Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen,dass Selbsthass der grösste Räuber von Energie und Lebensfreude überhaupt ist.
Wenn man nicht sukzessive lernt,sich selbst gnädiger zu betrachten inklusiver aller (sogenannten) "negativen" Anteile in sich,ist alles andere nur Makulatur.
Bevor man das nicht etabliert hat,ist es aus meiner persönlichen Erfahrung heraus auch fast unmöglich,sich wenigstens neutral zu betrachten oder gar eigene positive Eigenschaften wahrnehmen und an sich schätzen lernen zu können.
Wenn man von Mobbing betroffen war in jungen Jahren ist das wirklich nicht so einfach,weil das Selbstbild in den Anfängen der Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig und einseitig negativ geprägt wurde.
Und der Schmerz der Ausgrenzung von damals ist auch nicht mal eben so verarbeitet.
Man fühlt sich schnell in die Ecke gedrängt oder abgelehnt und vergisst manchmal darüber,dass die anderen ja auch nur Menschen sind,die ihrerseits ihr Päckchen zu tragen haben.
Jedenfalls denk ich,dass die Überwindung des Selbsthasses der erste Schritt ist,um sich dem Leben (und auch anderen Menschen) wieder öffnen zu können.
Also Selbstmitgefühl entwickeln lernen.
Das finde ich persönlich sogar deutlich schwieriger als Empathie für andere Menschen zu entwickeln.
Weil da geht es dann in´s "Eingemachte" also an den Kern unserer Emotionen.
Mir persönlich hilft es in diesem Zusammenhang zu erkennen,dass jeder Mensch "destruktive" Anteile hat.
Das ist einfach etwas,was zum Menschsein gehört wie der Schatten zum Licht und es muss (und kann) auch nicht "ausgemerzt" werden.
Man kann diese Anteile aber "in´s Licht" holen also sich bewusst machen,ohne sich dafür schuldig zu fühlen (weil es schlichtweg menschlich ist) und damit seinen Frieden machen.
Und man kann eben auch wirklich nur das "umsetzen",was einem (in dem Moment) zur Verfügung steht oder gestanden hat (Thema Vergangenheitsbewältigung).
Hinterher ist man ja immer schlauer aber das Leben lässt sich eben nur vorwärts leben und es wird auch weiterhin von Unvollkommenheit geprägt sein.
Aber was macht das schon.
Das ist okay und auch wir sind okay,mit allem ,was wir sind und wo wir grade stehen auf unserem Lebensweg.
Amen.
