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Hope2026

Hope2026
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Habt ihr Erfahrung mittelgradige Depression ausschließlich mit Psychotherapie im Griff bekommen zu haben? Wenn ja bitte berichten? Heisst nicht, dass Meds oder andere Therapieformen nicht helfen würden.

07.04.2026 #1


17 Antworten ↓


-juli
Jepp, hing bei mir aber auch extrem viel mit dem Umfeld zusammen. Was mir ohne Therapie aber nicht bewusst geworden ist und ich habe eine Traumafolgestörung, von der ich lange nicht wusste und das hat auch eine große Rolle im Bezug auf die Depression gespielt.

Ich war von Menschen umgeben, die mir nicht gut getan haben und später hatte ich einen Arbeitsplatz, wo das Umfeld auch nicht so ideal für mich war.

x 1 #2


A


Erfolg mit Psychotherapie bei mittelgradiger Depression

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Burn
Das ist schwer zu sagen, es hängt ja mit den Problemen zusammen und inwieweit man diese lösen oder seine Situation verändern kann. Der andere wesentliche Teil ist der Therapeut und zuletzt auch die Therapieform.

Ich mache jetzt das dritte mal Therapie in dem Zeitraum von ca 25 Jahren. Geholfen hat mir jede einzelne in verschiedenen Formen.

x 2 #3


nikimiky
Das würde mich auch interessieren. Ich finde an Ängsten zu arbeiten ist irgendwo "einfacher" als an Depressionen. Ich hab diesbezüglich leider keine guten Erfahrungen gemacht.

x 1 #4


-juli
@nikimiky krass, wie unterschiedlich das sein kann, ich finde Ängste deutlich schwieriger.

x 1 #5


nikimiky
@-juli ja das ist wirklich spannend wie unterschiedlich die Meinungen sind. Also dir hat ne Therapie bei Depressionen geholfen? Was genau habt ihr denn gemacht? Und wie lange ging die Therapie?

x 1 #6


Elly79
@Hope2026 Meine mittelgradigen Depressionen habe ich auf jeden Fall nur mit Therapie im Griff.
Nehme Medikamente gegen meine Ängste und die helfen z.b. null gegen die Depressionen.

Ich hatte in meiner letzten Therapie eine wirklich gute Therapeutin was mir geholfen hat.

Es kommt auch immer etwas darauf an in welche Richtung die Depressionen ausgeprägt sind, bei mir ist der größte Faktor die Antriebslosigkeit, da kann man gut gegensteuern. Wenn es z.b. Leere ist, stelle ich mir das schwieriger vor.

x 1 #7


nikimiky
@Elly79 interessant.... Welche Medikamente nimmst du denn? Und sollten sie gegen die depri helfen, aber tun es nicht ,oder nimmst du die nur gegen Ängste?

x 1 #8


Elly79
@nikimiky Sertralin. Nehme es gegen die Ängste schon zum 3x.
Bei leichten bis mittelgradigen Depressionen ist es erwiesen, dass Antidepressiva nicht signifikant besser wirken als ein Placebo. Daher sollte man auch bei leichten bis mittelgradigen Depressionen anders herangehen.
Gibt sicherlich Ausnahmen, die gibt es immer, aber für den Großteil ist es wohl so.

x 2 #9


-juli
@nikimiky ich bin mir in meinem Fall nicht sicher, ob ich eine "klassische" Depression habe, falls es etwas gibt. Ich wurde ab einem gewissen Punkt mit einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert, weil ich immer wiederkehrende depressive Episoden in unterschiedlicher Ausprägung hatte.

Vermutlich gibt es aber auch nicht die "klassische" Depression. Ich hatte erst Tiefenpsychologie und habe dort erkannt, wo der größte Auslöser für meine Symptomatik damals lag, ich war in einem sehr dysfunktionalen Umfeld und habe das selbst nicht erkannt. Später hatte ich Verhaltenstherapie. Dort konnte ich zwar schnell Fortschritte verbuchen, die Analysen da haben mir einiges an ungünstigen Verhalten gezeigt und manchmal waren es genau diese Dinge, die es schlimmer gemacht haben. Darauf hatte ich ne kurze Pause, bin durch ungünstige Umstände wieder in eine Episode gerutscht und bin zurück zur Tiefenpsychologie und da ging es dann erstmal um Stabilisierung. Durch die vorsichtige Analyse meiner Beziehungsmuster ist mir bewusst geworden, dass ich Muster habe, die mich immer wieder in ungünstige zwischenmenschliche Beziehungen treiben und dadurch geht's mir dann oft schlecht, was mich in eine depressive Episode bringen kann. Es gibt noch einige strukturelle Faktoren in meinem Leben, gegen die die Therapie jetzt per se kein Handwerkszeug geben kann, aber ich kann lernen, anders damit umzugehen. Ich habe zusätzlich noch eine Traumafolgestörung und glaube, dass das eigentlich hinter den depressiven Episoden stand, aber früher in meiner Jugend wurde eher die Depression oder die Angst isoliert angegangen.

