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AndreasR25

AndreasR25
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Hallo ich heiße Andreas, bin 45 aus Leipzig. Habe mich vor 2 Jahren in ein eine Frau verliebt und bin mit ihr eine Beziehung eingegangen. Sie hat mir erzählt was sie vorher schon alles erlebt hat und das sie auch schon in einer Tagesklinik war. Und es wurde ihr vom Arzt bescheinigt das sie depressiv mit Borderline hat. (Was immer das heißt) was soll ich sagen, die ersten 1 1/2 Jahren waren mega. Dann wurden die Streitereien mehr, mein Unverständnis, Probleme mit ihrer Tochter führten zu dem jetzigen festgefahren stand. Sie liebt mich und möchte auch weiter mit mir gehen. Aber sagst sie das nur bzw. warum beendet sie es nicht? Sie merkt selber wie sie zu mir ist. Ich liebe dich, ein paar küsse mehr läuft gerade nicht. Für mich ist sie die Frau, ich will sie definitiv nicht verlieren. Vorige Woche hatte sie eine Panikattacke, ich habe sie in Ruhe gelassen, bin dann auf sie zu und die umarmte mich fest. Sie nahm dann eine Tablette und legte sich schlafen. Nachmittags wollte sie mit mir unbedingt zum Psychiater, umarmte mich wieder und dankte mir. Tja 2 Tage später, totale kühle, küsse nur wenn ich sie fordere. Was mache ich bloß?

12.09.2024 #1


125 Antworten ↓
E

Ex-Mitglied
Gast

Zitat von AndreasR25:
danke für diesen ausführlichen Kommentar. Meine Frage was kann ich tun. Wie gesagt lieben tut sie mich nach wie vor. Beenden die Beziehung will sie auch nicht. Kann man zb. nicht über romantische Abende, zärtliche Berührung, umarmen ihre verborgen Gefühle aufleben lassen? Oder kommt es auf einmal von allein. Und mir geht es nur um die Kleinigkeiten, nicht um Sex. Klar der fehlt auch aber da bin ich verständnisvoll und treu.


Hallo @AndreasR25,hier nochmal eine Definition der Erkrankung "Borderline",habe ich kopiert.


Bei der Borderline-Störung handelt es sich um eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität von Emotionen und Stimmung, der Identität sowie zwischenmenschlichen Beziehungen charakterisiert ist. Es handelt sich um ein schwerwiegendes psychiatrisches Krankheitsbild, das auch als emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs bezeichnet wird.

Betroffene erleben sich als Opfer ihrer eigenen heftigen Stimmungs- und Gefühlsschwankungen, was zu extremer innerlicher Anspannung führen kann, die dann als unerträglich und peinigend erlebt wird. Viele setzen selbstschädigende Verhaltensweisen ein, um diese Anspannung zu verringern. Vor allem Schmerz spüren viele während der extremen Spannungsphasen kaum oder nur sehr wenig. Selbstverletzungen, Dro. und hoch riskante Aktivitäten lindern die Anspannung sofort, werden dadurch jedoch rasch zu suchtartigem Problemverhalten. Menschen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, fühlen sich innerlich zerrissen, haben ein gestörtes Selbstbild und eine gestörte Körperwahrnehmung. Sie leiden unter massiven Ängsten vor dem Alleinsein und instabilen Beziehungen.



Und das ist auch für alle die diese Erkrankung nicht nachvollziehen können bzw. verstehen.
Ein Mensch der an Borderline erkrankt ist,handelt nicht rational und für das soziale Umfeld nicht nachvollziehbar.
Dieser Mensch leidet selbst unter seinen impulsiven Handlungen und alles was dazu gehört.

@AndreasR25,macht Deine Freundin eine Therapie?

05.09.2024 19:38 • x 2 #118


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Freundin mit Borderline ist kühl und distanziert

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N

nektarine
Mitglied

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Ich kann dir nur aus der Sicht von jemanden mit einem Trauma schreiben, vielleicht hilft es trotzdem.

Mein Mann und ich sind seit über 20 Jahren ein Paar und haben 2 kinder. Ich habe eine KPTBS wegen sexuellem Missbrauch (kannst du das bei deiner Freundin ausschließen?), und sehr große Probleme mit Nähe.

