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B

beside
Mitglied

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Hallo,
ich habe da ein Problem, dass ich zwar bisher unter Kontrolle habe, aber . es drängte sich schon sehr oft sehr unangenehm auf und beeinflusste mein Verhalten. Ich gerate dann in eine Passivität und komme aus der Rolle, die ich damit eingenommen habe, nicht mehr raus, bzw. nur indem ich die Situation abbreche und verlasse.

Ich habe ein sehr tiefsitzenen, vermutlich ein unterbewusstest, unerledigt-Gefühl. Dabei ist mir nicht bewusst, was unerledigt ist. Ich kann mir dann zwar vieles vorstellen, was für mich und in meinem Leben unerledigt ist, aber das ist es nicht wirklich. Denn selbst wenn dies erledigt wäre, würde sich wohl nichts daran ändern. Es ist ähnlich dem, dass etwas nicht rückgängig gemacht werden kann und dies bereut wird und einen von innen zerfrisst, bzw. stetig auf einen einwirkt und es einem stetig vorhält.

Hinzu kommt eine Suche nach Erlösung. Diese hat manische Eigenschaften. Ich kenn eine manisch-depressive, habe sie aber nie in ihrer manischen Phase erlebt, aber es wurde davon berichtet, wie sie sich auf dem Boden wälzte und jammerte und schrie. Exakt danach drängt es mich auch, insbesondere vor autoritären Personen, wie der Polizei, Ärzten und Angestellten auf Ämtern. Ich würde mich am liebsten auf dem Boden wälzen und um Erlösung flehen und mich dabei so sehr wie möglich erniedrigen, bis ich mich am besten selbst auflöse und damit alle Probleme.

Das versetzt mich jedes Mal in eine Stress-Situation, weil ich sehr aufmerksam auf mich selbst sein muss, damit davon nichts zum Vorschein kommt. Ich muss dann sehr kontrolliert und diszipliniert sein, aber zudem weiterhin locker wirken und mir nichts anmerken lassen. Dabei spielt Angst auch eine Rolle, sowohl davor als auch danach. Ich denke mir vorher aus, wie ich das am besten durchstehe und danach überkommen mich Gedanken, ob die Person/en gegenüber etwas bemerkt haben.

Wenn es passiert, dass dieses Verhalten zum Zug kommt, dann reagieren die Personen gegenüber abweisend und abblockend. Diese Barriere verstärkt mein Symptom.

Kennt das jemand? Weiß jemand Rat? Kann jemand mehr dazu sagen?

31.01.2026 #1


11 Antworten ↓


C
Zitat von beside:
Ich habe ein sehr tiefsitzenen, vermutlich ein unterbewusstest, unerledigt-Gefühl. Dabei ist mir nicht bewusst, was unerledigt ist. Ich kann mir dann zwar vieles vorstellen, was für mich und in meinem Leben unerledigt ist, aber das ist es nicht wirklich. Denn selbst wenn dies erledigt wäre, würde sich wohl nichts daran ändern.

Das würde ich ganz grundsätzlich angehen.
Warum meinst Du denn überhaupt, irgend etwas erledigen zu müssen?
Erklär das mal bitte.

Zitat von beside:
Exakt danach drängt es mich auch, insbesondere vor autoritären Personen, wie der Polizei, Ärzten und Angestellten auf Ämtern. Ich würde mich am liebsten auf dem Boden wälzen und um Erlösung flehen und mich dabei so sehr wie möglich erniedrigen, bis ich mich am besten selbst auflöse und damit alle Probleme.

Wild.
Irgendwelche Schuld- oder Unterwerfungsphantasien.
Wie waren denn die Eltern?

x 1 #2


A


Unerledigt-Gefühl und Suche nach Erlösung

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B
Zitat von Cbrastreifen:
Warum meinst Du denn überhaupt, irgend etwas erledigen zu müssen?
Erklär das mal bitte.

Das weiß ich eben nicht. Ich weiß ja noch nicht einmal was zu erledigen wäre. Sicher, es gibt viel, aber das würde das nicht erledigen. So sehr ich auch drüber nachdenke, oder Gedanken verfolge, es passt nicht. Ein Star werden? Bishin die gesamte Menschheit zu erlösen - und so ein Irrsinn. Passt nicht wirklich, bzw. wäre wenn dann eine gespaltene Persönlichkeit. Aber von daher kann ich Leute gut verstehen, die sozusagen auf Mission sind. Die erwischt es halt eiskalt. Während ich so sehr zu mir selbst ein Ar. sein kann, dass ich mir sage: du hast ja voll nen Knall. und dann versuche ich das ins künstlerische abzuleiten.
Zitat von Cbrastreifen:
Irgendwelche Schuld- oder Unterwerfungsphantasien.
Wie waren denn die Eltern?

