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CaptainFuture
Hallo zusammen,

Ich bin momentan krank geschrieben wegen einer mittelgradigen Depression mit sozialer Phobie, erhalte inzwischen auch Krankengeld. Meine Frage: wie lange kann man bei einer mittelgradigen Depression krankgeschrieben werden? Mir geht es nicht gut und ich habe das Gefühl oder die Befürchtung das nach dieser Diagnose mittelgradige Depression die Krankenkasse mich jetzt schneller als sowieso schon wieder arbeiten sehen sehen möchte.

ich würde mich über Erfahrungen freuen, danke.

PS: ich bin jetzt 39 und habe mit 16 anfangen zu arbeiten, das ist das erste Mal dass ich das die Krankenversorgung in Anspruch nehme. Ich möchte nur eventuellen Kommentaren vorgreifen wie: geh doch Arbeiten oder ähnliches.

18.12.2019 20:53 • 07.01.2020 #1


16 Antworten ↓


nikimiky
Hey. Ich bin in der selben Situation wie du. Bin auch krank geschrieben wegen mittelgradiger Depression. Bekomme auch Krankengeld und nehme diese Versorgung das erste mal in Anspruch.

So lange du krank geschrieben wirst kann/wird dich keiner zwingen zu arbeiten. (Ich weiß aber auch nicht, ob es eine Begrenzte Zeit gibt? Vielleicht muss das irgendwann von einem Amtsarzt überprüft werden.? Will jetzt aber kein Blödsinn verbreiten).

Ich kann deine Ängste verstehen. Die habe ich selbst. Mir ist es sehr unangenehm mich dauernd krank schreiben zu lassen, aber es ist wie es ist. Man hat es sich nicht ausgesucht.

18.12.2019 21:13 • x 3 #2



Hallo CaptainFuture,

Krankschreibung bei mittelgradiger Depression

x 3#3


Hallo, ich bin auch überwiegend "nur" mittelgradig depressiv, habe seinerzeit die volle Krankengeldbezugsdauer ausgeschöpft und bin jetzt schon seit Jahren als komplett arbeitsunfähig eingestuft. Mittelgradig muss also überhaupt nicht heißen, dass man arbeiten kann. Ist individuell verschieden, unter derselben Standarddiagnose verbergen sich individuelle Beschwerdebilder.

18.12.2019 21:16 • x 3 #3


Wenn du krank bist und nicht arbeiten kannst ist das eben so. Es geht hier nicht um die Krankenkasse und vor allem nicht was andere Menschen über dich denken sondern nur um dich. Du bist krank, und nicht die anderen und mit Depressionen ist nicht zu spaßen sondern ein schwerwiegendes Leid.

18.12.2019 21:16 • x 6 #4


Akinom
Ja da stimme ich zu in erster Linie ist deine Erkrankung vorrangig und du entscheidest wann du bereit bist zu arbeiten oder es wieder kannst.Setze dich damit nicht unter Druck,dass verschlimmert alles nur noch.Erkundige dich einfach bei deiner Krankenkasse wie es sich verhält,sie werden es am besten wissen.Alles gute für dich und liebe Grüße

18.12.2019 21:25 • x 3 #5


CaptainFuture
Vielen Dank für eure antworten, man macht sich halt so seine Gedanken. Aber eure Antworten waren sehr informativ. Ich habe halt nur die Sorge vielleicht unbegründet, dass nur bei einer schweren Depression eine Krankschreibung über einen längeren Zeitraum gerechtfertigt ist. Wobei ich mich schon gehandicapt fühle ich will gar nicht wissen wie das bei einer schweren Depression ist.

LG

18.12.2019 21:27 • x 4 #6


Akinom
Nein einzig und allein zählt dein Befinden und wenn du nicht in der Lage bist zu arbeiten dann geht es nicht! Liebe Grüße

18.12.2019 21:31 • x 2 #7


So ganz stimmt das "nur du entscheidest!" nicht, entscheiden tun es letztendlich die krankschreibenden Ärzte.

18.12.2019 21:34 • #8


Akinom
Ja,dass stimmt ich kenne aber keinen Arzt der einen nicht weiter krank schreibt auch mit einer mittelgradigen Depression.lg

18.12.2019 21:40 • x 1 #9


Schlaflose
Zitat von CaptainFuture:
ch bin momentan krank geschrieben wegen einer mittelgradigen Depression mit sozialer Phobie, erhalte inzwischen auch Krankengeld. Meine Frage: wie lange kann man bei einer mittelgradigen Depression krankgeschrieben werden? Mir geht es nicht gut und ich habe das Gefühl oder die Befürchtung das nach dieser Diagnose mittelgradige Depression die Krankenkasse mich jetzt schneller als sowieso schon wieder arbeiten sehen sehen möchte.

ich würde mich über Erfahrungen freuen, danke.


Das hängt auch davon ab, ob du in Therapie bist. Die KK wird auf jeden Fall nach 3-4 Monaten der Krankschreibung den MDK einschalten und es wird entweder nach Aktenlage oder durch Begutachtung entschieden, ob eine weitere Krankschreibung erfolgt. Wenn du schon in Theapie bist, sind die Chancen gut, dass es weitergehen kann. Es kann auch durchaus sein, dass du aufgefordert wirst, eine Reha zu machen.

