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Hallo zusammen=)

ich bin seit mehreren Jahren in einer Psychoanalyse. Diese hat eigtl. auch meiner Meinung nach relativ gut funktioniert. Ich bin an viele Themen rangekommen und konnte viel verarbeiten und somit überwinden. Nun war die Welt bis dahin noch ganz in Ordnung und ich dachte es wäre soweit, dass man die Analyse beenden könnte.
Kurz vor der tatsächlichen Trennung mit dem Therapeut etwa 20 Std. vor dem Ende bin ich dann aber ganz plötzlich in eine wirklich sehr schwere Depression gerutscht. Da ging einfach überhaupt gar nix mehr. 2-3 Monate davon waren ein reiner Überlebenskampf und trotz der heftigen Reaktion hatten wir zunächst beschlossen die Therapie trotzdem zu beenden.
Nachdem ich mich dann selber ca. 1 Monat gequält habe bin ich schließlich wieder zurück zum Therapeuten und er meinte wir müssten da nochmal ran. Das haben wir dann auch jetzt fast 1 Jahr lang getan und die Depression hat tatsächlich im Vergleich zu Januar stark nachgelassen. >> Es war wirklich noch viel was da dann an die Oberfläche gekommen ist.

Trotzdem ist mein Zustand teilweise echt sehr sehr unangenehm, irgendwie hab ich das Gefühl umso mehr man da aufarbeitet umso "leerer" wird man. Es hat ja immer viel mit der Kindheit und den Beziehungen zu seinen Eltern zu tun und umso mehr man da aufarbeitet umso mehr lässt man davon ab. Als Beispiel es wird quasi immer unwichtiger ob man jetzt im Studium gute Leistungen bringt. Weil man eben nicht mehr diese Bestätigung von z.B. "der Mutter" sucht, die einen immer zu Höchstleistungen trimmen möchte.

Ich würde mich gern austauschen wollen mit anderen Analysanden oder "ex" Analysanden. Wie eure Erfahrungen am Ende waren. Wird das beser mit der Zeit? Gewöhnt man sich da dann langsam dran und sucht sich einfach neue Möglichkeiten der Befriedigung? >> Momentan hab ich eher so ein Gefühl von: Oh Gott was hast du dir angetan du bist jetzt völlig leer!

LG

21.12.2018 13:53 • 21.12.2018 x 1 #1


5 Antworten ↓


Icefalki
Erkennen zu müssen, dass man alles selbst in der Hand hat, ist ziemlich bitter. Da kann schon mal ein Vakuum entstehen. Das eigene Selbst hat man ja ziemlich vergraben und kennt es auch gar nicht richtig.

Veränderungen brauchen einfach Zeit. Also, hab den Mut deine jetzige empfundene Leere mit deinen Wünschen zu füllen. Entdecke dich selbst. Füll es mit Selbst bewusst sein.

21.12.2018 14:17 • x 2 #2



Erfahrungsaustausch bei Psychoanalyse

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Rosenroth_
Genau, man gewinnt die Befriedigung einfach aus sich wenn es einem besser geht. Man braucht nicht notwendigerweise nach neuen Möglichkeiten suchen.
Und dazu würde ich noch anfügen, dass das Problem ja weniger die Sache an sich ist (hätte ich das jetzt nicht über analysiert, hätte ich noch Spaß an den Dingen), sondern dass es die Depression ist. Sie sucht sich die unangenehmsten Baustellen im Leben und verstärkt diese.
Deshalb gehen ja unter Depressionen auch so viele Beziehungen zu Bruch, weil es es da vergleichsweise nah und unangenehm zugeht.

21.12.2018 14:25 • x 1 #3


danke für die Antworten;

habt ihr denn auch Erfahrungen mit Psychoanalyse gemacht?

Und ja ich denke auch manchmal, dass ich eben einfach noch mit einem Fuß in der Depression stecke und dass es deshalb so viel "Leere-Gefühl" und Sinnlosigkeit herrscht. Ich bin eben wirklich sehr sehr tief gestürzt ich konnte gerade noch so einen Psychatrie-Aufenthalt abwenden.
Ich muss mir wohl einfach noch die Zeit geben bis es mir tatsächlich besser geht und dann ergeben sich wohl von alleine Befriedigung aus dem Selbst heraus, welches jahrelang vergraben war.

21.12.2018 14:32 • #4


Rosenroth_
Genau so wie du es sagst würde ich es auch sehen. Du hörst dich ziemlich gefestigt und zuversichtlich an.
Ich habe noch keine persönlichen Erfahrungen mit Analyse, aber beschäftige mich damit viel, da meine Mutter Psychologin und meine beste Freundin Psychoanalytikerin ist.
Das kann einen eben sehr aus der Bahn werfen.

21.12.2018 15:02 • x 1 #5


Zitat von Rosenroth_:
Und dazu würde ich noch anfügen, dass das Problem ja weniger die Sache an sich ist (hätte ich das jetzt nicht über analysiert, hätte ich noch Spaß an den Dingen), sondern dass es die Depression ist. Sie sucht sich die unangenehmsten Baustellen im Leben und verstärkt diese.


Dieser Satz war wertvoll für mich, weil ich glaube auch einfach dass es einfach noch die Depression ist, wieso ich alles gerade noch so viel negativ sehe! Nur manchmal vergisst man das iwie und man denkt die sollte doch schon überwunden sein, aber scheinbar ist es das nicht.

Joa ich habe mich auch über meine eigene Analyse hinaus sehr stark damit befasst, ich war teilweise sehr begeistert davon.

Nur in so nem Zustand wie jetzt würde ich die Analyse am liebsten zur Hölle schicken! Aber vll ist das genau der Weg den man gehen muss. Ich weiß es eben nicht so genau.

Zitat von Rosenroth_:
Genau so wie du es sagst würde ich es auch sehen. Du hörst dich ziemlich gefestigt und zuversichtlich an.


Joa ich bin generell auch ein sehr zuversichtlicher Mensch! Also ne VT bringe ich quasi von haus aus mit, weil wenn man nicht ein mindestmaß an zuversicht und positiven Denken mitbringt, steht man das gar nicht durch.

Ich war als ich die Analyse begonnen habe zwar unter einem gewissen Leidensdruck, aber ich war noch nie so tief wie jetzt, weil ich halt einigen Dingen kaum noch nach komme Studium/Arbeit usw. Das bereitet mir Sorgen.... Ich hoffe einfach drauf, dass bald mal wieder die Sonne scheint und arbeite ja auch sehr intensiv an mir selbst daran.

Zitat von Rosenroth_:
Ich habe noch keine persönlichen Erfahrungen mit Analyse, aber beschäftige mich damit viel, da meine Mutter Psychologin und meine beste Freundin Psychoanalytikerin ist.

Ist ja echt interessant, da sitzt man ja quasi an der Quelle und bekommt bestimmt einiges mit...

LG

21.12.2018 15:12 • #6




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser