Hallo Katze200,
ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie Kruemel_68.
Man kann grundsätzlich alles mit den behandelnden Ärzten und Psychologen besprechen, und wenn man früher abbrechen will, lässt sich das meiner Erfahrung nach in Absprache mit den Behandlern einrichten.
Bei uns gab es auch einen Raum zum Ausruhen, und wenn man mit dem Tagesprogramm überfordert war, konnte man auch da immer Lösungen finden. Es ist einfach wichtig, immer in Kommunikation mit den Behandlern zu bleiben, dann ist relativ viel möglich. Und wenn man total kaputt und erledigt ist, wird darauf Rücksicht genommen.
Allerdings habe ich es auch so erlebt, dass man innerhalb der Zeit keine anderen Termine wahrnehmen sollte. Alles, was sich verlegen ließ, musste verlegt werden.
Einen Konzentrationstest gab es nicht.
Ich finde es gut, dass du es versuchen möchtest, jetzt, wo du schon angemeldet bist. Vielleicht wäre bei dir eine psychosomatische Klinik in der Zukunft eine gute Alternative, da ist das psychotherapeutische Programm intensiver, es geht mehr um die Symtome und weniger um das Thema Arbeitsfähigkeit. So einen Aufenthalt kann man auch teilstationär (also ambulant, sprich: Tagesklinik) machen, aber vielleicht wäre für dich auch ein vollstationärer Aufenthalt zu überlegen, gerade dann, wenn du schwerere Symptome hast und schnell erschöpft bist. Dann hast du einen permanenten Rückzugsraum und musst nicht immer auch noch hin- und zurückfahren. Das Tagesprogramm dort geht auch nicht länger als 8 Stunden, der Akzent liegt nur mehr auf der konkreten, spezialisierten Psychotherapie.
Aber das ist, wie gesagt, nur ein Hinweis für eventuelle zukünftige Aufenthalte, jetzt steht ja erstmal die Reha an.
Was die Gruppentherapie angeht, habe ich es einerseits so erlebt wie Krümel_68, es gab aber auch Gruppen, wo die ganze Sitzung einem konkreten Thema eines einzelnen Patienten gewidmet wurde und alle haben ihren Senf dazu gegeben und den Patienten beraten.
Für Rollenspiele hatten wir eine extra Gruppe, für die man bei Bedarf vom behandelnden Therapeuten angemeldet wurde.
Ganz allgemein kann ich dir nur auch raten:
Du wirst zu nichts gezwungen, du wirst als erwachsener Mensch behandelt, der ein Mitspracherecht bei seiner Behandlung hat. Mach‘ dir nicht so viele Sorgen darum, dass man dich zu Sachen zwingt, die du absolut nicht willst. Vielleicht wird man anregen, dass du auch mal Sachen ausprobieren sollst, die etwas außerhalb deiner Komfortzone liegen, aber das war‘s auch schon. Kommunikation ist der Schlüssel, bleib‘ immer im Gespräch mit deinen Behandlern, dann wird sich alles finden.
Es ist ja auch ambulant, da ist der ganze Ablauf etwas lockerer als im vollstationären Rahmen, wo es logischerweise ein paar mehr Regeln gibt.
Die Zeit wird vermutlich eh schneller vorbeigehen als du jetzt befürchtest, und es ist gar nicht ungewöhnlich, dass Patienten, die vor der Reha ähnliche Ängste hatten wie du (das ist nämlich durchaus weit verbreitet und du bist damit nicht alleine),
sich sehr schnell an die Abläufe gewöhnt haben und dann fast traurig waren, als die Zeit vorbei war.
Es ist eine Zwischenstation, das Leben geht danach weiter. Du wirst danach deine ambulante Therapie anfangen, vielleicht machst du noch nochmal einen weiteren Aufenthalt irgendwo, entweder wieder ambulant oder vollstationär, es wird irgendwie weitergehen und ist nicht das Ende, egal, ob es gut oder schlecht läuft.
Und ich wünsche dir, dass du auch mit etwas Hoffnung an die Reha herangehen kannst, denn viele Patienten haben dort durchaus eine gute Zeit. Man befindet sich in einem geschützten Raum, man ist mit Gleichgesinnten zusammen, die deine Probleme gut verstehen, und das alleine kann schon eine wertvolle Erfahrung sein.
Viele Patienten erzählen sogar, dass selbst die zuvor gefürchtete Gruppentherapie im Nachhinein eine sehr gute Erfahrung gewesen ist

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Alles Gute
🍀!