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Toval

Toval
Mitglied

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Hi zusammen,
Meine letzte depressive Episode hatte ich letztes Jahr im Februar. Seit April geht es mir wieder richtig gut. Bis jetzt…. Ich hab das Gefühl eine depressive Phase schleicht sich wieder an. Seit ein paar Tage habe ich wieder Grübeleien und Gedankenkarusselle. Und natürlich hab ich jetzt eine riesige Angst, dass es nicht nur eine Verstimmung ist sondern wieder in einer richtigen Depression endet. Ich will da nicht schon wieder durch. Ich will weiterhin am normalen Leben teilhaben, ohne die Angst vor der Depression. Das ganze macht mich so fertig, dass ich gestern und heute zu Tavor gegriffen habe, danach ging es mir dann auch wesentlich besser. Und jetzt sitze ich mit meinen Kindern zu Hause und habe einfach nur noch Angst, dass der ganze sch. wieder losgeht. Wie oft soll ich denn da noch durch ne depressive Episode…Es sollte doch auch mal geschafft sein. Im Moment ist meine Medikation Paroxetin 10mg und Mirta 15mg. Wobei mir mein Psychiater bei dem letzten Termin gesagt hat, dass der Medikamentenspiegel bei Paroxetin nicht wirklich erreicht ist. Ich habe ihm jetzt eine Email geschrieben (er ist telefonisch im Moment schwer zu erreichen; Personalmangel etc).
Denkt ihr wenn ich das Paroxetin erhöhe könnte ich es noch schaffen nicht richtig reinzuschlittern? Ich hoffe einfach mein Psychiater meldet sich schnell. Ich kann sowas immer nur sehr schwer aushalten und möchte sofort was ändern.
Danke fürs lesen, werde jetzt erst mal eine Runde weinen wenn die Kinder im Bett sind, ich hab Hoffnung dass das eventuell auch hilft. Ernährung hab ich umgestellt und gehe jeden Tag spazieren. Ich hab kein Bock mehr darauf ehrlich. Ich wäre so froh, wenn ich mal richtig lange stabil wäre.
Ach vielleicht sollte ich noch erwähnen, ich hab im Moment kein Stress, alles läuft gut privat wie auf Arbeit. Aber das kenne ich auch schon, leider kommen die depressiven Phasen ohne Grund. Bin auch in Therapie, aber ich muss sagen ich halte mehr von der schulischen Medizin und Medikamenten. Die haben mir bisher immer sehr geholfen.
Sorry für den langen Text. Musste es mir von der Seele schreiben.

07.01.2026 #1


12 Antworten ↓


Toval
Nachtrag, nehme Paroxetin 20mg.

#2


A


Angst vor anschleichender Depression

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P
Bitte auch an beginnende Wechseljahre denken. Auch Nährstoffmängel können Depressionen triggern oder verstärken.

Depressionen kommen nie ohne Grund. Und wenn du den oder die Gründe kennst und angehst, kannst du davon geheilt werden. Kannst, nicht wirst, aber oft sind es doch Dinge, die man selber ändern kann und man ist nicht hilflos ausgeliefert.

Was tust du denn, um der Sache auf den Grund zu gehen?

Tavor ist kein AD. Dass es dir anscheinend hilft, die Stimmung zu heben, solltest du einmal genauer beleuchten.

x 1 #3


Toval
@Pauline333 danke für deine Antwort.
Ich weiß das Tavor kein AD ist. Es hilft mir in schweren Phasen das Grübeln zu verlassen und meine Gedankenkarusselle hören dann auch auf und es geht mir dann merklich besser. Ich weiß, dass man mit Tavor sehr vorsichtig sein muss, wegen der schnellen Abhängigkeit. Ich nehme sie nur im äussersten Notfall. Hab mich schon sehr genau damit beschäftigt. Und mein Psychiater weiß auch immer Bescheid. Meine ADs im Moment sind Paroxetin und Mirta.
Doch leider kommen sie bei mir ohne Grund. Das kann bei rezidivierenden Depressionen vorkommen. Bei mir wird vermutet, das ich dafür erblich veranlagt bin.
Ich mache schon lange (mehrere Jahre) Verhaltenstherapie. Wir haben Sachen aufgearbeitet welche für eine schwere Depression Auslöser waren. Aber wieso die rezidivierenden Episoden immer wieder auftauchen ist nicht klar. Ich habe eine mega Familie, alles läuft wirklich gut und auch bei der Arbeit läuft alles super.
Ich weiß das es auch bei mir oft die Angst vor der Angst ist. Die depressiven Epissoden sind nicht ohne.
Mein Psychiater möchte für mich ein AD finden, welches langfristig wirkt. Wahrscheinlich werde ich ein lebenlang ADs nehmen müssen, was für mich kein Problem ist. Meine Mama nimmt auch ihr lebenlang ADs und hatte nie wieder einen Rückfall. Ich versuche positiv zu denken, dass ich das auch schaffe!
Ich hoffe einfach, dass es wirklich nur eine depressive Verstimmung ist.