Ist mir nicht bewus ... doch, da gibt es was. Aber das ist es meiner Ansicht nach nicht. Denn, dann könnte ich das als fe. ausleben, aber so einen fe. habe ich nicht. Vielleicht ist es eher etwas mit Minderwertigkeit und Unfähigkeit. Das wäre dann wieder Richtung manisch psychotisch als Größenwahn. Ich sags mal so, ich bin zwar in gewissen belangen wahnsinnig, aber nicht größenwahnsinnig. Eine andere Erklärung wäre eine fehlende Anerkennung - aufgrund fehlender Fähigkeiten - die aus Verzweiflung zu solcher Autoaggression führt. Aber dem bin ich mir ja bewusst und es ändert nichts daran.

Es ist eher so, dass ich etwas unmögliches will, von dem ich selbst nicht weiß was es ist. Und - vermutlich - wenn ich es wüßte, als Unsinn abtun würde - weswegen dies nur unterbewusst aggieren kann, weil es gegen das Bewusstsein nicht ankommt. Es ist etwas nicht erklärbares, weil wenn es das wäre, könnte es als Unsinn abgetan werden. Deswegen bleibt es von sich aus unerklärbar, schleierhaft, undurchsichtig, unsichtbar. Sobald es erkannt wird, ist es exakt dies nicht.

Edit: die Eltern waren so, dass ich nicht drüber reden will.

#3


C
Zitat von beside:
Das weiß ich eben nicht. Ich weiß ja noch nicht einmal was zu erledigen wäre.

Mit der 'Was?'-Frage hast Du ja schon akzeptiert, dass Du etwas erledigen musst.
Warum? Wer sagt das? In Deinem Kopf?
Und was wäre, wenn Du gar nichts erreichen musst?

Zitat von beside:
Ist mir nicht bewus ... doch, da gibt es was.

Und wie waren Deine Eltern nun?
Das hast Du nicht geschrieben.
Streng, liebevoll, kühl, interessiert, verachtend, (emotional) abwesend ...?

#4


B
Zitat von Cbrastreifen:
Und was wäre, wenn Du gar nichts erreichen musst?

Das ist eine heikle Sache. Es zwingt letztendlich zur Selbstaufgabe, und zwar konsequent bis zum letzten. Also absolute Vernichtung der eigenen Persönlichkeit. Es geht dabei also auch darum, wie weit. Natürlich kann ich mir sagen, das und das erreichst du nie und dies und das nicht mehr, und so weiter, und mich dahingehend beruhigen, aber es ist mit dem "um etwas kämpfen"-Modus verknüpft, also auch im Alltäglichen und wird damit getriggert. Also wenn etwas erreicht werden will. Kleinste Hürden dabei triggern es sofort. Größere umso mehr. Und wenn es zuviel wird, dringt es durch.

Ich kenne Leute, die sich selbst vollkommen egal sind. Die dann auf der Intensivstation landen. So bin ich nicht. Das weiß ich zu verhindern. Aber ich kann sie verstehen, dass sie dem nicht widerstehen können und sich autoaggressiv kaputt machen. Sozusagen im eigenen Leid ertränken. Solange es nur psychisch ist, kommt es auf das Verständnis und dem Umgang damit bei den involvierten Leuten an. Das ist nicht immer gegeben. Dann folgt Stigmatisierung. Bei den Leuten, bei denen dann noch Alk. und Dro. dabei sind, wird auch der Körper kaputt gemacht.

Konkrete Situationen:
Ich sehe Polizei und es kommt der Gedanke, dass ich mit denen reden will - ohne zu wissen was - und das sie die Erlösung sind. Da sie das aber nicht wissen, werden sie als Unwissende begriffen. Dann widerspreche ich dem und es verlieren sich die Gedanken in sich selbst und lösen sich auf. Aber dieser initiale Drang ist nicht wegzumachen. Er kommt immer wieder. Egal wie oft schon dagegen vorgegangen wurde. Ganz schlimm ist es bei Polizeikontrollen, weil ich dem dann nicht ausweichen kann.

