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191

S

sarah2
Mitglied

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Wenn man das Leben sinnlos findet.
Keine Ziele hat und einen nichts interessiert.
Wie kommt man aus dieser Situation raus?

23.01.2025 x 2 #1


200 Antworten ↓
F

Flame
Gast

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen,dass Selbsthass der grösste Räuber von Energie und Lebensfreude überhaupt ist.

Wenn man nicht sukzessive lernt,sich selbst gnädiger zu betrachten inklusiver aller (sogenannten) "negativen" Anteile in sich,ist alles andere nur Makulatur.

Bevor man das nicht etabliert hat,ist es aus meiner persönlichen Erfahrung heraus auch fast unmöglich,sich wenigstens neutral zu betrachten oder gar eigene positive Eigenschaften wahrnehmen und an sich schätzen lernen zu können.

Wenn man von Mobbing betroffen war in jungen Jahren ist das wirklich nicht so einfach,weil das Selbstbild in den Anfängen der Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig und einseitig negativ geprägt wurde.

Und der Schmerz der Ausgrenzung von damals ist auch nicht mal eben so verarbeitet.
Man fühlt sich schnell in die Ecke gedrängt oder abgelehnt und vergisst manchmal darüber,dass die anderen ja auch nur Menschen sind,die ihrerseits ihr Päckchen zu tragen haben.

Jedenfalls denk ich,dass die Überwindung des Selbsthasses der erste Schritt ist,um sich dem Leben (und auch anderen Menschen) wieder öffnen zu können.
Also Selbstmitgefühl entwickeln lernen.

Das finde ich persönlich sogar deutlich schwieriger als Empathie für andere Menschen zu entwickeln.
Weil da geht es dann in´s "Eingemachte" also an den Kern unserer Emotionen.


Mir persönlich hilft es in diesem Zusammenhang zu erkennen,dass jeder Mensch "destruktive" Anteile hat.
Das ist einfach etwas,was zum Menschsein gehört wie der Schatten zum Licht und es muss (und kann) auch nicht "ausgemerzt" werden.

Man kann diese Anteile aber "in´s Licht" holen also sich bewusst machen,ohne sich dafür schuldig zu fühlen (weil es schlichtweg menschlich ist) und damit seinen Frieden machen.

Und man kann eben auch wirklich nur das "umsetzen",was einem (in dem Moment) zur Verfügung steht oder gestanden hat (Thema Vergangenheitsbewältigung).
Hinterher ist man ja immer schlauer aber das Leben lässt sich eben nur vorwärts leben und es wird auch weiterhin von Unvollkommenheit geprägt sein.

Aber was macht das schon.
Das ist okay und auch wir sind okay,mit allem ,was wir sind und wo wir grade stehen auf unserem Lebensweg.
Amen. zwinkern

16.11.2024 20:30 • x 6 #163


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Was hilft bei Sinnlosigkeit?

x 3


D

dk94
Mitglied

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Hallo liebe Sarah2,

ich weiß, dass das wohl nicht die Antwort, die hören willst. Aber das einzige, was bei empfundener Sinnlosigkeit hilft, ist Geduld im Rahmen des Selbstheilungsprozesses. Warum? Dafür muss man sich vor Augen führen, was die Depression eigentlich ist:

Die Depression ist Ergebnis der chronisch empfundenen Sinnlosigkeit. Der Geist, der Körper und auch das Herz verschließt sich vor der Außenwelt. Hält man diesen Zustand aufrecht (weil es nicht anders geht), reagiert man irgendwann generell weniger agil. Nach einer gewissen Zeit "verlernt" man, die Umwelt aktiv zu fühlen und die eigenen Gefühle wahrzunehmen. Dieser Zustand des "Eingefrorenseins" ist dann diese Leere/Sinnlosigkeit. Man ist von der Außenwelt abgeschnitten und auch von sich selbst abgeschnitten.

