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Blue-Berry
Mitglied

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Liebe Gruppenmitglieder,
ich bin sehr verzweifelt, weil ich Duloxetin 60 mg nach 10 Jahren wegen Bluthochdruck absetzen sollte.
Auch habe ich nach 10 Jahren Einnahme Schwindel, Übelkeit und Brain-Zaps entwickelt. Mein Facharzt will dies nicht weiter abklären und zügig absetzen.
Dabei merke ich bereits starke Absetzsymptome wenn ich die Tabletten nur 1/2 Stunde später nehme.
Langfristig möchte ich auch davon weg, doch ich weiß nicht, wie ich so arbeiten soll, ich schaffe es auch jetzt kaum, den Alltag zu bewältigen.
Könnt ihr mir helfen, wie ich vorgehen kann?
Vielen Dank

12.05.2026 #1


1 Antwort ↓

sandracookie
Zitat von Blue-Berry:
Schwindel, Übelkeit und Brain-Zaps

Hatte ich unter der Einnahme von Duloxetin auch bzw. die brainzaps kamen erst beim Absetzen dazu, sowie eine extreme bleierne Müdigkeit und null Antrieb.
Ich habe immer auf die nächstmögliche niedrigere Dosis (60 mg auf 45 mg, dann auf 30 mg) reduziert und das immer für zwei bis drei Wochen. Teilweise auch abwechselnd zu Beginn, also ein Tag 60 mg, den anderen 45 mg, dann wieder 60 mg usw. - hier scheiden sich aber teilweise die Geister wie sinnvoll das ist...
Die Absetzsymptome konnte ich allerdings trotzdem nicht umgehen. Als ich bei 30 mg war, habe ich in Absprache mit meiner Psychiaterin versucht auf Venlafaxin zu wechseln, aber so heftig darauf reagiert, dass es nur 5 Tage waren und danach habe ich die AD's komplett weg gelassen.
Ich hatte so 4-6 Wochen mit Schwindel, der Übelkeit, Kopfschmerzen und den Brainzaps und kurzes Kribbeln/Vibrieren in den Händen/Füßen zu kämpfen. Es wurde mit der Zeit immer weniger, bis es weg war.
Mein Vorteil: Ich war zu diesem Zeitpunkt krank geschrieben und dadurch hatte ich nicht diese große Belastung im Arbeitsalltag funktionieren zu müssen. Es war zwar dann trotzdem unangenehm, aber die Erfahrung mit dem Venlafaxin war so schlimm, dass die anderen Absetzsymptome das kleinere Übel waren und ich es es einfach durchgezogen habe.
Das wäre dann letztendlich auch zusätzlich noch mein Rat mit den Ärzten abzuklären, ob eine kurzzeitige Krankmeldung sinnvoll ist, um den Druck und die Belastung beim Ausschleichen raus zu nehmen. Je nach dem wie die Gesamtlage ist, vielleicht sogar kurzzeitig stationär, damit das ärztlich begleitet werden kann.
Wenn man eh schon am Limit ist und dann trotz dieser Symptome weiter arbeiten will, raubt man sich damit noch mehr Energie und Kraft (das hab ich beim Einschleichen damals nämlich gemacht und zu spät gecheckt, dass die Nebenwirkungen nicht so ohne sind, wie ich dachte). Wenn ich jetzt wieder meine Erkrankungen medikamentös behandeln lassen wollen würde, dann nur während einer Krankmeldung und dann am besten stationär, bis sich das eingespielt hat. Ich hab es in der Vergangenheit unterschätzt nur leider bleibt einem nichts anderes übrig, als da durch zu müssen, wenn man es absetzen muss.

#2






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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