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Valon-18


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Zitat von Julia1984:
Kennst du Asperger Autismus?


Ich habe es gegoogelt und nein, weder wurde ich gehänselt noch habe ich Motorikprobleme, aber gesellschaftlich isoliert stimmt.

11.03.2018 10:42 • #21


Valon-18


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Zitat:
Meistens wollen die Menschen die Wahrheit nicht ins Gesicht geklatscht bekommen. Das hat verschiedenste Gründe. Es gibt aber verschiedene Wege wie man das mit der Wahrheit macht, da hilft zum Beispiel die Diplomatie. Anstatt jemanden das direkt ins Gesicht zu donnern, kann man das auch eher nach der Ninja Taktik machen und eben etwas geschickter formulieren. Ausserdem muss man überlegen ob man die ganze Wahrheit auf einmal sagt.


Naja, wie umschmückt man denn die Wahrheit?

Zitat:
Um das zu erreichen, wirst Du nicht umhin kommen dich mit anderen Menschen auseinander zu setzen.
[/quote]

Auseinandersetzen geht ja, aber dauerhaft ist es schwer.

11.03.2018 10:46 • #22


Valon-18


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Zitat:
Freundschaften können auch durch geteiltes Leid wachsen, durch ernsthafte Gespräche. Durch offenbaren von Schwächen. Dazu braucht man natürlich die richtige Person.
Das benötigt etwas heran tasten, etwas Zeit, und auch nicht jeder Zeitpunkt ist ein guter Zeitpunkt, auch wenn zu einem anderen Zeitpunkt die selbe Person sehr gut passen würde - in anderer Stimmung oder Situation, oder längere Freundschaft und Kennen.


Schwächen zeigen liegt mir gar nicht. Ich habe noch nie über meine Schwächen geredet.

Zitat:
Mhm, da gibt es ja noch mehr Möglichkeiten zwischen frei Schnauze sagen was einem in den Sinn kommt ohne Rücksicht auf Verluste (so interpretiere ich das jetzt mal) und nur dass zu sagen was der andere hören möchte.
Es kann helfen mal nichts zu sagen, die Situation stehen zu lassen, es mit etwas Empathie und Validierung des anderen zu äußern, mit etwas Verständnis für den anderen, oder statt als Vorwurf als Vorschlag oder beidseitige Fehlbarkeit.
Ist natürlich jetzt schwierig nur theoretisch darüber zu sprechen.
[/quote]

Ich habe eine große Klappe und ich sage dann eigentlich nur meine Meinung, wenn ich glaube dass diese Persone damit umgehen kann, was dann aber nicht der Fall ist...

11.03.2018 10:50 • #23


Jan_

Jan_


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Zitat von Valon-18:
Du hast recht, ich kann mich nicht öffnen. Generell hasse ich das Getue von Menschen, wenn sie sich öffnen, ich habe dann ein starkes Fremdschämgefühl wenn ich Menschen sehe, die z.b weinen, weil sie sich mit ihrer besten Freundin oderso gestritten haben. Emotionen finden bei mir, zumindest in der öffentlichkeit, keinen Platz.
Ich habe aber auch keine so nahestehende Person und ich vertraue Menschen auch nicht.


Das klingt ja schon sehr nach einer erlernten Grundüberzeugung, dass man in der Öffentlichkeit und/oder gegenüber anderen Menschen keine Gefühle zeigen sollte.
Ich sage erlernt weil das bei den meisten ja nicht so gesehen wird, und weil man zu dieser Überzeugung nach seinem Aufwachsen und Lernen kommt - meist nicht durch Erfahrungen dass das etwas schlechtes wäre.

Grundsätzlich ist das Gefühle teilen ja etwas gutes. Muss nicht mit jedem und in jedem Kontext sein, aber wie du selbst ja auch schilderst hast auch du das Bedürfnis dich anderen diesbezüglich mitteilen zu können.
Ein nachhaltig gesunder Mensch braucht das.

Dass du das als Schwäche wahrnimmst ist schade. Aber das ist umlernbar, verbunden mit etwas Anstrengungen und Zeit.

Noch keine solche Person zu kennen und zu haben heißt ja auch nicht dass das eine Schwäche wäre.
Das ist (ohne Vorwurf, nicht bewusst) vielleicht ein Weg sich damit besser zu fühlen, mit seiner Situation, dass man selbst das nicht hat -aus welchen Gründen auch immer.
Wenn man sich als starke Person sieht die so etwas nicht braucht, dann funktioniert das so lange gut bis man emotional bemerkt dass man es doch bräuchte.
(Insgesamt) Eine Schlussfolgerung ohne Erfahrung.

