Nach 2 Wochen voller Eindrücke in Japan (Tokyo, Kamakura, Kyoto, Osaka) bin ich gestern Abend wieder Zuhause. Tief in mir ist mein Herz gebrochen und ich muss irgendwie ein Ventil finden. Das hier ist mein Ventil. Es mir von der Seele zu schreiben.
Seit gestern bin ich nur noch am Heulen und es fühlt sich so an, als hätte man mir etwas genommen, was ich zum Leben brauche um Glücklich zu sein. Gestern Früh in Osaka habe ich mich irgendwie schon gefreut wieder Zuhause zu sein, bei meinen 2 Katzen die mich vermisst haben. Als ich dann aber im Flieger saß und draußen sah wie das Flugpersonal uns zu winkte und als abschluss verbeugten, hat es innerlich richtig weh getan da mir in dem moment bewusst wurde: Du verlässt jetzt Japan und wirst für eine Weile nicht mehr hier sein. Bis nach Hause war noch alles in Ordnung da mein Kopf ständig beschäftigt war. Kaum war ich Zuhause alleine, kamen erstmal die Tränen und so schnell habe ich mich nicht beruhigt.
Japan hat mir etwas gegeben wonach ich schon so lange in Deutschland vergeblich suche: Respekt, Höflichkeit, Rücksichtsnahme, Sicherheit und Geborgenheit, ein hohes Maß an Sauberkeit und eine mega schöne Kultur die man sich bewahrt. Vorallem vermisse ich es, Nachts aus dem Hotel zu gehen, überall die Bunten Lichter und die Leute mit einer tollen Lebensenergie die durch die Straßen laufen . Und ein paar Straßen Weiter, völlige Ruhe, ein Tempel, das Rascheln der Blätter und das ferne plätschern von Wasser des Reinigungsbecken. Noch schlimmer wird es für mich, da ich an meinem letzten Abend in Kyoto von einer Japanerin angesprochen wurde und wir zusammen ein schönes angenehmes Gespräch geführt haben und zu mir sagte, bevor sie sich verabschiedete und wir Instagram getauscht haben, das ich mich gerne bei Ihr melden darf wenn ich wieder in Tokyo bin. Ich habe so viele tolle Begegnungen gehabt: Der Ältere Herr der mich von sich aus angesprochen hat und fragte ob ich hilfe brauche und mich am ende zu dem Ort gebracht hat, den ich gesucht habe . Mein Fotoshooting als Samurai mit dem Fotograf und seiner Frau die so eine tolle und ansteckende freundliche und liebe Art und Weise haben . Die 2 Älteren Herren im Tempel die sich für den Deutschen Tourist interessiert haben und ein kleines witziges Geschenk machten . Die Dame in Kyoto die mich angesprochen hat und ebenfalls davon begeistert war das ich aus Deutschland bin . Die Dame im Arcade die mir geholfen hat das Kranspiel zu gewinnen um die Figur zu bekommen und ich Ihr meinen Miku-Pin geschenkt habe weil Sie den so toll fand . Es waren so schöne Begegnungen die ich noch nie so hatte.
Zu wissen das ich das hier nicht mehr haben werde. Respekt und Höflichkeit für viele ein Fremdwort ist. Kultur, Ruhe und Rücksichtsnahme nicht als Wichtig angesehen wird. Egoismus hier an erste Stelle steht.
Es macht mich einfach fertig. Als ob man mir mein Zuhause genommen hat, bei dem ich mich so gut gefühlt habe. Sicher, das Leben ins Japan ist auch nicht leicht, ich habe viele Schattenseiten gesehen und es als Tourist erlebt. Für jemand Lokales fühlt sich Japan weniger Magischer an. Aber dennoch, fühlte es sich wie mein 2tes Zuhause an, was man mir genommen hat.
Als ich vorhin meine Koffer auspackte und die Souvenirs Sortierte, überkam mich ein Glücksgefühl und die Trauer war plötzlich völlig verschwunden und dann kam es: Japan 2027 wartet auf mich. Es war kein "Sayonara Japan" sondern ein "Mata ne, Nihon" (Bis bald, Japan) Als ich dann fertig war, heulte ich direkt wieder los.
Mir ist klar das es Zeit braucht bis der Kopf darüber hinweg kommt und es ist auch gut das ich die Woche noch Urlaub habe aber bereits jetzt, fühlt es sich so an als würde ich sehr lange brauchen um den Trauer zu überstehen.