dich abhängig gemacht hast, in dem Fall ein anderer Mensch, am Ende kommt der Schmerz.
Dieser Schmerz bringt aber nur den Schmerz in dir zum Vorschein, der bereits in dir war, als du die Liebesbeziehung eingegangen bist. Es ist die Leere, das Fehlen von etwas, das du zuvor schon empfunden hast. Er ist jetzt nur stärker und heftiger als zuvor.

Fazit: Liebesbeziehungen und Freundschaften als Austausch und Feedback mit anderen, um sich selbst zu erfahren, Spaß miteinander zu haben und zu reifen ja klar, aber ohne den anderen zum Mittelpunkt der eigenen Welt zu machen.

MissErfolg

17.12.2008 16:43 • #3


Renton


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@ MissErfolg,

ist schon interessant, wie unterschiedlich man denkt

LG Renton

17.12.2008 16:55 • #4


strahlemännchen.


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Servus Craven,

jeder hat das Recht zu leben, zu existieren und auf dieser Welt zu sein. Jeder Mensch, ob alleine oder nicht, ist was, nämlich etwas besonderes etwas einzigartiges. Diese besondere, einzigartige ist das was uns Induvieduen ausmacht, uns auszeichnet, uns von einander unterscheidet. Wenn du das entdeckst, was dich ausmacht, dann findest du auch die Richtigen.

Das das nicht einfach ist, mussten wohl alle hier schon ein- oder mehrmals mit erleben, doch es ist machbar!

Doch solltest du, wenn du die richtigen gefunden hast, deine Individualität, deine einzigartigkeit, dein Ich nicht zu gunsten deren aufgeben. Denn sonst ist der Schmerz am Größten, der bei der Erkenntniss entsteht, doch die falsche Wahl getroffen zu haben.

So lange Rede kurzer Sinn, hoffe das es dir weiterhilft.

mfg

das strahlemännchen

17.12.2008 17:16 • #5


Craven


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Hm... ich bin und bleibe allein, unter anderem weil ich Gesellschaft als Dro. sehe und mir das Recht nicht wirklich zugestehe mich damit zu berauschen, als würde ich damit lediglich Schwäche überdecken.. Die Abhängigkeit kommt, so oder so in verschiedenem Ausmaß. Denke ich.

Mit Liebesbeziehungen kann man das gut veranschaulichen. Aber da funktioniert die Unabhäniggkeit so dass man sich auch an andere Menschen hält, sich sein soziales Netzwerk ausserhalb der Beziehung am Leben erhält. Man projeziert seine Abhängigkeit auf mehrere Menschen, vielleicht auch auf flexibel wechselnde Menschen, so das es die einzelnen Leute garnicht merken.

Ich stell solche Fragen weil ich nicht weiss ob ich Gesellschaft wirklich verdiene oder ob ich Menschen nur als Dro. benutze... einfach um meinen Schmerz zu lindern. Wenn Einsamkeit krank macht sind wir doch alle von Geburt an abhängig? Ist das nicht in Wahrheit der einzige und egoistische Grund warum wir unsre Mitmenschen brauchen?

Aber vielleicht ist uns das egal und wir lassen uns gerne benutzen.

Bin ich ein erbrämlicher Junky weil ich mich nach Gesellschaft sehne?

17.12.2008 18:02 • #6


Renton


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Erstmal nur soviel: Ich fühle mich in meiner Theorie bestätigt.
Einsamkeit macht krank! ( kann dein Stadium noch nicht definieren )
Ich muss über Dein Geschriebenes noch nachdenken.

Mal sehen, was die anderen sagen.

17.12.2008 18:24 • #7


ThomH


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krank?

neiiiiiin ... krank war ich davor schon, die krankheit beförderte mich eher mehr als weniger ins abseits, oder auch - meinetwegen - einsamkeit. das ist aber ebenso individuell anzusehen wie eine zweisamkeit. haha - ja klar sehne ich mich nach ner lieben und treuen frau wo ich mal ... ach das geht zu weit

aber einsamkeit ist nicht der grund, warum ich mich nun als krank definiere.
und mein kranksein ist nicht der grund, warum ich einsam bin.

der gesunde menschenverstand ist allerdings der grund, warum man in seinem leben dinge tut die der gesunde mensch als krank darstellt *g*

und wenn ich jeden tag über meine einsamkeit nachdenke, werd ich noch krank.

seid ihr noch da ?

17.12.2008 18:37 • #8


Renton


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@ThomH

Ich rede hier nicht vom Alleinsein, weil das entsprechende "Weibchen"
nicht zu finden ist, sondern von der generellen Einsamkeit in unserer Gesellschaft, in unserem Umfeld.
Ich denke, dass Craven dies auch meint......oder?

17.12.2008 18:52 • #9


MissErfolg


Klasse Thema Craven.

So, da stellt sich die Frage, was ist der gesunde Menschenverstand?

Wie Arno Gruen schreibt: Der Wahnsinn der Normalität. Interessantes Buch.

Der, den wir hätten haben können, wenn wir nicht durch unsere Eltern (sie können nichts dafür - ich weiß) in andere Bahnen erzogen worden wären?
Der, den wir auch als EGO oder Kritiker kennen und der uns antreibt, damt wir/er unsere/seine Bedürfnisse befriedigt bekommen?
Das, was übrigbleibt, wenn man die ganzen Erfahrungen nicht mehr nach negativ und positiv bewertet, sondern einfach nur noch ist und das Leben annimmt wie es halt kommt, ohne zu erwarten?

Aus den östlichen Lehren kommt der Gedanke, daß das EGO (Verstand) bestrebt ist, ein Getrenntsein von unserem Selbst aufrecht zu erhalten. Das Getrenntsein von unserem Ureigensten ist das, was viele von uns als die innere Leere wahrnehmen.
Wir bestehen quasi aus Erziehung, Lernen, Gesetzen, Vorschriften, Schulregeln, Oma´s Sichtweise ....
Alles Zeugs, das mit unserem Eigentlichen nichts zu tun hat. Die ganzen Gedanken, die ständig im Gehirn rumknödeln über Vergangenes (uh, da habe ich vorhin einen Fehler gemacht..grübel...grübel) oder wie wird das Bewerbungsgespräch morgen werden (grübel..grübel...). Das ist uns doch nicht wirklich nützlich, nein es schadet doch oft. Es ist der Teil des Verstandes, der uns in selbstschädigendes Verhalten bringt, der uns in Beziehungen immer in die gleichen Situationen drängt.., der dafür sorgt, daß wir uns minderwertig, depressiv oder einsam fühlen. Das heißt, das EGO liefert uns auch gleich die passenden Sch.....gefühle dazu. Nützt uns das, oder schadet uns das. Sind wir wirklich in unserer Macht, also selbst - bewußt, oder sind wir unbewußt und vom EGO-Verstand dominiert?
Wer gibt hier den Ton an? Und wer sollte ihn eigentlich angeben?