Zitat:
Das mit dem Selbswert, viell. verwechsle ich das jz iwi mit Selbstvertrauen, denn davon habe ich mehr als genug. Ich weiß dass ich etwas Wert bin, aber vielleicht schätze ich meinen Wert zu hoch ein.


Ich nutze die Begriffe tatsächlich mit verschiedenen Bedeutungen. Selbstbewusstsein ist das Vertrauen in sich Dinge zu schaffen. Selbstwert ist das Vertrauen darauf etwas wert zu sein.

Schön wenn du sagst du weißt dass du etwas wert bist.
Trotzdem kann es eine Diskrepanz zwischen rational bewusstem Wissen und emotionalem Gefühl geben. Wenn unterschwellig und unbewusst die Angst vor Wertlosigkeit/Abhängigkeit von Erfolgen da ist, dann ist man in diesen Bereichen anfälliger und verwundbarer, auch wenn man es vielleicht noch nicht erwarten würde.

Etwa so wie du es beschreibst als deine Freunde auf deine Anfrage nichts mit dir unternehmen wollten. Du vermutest dass sie keine Lust auf dich hatten, das ist ja schon eine Interpretation die richtig oder falsch sein kann, und ggf von eigene Grundannahmen abhängt.

Und wenn es dich beschäftigt und emotional negativ beeinflusst, dann ist da ja vielleicht ein wunder Punkt getroffen, auch wenn eher im unterbewussten Gefühlsleben als im bewussten rationalen Denken.

Zitat:
Hm mein Umfeld. Naja wir sind ständig umgezogen, also hatte ich nie richtige Freunde. Mit 10 Jahren ist mein Vater verstorben und meine Mutter ist fast nie daheim, ich war also oft allein. Geschwister hab ich keine und Verwandte kenn ich keine. Ich weiß halt nur, dass mir an materiellem nie etwas gefehlt hat. Als ich gute Noten bekommen habe, war das immer ein schönes Gefühl, aber meine Mutter hat da jetzt nie nachgefragt und ich habe es nie für nötig gehalten, ihr meine Noten zu zeigen.


Das hört sich ja sehr nach Vakuum an. Schade.
Das lässt natürlich Spielraum dafür welche Schlussfolgerungen man (unterbewusst) zieht, was einem Menschen Wert gibt.
Ich will Noten auch nicht schlecht machen, Erfolge und Leistung braucht der Mensch auch, aber nur daraus seinen Wert zu beziehen führt langfristig zu Konflikten im Gefühlsleben - und ich glaube die erfährst und schilderst du gerade auch (sicher auch nicht der einzige Aspekt hier, aber naja...).

Zitat:
Das ist es ja, mein Charakter und mein inneres sagen du brauchst keine Freunde, weil man sich nur auf sich selbst verlassen kann, aber mein Herz und mein Kopf sagen was komplett anderes.


Ist das denn die Grundannahme?
Du brauchst keine Freunde, und dein Grund ist weil man sich nicht auf sie verlassen kann?
Das ist ja ein Trugschluss, eine falsche Schlussfolgerung. Das ist ja kein Grund dafür im engeren Sinne. Im Umkehrschluss (aus dieser Formulierung) könnte man sagen du bräuchtest Freunde, aber du glaubst man kann ihnen nicht/keinem vertrauen. Trifft es das?

Ich bin auch eher Einzelgänger, sicher auch aus vielen Gründen, aber ich kann mich oft auch gut selbst beschäftigen ohne das Verlangen nach (viel) sozialen Kontakten.
Trotzdem merke ich dass ich es emotional immer wieder brauche und dass es auch gut tut (hauptsächlich im Familienkreis im 'sicheren' Umfeld - ist ja nochmal was anderes als ausgehen).
Nur manchmal denke ich/habe ich das Gefühl gute, enge Freunde (die ich auch persönlich treffe(n kann)) wären vielleicht etwas gutes.
Hauptsächlich vermisse ich eine ernsthafte Partnerschaft - mit schwankender Intensität/Präsenz.