Wenn man nunmehr versucht sich dem Begriff "Sinn(-haftigkeit)" anzunähern, erkennt man ganz gut, worin das Kernproblem besteht: Dass etwas Sinn ergibt, ist letztlich Ergebnis unserer eigenen persönlichen Bewertung. Das heißt, wenn wir z.B. auf etwas hinarbeiten und in diesem Zusammenhang sowohl während der Erarbeitungsschritte als auch bei der Zielerreichung positive Gefühle in uns und eine tolle Resonanz in der Außenwelt wahrnehmen, bewerten wir das gesamte Projekt als sinnhaft. Bei einer negativen (Eigen-)Resonanz eher nicht. Diese Bewertung erlaubt uns eine Orientierung im Leben und hilft uns dabei unsere Ziele zu definieren bzw. zu erweitern. Wir haben dann eine Marschroute.

Jetzt kommt aber der Miesepeter namens Depression ins Spiel: Wie gesagt, führt die Depression dazu, dass wir nichts mehr fühlen können. Das heißt, uns wird die Grundlage für die entscheidende Bewertung unserer Handlungen, Beziehungen etc. genommen. Im Ergebnis empfinden wir somit alles als eintönig, langweilig, usw. Wir wollen uns zu nichts "aufraffen", weil auch nichts Sinn ergibt.

Die Lösung: Das Fühlen muss am besten mithilfe eines Therapeuten Schritt für Schritt wieder erlernt werden, denn wir haben unser Gehirn unbewusst über eine gewisse Zeit hinweg in dieser Hinsicht auf Sparflamme gehalten. Es braucht also Zeit und verdammt viel Geduld, um das wieder einzuüben. Wenn das Fühlen wiederkommt, kann man auch wieder bestimmte Dinge als sinnvoll einstufen.

Als Ziel sollte man meines Erachtens nicht das Finden eines Sinns setzen, da der Fokus falsch liegt und man so Frustrationen erlebt (eigene Erfahrung). Wenn man aber wieder erlernt zu fühlen, d.h. seinen Körper/Empfindungen zu öffnen, ist die Sinnhaftigkeit eine zwingende Folge und stellt sich von allein ein. An das Fühlen kann man sich mit vielen Maßnahmen langsam herantasten (z.B. Sport, Sauna, Mass., Tagebuchschreiben, etc.). Es braucht nur Geduld. Bei mir klappt es jetzt allmählich.

Ich hoffe, dass dir das weiterhilft!

Liebe Grüße und viel Stärke!

10.11.2024 15:07 • x 2 #137


Zum Beitrag im Thema ↓


-Biene-
Hast du niemanden mit dem du reden oder dem du dich anvertrauen könntest?

Mir hat damals meine erste Verhaltenstherapie geholfen, aus diesem Tief raus zu kommen.

x 1 #2


S
Ja ich habe einen Therapeuten.
Auf die Therapiestunden freue ich mich auch immer.
So wirklich weiterhelfen konnte mir mein Therapeut allerdings noch nicht.
Glaube aber nicht, dass es zwingend an ihm liegt.
Mir fehlt auch die Energie.
Ich bin sehr schnell ausgelaugt.

x 1 #3


-Biene-
Das kenn ich leider auch.
Ich hab mich letztes Jahr im Fitnessstudio angemeldet und mich gezwungen es durchzuziehen. So konnte ich sehr viel inneren Stress abbauen. Mein Mann ist auch anfangs mitgekommen, inzwischen geh ich alleine.
Zudem hält mich mein Hund auch auf Trab.

Aber das ist natürlich keine Lösung die für jeden gut ist und die auch hilft.
Ich würde dir gerne DEN entscheidenden Tipp geben, wenn ich könnte.

x 3 #4


Moonlight_74
Das ist bei jedem verschieden..

Ich würde sagen, sich auf keinen Fall zurückzuziehen..sondern sich ins Leben hineinstürzen.

x 2 #5


Nane7
Schilddrüse untersuchen lassen.
Einen niedrigen TSH Wert anstreben (1-2).

Freunde suchen.
Statt Treffen kann man ja telefonieren/schreiben.

