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Elisabeth71

Elisabeth71
Mitglied

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Ich verbringe viel Zeit beim Computer. Auch wenn ich nicht davor sitze , muss ich wissen , was es Neues gibt und ich lese die Zeitungen.
Leider gibt es viele Verbrechen , die mich ( auch Jahre ) danach noch direkt verfolgen. Ich kann einfach nicht begreifen , wie eigene Eltern z.B. ihrem Kind gewisse Dinge antun können und noch vieles mehr. Auch der grausam ermordete H. N. in England tut mir so leid. Der war so sympathisch . Ich weine fast , wenn ich daran denke.
Man sollte sich von schlechten Nachrichten fernhalten , aber dazu bin ich zu neugierig.
Früher einmal konnte ich solche Nachrichten einfach wegstecken , jetzt belasten sie mich sehr.
Geht es anderen auch so mit schlechten Nachrichten ?

21.06.2026 x 1 #1


10 Antworten ↓

Sonja77
Ich sag es jetzt mal ganz hart aber ehrlich
Früher hat mich vieles was in der Welt vorkommt extrem belastet,ich hab da manchmal wochenlang darüber nachgedacht und hatte die Bilder dazu immer vor Augen (ich habe leider ein fotografisches Gedächtnis)was in solchen fällen nichts positives ist
Ich konnte es einfach nicht verstehen wollte es nicht verstehen wie ein Mensch solch grässliche Taten vollbringen kann
Aber leider sind sie weltweit trauriger Alltag

Heute,natürlich tut es mir unendlich leid und so manches nimmt mich mit aber ich bin blöd gesagt abgehärtet und lass es nicht mehr so nah an mich ran
Irgendwann muss man sich leider abhärten dagegen sonst geht man selbst daran kaputt denn jede Minute passiert schreckliches auf der Welt

Das neuste war ja gerade erst gestern in Stuttgart wo eine Mutter ihr 1 Jahre altes Baby im Auto in der Hitze vergessen hat und das Baby gestorben ist

Es ist zwar hart aber es ist wie wenn man bei der Feuerwehr arbeitet oder als Onkologe oder Psychiater und so weiter
Man muss sich abhärten anders geht es gar nicht denn man kann nicht die ganze Welt retten das ist einfach nicht möglich

Wenn ich sowas sehe lese oder höre dann nehme ich es zur Kenntnis denke kurz darüber nach und hacke es dann ab
Ist für mich persönlich das beste auch wegen meinem fotografischen Gedächtnis ich hab heute noch Bilder vor meinen Augen von Dingen die passiert sind da war ich 8 Jahre alt so perfekt wie ein Film ohne jegliche Lücke sondern perfekt das ist leider der Riesen Nachteil wenn man diese Art von Gedächtnis hat,es bleiben nicht nur die schönen Bilder vor Augen sondern auch die schlimmen

Wenn es dich so mitnimmt musst du entweder damit aufhören so neugierig zu sein und es konsequent lassen aus Eigenschutz

Oder es halt so nehmen und fertig einen anderen Weg hast du leider nicht

x 1 #2


A


Negative Nachrichten belasten mich sehr

x 3


Windy
Zitat von Elisabeth71:
muss ich wissen , was es Neues gibt und ich lese die Zeitungen.


Zitat von Elisabeth71:
Leider gibt es viele Verbrechen , die mich ( auch Jahre ) danach noch direkt verfolgen.

Wieso liest du die Zeitung denn noch, wenn du das weißt? Ist wie wenn man sich jedesmal selbst verletzen würde.

x 3 #3


Abendschein
Ich nehme nicht mehr das Leid der ganzen Welt an.

x 2 #4


M
Zitat von Elisabeth71:
Man sollte sich von schlechten Nachrichten fernhalten, aber dazu bin ich zu neugierig.

Ich finde diese Aussage superehrlich und oute mich ebenfalls als Nachrichtenjunkie. Und ja, auch mich belasten viele Nachrichten gleichzeitig auch sehr. Es sind natürlich auch diese einzelnen, z. T. unfassbar grausamen Details, die man dadurch u. U. nicht mehr "los wird". Aber nicht zu vergessen ist auch die Gefahr, sozusagen "chronisch" eine düstere Grundstimmung zu etablieren. Was ja angesichts der vorwiegend transportierten Nachrichten nicht weiter verwundert.

Und hier sehe ich den entscheidenden Ansatzpunkt. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass das was wir in unseren Geist lassen, uns bestimmt. "Bestimmen" trifft es übrigens sehr gut - denn der menschliche Geist neigt dazu, Stimmen zu übernehmen. Die Nachrichten werden quasi langfristig ein Teil von uns(erem sogenannten) "Selbst".

Das Lesen einer halbwegs guten Tageszeitung gehört für mich seit vielen Jahren zum Start in den Tag. Meist begleitet von einem Heißgetränk und idR etwas "Ungesundem" zwinkern. Obschon ich dort am liebsten Politik und Wirtschaft lese, lass ich so gut wie nie das Feuilleton, den Sport und den Kommentarteil weg. Und wenn ich merke, dass mir eine Sparte gerade zu belastend ist, blättere ich einfach weiter. Soviel Souveränität beim Lesen habe ich mir schon erhalten lachen.

Ergänzend, und das nimmt bei mir z. T. einige Stunden an Tag in Anspruch, höre ich auf Youtube diverse Spezialkanäle, die ich nicht nur aus informativen Gründen höre/schaue sondern schlicht auch als Unterhaltung erlebe.

Insgesamt bleiben Nachrichten, egal über welche Kanäle - ein zweischneidiges Schwert. Bei einem Zuviel davon läuft man definitiv Gefahr die o. g. Souveränität zu verlieren. Und damit verliert man "sich" irgendwann "selbst" (interessant: wie soll das eigentlich gehen?). Ungezügeltes Social Media zeigt uns allerorten, dass irgendwann von der konsumierenden Person nichts mehr übrigbleibt als eben der Konsum - und somit steuerbares Suchtverhalten.

x 3 #5


Schlaflose
Zitat von Elisabeth71:
Früher einmal konnte ich solche Nachrichten einfach wegstecken , jetzt belasten sie mich sehr.
Geht es anderen auch so mit schlechten Nachrichten ?

Hat mich früher nicht gejuckt und jetzt auch nicht, solange ich nicht persönlich davon betroffen wäre.

x 1 #6


Kruemel_68
Zitat von Elisabeth71:
Man sollte sich von schlechten Nachrichten fernhalten , aber dazu bin ich zu neugierig.

Es ist halt wie mit allem: man muss sich entscheiden, was man möchte und es dann durchziehen. Aber das erfordert halt Arbeit an einem selbst. Du willst, dass es Dir besser geht? Dann hör auf, Nachrichten zu hören und zu lesen. Du willst Deine Neugierde ausleben? Dann musst Du damit leben, dass es Dich instabil macht. "Wasch mich, aber mach mich nicht nass" funktioniert halt nicht.

Es ist wie beim abnehmen. Rauchstopp oder Alk. - es muss einen Schalter umlegen, ich muss es wollen und dann auch durchziehen.

#7


Idefix13
Dieses Phänomen hat bereits einen Namen.
Es nennt sich: Doomscrolling

Konnt ja mal danach suchen und euch informieren..

🍀🍀

#8


Elisabeth71
Danke für die Antworten.
Ich muss mich einfach selbst ein wenig von diesen Dingen fernhalten. Mit Disziplin müsste das gehen ( auch nicht leicht). Man versucht es halt....

#9


Elly79
@Elisabeth71 Ich gucke/lese Nachrichten nur sehr gezielt.
Bekomme sehr vieles gar nicht mit und muss sagen, damit geht es mir einfach soviel besser.
Neugierig bin ich auch, aber ich lege da den Fokus eher auf Hintergründe und nicht auf tagaktuelles.
Z.b. den von dir genannten Fall von H.N. hab ich nur ganz am Rande etwas mitbekommen und erst vor Kurzem genauer nachgelesen, damit ist das Ganze schon etwas weiter weg und es gab eine Verurteilung. Das Verbrechen ist dann zwar immer noch tragisch aber es wurde bestraft.

x 1 #10


YellowFerrum
Ich informiere mich sehr intensiv. Das hat nichts mit Doomscrolling zu tun, denn ich will wissen, wohin und weshalb sich die Lage in der Welt entwickelt. Diese Dinge haben zumindest mittelbar Auswirkungen auf mein Leben. Die Welt ist kleiner geworden. Ich möchte das, soweit möglich, selbst beurteilen können.
Bei schicksalhaften Meldungen ist es so, dass es noch weitaus mehr Schicksale sogar im Alltagsleben gibt, die nicht bekannt werden. Beispielsweise Erkrankungen o.ä. Da kann ich mitfühlen, manches macht traurig und einige Ereignisse verärgern mich, wenn sie vermeidbar gewesen wären. Aber ich habe eine Distanz dazu und weiß, dass schlimme Sachen auch zum Leben dazu gehören und ich nicht darunter leiden werde. Es gab und gibt keine heile Welt. Versuche doch irgendwie, alles aufzunehmen, aber nicht lange und tiefer darüber nachzudenken.

x 1 #11


A


x 4






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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