Wenn du sagst dein Kopf sagst du brauchst Freunde, wie meinst du das?
Als Statussymbol? Weil es sich so gehört? Weil du merkst, weil du fühlst du vermisst es, und das ist dann die rationale Folgerung?

Zitat:
Nein sie erzählte mir etwas von wegen Familienfeier und dass sie alle zusammen feiern und wie groß ihre Familie sei usw.


Und was hat dich daran gestört? Du hast die eigentliche Frage geschickt vermieden

11.03.2018 12:20 • x 1 #24


Jan_

Jan_


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Zitat von Valon-18:

Ich habe es gegoogelt und nein, weder wurde ich gehänselt noch habe ich Motorikprobleme, aber gesellschaftlich isoliert stimmt.


Mhm, das trifft es auch eher nicht, aber ich sehe hier ohnehin nicht die Anzeichen dafür.

Asperger zeigt sich hauptsächlich darin soziale Interaktionen nicht intuitiv, also automatisch und unterbewusst, erkennen und ausüben zu können.
Oft auch fokussieren und beschäftigen auf ein Thema, auf ein Interesse.

Aber davon hast du ja nichts geschildert.

11.03.2018 12:24 • #25


Hotin

Hotin


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Hallo Valon,

Zitat:
Ich weiß, dass ich mir mit meiner jetzigen Einstellung keine Freunde erwarten kann, aber um ehrlich zu sein möchte ich
mich jetzt auch nicht verstellen müssen, nur damit mich ein oder zwei Torfnasen gut finden, auch wenn ich die jetzt viell.
brauchen könnte.


Was ist schwierig daran?
Wenn Du weißt, dass Du mit Deiner jetzigen Einstellung keine Freunde erwarten kannst,
dann musst Du an dieser Stelle etwas entscheiden. Ohne geht es nicht zufriedenstellend weiter.
Also, was möchtest Du?
1. Möchtest Du Freunde, dann musst Du Deine Einstellung ändern?
2. Oder willst Du Deine Einstellung nicht ändern, was sich für Dich wie "verstellen anfühlt?
Du stehst hier gedanklich an einer Wegstelle, wo sich der Weg teilt.
Welchen Weg willst Du weiter gehen?
Bevor Du das nicht entschieden hast, sind weitere Überlegungen kaum sinnvoll.
Das ist genauso, wie wenn Du überlegst, Dir etwas zu kaufen.
Was ist Dir lieber? 1. Willst Du das Geld behalten, oder 2. lieber die Ware besitzen?
In Gedanken kannst Du Dir beides wünschen. Allerdings macht Dich das unzufrieden.
Im praktischen Leben gibt es immer nur entweder dies, oder nehme das andere.

11.03.2018 15:32 • x 1 #26


wagenburg


Zitat von Valon-18:

Ich habe es gegoogelt und nein, weder wurde ich gehänselt noch habe ich Motorikprobleme, aber gesellschaftlich isoliert stimmt.


Wenn Du nach Asperger gegoogelt hast, solltest Du mal nach "schizoid (charakter, persönlichkeitsstörung)" suchen. Die beiden Dinge ähneln sich. Das was ich gelesen habe, klingt stellenweise sehr danach, da ich das selbst auch bin/habe.

11.03.2018 15:45 • x 1 #27


wagenburg


Zitat:
Auseinandersetzen geht ja, aber dauerhaft ist es schwer.

Wer sagt denn was von dauerhaft. Wenn Du an die Spitze willst, musst Du dich mit Menschen über dir nur solange auseinander setzen bis Du weist wie du sie überrunden kannst.

11.03.2018 15:47 • x 1 #28


Julia1984


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Ich sehe hier eher eine Diagnose als eine mögliche Willensentscheidung. Aber natürlich bin ich kein Arzt und kenne den Starter ja nicht.
Will nur sagen, vielleicht hat es mit Wollen weniger zu tun als mit Können

11.03.2018 15:49 • x 1 #29


Valon-18


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Ich glaub ich kann hier erst wieder Antworten geben, wenn ich mehr über mich gelernt habe und die Entscheidung getroffen habe, was ich denn nun will. Ich bin ein unruhiger Geist und solange ich nicht weiß wo ich wirklich im Leben stehe, wird das hier glaub ich nichts.

