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Pusteblume83
Hallo,
bin ganz neu hier und am Verzweifeln. Meine Mutter ist im Juli an Krebs gestorben. Davor haben wir fast ein Jahr immer wieder gehofft, dass es doch besser wird und sie noch lange leben wird, obwohl die Prognose leider sehr schlecht war. Ich habe in dieser Zeit sehr viel Angst um sie gehabt und sehr viel geweint. Als sie dann in meinem Beisein gestorben ist, habe ich geweint und danach kaum noch. Ich habe mich um die ganze Beerdigung gekümmert, da mein Vater dazu nicht in der Lage war. Es war sehr stressig. Bei der Beerdigung habe ich gezittert, aber nicht geweint. So ging es die letzten Wochen. Keine Träne.
Seit ca. 3 Wochen wird es jedoch schlimmer. Ich weine öfters und vermisse sie sehr. Ich arbeite seit vier Wochen wieder. Ich würde morgens am liebsten sofort wieder heimfahren. Die Lautstärke macht mich verrückt, ich habe keine Lust auf Gespräche. Ich bin schnell gereizt.
Vor einer Woche war ich alleine am WE und musste schrecklich weinen. Ich habe keinen Appetit mehr, habe abgenommen. Ich schlafe, wache zwischendurch auf und schlafe wieder ein. Morgens, wenn ich aufwache geht das Karussell im Kopf los. Ich beginne zu schwitzen und werde unruhig. Ich bin zittrig und habe Angst. Ich weiß nicht vor was. Mein Kopf fühlt sich wie Matsch an. Ich gehe auch nicht mehr gerne raus, weil ich Angst habe umzukippen. Ich fühl mich wacklig. Gegen Mittag wirds besser mit der Angst. Habe mir Neurexan geholt. Wirkt nur bedingt.
Was ist mit mir los? Stress, Depression, Angststörung? Alles auf einmal?

06.10.2019 16:07 • 09.10.2019 #1


9 Antworten ↓


Hallo - willkommen!

So wie Du die vergangenen Monate beschreibst, liegt nahe: Starker emotionaler Stress während der Sterbephase Deiner Mutter (mein aufrichtiges Beileid!), Depressive Episode aufgrund unverarbeiteter Trauer, daraus allmählich Entwicklung einer Angststörung.

Ob diese landläufig höchstwahrscheinlich gestellte Diagnose der Fachärzte tatsächlich zutrifft, kannst nur Du entscheiden.

In meinem Profil empfehle ich ein m. E. gutes Buch über Angst und Panikattacken.

Höchstwahrscheinlich auch Nebennierenschwäche aufgrund der lang anhaltenden Belastung (bereits erfolgter oder bald zu erwartender Burnout).

Alles Gute Bernd

06.10.2019 16:31 • #2


Pusteblume83
Danke Bernd für deine schnelle Antwort. Burnout könnte auch sein. Ich bin eigentlich ein Perfektionist. Alles muss richtig, genau und nach meinen Vorstellungen gestaltet/gemacht sein. Auch zu Hause hat alles seinen Platz. Zur Zeit ist mir das aber alles egal. Ich habe keine Lust mehr Dinge zu erledigen, zu putzen usw. Auf der Arbeit steht so viel an. Wenn ich daran denke wirds mir jetzt schon schlecht.
Ich habe das Gefühl, dass ich die Kontrolle über mich verliere und das macht mir Angst.

Ich hatte, da war ich so 17, 18 eine Panikattacke. Bin nachts mit Herzrasen aufgewacht und dachte ich sterbe. Tagsüber hatte ich, wie jetzt, Schwindel und das Gefühl, dass ich zusammenklappe. Die ganzen Jahre dazwischen war gar nichts.

Habe auch während ich Angst habe einen trockenen Mund und muss ständig was trinken. Zuhören fällt mir auch sehr schwer bzw. ich möchte auch teilweise nicht mehr zuhören.

Es ist alles zum Verrücktwerden....

06.10.2019 16:56 • #3


Kenne ich alles von meinem Burnout. Ich rate akut, Dich erst mal für 2 Wochen krank schreiben zu lassen und mittelfristig in eine Klinik zu gehen, die Burnout behandeln.

Je früher Du "aussteigst" um so höher sind die Reversions-Chancen. Dein von Dir beschriebene Charakterzug ist typisch für Burnout. Bin (war!) ähnlich gelagert.

06.10.2019 17:06 • x 1 #4


Pusteblume83
War gerade bei meiner Hausärztin. Habe Opipram 50 mg bekommen, bin 2 Wochen krankgeschrieben und habe ne Überweisung zum Psychiater bekommen. Mal abwarten.....

07.10.2019 07:38 • x 3 #5


Lottaluft
Ich hoffe es geht dir schnell besser

07.10.2019 07:39 • #6


Gut gemacht! Jetzt komm erst mal runter und nutze die 2 Wochen Auszeit für Deine Gesundheit.

Wünsche Dir, dass Du noch die Kurve kriegst.

Alles Gute!

07.10.2019 08:10 • #7


Pusteblume83
Danke Lottaluft und Bernd. Hoffe die Tabletten bringen was. Bis ich einen Termin beim Psychiater bekomme, kann ja auch noch dauern.

07.10.2019 08:29 • x 1 #8


Pusteblume83
So meine erste Nacht mit Opipramol ist geschafft. Habe 25 mg kurz vorm Schlafengehen genommen. Ich habe super geschlafen, wurde zwischendurch kaum wach und habe für meine Verhältnisse recht lang geschlafen. Ich wurde wach, habe keinen Schweißausbruch im Gesicht bekommen und hatte nicht sofort Angstgedanken.
Ich hoffe es bleibt so. Selbst, wenn ich mir die Wirkung nur einbilde, bin ich gerade sehr froh.
Außer, dass ich mich etwas überfahren fühle, hatte ich keine NW.

08.10.2019 08:36 • #9


Pusteblume83
Meine zweite Nacht mit Opipramol war sehr bescheiden. Hat so gut wie nicht gewirkt. Meine Hausärztin sagte, ich soll ca. 3-5 Tage abends nur 25 mg nehmen und dann auf 50 mg erhöhen. Würde ich am liebsten schon heute Abend machen. Habe im Moment Kopfschmerzen, was auch sehr stört. Zusätzlich dumme Gedanken, die im Hirn rum kreisen. Hab vorhin ne Neurexan genommen und brauche wohl bald die Nächste. Was mich auch etwas belastet sind diese immer wiederkehrenden Magengeräusche. Es ist zum Davonlaufen.
Später hab ich noch einen Termin auf den ich eigentlich keine Lust habe. Könnte mich grad Verkriechen.....

09.10.2019 12:05 • #10




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser