Zitat von JanikT96: Hallo, hilft Sport um generell wieder mehr Antrieb zu haben?
Befinde mich seit knapp 4 Jahren in körperlichen Depressionen, geistig geht es mir maal so mal so aber es ist in ordnung.
Da ich keine Lust auf Psychopharmaka habe nehme ich zurzeit 5 HTP und L-Phenylalanin - jedoch komme ich trotzdem nicht auf mehr Antrieb.
Gibt es hier Erfahrungsberichte wie Sport euch bspw. geholfen hat wieder mehr Motivation/Antrieb zu bekommen?
Vielen Dank - gerne auch andere Vorschläge
@JanikT96
Ich kann hier nur von "meinen" Erfahrungen berichten.
Vielleicht kannst Du daraus entwas ziehen und für Dich als Lösung finden?
Ich selbst kann von mir aus berichten, dass mir Bewegung/Sport generell "gut" tut und anfangs auch zwecks "Depression(en)" bedingt geholfen hat. Mit "bedingt geholfen" meine ich, dass durch die Bewegung/Aktivität usw. anfangs schon eine gewisse Euphorie entstanden ist und Glückshormone freigesetzt wurden, die dann die negativen Emotionen, den Status Quo usw. verbessert haben. Nach dem Sport/der Bewegung war ich ausgeglichener, ruhiger und eher "cool" drauf. Ich konnte "dann" den Tag besser meistern und quasi überstehen.
Aber... Der Haken an der Sache war bei mir, dass ich schon anfangs gemerkt habe, dass die anfängliche Euphorie am Abend nachgelassen hat und ich dann zurück in mein Loch gefallen bin. Zwecks Hormonen, Gedanken, Emotionen usw. dachte ich mir schon, dass der Zustand nicht 24h anhält und zudem äußere Noxen, Einflüsse und Trigger mich hemmen bzw. dies dann zusätzlich beeinflussen.
Über Monate und Jahre habe ich dann bemerkt, dass die Dauer des "Verbesserungszustands" zunehmend nach dem Sport abnimmt. Das heißt, dass ich erkannt habe, dass die Wirkung nicht mehr den ganzen bzw. 3/4 Tag anhält, sondern nur noch z.B. 4-6 Stunden. Ich hatte dann versucht, die Intensität & Dauer zu erhöhen, um das zu kompensieren. Auch das hat anfangs geklappt, aber dann litt ich an einer massiven Erschöpfung. Irgendwann war es dann so gewesen, dass ich trotz Sport/BEwegung dauerhaft nichts gegen die Depression(en) tun konnte. Nur beim Sport oder der Aktivität/Bewegung konnte ich das nur noch kurzfristig mindern. Wobei ich in meinem Fall noch schreiben muss, dass zwischendurch auch der Sport/die Bewegung nichts mehr gebracht hat, da ich selbst beim Sport dann "Episoden" hatte oder es extrem schlimm geworden ist.
Kurzum:
Ja, nachweislich (gibt ja wissenschaftliche STudien dazu) kann Sport/BEwegung bei Depression(en) helfen. Ob das bei Dir dann dauerhaft so ist oder wie bei mir irgendwann durch den Körper selbst kompensiert wird und Reize bzw. die Dauer erhöht werden müssen, müsstest Du selbst testen. Ich habe "anfangs" den positiven Effekt erlebt und spüre auch jetzt noch "kurz" den Effekt.
Der Haken an der Sache und bei mir und zwecks Logik ist einfach, dass man ja nicht 24h Sport treiben oder sich beschäftigen kann. "Kann" man schon, aber dann schlägt der Burnout zu und die körperliche Erschöpfung.
Auch andere Aktivitäten und Flucht in Arbeit hatte ich "versucht", um den Körper auszutricksen, aber irgendwann hat sich der Körper daran gewöhnt und es wirkt nicht mehr oder der Mensch fordert mehr, um Kompensationen auszugleichen.
Die goldene Frage (wissenschaftlich) ist, warum der Körper sich nach x Monaten/Jahren daran gewöhnt hat und es "nicht" mehr wirkt? Zumindest bei mir ist das so.
Dennoch solltest DU es "neutral" für Dich versuchen/testen.
Bei mir ist es auch so, dass ich beim Sport etlichen "Triggern" ausgesetzt werde, die dann gegenteilig wirken.
Sehe ich beim Laufen im Park "Paare", dann werde ich massiv traurig und muss nach Hause, da ich das nicht aushalte als Single. Als Allergiker schlägt mir die Natur voll ins Gesicht, sodass ich dann auch nicht "draußen" sein kann (erneuter Trigger!). Gehe ich ins Gym, sehe ich "hübsche" Mädels und bin traurig, da mein Körper nicht so hübsch ist, ich "fett" war und Single bin bzw. keine Freundin habe.
Egal was ich tue und wohin ich gehe, Trigger lauern an jeder Ecke. Und das hat ja nichts mit einer Einbildung zu tun, sondern ich beziehe mich immer wissenschaftlich auf Fakten. Ich bin "SIngle" und Menschen sind eben menschlich und sehnen sich nach Zweisamkeit, Nähe, Zuneigung usw. Also ist das, was ich mir wünsche, eigentlich "normal".