Sinnlosigkeit: Ein typ. Zeichen von Depressionen.
Es ist eher Freud- und Interessenlosigkeit.
Zufriedene/glückliche Menschen sind sich nicht bewusst, dass das Leben sinnlos ist.
Es hat höchstens den Sinn, dem Du ihm gibst.
Glücklich/zufrieden sein - ohne anderen zu schaden.
Und wie Du das wirst - es ist höchst individuell.

x 2 #6


P
Zitat von sarah2:
Wenn man das Leben sinnlos findet. Keine Ziele hat und einen nichts interessiert. Wie kommt man aus dieser Situation raus?

Das Leben ist sinnlos. Dies zu erkennen, ist hart und kann zu Resignation verleiten. Den Sinn muss man selbst setzen. Durch irgendeine Aktivität, egal welche. Sobald du dir eine regelmäßige Aktivität erfunden hast, geht es dir besser. Wenn sie anderen einen Nutzen bringt, umso mehr.

x 6 #7


S
Zitat von Nane7:
Schilddrüse untersuchen lassen.
Einen niedrigen TSH Wert anstreben (1-2).

Freunde suchen.
Statt Treffen kann man ja telefonieren/schreiben.

Sinnlosigkeit: Ein typ. Zeichen von Depressionen.
Es ist eher Freud- und Interessenlosigkeit.
Zufriedene/glückliche Menschen sind sich nicht bewusst, dass das Leben sinnlos ist.
Es hat höchstens den Sinn, dem Du ihm gibst.
Glücklich/zufrieden sein - ohne anderen zu schaden.
Und wie Du das wirst - es ist höchst individuell.

Ein Schilddrüsenerkrankung habe ich tatsächlich.
Nehme deswegen auch Medikamente.
Freunde suchen finde ich tatsächlich sehr schwer ( hatte mich ja dazu in einem anderen Thread schon geäußert).

#8


S
Zitat von Reconquista:
Das Leben ist sinnlos. Dies zu erkennen, ist hart und kann zu Resignation verleiten. Den Sinn muss man selbst setzen. Durch irgendeine Aktivität, egal welche. Sobald du dir eine regelmäßige Aktivität erfunden hast, geht es dir besser. Wenn sie anderen einen Nutzen bringt, umso mehr.

Ich tue mich nur extrem schwer eine Aktivität zu finden die mir Freude bereitet.

#9


P
Zitat von sarah2:
Ich tue mich nur extrem schwer eine Aktivität zu finden die mir Freude bereitet.

Das ist dann weniger eine Frage nach dem Sinn sondern nach der Freude. Dann würde ich dich fragen, was hat dir als Kind Freude gemacht? Da könnte ein Schlüssel liegen. Vielleicht hast du einfach zu lange Zeit zu viele Dinge getan, die du gar nicht tun wolltest und bist jetzt ausgelaugt und abgegessen. Die Freude liegt aber irgendwo in dir noch drin und wartet …

x 1 #10


S
Zitat von Reconquista:
Das ist dann weniger eine Frage nach dem Sinn sondern nach der Freude. Dann würde ich dich fragen, was hat dir als Kind Freude gemacht? Da könnte ein Schlüssel liegen. Vielleicht hast du einfach zu lange Zeit zu viele Dinge getan, die du gar nicht tun wolltest und bist jetzt ausgelaugt und abgegessen. Die Freude liegt aber irgendwo in dir noch drin und wartet …

Ein richtiges Hobby hatte ich als Kind nicht.
Ich habe mich natürlich auch mit anderen Kindern zum Spielen verabredet.

x 1 #11


P
Zitat von sarah2:
Ein richtiges Hobby hatte ich als Kind nicht. Ich habe mich natürlich auch mit anderen Kindern zum Spielen verabredet.

und . . . hat es Freude gemacht?

x 1 #12


S
Zitat von Reconquista:
und . . . hat es Freude gemacht?

ja

#13


P
Zitat von sarah2:
ja

Hast du einen Beruf erlernt?

x 1 #14


S
Zitat von Reconquista:

Hast du einen Beruf erlernt?