11.03.2018 16:03 • x 1 #30


wagenburg


Zitat von Valon-18:
Ich glaub ich kann hier erst wieder Antworten geben, wenn ich mehr über mich gelernt habe und die Entscheidung getroffen habe, was ich denn nun will. Ich bin ein unruhiger Geist und solange ich nicht weiß wo ich wirklich im Leben stehe, wird das hier glaub ich nichts.


Hm, die Frage ist ob Du da zu einem Ergebnis kommst - und ob das "alleine" finden der richtige Weg ist. Bei Kontakt mit anderen Menschen, vor allem hier, bekommt man den Spiegel vorgehalten und zwar von anderen. Sich selber den Spiegel vorhalten kann man schon machen, aber ist der auch wirklich so klar, als von anderen Menschen? Ich denke nicht. Das Problem der Selbstvalidierung (Wikipedia: Barnum Effekt) ist eben, dass man diese klare Sicht nicht auf sich bekommt als andere.

Solltest Du dich tatsächlich im schizoiden Spektrum befinden, wirst du mit der Ambivalenz (ich will kontakte aber eigentlich auch wieder nicht) leben müssen bis du bereit bist das zu ändern. Dazu muss aber erst einmal der Wille da sein, es überhaupt ändern zu wollen.

11.03.2018 16:24 • x 1 #31


Jan_

Jan_


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Die Diskussion hat sich zwar schon weiter entwickelt, aber ich möchte trotzdem noch posten was ich geschrieben habe.

Zitat:
Ich weiß, dass ich mir mit meiner jetzigen Einstellung keine Freunde erwarten kann, aber um ehrlich zu sein möchte ich
mich jetzt auch nicht verstellen müssen, nur damit mich ein oder zwei Torfnasen gut finden, auch wenn ich die jetzt viell.
brauchen könnte.


Da kann ich Hotin zustimmen.

Du wirfst hier ja auch zwei Dinge in einen Topf. Wenn es deine Freunde wären würdest du sie sicher nicht mehr als Torfnasen betiteln.
Und wenn es gute Freunde sind brauchst du dich ja auch nicht verstellen.
Möglicherweise musst du etwas an dir arbeiten, aber das hat mehr etwas mit Respekt und Kompromiss zu tun als mit verstellen.
Wenn man will kann man sich das natürlich alles negativ und abwertend interpretieren, aber dann kommt man auch nicht weit und bleibt allein. Das muss einem dann schon klar sein.

11.03.2018 16:29 • #32


Valon-18


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Um kurz noch was klar zu stellen, ich habe mir das ausgesucht, es ist jetzt nicht so, dass ich überhaupt nicht mit Menschen rede oder Kontakt aufnehme. Ich rede mit meiner Frisörin, mit einem Taxifahrer, wenn ich Taxi fahre oder eben kurz mit dem Bäcker. Also kann ich schon mit Menschen reden, nur sind das dann halt Alltagsthemen und ich muss nicht Angst haben, dass ich über Gefühle oderso reden muss.

Und das mit dem Spiegel. Ja stimmt, da muss ich dir recht geben, einige Kommentare hier haben mich echt zum Nachdenken gebracht. Aber ich weiß nicht ob ich alleine den Antrieb habe einige Charakterzüge zu verändern. Mein Kopf sagt mir jetzt zwar, dass ich Freunde brauche aber was ist in einem Monat? Oder in zehn? Vielleicht möchte ich dann doch wieder allein sein und dann muss ich nochmal sowas ähnliches durchmachen.

11.03.2018 19:42 • #33


Hotin

Hotin


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Zitat:
Um kurz noch was klar zu stellen, ich habe mir das ausgesucht, es ist jetzt nicht so, dass ich überhaupt nicht
mit Menschen rede oder Kontakt aufnehme.


Das ist völlig verständlich.
Zitat:
Also kann ich schon mit Menschen reden, nur sind das dann halt Alltagsthemen und ich muss nicht Angst haben,
dass ich über Gefühle oderso reden muss.


Auch das siehst Du gut.
Zitat:
Aber ich weiß nicht ob ich alleine den Antrieb habe einige Charakterzüge zu verändern.


Deinen Charakter sollst Du nicht verändern. Wahrscheinlich geht das auch gar nicht.
Nur ein wenig von Deiner Art zu Denken und ein wenig Dein Verhalten anderen Menschen gegenüber,
reicht schon völlig aus, um Erfolge zu haben und dadurch zufriedener zu werden.
Zitat:
Mein Kopf sagt mir jetzt zwar, dass ich Freunde brauche aber was ist in einem Monat? Oder in zehn?
Vielleicht möchte ich dann doch wieder allein sein und dann muss ich nochmal sowas ähnliches durchmachen.