In Gesprächen kommt mir der Gedanke, bzw. der Wille, dass ich den Leuten unbedingt etwas erzählen muss, aber ich weiß nicht was - weil sobald es greifbar wird verschwindet es - vielleicht weil es zu peinlich ist -, und dass es total dringend ist und ich sie davon überzeugen muss. Dadurch gerate ich in Streß und habe zu tun das Gespräch aufrecht zu erhalten. Auch mein eigenes Anliegen kann damit in Mitleidenschaft gezogen werden, weil ich dann in einen Jammerton / Klageton / ein Überzeugungsgebaren abdriften kann.
Zitat von Cbrastreifen:
Das hast Du nicht geschrieben.

siehe Edit.

#5


Feuerschale
Zitat von beside:
Ich habe ein sehr tiefsitzenen, vermutlich ein unterbewusstest, unerledigt-Gefühl. Dabei ist mir nicht bewusst, was unerledigt ist. Ich kann mir dann zwar vieles vorstellen, was für mich und in meinem Leben unerledigt ist, aber das ist es nicht wirklich. Denn selbst wenn dies erledigt wäre, würde sich wohl nichts daran ändern. Es ist ähnlich dem, dass etwas nicht rückgängig gemacht werden kann und dies bereut wird und einen von innen zerfrisst, bzw. stetig auf einen einwirkt und es einem stetig vorhält.

Hatte da im sozialen Studium so ne Übung, die hieß "Unerledigte Geschäfte".
Man könnte überlegen, wenn man 10, 20, oder mehr Jahre in die Zukunft denkt, wie sollte es sein oder was würde man bereuen.

Bei dir könnte es aber auch sowas wie ein Zwang sein, der sich immer wieder neu befeuert und darum nicht erledigt werden kann? Vielleicht ein Anteil, der in irgendeinem Szenario feststeckt?
Zitat von beside:
Ich würde mich am liebsten auf dem Boden wälzen und um Erlösung flehen und mich dabei so sehr wie möglich erniedrigen, bis ich mich am besten selbst auflöse und damit alle Probleme.

Also so ein Wunsch nach Regression oder so eine Art Schutzraum?
Vielleicht kann man das eher so in einem sicheren Rahmen ausleben? Phantasie oder ggf. Rollenspiel o ä.

Sodass es irgendwie dann auch ein Stück weit abgebaut wird und nicht in unpassenden Situationen hervortritt.
Außer es ist dir so unangenehm, dass du dem keinen Raum geben willst.

#6


Feuerschale
Zitat von beside:
Aber von daher kann ich Leute gut verstehen, die sozusagen auf Mission sind. Die erwischt es halt eiskalt. Während ich so sehr zu mir selbst ein Ar. sein kann, dass ich mir sage: du hast ja voll nen Knall. und dann versuche ich das ins künstlerische

Das klingt doch nach einem guten Ventil.
Vielleicht kann man auch nicht alles verstehen, aber mit bestimmten Spannungen dann eben umgehen oder sie kanalisieren.

#7


Feuerschale
Zitat von beside:
Konkrete Situationen:
Ich sehe Polizei und es kommt der Gedanke, dass ich mit denen reden will - ohne zu wissen was - und das sie die Erlösung sind. Da sie das aber nicht wissen, werden sie als Unwissende begriffen. Dann widerspreche ich dem und es verlieren sich die Gedanken in sich selbst und lösen sich auf. Aber dieser initiale Drang ist nicht wegzumachen. Er kommt immer wieder. Egal wie oft schon dagegen vorgegangen wurde. Ganz schlimm ist es bei Polizeikontrollen, weil ich dem dann nicht ausweichen kann.

Was repräsentieren die denn für dich? Irgendwas wie Ordnung, Gerechtigkeit oder sowas?
Vielleicht kommst du dem da etwas auf die Spur, was da dein Bedürfnis oder Motiv ist.
Oder was bei dir da im unklaren ist und du gerne auflösen würdest.

Hmm, ich hatte mal so ein ähnliches Motiv aber mit Rettungswagen irgendwie....also einerseits hatte ich so das Gefühl,
irgendjemand müsste so den inneren Drang nach Leben irgendwie stillen...es gab ganz diffuse Schwärmereien und innere Nöte, die aber mit dem konkreten wenig zu tun hatten.