#4


P
Zitat von Toval:
Doch leider kommen sie bei mir ohne Grund. Das kann bei rezidivierenden Depressionen vorkommen. Bei mir wird vermutet, das ich dafür erblich veranlagt bin.

Die erbliche Komponente besagt nur, dass man erblich bedingt anfällig dafür ist, auf gewisse Umstände mit Depressionen zu reagieren. Nicht, dass man dadurch grundlos immer wieder depressiv wird.
Es scheint zudem nicht klar, ob du wirklich erblich vorbelastet bist, denn ob deine Mutter nicht nur eine einmalige Episode hatte und auch ohne AD nicht mehr eine entwickelt hätte, weiß man nicht. Oder gibt es weitere Fälle in der Familie?

Aber wie gesagt, selbst wenn wenn es eine erbliche Veranlagung gäbe, hieße das nicht, dass deswegen Depression nicht verhindert werden können. Erblich bedingt ist bei Psychiatern gerne mal die Erklärung für vermeintlich grundlose wiederkehrende Episoden, da mit AD - wie mit den meisten Medikamenten - ja nicht die Ursache behandelt wird sondern das Symptom.

Bei mir sind z.B. beidseits der Familie Depressionen und weitere psychische Probleme von vielen Personen der letzten Generationen bekannt. Beide Großmütter, mein Vater neigte zu depressiven Verstimmungen und meine Mutter war leider sogar sehr stark manisch-depressiv. Zwei meiner drei Geschwister haben mit Depressionen und Verstimmungen zu tun. Auch ich seit meiner Jugend mit Angst und Depression. Bei mir war grundsätzlich Stress der Auslöser und Nährstoffmängel. Mit Stress ist aber nicht allein Stress von außen gemeint, sondern Stress, den ich mir durch meine ungesunde Lebensweise angetan habe. Dabei habe ich ein für heute völlig okayes Leben geführt. Auf den ersten Blick beschaulich und einigermaßen gesund.

Denn man kann ein vermeintlich gutes und entspanntes Leben führen und dennoch an einer gesunden Lebensweise vorbei leben. Und das tun heute wirklich sehr viele Menschen.
Kaum Bewegung, viel zu viel Input fürs Gehirn (Medien/Handy), schlechte Ernährung (und dadurch auch Nährstoffmängel), kaum Sonnenlicht, mieser Schlaf und kein echter Genuß mehr, also wahre Freude, vernünftiges Dopamin, nicht das, was wir uns über Handy, Zucker und Co jederzeit besorgen können. Einem Tier würde man diese Lebensweise nicht antun. Auch uns macht das sehr krank, was dann aber über etliche Medikamente ausgeglichen werden kann, sodass wir durch Leben kommen.

Ich bin voll von mens sana in corpore sano überzeugt und seit dem ich meine Lebensweise auf die o.g. Aspekte ausgerichtet habe, fühle ich mich so stabil wie eigentlich noch nie im Leben.

Sollte es bei dir, was das angeht, noch Luft nach oben geben, wären das Ansatzpunkte, die zu wirklicher Heilung führen könnten.

x 1 #5


Toval
@Pauline333 danke für deine ausführliche Antwort.
Ja bei mir in der Familie gibt es mehrere Personen mit Depressionen.
Ich hatte vorher einen Termin bei meinem Psychiater. Ich bin mit einer endogenen Depression diagnostiziert, was auf eine Ursache innerhalb des Körpers oder Gehirns hindeutet und diese ist oft genetisch oder biologisch bedingt. Blutwerte etc sind alle in Ordnung, werden auch regelmäßig gecheckt. Ich habe ihn heute auch gefragt, warum solche Schübe immer wieder kommen, oft auch aus dem nix. Leider passiert das bei endogene Depressionen… Ich muss für mich einen Weg finden damit umzugehen, da mir das sehr schwer fällt und ich schlecht/ depressive Phasen nur schwer aushalten kann. Der Psychiater versucht gemeinsam mit mir etwas zu finden, was mich vor solchen Schüben schützt. Und ja ich weiß, dass ist ein langer Weg. Leider.