Ja Pflegehelferin und Kauffrau für Büromanagement.

#15


P
Zitat von sarah2:
Ja Pflegehelferin und Kauffrau für Büromanagement.

Toll, da bist du doch gut aufgestellt und kannst in vielen verschiedenen Bereichen mitmachen. Ich fragte deshalb: mein Bruder hing auch so ziellos in der Luft. Und dann hat er nach seinem Studium eine Ausbildung als Erzieher gemacht und ist nun glücklich in einer großen evangelischen Kindertagesstätte tätig. Es ist zwar anstrengend (und sehr laut) aber es erfüllt ihn und er sieht die Kinder vom Babyalter bis zur Einschulung heranwachsen. Nebenbei macht er Musik und die Kinder sind begeistert, wenn er Gitarre spielt und singt.

x 1 #16


Strawberry11
Hallo,
meine erste Nachricht seit Jahren hier wieder. Bin schon ein altes Mitglied, aber sehr lange inaktiv gewesen.
Seit kurzem lese ich wieder mit und bin gerade deinen Thread gestolpert.
Ich finde mich darin auch sehr wieder. Sinnlosigkeit, Langeweile, Einsamkeit. Auch ich habe eine kaufmännische Ausbildung und bin in einem ähnlichen Alter.
Darf ich fragen, lebst du alleine?
In welchen Momenten hast du diese Gedanken der Sinnlosigkeit?
Ich empfinde dieses Gefühl, weil ich auch schwer etwas beginnen bzw mich alleine beschäftigen kann.
Ich lebe alleine und muss im alltäglichen alles alleine stämmen, da geht dann schon viel Zeit für Job, Haushalt etc drauf, aber das sehe ich manchmal auch als immer wiederkehrenden langweiligen Kreislauf. Da denke ich dann immer, ja wo hab ich denn noch Zeit für was anderes und außerdem kostet vieles was.
Liebst du die Natur?
Soweit erstmal dazu. 😉

x 1 #17

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S
Ich habe diese Gedanken der Sinnlosigkeit eigentlich ständig.
Kann mich auch nur schlecht ablenken.
Ich bin eher froh so Dinge wie Haushaltstätigkeiten zu machen.
Das lenkt zumindest ein bisschen ab.
Die Natur mag ich auch.
Ich gehe auch gerne raus und bewege mich draußen.
Ich finde es auch schwierig aus dieser Situation rauszukommen.

#18


Strawberry11
Aber wie genau meinst das dann mit Sinnlosigkeit?
Wenn du zum Beispiel Hausarbeit erledigst oder in der Natur spazieren gehst, empfindest du keine Sinnlosigkeit?
Oder meinst du, dass es immer irgendwie über dir schwebt und du alles im Nachhinein als sinnlos erachtest, nur bei Ablenkung nicht dran denkst?
Du stattdessen lieber etwas "sinnvolleres" getan hättest, aber auch nicht weißt was?

Mit was beschäftigst du dich denn so in deiner Freizeit?

x 2 #19


S
Zitat von Strawberry11:
Aber wie genau meinst das dann mit Sinnlosigkeit?
Wenn du zum Beispiel Hausarbeit erledigst oder in der Natur spazieren gehst, empfindest du keine Sinnlosigkeit?
Oder meinst du, dass es immer irgendwie über dir schwebt und du alles im Nachhinein als sinnlos erachtest, nur bei Ablenkung nicht dran denkst?
Du stattdessen lieber etwas "sinnvolleres" getan hättest, aber auch nicht weißt was?

Mit was beschäftigst du dich denn so in deiner Freizeit?

Ja genau es schwebt immer über mir.
Ich würde lieber etwas sinnvolleres machen.
Aber weiß eben auch nicht was.
Dementsprechend sieht auch die Beschäftigung aus.
Irgendwelche Serien anschauen die mich aber auch oft nicht wirklich interessieren.
Oder irgendetwas im Internet recherchieren.
Einfach irgendwie die Zeit rumbekommen.

#20


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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