MissErfolg

Noch eine Anmerkung:
"Wir sind dem Feind begegnet, und er ist wir." Walt Kelly

17.12.2008 19:05 • #10


Craven


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Zitat von Renton:
@ThomH

Ich rede hier nicht vom Alleinsein, weil das entsprechende "Weibchen"
nicht zu finden ist, sondern von der generellen Einsamkeit in unserer Gesellschaft, in unserem Umfeld.
Ich denke, dass Craven dies auch meint......oder?


Keine Ahnung was die generelle Einsamkeit der Gesellschaft ist... ich rede hier von der Einsamkeit die ein unsichtbarer erlebt. Von meiner erlebten Einsamkeit.

Also ist das hier kein Spielplatz für Theologie, hier gehts um tatsachen praktische Tipps. Ich wiess dasm eine Panik mich hetzt mir ienredeti ch würde wahnsinnig wrden an meiner Situation aber ich war schon jahrelang eine entfremdete Persönlichkeit warum soltle ich JETZT durchdrehn? Trotzdme WO bleib die Rechtfertigung? wie kann ich ei ngutes gewissen haben wiek ann ich es mir erklären udn erlaubne unter menschne zu gehn??

17.12.2008 20:50 • #11


MissErfolg


Hallo Craven,

daß es hier um richtige Panikattacken geht, hättest Du vielleicht klar darstellen sollen. Ich bin nicht davon ausgegangen.
Mir geht es in dem Beitrag vorrangig darum rüber zu bringen, wie sehr uns der Verstand im Griff hat und wie er uns in Ketten legen kann.
Durch eine kognitive Verhaltenstherapie, kann es Dir gelingen, Schritt für Schritt aus diesem Griff herauszukommen. Hast Du schon mal eine Therapie gemacht?

MissErfolg

17.12.2008 21:26 • #12


ThomH


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hallo craven

man merkt aber das du dich grad sehr aufwühlst oder auch zusammenreissen musst, das thema nochmal anzusprechen. mir war sicher nicht bewusst wie auch missverstand shcon sagt, das du eher die panikattacken ansprichst und die daraus resultierende einsamkeit... ? ja?

warum? ich möchte mindestens 2 menschen in meinem umfeld nicht missen, jene die sich mit mir und meinen macken arrangieren können, aber auch nur, weil ich denen direkt sage WAS ich tun werde wenn ich eine solche PA in deren gegenwart erleben müsste.

ganz klar, der großteil der freunde will diese informationen auch nicht wahrhaben, ich erkenne dein problem als meines wieder. und auch ich sage mir dann, wenn es schon an dieser barriere scheitert, wozu sollte ich sie freunde nennen...
im groben habe ich jedoch die kontakte (vielleicht voreilig) selbst aufgegeben, da ich der meinung war, das diese menschen mein vertrauen nicht verdient haben.
ABER: wenn diese sich ebensowenig anstrengen, dann lag ich scheinbar nicht falsch.
Ich glaube heute fast, das diese von zwei parteien ausgesprochene "wunderbare freundschaft" ein oberflächliches gefühlsgedusel ist.

die PA´s indes solltest du jedoch völlig parallel dazu behandeln.

ach... @ renton

mir fiel echt kein besseres beispiel ein, denn das forum ist grad zu dieser jahreszeit praktisch voll an beispielen die mit einsamkeit und partnersuche zu tun haben.
ich meine, mir gehts auf jeden fall genauso, aber krampfhafte suche hab ich schon lang aufgegeben. es kommt wie es kommt. ob dies nun ein freund oder eine freundin oder auch ein richtiger partner ist.

man darf sich nur nicht verstellen. ein wenig ehrlichkeit zu sich selbst und dem gegenüber ist doch erstmal die grundvorraussetzung.

//edit: ups, ich meinte natürlich missERFOLG *gg*

17.12.2008 21:55 • #13


Craven


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Panik is für mich Kinderkram, hab das im Griff, nicht sie mich. Ich bin aber noch etwas sensibel, vor allem was den Erstauslöser der Pank angeht und das ist EINSAMKEIT.

Ich raff immernoch nicht, ihr seht die Leute in eurem Leben als SELBSTVERSTÄNDLICH. Baut EUCH darauf auf IHR SEID eure MITMESNCHEN so wie ihr es beschreibt. Habt keen Ahnung wie ich mich fühle. *fück* das regt auf aber shciess drauf so ist das Leben

17.12.2008 23:17 • #14


Renton


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Hi Craven,

Du weißt selbst, dass es nicht so einfach ist, mit Dir zu kommunizieren.
Deinen Gedanken zu folgen, ist für viele glaube ich, eher schwer.
Ich finde gut, dass Du nicht aufgibst und jetzt hier, in der Einsamkeits-Abteilung, Dein Glück versuchst.

Ich habe einige Deiner Berichte gelesen und erlaube mir jetzt hier, etwas von Dir rüber zu kopieren.
Es soll helfen, Dich besser zu verstehen.

Zitat von Craven:
Ich weiss nich wie man sowas ausdrückt, irgnedwie muss das doch raus. Ich seh und höre überall, freunde sind ja so wichtig, es gibt unzählige Liebeslieder ICH VERSTEH WOUMS DA GEHT aber auch irgendwie doch nicht. Ich sehe nur was mir fehlt, ich ahne es zumindest. ich brauche Wärme und Zuneigung (egal wie weinerlich das klingt du PSSER) nein ich BRAUCHTE das alles mal als ich noch jung und sensibel war jetzt bin ich nurnoch ene Maschine, fühle mich kalt und emotionslos, ich weiss das es nicht so sei nsllte ich leide darunter und alle Welt hält mich für ein arshcloch oder sagt ich wäre FAUL weil ich mir nich ''einfach'' n gescheites Leben zusammenbastel.