Und dann hatte ich so ein Bild von dem inneren Kind, was irgendwie sich fühlt wie auf einer Intensivstation und die Suche hatte damit zu tun. Als das Bild mir klarer wurde (auch wenn es praktisch keinen Sinn machte) löste sich aber auch der andere Trieb mehr auf, die Verhaftung daran.

Wenn du sagst, du hast dieses Bild, am liebsten würdest dich vor der Polizei vor die Füße werfen und ne Art Erlösung bekommen, vielleicht hilft dir ja schon allein dieses Bild, dass du dich da selber siehst und fühlst. Sodass der Drang dann ggf. auch irgendwann verschwindet.

In welcher Form bist du denn künstlerisch aktiv, zeichnerisch?
Ich denke, wenn du sowas einarbeitest und fühlst, können sich Gefühle auch verändern.

#8


Lina60
Lieber @beside, leider kann ich Deine Probleme schwer verstehen. Auch die Antworten die Du den Usern gibst, bzw. nicht gibst. Bist Du in medizinischer ( Medikamente) und/ oder psychologischer Behandlung ? Wenn nicht , würde ich es mal auf diesen Gebieten versuchen. Diese Helfer können dann sofort nachfragen, was Du genau meinst, wenn sie es nicht so verstehen...und auf diese Weise wird dem Klienten ( also Dir) vieles klarer. Ich spreche aus Erfahrung.

#9


B
Zitat von Feuerschale:
Vielleicht ein Anteil, der in irgendeinem Szenario feststeckt?

Ein paralysierendes Erlebnis käme dabei in Frage. Damit habe ich eigentlich schon abgeschlossen, aber es hatte sich bereits anderweitig ausgebreitet und davon ist einiges (eher harmloses) bis heute hängen geblieben.
Zitat von Feuerschale:
Also so ein Wunsch nach Regression oder so eine Art Schutzraum?

Das Problem dabei ist, dass es "sich" ja nicht auslebt, sondern sobald mental greifbar verschwindet. Doch wenn ich nicht aufpasse und wie oft unkonzentiert und überfordert bin, dann drängt es mich in eine Situation, in der ich dann diese Persönlichkeit(? klagend, etc.) eingenommen habe und nur noch durch Rückzug herauskomme.

Es ist auch so, dass ich vorher in einem Zustand bin, in dem ich gedanklich dazu verleitet werde, dass ich das kann und das es im jeweiligen Moment ein guter Zeitpunkt ist. Ich mache mir Mut und denke mir eine Taktik aus. Vollkommen gaga.
Zitat von Feuerschale:
Was repräsentieren die denn für dich?

Wohl eher sowas wie ein Freund und Helfer. Aber dieser Freund ist ja anderer Ansicht.
Bei Sanitätern ist das auch so, aber milder und hat auch berufliche Anleihen.

Das mit dem inneren Kind hatte ich in einer Therapie durch. Da ist was dran, aber ich konnte nichts therapeutisches damit anfangen.

Es geht ja schon viele Jahre so und ich habe es auch besser in den Griff bekommen. Auf dem Boden gewälzt hatte ich mich wenn dann nur mental/verbal und mich somit blamiert.

Künstlerisch alles außer zeichnen und malen. Aber auch keine Instrumente "spielen", sondern wenn dann nur benutzen. Auch digital, programmiert. Dieses szenarisch darstellbare "wälzen" habe ich noch nicht geschafft, aber das Blamieren schon, was dann auch erheiternd ist, wenn es funktioniert, also bei den Lesern / Betrachtern / Hörern.

Es ist eventuell auch einfach so, dass das drüber schreiben hilft. Also das Ausformulieren. Bisher war alles nur Gedankenwelt.

x 1 #10


B
Liebes @Lina60 , das ist lieb von dir gemeint. Leider bin ich nach 15 Jahren Therapie und Psychiatrie und anfangs auch Medikamente "austherapiert" und habe da auch keine Kraft und keine Nerven mehr für. Der Zug ist durch. Ich muss anderweitig sehen, wie ich was verbessern kann.

x 1 #11


M
Du bist auf jeden Fall speziell..das macht Dich zu einem besonderen Menschen..

Irgendetwas an Dir ist interessant..ich weiß noch nicht was..aber ich bleibe dran, wenn ich darf.

#12


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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