App im Playstore
Pfeil rechts
27

Zitat von Kedici:
Wenn dein Arbeitgeber nicht handelt und es wiederholt zu sexuellen Belästigungen und ähnlichem kommt, kann man sich dann nicht sogar schon an die Polizei wenden? Zumindest würde ich damit drohen wenn er es nicht sein lässt. Bzw. mit persönlicher Strafanzeige. Soll sich einfach von dir fernhalten. Ich verstehe ...

Wenn jemand nur in Worten herabsetzt , ist der Arbeitgeber zuständig. Wenn dieser nicht reagiert , haben wir hier in Österr. entweder eine Art Personalvertretung ( Gewerkschaft ) oder es gibt auch die Arbeiterkammer.Also es gibt Instutionen , welche für die Mitarbeiter zuständig sind.
Zur Polizei würde ich gehen , wenn mich jemand an intimen Stellen anfasst und wenn dies nicht aus Versehen passiert.
Ich erinnere mich wieder ein wenig an diese Kurse, welche die Frauen stärken sollen.
Vielfach geht es bei dem unguten Verhalten um Dominanz.
Es gibt viele grenzwärtige Verhaltensweisen ( zu nahe kommen , Anfassen irgendwo am Körper , ) . Man soll dann sagen : Sie sind mir zu nahe. Manchmal wird man dann aus gekränktem Stolz beleidigt.

@kedici die Frage ist was kann ich tun? Du hast das schon richtig geschrieben und ich mache meine Grenzen klar aber wie du schon geschrieben hast wird darauf rumgetrampelt und ich bekomme von meinen Vorgesetzten keine Unterstützung

A


Nach einem schönen Tag ein tiefes Loch

x 3


Danke für eure Antworten – ich möchte etwas klarstellen, weil ohne die Vorgeschichte meine Situation vielleicht missverstanden wird.

Ich arbeite in einer WfbM und habe eine schwere Angst- und Panikstörung. Der geschützte Rahmen ist für mich wichtig – und die Arbeit, die ich aktuell mache, tut mir gut.

Was viele nicht wissen:
Ich habe bereits 2020 einmal den Arbeitsplatz gewechselt, weil ich damals von einem Kollegen tätlich angegriffen wurde. Ich habe Anzeige erstattet, aber sie wurde mit der Begründung „geringes öffentliches Interesse“ eingestellt.
Und auch damals wurde die Situation verdreht – Täter-Opfer-Umkehr.
Am Ende habe ich den Bereich verlassen, während der Täter dortbleiben durfte.

Jetzt – ein paar Jahre später – passiert wieder etwas Ähnliches:
Ein anderer Kollege verhält sich wiederholt provozierend, übergriffig und grenzverletzend. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben, mich zu schützen, Gespräche zu führen, sogar professionelle Hilfe eingeschaltet.
Und trotzdem rutsche ich wieder in die Rolle derjenigen, die „zu empfindlich“ sei oder „Verständnis zeigen müsse“.

Darum fällt es mir so schwer, wenn mir jetzt gesagt wird:

„Dann wechsel doch den Arbeitsplatz.“



Denn das habe ich bereits getan – nicht freiwillig, sondern weil ich vertrieben wurde, nachdem mir Unrecht geschehen ist.
Und ich finde:
Es kann nicht sein, dass sich Täter immer weiter ausbreiten dürfen – und die Betroffenen sollen jedes Mal das Feld räumen.

Ich will nicht nochmal der Mensch sein, der geht, damit die anderen sich nicht verändern müssen.

Ich danke euch, wenn ihr das mitbedenkt.

Zitat von Sang-woo-Han:
Danke für eure Antworten – ich möchte etwas klarstellen, weil ohne die Vorgeschichte meine Situation vielleicht missverstanden wird. Ich arbeite ...

Ja da stimme ich dir absolut zu. Ich finde es auch nicht in Ordnung wenn die Opfer immer unterdrückt werden und sich am Ende andere Arbeit suchen müssen und die Täter keine Konsequenzen erfahren. Ich habe das selbst schon mehrfach beobachtet und es geht mir gegen den Strich.Ich hing bisher an keinem Arbeitsplatz daher ist es mir immer leicht gefallen abzuhauen und war für mich die einfachere Lösung wenn ich mich nicht wohl gefühlt habe.