#6


P
Zitat von Toval:
Blutwerte etc sind alle in Ordnung, werden auch regelmäßig gecheckt.

Selen, Vitamin D, Eisen/Ferritin, Zink, B-Vitamine alle im guten/mittleren y Referenzbereich? Oder vielleicht gar nicht untersucht?

Zitat von Toval:
Ich habe ihn heute auch gefragt, warum solche Schübe immer wieder kommen, oft auch aus dem nix. Leider passiert das bei endogene Depressionen…

Tut mir leid, aber ich glaube das nicjt. Es gibt immer eine Ursache, einen oder mehrere Auslöser.
Bitte lass dich nicht mit der Aussage ist halt so abspeisen, wenn es (sehr gut) sein kann, dass es nicht so ist.

Ein Psychiater verschreibt in erster Linie Psychopharmaka. Er ist in keinster Weise auf die Bearbeitung/Beseitigung der Ursache incentiviert und arbeitet nicht ganzheitlich.

Ich würde ganz klar, alle für Depressionen relevanten Nährstoffe prüfen lassen und ggf optimieren und die og Lebensweise-Komponenten optimieren.

x 1 #7


P
Bitte schau mal hier. Dein Psychiater ist freundlich ausgedrückt alte Schule
https://www.aerzteblatt.de/archiv/depre...e25d03158e

x 1 #8


Toval
@Pauline333 ja wird alles regelmäßig kontrolliert. Das nächste Mal in zwei Wochen wieder.
Ich verstehe deinen Ansatz. Ich bin auch grad mitten drin, Ernährung umzustellen und mehr Bewegung in mein Leben zu bringen, da ich von Natur aus eher faul bin und lieber zu Hause in meinem Kreativzimmer bin statt einen Spaziergang zu machen. Trotzdem glaube ich an ADs und meiner Meinung nach hab ich noch nicht das passende/ Dosis welches mich längerfristig schützt. Wie schon gesagt, ich gehe auch weiterhin zur Psychotherapie, wobei ich da wie schon erwähnt nicht mehr so viel erwarte. Ich gehe da schon seit Jahren hin, aber auch das schont mich leider nicht vor depressiven Episoden. Ich hoffe einfach, dass die nächsten Tage einigermaßen erträglich sind und ich meinem gewohnten Alltag nachgehen kann. Für mich ist es nämlich zum Beispiel sehr schlimm, wenn ich auf Grund der Episoden nicht arbeiten gehen kann, da ich meinen Job so sehr liebe.

x 1 #9


P
Zitat von Toval:
@Pauline333 ja wird alles regelmäßig kontrolliert. Das nächste Mal in zwei Wochen wieder. Ich verstehe deinen Ansatz. Ich bin auch grad mitten ...

Gut, dass du die Nährstoffe regelmäßig kontrollieren lässt. Du gibst das dann selbst in Auftrag bei deinem Hausarzt oder nimmt dein Psychiater die mit ab?

Da deine bisherigen Strategien (Therapie und AD) nicht helfen, ist es gut, dass du Bewegung umd Ernährung etwas umstellst.

Ich wünsche dir, dass es schnell wieder besser wird

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Toval
@Pauline333 bei beiden. Psychiater und Hausarzt sind im selben Haus und tauschen sich auch aus. Da ich aber viel öfter beim Psychiater als beim Hausarzt bin gebe ich es ihm in Auftrag.
Ja es muss sich ja was ändern und da versuche ich auch alles. Ich weiß, es braucht Zeit, bin einfach auch sehr ungeduldig….

#11


Luce1
Zitat von Toval:
Wahrscheinlich werde ich ein lebenlang ADs nehmen müssen, was für mich kein Problem ist.

Ich auch, besser als dass das Leben wieder mal den Bach runtergeht.

Ich gehe auch jeden Tag raus für lange Spaziergänge. Hört sich echt so abgedroschen an aber hilft mir wirklich.

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Toval
@Luce1 ja so denke ich auch. Bei anderen Krankheiten kann es auch sein, dass man lebenslang was nehmen muss. Also warum auch nicht bei der Depression.
Bist jetzt merke ich Koch nichts, dass die Spaziergänge helfen, aber ich hoffe das kommt noch.

#13


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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