Alle Medien, alles, ALLES ignoriert mich sojeamdnen wiem ich gibt esn icht. wieso? weil leute wiei ch sich keinem zeigen wollen, ich bin ein mesnch mehr ich bin ein monster, aggressiv gefährlich und sehne mich nach dem Recht der Tierwelt, meine Beute auf der Stelle zu reissenasfrsdgsghhghASRQ§$WZ

....blablalbA WO DAS HINFÜHRT SEHNWA DOCH! ich hab ne Menge verpasst im Leben, meine Welt liegt ind trümmern und ich kann nur darüber weinen, aber die Tränen kommen einfach nicht, ich darf nciht schwach werden in meiner Lage muss mich mit positivne Gedanken volpumpen. und das tu ich tag für tag.

.am leibsten würde ich eifnach fragen, von mir aus direkt ideses Forum (obwohl ich mich hier diskret und introvertiert halte) HABE ich eingie egneshcaftne ie euch gefallen, gibt es irgnedetwas das mcih liebenswert macht das mich LEBENSWERT macht? dass ich in der Menschnewelt doch noch erwünscht bin? Ich hör nie etwas gutes über mich udn wenn doch fühle ich mich VERRARRSCHT, SOWAS BESCHEUERTES SOLL ICH GLAUBEN?

Ich bin voller Hass, Aggression, alles ist so ungerecht ich will Rache. Nein, Denkfehler. Ich will eifnach weinen bis ich sterbe, alels ruaslassen ich will Gnade ich wil ldass das alles enldich vorbei ist. Gnade ich will Gnade. will geliebt werden, und es fühlen. ich will selber lieben. ich bin erst 20, morgen werde ich 21, und habe scohn das geüfhl das alels zu spät ist, schon siet ich 15 bin geh ich aktiv gegne die soziale phobie vor, es klappt bisher nicht so gut. ich trau mich kaum sowas wie das heir zu schreiben.


ich bin nicht so stark wie ich mir vorgaukel. nd nun verdrängei ch das alles wieder, bisi ch in einem halben jahr oder mehrwre Jahre später wieder nichtm ehr kann.


Zitat von Craven:
Hallo, ich möchte sofort auf den Punkt kommen;

Ich bin sehr lange schon alleine wegen meiner sozialen Phobie, mehr als die Hälfte meines Lebens lebe ich wie ein Geist, niemand bemerkt mich und ich lasse keinen an mich ran. Ich lebe bei meinen Eltern aber das reicht mir nicht als Gesellschaft ich fühle mich als wäre ich für sie unsichtbar, ich denk das ist sogar sclhimmer als alleine zu leben. Für die (fast) einzigen Menshcen mit denen ich zu tun habe bin ich also unsichtbar, was soll ich denn anderes glauben, bisher dachte ich es gibt sowas wie eine objektive Realität aber ich zweifle stark daran denn ich bin hier alleine und niemand ist da der mich davon überzeugen kann. Ich habe Angst mich in meinem eignen Labyrinth zu verlaufen. (Ist das überhaupt möglich? ) Stark entfremdet bin ich schon lange aber ich hatte nie so akkute Angst davor wahnsinnig zu werden. Unsichtbar, unecht, nichtexistent zu werden, zu verschwinden. Ich habe auch einen Bruder der mich eher wahrnimmt aber das reicht mir irgendwie nicht.

Eine Therapie hab ich in Aussicht aber es dauert noch etwa einen Monat bis zum Erstgespräch. Wie kann ich solange cool bleiben? Ich weiss ich muss mit anderen Menshcne in Kontakt treten aber soziale Phobie ist schon ein hartes Brot. Ich werds natürlich versuchen. Mir gehn aber oft die Optionen aus, was soll ich tun um nicht den Verstand zu verlieren? Oft seh ichs schon vor mir wie ich in die Klappse gesteckt und mit Dro. vollgepumpt werde; meine Eltern kommen mich besuchen und schämen sich für ihren verrückten Sohn.

Mir geht so langsam der Optimismus aus ich weiss vielleicht bald nicht mehr was ich tun soll.

bin dankbar für jede Hilfe

C.


Zitat von Craven:
Ich war vorhin in verschiedenen Juwelierläden, auf der Suche nach einem Geubrtstagsgeschenk.... normalerweise trau ich mich in so Läden nicht rein. Soziale Phobie, Angststörung. Ich hatte das Gefühl da nicht hinzugehören als würden mich alle komisch ansehn, aber ich hab drauf geschissen und immerwieder tief durchgeatmet, einfach weitergemacht.

Das Dumme ist ja das in solchen Läden fast immer junge, zierliche Mädchen arbeiten. Die wirken immer sehr vetrstört wenn sie mit mir zu tun haben. Ich hab größtenteils geschwiegen und mir die Ware angesehn, nur was gesagt wenns wirklich nötig war. Sie haben Blicke ausgetauscht, nervös erwartet dass ich mal freundlich grüße, nicht mehr so dreinschau als hätt ich grad jemanden umgebracht, dass sich dieses in ihrem Laden umherwandelnde Mysterium von alleine lüftet und sich als ungefährlich erweist. Fehlanzeige. Mir wars am bequemsten einfach zu schweigen und die Leute garnicht zu beachten, ich hatte ohnehin schon mit meinem eigenen Angstschweiss zu kämpfen.

Man merkt mir an dass ich anders bin, irgendwie, keine Ahnung wie genau, aber es ist unübersehbar. Es sind wirklich hauptsächlich die Frauen die alergisch auf mich reagieren. Wer so feine Sensoren hat kann riechen wie sehr ich ''verboten'' gehöre. Aber ich lerne drauf zu pfeifen und deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben.

Gratuliert man jemandem wie mir der froh ist mal so rücksichtslos gewesen zu sein? Das ist der einzige Weg für mich. Zumindest in nächster Zeit.. Gut gemacht Craven!



