✔ Bereits empfohlene Antwort
Zitat von Valon-18:Du hast recht, ich kann mich nicht öffnen. Generell hasse ich das Getue von Menschen, wenn sie sich öffnen, ich habe dann ein starkes Fremdschämgefühl wenn ich Menschen sehe, die z.b weinen, weil sie sich mit ihrer besten Freundin oderso gestritten haben. Emotionen finden bei mir, zumindest in der öffentlichkeit, keinen Platz.
Ich habe aber auch keine so nahestehende Person und ich vertraue Menschen auch nicht.
Das klingt ja schon sehr nach einer erlernten Grundüberzeugung, dass man in der Öffentlichkeit und/oder gegenüber anderen Menschen keine Gefühle zeigen sollte.
Ich sage erlernt weil das bei den meisten ja nicht so gesehen wird, und weil man zu dieser Überzeugung nach seinem Aufwachsen und Lernen kommt - meist nicht durch Erfahrungen dass das etwas schlechtes wäre.
Grundsätzlich ist das Gefühle teilen ja etwas gutes. Muss nicht mit jedem und in jedem Kontext sein, aber wie du selbst ja auch schilderst hast auch du das Bedürfnis dich anderen diesbezüglich mitteilen zu können.
Ein nachhaltig gesunder Mensch braucht das.
Dass du das als Schwäche wahrnimmst ist schade. Aber das ist umlernbar, verbunden mit etwas Anstrengungen und Zeit.
Noch keine solche Person zu kennen und zu haben heißt ja auch nicht dass das eine Schwäche wäre.
Das ist (ohne Vorwurf, nicht bewusst) vielleicht ein Weg sich damit besser zu fühlen, mit seiner Situation, dass man selbst das nicht hat -aus welchen Gründen auch immer.
Wenn man sich als starke Person sieht die so etwas nicht braucht, dann funktioniert das so lange gut bis man emotional bemerkt dass man es doch bräuchte.
(Insgesamt) Eine Schlussfolgerung ohne Erfahrung.
Zitat:Das mit dem Selbswert, viell. verwechsle ich das jz iwi mit Selbstvertrauen, denn davon habe ich mehr als genug. Ich weiß dass ich etwas Wert bin, aber vielleicht schätze ich meinen Wert zu hoch ein.
Ich nutze die Begriffe tatsächlich mit verschiedenen Bedeutungen. Selbstbewusstsein ist das Vertrauen in sich Dinge zu schaffen. Selbstwert ist das Vertrauen darauf etwas wert zu sein.
Schön wenn du sagst du weißt dass du etwas wert bist.
Trotzdem kann es eine Diskrepanz zwischen rational bewusstem Wissen und emotionalem Gefühl geben. Wenn unterschwellig und unbewusst die Angst vor Wertlosigkeit/Abhängigkeit von Erfolgen da ist, dann ist man in diesen Bereichen anfälliger und verwundbarer, auch wenn man es vielleicht noch nicht erwarten würde.
Etwa so wie du es beschreibst als deine Freunde auf deine Anfrage nichts mit dir unternehmen wollten. Du vermutest dass sie keine Lust auf dich hatten, das ist ja schon eine Interpretation die richtig oder falsch sein kann, und ggf von eigene Grundannahmen abhängt.
Und wenn es dich beschäftigt und emotional negativ beeinflusst, dann ist da ja vielleicht ein wunder Punkt getroffen, auch wenn eher im unterbewussten Gefühlsleben als im bewussten rationalen Denken.
Zitat:Hm mein Umfeld. Naja wir sind ständig umgezogen, also hatte ich nie richtige Freunde. Mit 10 Jahren ist mein Vater verstorben und meine Mutter ist fast nie daheim, ich war also oft allein. Geschwister hab ich keine und Verwandte kenn ich keine. Ich weiß halt nur, dass mir an materiellem nie etwas gefehlt hat. Als ich gute Noten bekommen habe, war das immer ein schönes Gefühl, aber meine Mutter hat da jetzt nie nachgefragt und ich habe es nie für nötig gehalten, ihr meine Noten zu zeigen.
Das hört sich ja sehr nach Vakuum an. Schade.
Das lässt natürlich Spielraum dafür welche Schlussfolgerungen man (unterbewusst) zieht, was einem Menschen Wert gibt.
Ich will Noten auch nicht schlecht machen, Erfolge und Leistung braucht der Mensch auch, aber nur daraus seinen Wert zu beziehen führt langfristig zu Konflikten im Gefühlsleben - und ich glaube die erfährst und schilderst du gerade auch (sicher auch nicht der einzige Aspekt hier, aber naja...).
Zitat:Das ist es ja, mein Charakter und mein inneres sagen du brauchst keine Freunde, weil man sich nur auf sich selbst verlassen kann, aber mein Herz und mein Kopf sagen was komplett anderes.
Ist das denn die Grundannahme?
Du brauchst keine Freunde, und dein Grund ist weil man sich nicht auf sie verlassen kann?
Das ist ja ein Trugschluss, eine falsche Schlussfolgerung. Das ist ja kein Grund dafür im engeren Sinne. Im Umkehrschluss (aus dieser Formulierung) könnte man sagen du bräuchtest Freunde, aber du glaubst man kann ihnen nicht/keinem vertrauen. Trifft es das?
Ich bin auch eher Einzelgänger, sicher auch aus vielen Gründen, aber ich kann mich oft auch gut selbst beschäftigen ohne das Verlangen nach (viel) sozialen Kontakten.
Trotzdem merke ich dass ich es emotional immer wieder brauche und dass es auch gut tut (hauptsächlich im Familienkreis im 'sicheren' Umfeld - ist ja nochmal was anderes als ausgehen).
Nur manchmal denke ich/habe ich das Gefühl gute, enge Freunde (die ich auch persönlich treffe(n kann)) wären vielleicht etwas gutes.
Hauptsächlich vermisse ich eine ernsthafte Partnerschaft - mit schwankender Intensität/Präsenz.
Wenn du sagst dein Kopf sagst du brauchst Freunde, wie meinst du das?
Als Statussymbol? Weil es sich so gehört? Weil du merkst, weil du fühlst du vermisst es, und das ist dann die rationale Folgerung?
Zitat:Nein sie erzählte mir etwas von wegen Familienfeier und dass sie alle zusammen feiern und wie groß ihre Familie sei usw.
Und was hat dich daran gestört? Du hast die eigentliche Frage geschickt vermieden