Zitat von Sang-woo-Han:
Ich arbeite in einer WfbM und habe eine schwere Angst- und Panikstörung. Der geschützte Rahmen ist für mich wichtig – und die Arbeit, die ich aktuell mache, tut mir gut.

Nun verstehe ich Dich besser. Wenn Du eine Angst- und Panikstörung hast, dann wird es Dir nicht
so leicht fallen,einem Kollegen oder auch anderen Menschen geeignete Grenzen zu setzen.
Habt ihr denn dort in der Werkstatt eine Psychologin, der Du gegenüber dieses Thema einmal
ansprechen kannst?
Ich befürchte, hier im Forum wird es schwierig sein dass Thema Grenzen setzen weiter anzusprechen.
Denn so lange Dich noch Deine Angststörung belastet, wirst Du es kaum wagen, einem anderen
Menschen eine angemessene Grenze zu seinem Verhalten zu setzen.

Ich denke, da brauchst Du eher Beratung vor Ort. Eine gleichzeitige Beratung, wie Du weniger Ängste fühlst
und wie Du sicherer in der Kommunikation mit anderen Menschen werden kannst.
Hier auf dem schriftlichen Weg werden wir das vermutlich nicht schaffen. Das kann man am besten
an praktischen Rollenspielen und an persönlichem Training herausfinden.

Zitat von Sang-woo-Han:
Es kann nicht sein, dass sich Täter immer weiter ausbreiten dürfen – und die Betroffenen sollen jedes Mal das Feld räumen.

Grundsätzlich hast Du hier Recht. Die Menschen, die Du als Täter bezeichnest, die breiten sich
nicht weiter aus. Die findet man überall in der Gesellschaft. Man kann sie aber nicht wegjagen oder
wegsperren. Deshalb komme ich dann wieder auf das zurück, was ich bereits gesagt hatte.

Vereinfacht gesagt meine ich. Du solltest versuchen zu lernen, wie Du Dich gegen solche Typen
verteidigen kannst. Sie auf Abstand halten kannst.
Nur dazu hast Du gesagt. Das möchte ich nicht. Der Kollege darf das nicht tun.
Erkennst Du, wo die Schwierigkeit liegt?

Zitat von Sang-woo-Han:
Deshalb ist es für mich eben nicht damit getan, 'kälter' zu werden oder ihn zu ignorieren. Ich möchte geschützt sein – nicht gefühllos werden müssen

Du sollst nicht gefühlos werden. Noch verstehst Du nicht, was ich meine.
Du kannst das bestimmt gut mit einer Psychologin oder einer Therapeutin vor Ort besprechen.

Zitat von Sang-woo-Han:
Ein anderer Kollege verhält sich wiederholt provozierend, übergriffig und grenzverletzend. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben, mich zu schützen, Gespräche zu führen, sogar professionelle Hilfe eingeschaltet.

Wehr dich doch gegen ihn. Mit ruhig bleiben und Gesprächen kommt man solchen Idioten nicht bei. Anschreien und notfalls auch mal treten o.ä. ist das einzige, was die verstehen.

Zitat von Sang-woo-Han:
Hallo zusammen, eigentlich wollte ich mir heute nach der Arbeit etwas Gutes tun. Ich bin mit dem Zug nach Bielefeld gefahren, habe mir den neuen ...

Gott schweigt nicht, er liebt Dich sehr. Vielleicht hörst Du ihn nicht, in Deinem Kummer. Du hast schöne Tage erlebt, warum bist Du dann gleich wieder so traurig?

Vergleiche Dich nicht mit anderen Menschen, jeder hat sein Leben. Versuche das zu tun was Dich glücklich macht und freue Dich darauf.

Das Leben bietet soviel schönes.

@ Sang-woo-Han
Noch etwas möchte ich sagen :
Du hast ein Recht auf deine Empfindungen. Wer sagt : du bist empfindlich wertet deine Empfindungen ab. Wenn dich etwas verletzt , dann hast du das Recht , verletzt zu sein , egal was die Leute sagen.
In einer Gemeinschaft muss vermutlich jeder auch manch Unangenehmes schlucken. Aus Vernunft sagen die Leute dann halt nichts dazu.

@Schlaflose dann bekomme ich aber leider großen Ärger ich würde mich gerne auf diese Weise wehren aber dann kann ich mich von meinem Arbeitsplatz verabschieden





Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
App im Playstore