LG und bis später
Renton

18.12.2008 11:52 • #15


Mankannhelfen


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Hallo Craven,

Zitat von Craven:
Ich habe mich sehr daran gewöhnt fast ganz alleine zu leben, mich unter Menschen zu begeben, einer von ihnen zu sein fällt mir schwer, als wäre es unnatürlich. Ich will aber wieder in meine natürliche Umgebung; unter Menschen. Irgendwie zieht es mich dorthin, als könnte ich mich nur in menschlicher Umgebung verwirkilchen.


Dieses Gefühl ist "natürlich". Früher bedeutete die Gesellschaft bzw. die Gruppe eine höhere Chance zu überleben, Geborgenheit und meist besser Nahrungszufuhr. Wir profitieren von der Gesellschaft, sind als Menschen ganz und gar auf sie angewiesen. Auch jetzt, in diesen Moment, profitieren du und ich von der Gesellschaft. Du und ich könnte nicht überlegen, wenn die gesellschaftlichen Mechanismen, Erzeugnisse, Zwänge und Gebote nicht funktionieren würden.

Wenn du dich schon mal gefragt hast, warum Millionen von Menschen wie gesteuerte Geister um 7 Uhr morgens aufstehen, halbschlafend zur Arbeit kommen und wie Roboter die Alltagsroutine abklappern, dann liegt die Antwort in dem Überlebenswillen, den wir nur durch die Gesellschaft umsetzen können.

Du kannst dich nur durch die Gesellschaft verwirklichen, weil nur diese dir die notwendigen Ressourcen zur Verwirklichungen bereitstellen kann. Bei deiner Verwirklichungen brauchst du zudem den Zuspruch von deinen Mitmenschen. Deine Mitmenschen diesen daher als Messinstrument zu deinen Selbst.

Walther Rathenau sagte: Denken heißt vergleichen. Wir können nur unser Selbst definieren, wenn wir uns vergleichen können. Das geht am Besten mit Menschen. Menschen ziehen Grenzen. Aus Grenzen entsteht dein Bereich - dein Selbst. Menschen dienen als Messlatte zu allen möglichen. Neid, Haß, Eifersucht, Liebe, Freundschaft sind in dieser Metapher gesehen Eroberungszüge in den Raum des Anderen. Wir erweitern unsere Grenzen auf andere Menschen (manchmal mit der Einschränkung des Anderen) und stärken unser Selbstbewusstsein.

Menschen die ein reges soziales Leben haben, haben zugleich ein "größeres" Selbst. Die Grenzen sind weiter, der Vergleichsspielraum und das Verwirklichungspotential größer. Das muss zugleich nicht die zwingende Formel zum Glück sein, aber die Mitmenschen geben unseren Selbst mehr Sicherheit, wenn es in fremde "Gebiete" expandiert. Je größer die Expansion des Selbst, desto sicherer kann sich das ICH im Landesinnere des Selbst fühlen. (Allerdings kann ein Selbst nicht unendlich expandieren. Irgendwann kann das Selbst zu groß und zu unberechenbar werden und das Selbst beginnt Risse zu bekommen. Eine zu große Expansion birgt die Gefahr der Entfremdung und damit die einhergehende charakterlichen Veränderungen)

Zitat:
Man sagt immer ziemlich verwirrende Sachen darüber dass Freunde wichtig sind, das eine gute Liebschaft das beste auf der Welt ist. ''ohne dich kann ich nicht leben'' verwirrend, ich sollte demnach schon längst tot sein? Was ist wirklich die Bedeutung von Menschen in eurem Leben? SIND sie vielleicht sogar euer Leben?


Der Wert einer solchen Sachen hängt ganz von uns ab. Sei dir bewusst. Es geht im Endeffekt nicht einmal Liebe oder Freundschaft, sondern in aller Linie um dich selbst. Eine traurige Erkenntnis, die ich mittlerweile gemacht habe, ist die zwingende Einsamkeit. Jeder Mensch kann mithilfe der Kommunikation seine Gedanken (wie ich jetzt) anderen Individuen mitteilen, aber die ganze Palette, den ganzen Kontext, das allumfassende Paket der Gefühle bleibt den anderen Mitmenschen verschlossen. Vielleicht liest du das hier mit Enttäuschung, weil du diesen Text in deiner Gefühlswelt so "interpretierst" ihn gewissermaßen "färbst". Ein anderer wiederum liest diesen Text mit großer Empathie und wiederum ein anderer mit Erstaunen oder Entsetzen. Ich kann meine Gedanken hier mitteilen in primitiver Form von aneinanderreihenden Zeichen und Symbolen. Aber dies ist alles ist nur ein sehr unzureichendes Mittel um mein gesamtes Selbst den anderen Individuen mitzuteilen. Es gibt kein Kommunikationsmittel, weder Sprache noch Symbolik, die alle menschlichen Gefühle so beschreiben, dass der andere zu hundertprozentig mitfühlen könnte.

In der Liebe greifen wir generell sehr stark in das Selbst des anderen ein. Wir expandieren in das Leben eines anderen Menschen. Gewissermaßen wird unser Selbst um ein weiteres Selbst erweitert. Manche Menschen sind bereit für den anderen Partner Opfer zu bringen oder zu sterben. Aber nicht alle expandieren so stark mit ihren Selbst. Durch Zwänge und Ängste kann diese Expansion auch viel geringer ausfallen. Man vertraut dem anderen nicht völlig und skizziert in den Partner ein fiktives "Was ist, wenn.."-Selbst. "Liebt er mich, wenn ich fett wäre?" "Geht er wirklich nach der Arbeit zu Freunden, oder vertreibt er sich die Zeit mit seiner Arbeitskollegin" "Ist sie wirklich treu?" "Lästert sie über mich?" Dieses künstliche Selbst, dass wir den anderen überstülpen, ist eine normale Reaktion und beinahe die Regel in der Liebe. Dadurch schützen wir uns vor den mögliche Enttäuschungen und Verletzungen. Zudem ist diese Expansion in den anderen auch zeitlich begrenzt. Am Anfang vertraut man sich sehr, man gibt viel von sich Preis und "lässt" den anderen in uns expandieren. Diese Expansion ist notwendig um Hemmungen und Scham fallen zu lassen. Der andere kennt mich. Der andere liebt mich, so wie ich bin (oder so wie mich preisgebe). Durch die Limerenz (Verliebtheit) öffnen wir ein Tor zu uns. Unser Selbst reflektiert sich selbst. Wir sehen den anderen durch unsere Gefühle, färben den anderen so, wie wir es für richtig halten. So wird der geliebte Mensch, der allenfalls Durchschnitt ist, plötzlich überdurchschnittlich gutaussehend, intelligent und verständnisvoll. Daher legen wir leichtfertig Hoffnungen und durch Hoffnung getränkte Versionen des anderen Selbst in uns. Wenn wir uns den anderen öffnen, dann expandiert dieser in uns. Der andere Mensch nimmt Platz in unserer Denke ein.