In Deine gewohnte, jetzige Denkweise kannst Du jederzeit ohne Schwierigkeiten zurück.
Darum brauchst Du Dir keine Gedanken machen. Was Du einmal kannst, kannst Du auch noch in 20 Jahren.
Deshalb sind psychische, also Gedankenänderungen immer ohne Risiko. Du kannst alles ausprobieren.
Was Dir nicht gefällt, lässt Du dann einfach wieder sein.

Weil es so sehr wichtig ist, hier noch einmal das, was ich immer wieder betone.

Du brauchst und wirst Dich als Mensch nie verändern. Bleib so wie Du bist. Du bist gut so.
Kein Mensch verändert sich im Laufe seines Lebens.
Nur Dein Denken und Verhalten solltest Du zu Deinem Vorteil verändern, nämlich dort,
wo es sinnvoll ist und Dir deshalb Vorteile bringt.

11.03.2018 20:07 • #34


Jan_

Jan_


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Jeder Mensch verändert sich mit der Zeit. Mit dem Altern lernt und erfährt man viele Dinge die die Wahrnehmung unweigerlich ändern.
Und das ist auch nichts schlechtes. Und auch nichts erzwungenes oder fremd bestimmtes. Sondern natürlich.

Und in jedem Fall ist Veränderung, auch wenn man sie bewusst anstößt, keine Einbahnstraße von der man nicht mehr herunter kommt.
Es geht vor allem um experimentieren und Erfahrung sammeln.
Wenn etwas nichts ist, kann man es wieder lassen. Aber dann weiß man woran man ist.

11.03.2018 20:19 • #35


Valon-18


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Also meint ihr, ich soll einfach mein Verhalten gegenüber Menschen überdenken und mich mal an Freundschaft undso heranschleichen? Ich versuche das mal und muss mich bei euch allen bedanken, dass reden bzw. schreiben tat echt gut...

11.03.2018 20:49 • x 1 #36


Jan_

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Ja!
Super, viel Erfolg!
Mindestens um Erfahrungen wirst du mit Sicherheit reicher. Und Chancen auf Veränderung sind ja auch nicht schlecht.

11.03.2018 21:12 • x 1 #37


wagenburg


Zitat von Valon-18:
Um kurz noch was klar zu stellen, ich habe mir das ausgesucht, es ist jetzt nicht so, dass ich überhaupt nicht mit Menschen rede oder Kontakt aufnehme. Ich rede mit meiner Frisörin, mit einem Taxifahrer, wenn ich Taxi fahre oder eben kurz mit dem Bäcker. Also kann ich schon mit Menschen reden, nur sind das dann halt Alltagsthemen und ich muss nicht Angst haben, dass ich über Gefühle oderso reden muss.


Ja das kenne ich nur zu gut

Zitat von Valon-18:
Und das mit dem Spiegel. Ja stimmt, da muss ich dir recht geben, einige Kommentare hier haben mich echt zum Nachdenken gebracht. Aber ich weiß nicht ob ich alleine den Antrieb habe einige Charakterzüge zu verändern. Mein Kopf sagt mir jetzt zwar, dass ich Freunde brauche aber was ist in einem Monat? Oder in zehn? Vielleicht möchte ich dann doch wieder allein sein und dann muss ich nochmal sowas ähnliches durchmachen.


Charakterzüge kann man nicht verändern - und wenn doch, dann stellt Dir vorher die Frage: Bin ich dann hinterher noch Ich oder bin ich mir selbst fremd? Was Du aber lernen kannst, ist mit den Charakterzügen diplomaterischer umgehen. Als erstes musst Du dich selbst so wie Du bist mit allen Ecken und Kanten akzeptieren. Und dann überlege, wie Du dein Auftreten gegenüber anderen so verändern kannst, damit eben mehr Kontakt entsteht ohne dass Du dich zu viel ändern musst und die Gefahr droht, sich selbst zu verlieren oder nicht mehr wieder zu erkennen.

Vielleicht wirst Du auch feststellen, dass man in der Anonymität einfacher über Gefühle sprechen - und damit etwas über sich erfahren kann, als würde man das mit Kontakten im Real-Life tun.