Ich denke, es kommt arg auf den Auslöser an. Bei den Ängsten hatte ich lange Zeit das Gefühl, dass nichts helfen würde und irgendwann spielten sie eine untergeordnete Rolle, als ich ihnen weniger Bedeutung gegeben habe. Eher aus der Frustration als aus einer aktiven Handlung heraus.

Ich bin jetzt mit kleinen Unterbrechungen seit gut fünf Jahren in Therapie. Die ersten zwei Therapien gingen jeweils ca. anderthalb Jahre.

x 2 #10


nikimiky
Zitat von Elly79:
@nikimiky Sertralin. Nehme es gegen die Ängste schon zum 3x. Bei leichten bis mittelgradigen Depressionen ist es erwiesen, dass Antidepressiva nicht signifikant besser wirken als ein Placebo. Daher sollte man auch bei leichten bis mittelgradigen Depressionen anders herangehen. Gibt sicherlich Ausnahmen, die gibt es ...

Hmm also ich hab auch ne längere Zeit Sertralin genommen gegen Depressionen. Ich glaube 100 oder 150mg und mir hat es geholfen. Aber irgendwann wirkte es nicht mehr. Seitdem nehme ich Fluoxetin und Quetiapin. Ich hatte die Erfahrung genau andersrum gemacht. Gegen meine Panik/ Phobie vor Bienen und Wespen konnte nur eine Verhaltenstherapie helfen.

x 1 #11


nikimiky
@-juli Ja ich habe auch dieselbe Diagnose. Rezidivierende mittelgradige Depressive Episoden. Ich hatte 2016 eine und Ende 2019. Beide Episoden gingen über Monate. Ich hab immer wieder probiert eine Therapie zu machen, aber hatte Pech mit den Therapeuten. Statt mich zu stabilisieren haben sie mich runter gemacht. Also ich musste jedes Mal wieder abbrechen.
Das ist schön das du da bessere Erfahrungen gemacht hast. Das gibt einem Mut doch nicht aufzugeben.

Meine beste Freundin hat mir neulich erzählt das sie ihre Therapie nun selber bezahlt, weil Sie als Kassenpatient auch nur auf Deppen getroffen ist.

x 1 #12


Elly79
@nikimiky Ich habe ja eine Agoraphobie mit Panikattacken. Das ist ja nochmal was ganz anderes als spezifische Phobien wie du sie hast, da hilft natürlich eine VT besser als jedes Medikament.

Dennoch ist die Studienlage bei leichten bis mittelgradigen Depressionen und Medikamenten recht eindeutig.

Aber ich bin der Meinung, Hauptsache man findet etwas, dass das Leben wieder leichter macht. Ob nun Therapie, Medikamente, Placebo oder ein Spaziergang ist egal.

x 2 #13


nikimiky
@Elly79 Ja so spezifische Ängste kann man eher greifen als andere. Ich musste mich mit dem Insekt auseinander setzen um meine Denkmuster zu durchbrechen. Aber einfach war das auch auf keinen Fall! Das kann ich sagen. 6 Monate intensiv Therapie und danach hat's auch nochmal gut 6-12 Monate gedauert bis die Therapie Früchte trug.

Ja sehe ich auch so. Es ist egal WAS hilft, hauptsache es hilft.

x 1 #14


-juli
@nikimiky ich habe auch durchwachsene Erfahrungen und oft ist es schwierig, Kritik zu äußern, finde ich, auch wenn grade das möglich sein sollte.

x 1 #15


-juli
@nikimiky es tut mir leid, dass du solche Erfahrungen mit Therapien machen musstest. ):

x 1 #16


Hope2026
@Elly79 Sertralin ist doch ein AD?

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Elly79
@Hope2026 Ja. Ein SSRI

#18


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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