So schön diese Expansion sein mag, so heftig die Gefühle für das andere Individuum auch ist, täuscht nichts über die Tatsache, dass der Partner immer ein Rätsel bleiben wird. Alle Erfahrungen mit den geliebten Mitmenschen beruhen auf das eigene Selbst. Wir färben die Erinnerungen - meist positiver als sie waren. Der Partner wir positiver in uns dargestellt, als er möglicherweise ist. Wenn wir lieben, dann lieben wir einen Teilaspekt in uns. Der Partner wir so großartig, wie wir es zulassen. So kann das größte Ekelpaket auf dieser Welt, plötzlich liebenswürdig und verständnisvoll werden, wenn unser eigenes Selbst dies so zulässt.

Umgekehrt ist das natürlich auch der Fall. Jede Scheidung zeugt von einer Entfremdung oder besser gesagt von einer Annäherung uns selbst gegenüber. Zerbrochen Ehen sind das Ergebnis von der Zurückeroberungen des Rationalen in uns. Der Partner verliert seine Färbung durch die Limerenz und wird nüchterner gesehen. Schließlich konzentrieren wir uns zunehmend auf uns selbst. In diesen Moment expandieren wir ins uns selbst und Gebiete, Gedanken und Gefühle die den anderen zugeschrieben wurden, werden "zurückerobert". Wir werden unabhängiger von den anderen "gefärbten" Selbst des Partners, soweit, dass wir die Liebe zum Partner weder rational noch emotional begründen lassen können. Damit ist die Ehe oder Partnerschaft zu Ende.

Du bist nicht tot, weil du einsam bist. Aber das Eintauchen in eine andere Person ist in aller erster Linie ein Eintauchen in dich. Wir spiegeln uns in andere Menschen, suchen uns selbst in andere. Einsamkeit ist ein Gefühl in dir. Man kann einsam sein, obwohl man tausende von Bekanntschaften hat. Man kann einsam sein, obwohl man jeden Abend guten Sex mit seinen Partner hat. Man kann einsam sein, auch dann wenn man Kinder und eine Ehe unterhält.

Einsamkeit hat nichts mit Alleinsein zu tun. Einsamkeit ist eine tiefe Auseinandersetzung mit dir selbst.


Zitat:

Ich hab die Theorie dass man unbedeutend ist wenn man alleine ist, denn Menschen definieren sich gegenseitig. Da kann das Selbstwertgefühl noch so gut sein, alleine ist man Nichts.


Nein, du bist gesellschaftlich gesehen nie ein Nichts. Du kostest uns etwas, du bist uns etwas Wert, du lebst hier und wirst geduldig. Die Gesellschaft trachtet dir nicht nach deinen Leben oder erklärt dich "Vogelfrei". Du lebst, du bist da, also bist du auch für die Gesellschaft existent.

Die Gesellschaft ist ein großes Organ, dass sich über viele Instanzen erstreckt und für jeden uns von größter Bedeutung ist. Gesellschaft hat Relevanz - immer. Entweder man ist für die Gesellschaft oder man ist dagegen, aber ein NICHTS gibt es nicht. Wir alle nehmen Raum in der Gesellschaft ein und geben ein Statement ab. Der eine verklagt Angela Merkel aufgrund ihrer Politik, andere wiederum ist die Politik nicht wichtig und suchen eine Flucht in den Alk.. Sie stärken die Spirituosen-Industrie (und die darin arbeitenden Menschen) damit und haben zwangsläufig ein Statement. Um aus der Gesellschaft zu entkommen, müsste man auf eine einsame Insel ziehen.

Nichts ist deshalb der falsche Ausdruck. Wert dagegen schon eher richtig. Wir alle haben einen Wert für die Gesellschaft. Was erwirtschaftet der Einzelne? Was kostet das Individuum? Welchen Schaden richtet der Einzelne an? Menschen sind in der Gesellschaft eine statistischer Faktor, mit Risiken und Chancen. Je mehr Geld ein Mensch erwirtschaftet, desto mehr wertvoller ist sein Leben für die Gesellschaft. Arbeitslose haben deshalb nur geringen Wert für diese Gesellschaft. Sie sind nie Nichts, denn sie kosten der Gesellschaft Geld. Achtung! Viele Menschen verwechseln hier den Wert mit dem Potential. Ein arbeitsloser Professor ist zwar von geringen Wert, aber hat hohes Potential den Wert irgendwann zu steigern. Ein Taxi-Fahrer mit ohne Bildungsabschluss und allgemein geringer Bildung, hat zwar einen Wert, aber sehr geringes Potential diesen Wert zu steigern.

Welchen Wert (Arbeitskraft + Konsumkraft + erwirtschaftetes Einkommen + Steuer) hast du? Welches Potential (Bildung + Fertigkeiten) hast du? Wie kannst du uns dienen, damit wir dich akzeptieren und wir dir im Gegenzug an unserer Wertschöpfung (Konsum) teilhaben lassen?

Alles sehr kalt nicht wahr? Doch so ist die Gesellschaft, vor allem die kapitalistische Gesellschaft. Sie hat die den erwirtschafteten Wert über das menschliche Selbst gestellt. In der Gesellschaft zählt nicht, ob du dich wohl oder gut fühlst, sondern wir leistungsfähig und vor allem wir erfolgreich du bist. Unsere Gesellschaft ist eine Erfolgsgesellschaft (nein, keine Leistungsgesellschaft. Leistung ist zweitrangig. Erfolg ist wichtiger, dies schlägt sich auch bei den Lohn nieder) und baut auf Statistiken.