Zu den Freundschaften: Wenn Du dein Verhalten nach aussen so änderst, dass sich Menschen nicht abgewiesen fühlen, dann entsteht der Kontakt von selbst. Gerade Freundschaften sind etwas die von einem kleinen Korn über eine lange Zeit entstehen. Versuche auf jeden Fall Du selbst zu bleiben, aber berücksichtige auch, dass dein Verhalten das gegenüber sich verletzt fühlen könnte und dann geht der Keim kaputt. Es ist wie eine sensible Pflanze. Das wichtigste bei Pflanzen ist, dass man sich um sie kümmert, nicht zu viel gießen aber auch nicht zu wenig. Ansonsten lässt man sie gehen und erfreut sich an der Pracht die sie entfalten. Und wenn Blattläuse drin sind (Sinnbild für Probleme in einer Freundschaft) dann muss man sehen dass man die Biester wieder los wird.
Je nach Status der Freundschaft kannst Du auch versuchen offen zu zugeben, dass Du mit Gefühlen eben vorsichtig bist. Damit gibst Du deinem Gegenüber die Chance dich zu verstehen. Und bei der Erklärung brauchts keine Gefühlsduselei. Das kann man sachlich objektiv erklären. Zeigt dein Gegenüber dafür Verständnis, dann ist das ein gutes Zeichen. Wendet man sich ab, dann such dir jemand anderes.

Bedenke immer: Mache niemanden zur Priorität für den Du nur eine Option bist. Das gilt vor allem auch bei Freunden und Bekanntschaften, die darauf ausgelegt sein sollen, länger zu halten.

11.03.2018 21:41 • x 1 #38


Hotin

Hotin


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Zitat:
Also meint ihr, ich soll einfach mein Verhalten gegenüber Menschen überdenken und mich mal an Freundschaft
undso heranschleichen? Ich versuche das mal


Ja, mach das mal.
Und berichte uns über Deine Erfahrungen dazu und vor allem, welche neuen Gefühle
Du dabei hast.

11.03.2018 22:36 • x 1 #39


calinmagique

calinmagique


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Zitat:
Ich bin der Meinung dass mich materielle Sachen viel glücklicher machen als Menschen. Vielleicht ist das auch der Grund warum ich keine Freunde habe, denn wer mich auch nur ein wenig kennt weiß sofort, dass Geld und Karriere machen eine große Rolle in meinem Leben spielt, ich kann dann die Leute nicht leiden die meinen, dass es wichtigeres gäbe und was weiß ich noch. Sicher gibts da das ein oder andere was wichtiger ist, aber von materiellen Dingen wird man nicht enttäuscht und die sind auch immer für dich da. Vor allem Klamotten machen mich glücklich, aber auch wenn ich mir heiße Schlitten ansehe, die ich mir zwar nicht leisen kann aber gerne hätte, geht mein Herz auf.


Ich glaube, dass Du damit den falschen Götzen huldigst. Geld, Ergolg und Macht sind Potemkinsche Dörfer, sie sind hohl, es ist nichts dahinter, und glücklich machen sie schon gar nicht, sondern fordern immer mehr und mehr Konsum.

So wirst Du nicht glücklich.

Ich stimme Hotin zu, dass Du einen Schritt auf Menschen zugehen darfst.
Da Deine Bestrebungen m.E. ein Spiegel unserer erzkapitalistischen, sinnentleerten
und an Liebe und Berührungen armen Gesellschaft sind, könntest Du in den spirituellen
Untergrund gehen. Sprich: Such nach einer Freitanz, Meditation, Mantrensing- oder
sontwas-Gruppe; da wirst Du Menschen begegnen, die herzlich, offen und liebevoll sind
und Dich willkommen heißen werden, ganz ohne heißen Schlitten und dickem Bankkonto.

Zum Thema Besitz zusammenraffen haben Knorkator ein schönes Lied geschreiben. Es heißt "Eigentum"

Der Refrain geht so:

"Ich bin das Eigentum von meinem Eigentum,
bin allem hörig, was mir gehört,
bin besessen von dem, was ich besitze,
und werd' gefressen von dem, was mich ernährt.

Ich bin der Diener von dem, was ich verdiene,
ich bin der Skla. von dem, was ich versklavt.
Und allen Dingen über die ich verfüge,
füge ich mich brav.'

In diesem Sinne alles Liebe

calin

12.03.2018 15:44 • x 1 #40




Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser

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