Zitat von Elisabeth71: Man sollte sich von schlechten Nachrichten fernhalten, aber dazu bin ich zu neugierig.
Ich finde diese Aussage superehrlich und oute mich ebenfalls als Nachrichtenjunkie. Und ja, auch mich belasten viele Nachrichten gleichzeitig auch sehr. Es sind natürlich auch diese einzelnen, z. T. unfassbar grausamen Details, die man dadurch u. U. nicht mehr "los wird". Aber nicht zu vergessen ist auch die Gefahr, sozusagen "chronisch" eine düstere Grundstimmung zu etablieren. Was ja angesichts der
vorwiegend transportierten Nachrichten nicht weiter verwundert.
Und hier sehe ich den entscheidenden Ansatzpunkt. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass das was wir in unseren Geist lassen,
uns bestimmt. "Bestimmen" trifft es übrigens sehr gut - denn der menschliche Geist neigt dazu, Stimmen zu übernehmen. Die Nachrichten werden quasi langfristig ein Teil von uns(erem sogenannten) "Selbst".
Das Lesen einer halbwegs guten Tageszeitung gehört für mich seit vielen Jahren zum Start in den Tag. Meist begleitet von einem Heißgetränk und idR etwas "Ungesundem"

. Obschon ich dort am liebsten Politik und Wirtschaft lese, lass ich so gut wie nie das Feuilleton, den Sport und den Kommentarteil weg. Und wenn ich merke, dass mir eine Sparte gerade zu belastend ist, blättere ich einfach weiter. Soviel Souveränität beim Lesen habe ich mir schon erhalten

.
Ergänzend, und das nimmt bei mir z. T. einige Stunden an Tag in Anspruch, höre ich auf Youtube diverse Spezialkanäle, die ich nicht nur aus informativen Gründen höre/schaue sondern schlicht auch als Unterhaltung erlebe.
Insgesamt bleiben Nachrichten, egal über welche Kanäle - ein zweischneidiges Schwert. Bei einem Zuviel davon läuft man definitiv Gefahr die o. g. Souveränität zu verlieren. Und damit verliert man "sich" irgendwann "selbst" (interessant: wie soll das eigentlich gehen?). Ungezügeltes Social Media zeigt uns allerorten, dass irgendwann von der konsumierenden Person nichts mehr übrigbleibt als eben der Konsum - und somit steuerbares Suchtverhalten.