Wo bliebst du? Wo bleibt der Mensch? Wo bleiben unsere Emotionen? Wo ist der menschliche Wert zu finden? Die Antwort ist einfach: Du preist dich selbst aus! Das Selbst vergleicht sich anhand seiner Mitmenschen. Menschen um uns sind ständige Vergleichsobjekte. Der gefühlte Wert, der eigene Respekt vor sich selbst, resultiert aus den Ergebnissen diverser Vergleiche. Du bist die Summe deiner Vergleiche!

Menschen definieren sich gegenseitig. Doch sie definieren vor allem sich selbst. Der erste Schritt aus dem Alleinsein ist das man sich selbst verändert. Man muss aus den Vergleichen eine positive Summe herausziehen, Motivation daraus gewinnen und endlich sein eigenes Leben so ändern, dass andere Menschen dich attraktiv finden und gerne in "dir" expandieren.

Das ist nicht einfach. Es ist nicht einfach, weil du dich selbst besser kennen lernen musst. Deine Ängste musst du zwingend verstehen lernen. Wie ein Mathematiker musst du Beweise für deine inneren Gleichungen finden, dir die als Ergebnis nur "das gefühlte Nichts" lassen. Finde deine persönlichen Beweise und handle dagegen.

Alleinsein heißt nicht abgekoppelt von Gesellschaft und den Menschen zu sein. Alleinsein heißt verloren in sein Selbst zu sein...


(Dieser Beitrag hat dir meine Gedankengänge nahegelegt. In einem nächsten Beitrag versuche ich Lösungen zu finden.)

18.12.2008 19:40 • #16


Mankannhelfen


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Ihr verdammten A R S C H L O E C H E R, keiner versteht mich. Soll ich immer weiter reden - ES BRINGT DOCH NIX! W I C H S E R! Warum fragt nie jemand wie es mir geht? Warum muss immer ICH auf die anderen zu gehen. Warum hat jeder I D I O O O T eine S C H L A M P E, bloß ich habe niemanden. Ich hasse es! Ich hasse es! Alle haben Menschen um sich, selbst die, die behaupten einsam zu sein. Ich aber HABE NIEMANDEN. Ich finde NIEMANDEN!

(es empfiehlt sich eine Horizonterweiterung, um diesen Text zu verstehen )

Niemand ist eine interessante Person. Niemand ist Jemand der nicht ist, aber sein sollte. Ein Loch in uns, dass mit Wünschen gefüllt wird. Dieses Loch ernährt sich von unseren Erwartungen anderen Gegenüber und wächst wie ein Monster. Niemand ist auch eine Person, die die pure Idealvorstellung verkörpert. Niemand ist da um mich zu trösten. Würde dich Niemand trösten, wenn du traurig bist? Würde Niemand überhaupt erraten, dass du traurig bist?

Niemand ist die erste Person, die wir kennenlernen. Schon im Mutterbauch ist Niemand da. Niemand ist der formulierte Maßstab des Selbst an die anderen Mensch. Ein Appell. Werdet gefälligst so wie "Niemand".

Mit Niemand haben wir Sex, gehen aus oder trösten wir uns. Niemand ist der Inbegriff aller Erwartungen. Niemand ist aber auch gefährlich, denn Jemand kann nie "Niemand" sein.

Setzen wir die Maßstabe von Niemand an "Jemand", dann muss unweigerlich die Enttäuschung eintreten.

"Niemand" ist ein wichtiger Teil des Selbst. Niemand ist eine irrationale Annahme von der Existenz aller Erwartungen in der Form von Nichts.

Klingt seltsam? Klingt kompliziert? Es ist in der Tat seltsam, sich mit Niemanden auseinanderzusetzen. Aber wir tun es. Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute. Jede Sekunde. Nur wenn wir jemanden haben, dann ist "Niemand" nicht da.

Heute will ich Niemand bekämpfen. Es in seiner Macht einschränken.

....
Schritt 1: Niemand ist kein Zustand, sondern ein Teil von mir.

Um Erkenntnis zu gewinnen, bette ich meine Tipps in eine kleine fiktive Geschichte ein. Mein namenloser Protagonist ist am Abend in einer Bar...