19.12.2019 09:44 • x 1 #10


Wie es einem geht wenn man unter Depressionen leidet kann kein Arzt und auch nicht der MDK meinen zu wissen. Der Mensch allein ist in so einer Phase sehr verletzlich und der Druck wieder bald und in kürzester Zeit zu arbeiten sollte nicht vom MDK entschieden werden sondern von dem Betroffenen selbst. Der MDK will nur das man aus der Krankenstatistik raus ist und wieder arbeitet, es geht nur ums Geld um sonst nichts. Man darf im heutigen Arbeitsleben nicht krank sein, man muß nur funktionieren und demnächst bis 70 arbeiten. Die 70 ist die neue 60,................................das habe ich schon von Krankenkassenmitarbeiterinnen gehört.
Schlimm

19.12.2019 21:53 • x 3 #11


nikimiky
Da stimme ich dir voll und ganz zu! @KarlHoffmeister

19.12.2019 22:32 • x 2 #12


Akinom
Ja dem stimme ich zu das man eventuell zu einem Gutachter muss,selbst der kann nicht wissen wie du dich fühlst, deswegen Frage ich wozu das ganze. Mit der Reha kann sein wäre aber in meinen Augen nicht das schlimmste, vielleicht ist es gut für dich? Liebe Grüße

19.12.2019 22:41 • x 1 #13


CaptainFuture
Zitat von Karl Hoffmeister:
Wie es einem geht wenn man unter Depressionen leidet kann kein Arzt und auch nicht der MDK meinen zu wissen. Der Mensch allein ist in so einer Phase sehr verletzlich und der Druck wieder bald und in kürzester Zeit zu arbeiten sollte nicht vom MDK entschieden werden sondern von dem Betroffenen selbst. Der MDK will nur das man aus der Krankenstatistik raus ist und wieder arbeitet, es geht nur ums Geld um sonst nichts. Man darf im heutigen Arbeitsleben nicht krank sein, man muß nur funktionieren und demnächst bis 70 arbeiten. Die 70 ist die neue 60,................................das habe ich schon von Krankenkassenmitarbeiterinnen gehört.Schlimm



Ja, es ist erschreckend die Menschen werden nur auf ihre Arbeitsfähigkeit reduziert, ist diese nicht mehr vorhanden ist der Mensch nichts mehr wert. Nun ist es klar dass jede Sozialleistung seine Grenzen haben muss aber das was hier passiert ist einfach übertrieben nicht nur im Bereich von Krankenversicherung oder Krankengeld sondern auch wenn es um Arbeitslose und Hartz IV geht . Ich denke oft darüber nach in was für einer Welt die Menschen eigentlich leben wollen. Ist das wirklich das Interesse des Otto-Normalverbraucher, kann ich mir nicht vorstellen. Wir dürfen auch nicht vergessen wir finanzieren das System, also wir bekommen nichts geschenkt. Ich finde es auch immer schlimm wie Menschen aus der unteren Mittelklasse oder Mittelklasse über sozial Benachteiligte, oder Leute die akut in sozialer Not sind herziehen. Sie selbst könnten auch mal in die Situation kommen aber da kommt wieder der Egoismus, Teil des Kapitalismus Konditionierung des Menschen zum Vorschein, bei den anderen ist es was anderes die werden wohl selbst Schuld haben.

Ja, 70 ist das neue 60, die haben ja Vorstellungen. Was streben denn die Unternehmen und die Regierung in Zukunft an? Ein Krematorium neben dem Arbeitsplatz so dass man bis zum Tod arbeitet und anschließend verbrannt wird und damit Energie für das Unternehmen zu erzeugen? Klingt zynisch,aber wer weiß, der eine oder andere wird diese Idee schon gehabt haben.

Liebe Grüße

20.12.2019 08:28 • x 2 #14


Soulclaw90
Ich bin in einer ähnlichen Lage. Habe ebenfalls mittelschwere Depressionen und Ängste.
Fühle mich momentan auch nicht in der Lage zu arbeiten.
Würde gern mehr von deinen Thema hier lesen

07.01.2020 13:30 • #15


Mein Arzt hat mich im November auch direkt aus der auslösenden Situation heraus genommen. Bringt doch auch nichts, wenn man nicht einmal eine Stunde schaffen würde.

Ziel ist deine Gesundheit wiederherzustellen und da musst du dich natürlich in der AU Phase auch darum kümmern. Sei es Tagesklinik, Reha oder Akutklinik. Auch eine Therapie solltest du anstreben um der Kasse erstmal zu zeigen du kümmerst dich und sich um deine Gesundheit wiederherzustellen. Wenn du nichts findest und Hilfe benötigst, zögere nicht und spreche die Kasse direkt an. Die werden sich darum kümmern, schon alleine um aus der Fortzahlung zu kommen.

Ich habe mich selbst um alles gekümmert. Kliniktermin im Februar und Therapeutin ab 10.1.

Die Kasse hat sich auch schon mit Angeboten gemeldet, hat jedoch direkt aufgehört, als ich diese Sachen nachweisen konnte.

Nimm dir die Zeit. Man braucht die um keine Schwere Depression daraus entstehen zu lassen. Dann kann sich das auch bis zu einen Jahr ziehen. So sind es vielleicht nur drei Monate.

07.01.2020 13:42 • #16


Soulclaw90
Ich strebe eine Reha an, in meiner Nähe gibt es eine psychiatrische Reha klinik.
Einen Therapeuten habe ich der die Reha befürwortet ebenso wie meine Hausärztin.
Hab schon viele therapien und stationäre Aufenthalte in Krankenhäusern gehabt, bisher ohne erfolg

07.01.2020 14:18 • #17




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