Samstag Abend. Er wagte sich zum ersten Mal nach lagen wieder in einer Bar. Lange hatte er mit sich selbst gehadert. Doch letztendlich wollte er wieder den Geschmack von einen C o c k tail "Sex-On-the-Beach" auf seiner Zunge spüren. In seiner Jugend trank er viel und oft, aber jetzt hatte ihm die kalte Routine des Alltags jede Freude an einen ausgelassen Feierabend genommen. Er war einsam, spürte es in jedem Gl. seines Körpers. Sein Verstand resignierte vor der Einsamkeit und sein Herz fror zu. Seine Hoffnung jeweils wieder mit Freunden unterwegs zu sein oder Sex mit einer Herzensdame zu haben, schrumpfte. Generalisierung ist ein Produkt unserer Denke. Die Ewigkeit ist eine wahrscheinlichere Möglichkeit als das "Ende". Da wir die Ewigkeit in jeden Aspekt unseres Lebens begreifen (mein Kühlschrank - ach der hält ewig. od. Ich liebe dich für immr od. ich bleibe immer einsam) ist diese eng mit unsere Gedankenentwicklung verbunden. Gefühle die vielleicht nur temporär anhalten, werden generalisiert. Und zwar auf Zeit UND Intensivität. (z.B. Meine Nachbarin hasst mich schon immer = Generalisierung von Zeit (immer) und Intensität). Man muss sich bewusst machen, dass das Ende die einzige Möglichkeit in der Existenz ist. Der Tod bzw. die Vergänglichkeit muss begriffen. Man kann nicht "immer" hassen, lieben oder leiden. Diese sind zeitlich begrenzt. Gefühle sind auch nicht immer in der gleichen Intensität präsent. Schmerz lässt an Intensität nach, wenn er nach einer gewissen Zeit empfunden wird. Auch der Hass verändert seinen Intensitätsgrad. Deshalb ist die Lebenssituation kein ewiger Zustand!
Er war in der Bar. Sie war gut besucht, aber es gab hier und da einige freie Plätze. Unwohlsein klammerte sich um ihn. All diese Menschen sind mit Freunden hier! Und Er? Er war alleine gekommen und hatte das Gefühl als würden alle auf ihn starren. Bei einem jungen Paar hatte er auch das Gefühl, als würden die sich über ihn lustig machen. Hatte er etwas im Gesicht? War ein Fleck auf seiner Jacke? Hatte er sich die Nase geputzt? Sind seine Zähne sauber? All diese Gedanken schossen ihm in den Kopf und mit einer leichten Gänsehaut ging er von den anscheinend gut gelaunten Menschen vorbei. Noch immer hatte er das Gefühl, als würden einige Menschen ihn immer wieder anstarren und über ihn reden. Mist verdammt, warum war er gekommen! Er setzte sich an einen freien Tisch, möglichst weit von den Menschen weg. Er fühlte sich nicht besonders wohl. Wir stehen im Mittelpunkt. Und tatsächlich sind wir unser eigener Mittelpunkt. Unser ganzes Leben konzentriert sich auf uns. Jeder Tag dreht sich um uns. Wir blicken aus unserer Perspektive in die Welt hinaus. Durch diese Perspektive haben wir leider einen etwas verzerrten Blick auf unsere Mitmenschen. Objektivität gibt es nicht. Unsere subjektive Realität ist keine Entsprechung zur wirklichen "unumstrittenen" Realität. Beispiel: Meine Kollegin schnauzt mich an, ich denke "was habe ich jetzt falsch" gemacht. Ich dichte ihr alles möglich an, aber der wahre Grund für ihre Reaktion bleibt mir verschlossen. Aus meiner Perspektive kann ich sie nicht "objektiv" wahrnehmen.
Unser Protagonist geht davon aus, dass die Leute in der Bar ihn beobachten, ja sogar sich lustig über ihn machen. In Wahrheit aber, wurde er kaum beachtet. Die Blicke der Leute streiften im Raum, aber der Protagonist fiel dabei nicht mehr auf, als jeder andere neuer Gast. Aus seiner Perspektive zentrierte er seine Person so, dass er davon ausgegangen ist, eine (negative) Wirkung auf andere zu haben. Dieses Denken ist essentiell für uns. Unser Selbst generiert aus der Umwelt eine Realität, die uns stetig zentriert. Wir stehen im Mittelpunkt.
Übrigens haben wir es mit "Jemand" zu tun. Jemand ist auch eine Person in unseren Selbst. Kleiner als Niemand und nur temporär anwesend. Jemand ist die kurzfristige Erwartungshaltung gegenüber einer anderen Person, sowie die gefärbte Interpretation von Verhalten fremder Individuen. Jemand kann auch mehrere Personen beinhalten. "Jemand hat mein Pudding gegessen" sagte der Vater. Vaters Jemand zieht die Grenzen in der Familie. Jemand war nun entweder Frau, Tochter, Sohn oder im Zweifelsfall der Hund^^. Jemand war nun der Inbegriff eines Gefühl. Jemand ist also eine Verknüpfung aus mehreren Personen und einem Gefühl, das resultierte weil man eine gewissen Situation nicht erwartet hat (Pudding ungefragt gegessen). Jemand ist wie Niemand ein Teil des Selbst. Jemand kann in einer Person "aufgelöst" werden und ist deshalb temporär. Jonas, sein Sohn hat den Pudding gegessen. Jemand wird zu Jonas. Jemand ist aufgelöst.

Er schlürfte an dem leckeren C O C K tail der nach seinen Geschmack zu wenig Alk. enthaltet. Der Abend verstrich und sein Kopf wurde mit jeden Drink leichter. Und doch war es noch da: Unbehagen. Unbehagen weil er alleine war, sich niemand an den Tisch setzen wollte und anscheinend keiner die Lust verspürte ihn anzusprechen. Dabei war er gar nicht hässlich! Er war alleine und einsam. Niemand sah ihn an. Jetzt wo er saß und sich in die Ecke verkrochen hatte, war niemand an ihn interessiert. Tatsächlich war der Protagonist den anderen Menschen nicht aufgefallen. Er wurde auch nicht angesprochen. Das Selbst des Protagonisten war beherrscht von "Niemanden". Niemand kam. Niemand trank mit mir. Niemand sprach mich an. Niemand wollte mit mir sein.
Niemand erfüllt hier mehrere Funktionen. Niemand ist zu aller erst eine Person des Selbst. Das Selbst formt seine Wünsche in "Niemanden". Der Protagonist erwartet in seinen Selbst, das "Jemand" ihn ansprach. Doch weil "Niemand" ihn ansprach, verwandelte er diese wünschenswerte Version der Wirklichkeit in eine Kompensation in Niemand um. Niemand ist der Abfalleimer aller verworfener Wünsche.

Besipiel: Grundwunschhaltung "Ich will Sex" - Anpassungen an die Realität, Expansion des Selbst - "Ich will Sex mit Jemanden" - Wunsch wird mit Erlebten verglichen, ein Vergleich steht an - Niemand hat mit mir Sex - Kompensation des Wunsches - "ich will Sex mit Niemanden"


Der Wunsch nach Sex ist weiterhin da. Doch die Person im Selbst haben sich geändert. Aus Jemand, einer Person die auflösbar in einen Menschen ist, wird Niemand, das einen absoluten Anspruch in der Zeit und Intensität hat (Generalisierung). Diese Kompensation führt zur einer schizophrenen Haltung des Individuum. Man spielt sich selbst vor. Das Selbst teilt sich in zwei Seiten, nämlich "Ich will Sex mit Niemanden" und der triebhaften Haltung "Ich will Sex". Da das Niemand eine starke Wirkung auf unsere scheinbar rationales Denken hat, kann der triebhafte Wunsch nur dann an die Oberfläche, wenn das Rationale überwunden wird. Allgemein tritt hier eine Störung auf, ein Verständnisfehler in unseren Selbst. Das Selbst überlistet sich selbst. Der Wunsch kommt an die Oberfläche, der Trieb wird ausgeführt (z.B. über SB und danach fühlt man sich schlecht da zwei Dinge passiert sind:

-Kontrollverlust
-Das eigen Schauspiel ist aufgeflogen. Das Selbst ist verletzt, da es nicht mehr an die unangefochtene des Sein steht. (Das Unterbewusstsein hat das Selbst überlistet oder das Selbst hat seinen verdrängten Wunsch per Unterbewusstsein an Tage gebracht)

Fortan ist das Selbst verletzt, gestaucht in seiner Wahrnehmung. Es beginnt der Kreis der psychischen Störungen. Immer öfter gewinnt der Trieb die Oberhand. Aus der Befriedigung wird eine Art Sucht. Die Succht zwingt ihrerseits zu größerer Befriedung. Irgendwann zerreißt es das Selbst und man begeht eine Dummheit. Am Ende implodiert das Selbst und man fühlt sich von der ganzen Welt missverstanden. Vor allem fühlt das Selbst von sich selbst missverstanden.


Die Geschichte des Protagonisten ist zu Ende. Niemand sollte als perfider Teil des Selbst begriffen werden. Niemand ist eine ständige Kompensation von Wünschen. Ein wachsendes Loch in jeden von uns, dass größer und größer wird. Nur wenn wir intensiv an uns arbeiten, das kleine Glück im Alltag genießen und uns entspannter gen Zukunft gehen, kann das wachsen des Niemand aufgehalten werden.

Mir hat dieses Wissen persönlich geholfen. Es hilft mir jeden Tag zu verstehen, wie ich funktioniere.
....

Zitat von Craven:
Panik is für mich Kinderkram, hab das im Griff, nicht sie mich. Ich bin aber noch etwas sensibel, vor allem was den Erstauslöser der Pank angeht und das ist EINSAMKEIT.


Panik ist die eine hohe Form der Angst, ein Erzeugnis deines Selbst in der größten Verzweiflung. Wenn du sie im Griff hast, dann heißt das im Gegenzug du verspürst sie noch? Panik, das ist ja das paradoxe, kann man nicht im Griff haben, denn sonst wäre es ja keine Panik. Wenn du Panik verspürst oder zumindest Angst, dann musst du diese Angst ergründen. Du musst deine Angst verstehen lernen, um sie Stück für Stück zu besiegen.

Du sagtest Einsamkeit ist der Auslöser. Jetzt muss ich feinfühliger werden. Ist es die Einsamkeit, also der Zustand, dass du dich keinen Menschen öffnen kannst, dich wertlos fühlst oder ist es die Erwartung, deine Illusion von Menschen die dich lieben könnten. Einsamkeit ist ein Konflikt mit dir und deinem Niemand. Eine tiefe verheerende Schlacht in dir. Niemand setzt dumpfe Waffen gegen dich ein. Es redet dir den Entzug deines Wertes ein oder beschimpft dich oder eine Umwelt.

Um dein Problem los zu werden musst dir folgendes klar werden:
Einsamkeit ist auch ein Charakterzug. Es gibt Menschen die sind einsam, werden einsam geboren, leben einsam, lieben einsam und sterben einsam. Einsamkeit als starker Konflikt im Selbst gesehen, kann bei bestimmten Menschen ein Dauerzustand sein. Latent ist ja bei jeden eine gewisse Einsamkeit vorhanden. Die muss man ertragen können, denn Einsamkeit ist wiederum ein Motor der Veränderung. Ohne Einsamkeit würden wir selten in uns blicken.

In dich blicken. Du musst in dich blicken. Ich weiß, dass hört sich unheimlich esoterisch an. Aber du musst über dich nachdenken. Nur du (oder mithilfe eines Therapeuten) kannst deine Geschichte oder Eigenheiten entdecken.

Deine Einsamkeit kann dir Erkenntnis liefern warum du alleine bist.


Zitat:
Ich raff immernoch nicht, ihr seht die Leute in eurem Leben als SELBSTVERSTÄNDLICH. Baut EUCH darauf auf IHR SEID eure MITMESNCHEN so wie ihr es beschreibt. Habt keen Ahnung wie ich mich fühle. *fück* das regt auf aber shciess drauf so ist das Leben


Wut ist ein wunderbares Instrument um aufgestaute Energien loszuwerden. Leider ist Wut kaum hilfreich bei der Kommunikation. Du musst gelassener werden und versuchen so neutral wie möglich die Tipps der User zu studieren. Deine Wut färbt natürlich die Texte und schnell überliest du den ein oder anderen wichtigen Tipp.

Eines sollte dir klar sein: Keiner kann dich hier an die Hand führen oder dir die "great Revelation" liefern. Dein Problem, so hart es klingen mag, ist erst einmal dein Problem. Es ist dein persönliches Päckchen frankiert mit deinen Namen und deiner Adresse. Nur du kannst den Inhalt öffnen, benutzen und verarbeiten. Du kannst uns davon erzählen, wir geben dir Ratschläge, aber die LÖSUNG liegt in dir.

18.12.2008 21:33 • #17


MissErfolg


Hallo Craven,

ich hab mich mal auf die Suche gemacht:

https://www.psychic.de/soziale-phobie-ursachen.php

In dem von Renton reinkopieren Text, habe ich gelesen, daß Du Dich bereits zu einer Therapie entschlossen hast.
Bis es soweit ist, lies Dir immer wieder hier auf diesen Seiten der Forumsbetreiber Texte durch, die Dir helfen, Dein Verhalten zu verstehen.
Lenk Dich von Deinen negativen Gedanken ab.
Das ist das Erste, was Du tun kannst - Dir keine Vorwürfe machen und Dich nicht für Dein Verhalten zu verurteilen.

MissErfolg

19.12.2008 08:32 • #18


bollywood


@Mankannhelfen

Großartig geschrieben, herzlichen Dank dafür!

Liebe Grüße
bollywood

21.12.2008 18:45 • #19


Sonne100

Sonne100


12
5
hier wird über so viel gleichzeitig geredet da verliert man schnell den überblick
halte mich kurz und sage nur zwei dinge
denke nicht das ein mensch andere braucht um er selbst zu sein oder sich verwirklichen zu können wäre auch armseelig wenn das so wäre denke aber das sich die meisten selbst nicht genug sind und andere brauchen um zu leben das sind aber zwei verschiedene dinge
und ja bin davon überzeugt das jede Handlung eines menschens egoistisch ist das merkt jeder spätestens dann wenn man einem andern egal geworden ist:
wieviel ist derjenige dann noch bereit für einen etwas zu tun?

26.08.2015 00:23 • #20



Dr. Reinhard Pichler


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