Ganz am Anfang, die ersten 1-2 jahre hat es gut funktioniert, aber plötzlich konnte ich kaum noch Nähe zulassen. Ich bin, sobald er mich nur am arm berührt hat, in meinen Film von früher gerutscht.

Niemals, wirklich niemals darf mein Mann mich einfach so angreifen, das löst schlimmste Panik aus, ich gehe deshalb meist auf Abstand.

Für meinen Mann ist das in Ordnung, ihm ist körperliche Nähe nicht so wichtig und er akzeptiert mich so wie ich bin. Trotzdem arbeite ich sehr hart in der Therapie an mir, weil ich mit der Situation nicht glücklich bin und natürlich etwas ändern möchte, aber das funktioniert leider nicht so einfach.

Ich gehe fast davon aus, dass deine Freundin mehr als nur die beschriebene Traumatisierung erlebt hat......vielleicht kann sie sich nicht an alles erinnern, vielleicht will sie sich an manches nicht erinnern.

Mach ihr bitte keinen Druck, wenn mein Mann mir die ganze Zeit sagen würde, dass er mich liebt und Küsse einfordern würde, würde ich ganz extrem auf Abstand gehen. So etwas kann man nicht mit Liebe und erzwungener Nähe heilen, leider....

06.09.2024 06:40 • x 2 #120


Zum Beitrag im Thema ↓


Lerchen
Zitat von AndreasR25:
Hallo ich heiße Andreas, bin 45 aus Leipzig. Habe mich vor 2 Jahren in ein eine Frau verliebt und bin mit ihr eine Beziehung eingegangen. Sie hat ...

Hey,

es ist schön, dass du dir Gedanken darüber machst, wie du deiner Freundin helfen kannst.

Das, was du über ihr Verhalten schreibst gehört leider zum Beschwerdebild einer Borderline-Persönlichkeitssörung.
Person, welche darunter leidet, fällt es sehr schwer zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen und zu erhalten, da die Emotionen manchmal wirklich durch die Decke gehen.

Was kannst du aktiv tun?

Informiere dich mit diesem Störungsbild. So kannst du deine Freundin besser "lesen" und sie unterstützen.

Miteinander reden ist das A und O. Doch besonders wichtig ist das Zuhören. So zeigst du ihr, dass du für sie da bist und für ihre Probleme Verständnis hast. Da musst du natürlich auch eine Portion Geduld und Nerven mitbringen. Aber so fühlt sie sich nicht isoliert.

Und dann ist es besonders wichtig, dass du trotz allem Verständnis und Unterstützung klar Grenzen ziehst für dich selbst. So z. B. Konfrontationen aus dem Weg gehst. Aber auch dir selbst Hilfe suchst, wenn es zu bunt wird für dich und generell offen mit dem Thema umgehst.

#2


B
@AndreasR25
Moin!

Du schreibst bezüglich der Erkrankungen: „was auch immer das heißt“. Vielleicht kannst Du Dich zunächst informieren was die Diagnosen heißen. Oftmals gibt es von Psychiatrien auch Info- oder Austauschveranstaltungen für Angehörige.

Borderline bedeutet z.B. auch das typische „komm her, geh weg“. So erklärt sich das Nähebedürfnis mit folgendem „Wegstoßen“. Das liegt nicht an Dir sondern ist ein Zeichen der Krankheit. Vielleicht hilft es Dir weiter wenn Du die Krankheiten mehr verstehst.

Alles Gute

x 1 #3


Katrin88
@AndreasR25 ich kann dir das mal aus der Sicht einer Betroffenen schildern. Das, was du da schilderst ist leider ein Symptom der Borderline-Erkrankung. Ist deine Freundin in Therapie? Ich empfehle die DBT-Therapie oder Schematherapie. Das "komm her, geh weg" ist typisch für eine Borderline-Erkrankung. Ich mache das auch mit meinem Freund leider. Wenn er in der Woche nicht da ist, dann bin ich sehr distanziert und manchmal auch gefühlskalt. Wenn er dann wiederkommt, kann es zum Streit kommen. Und danach vertragen wir uns wieder, das ist das" komm her, geh weg" Spielchen. Er reagiert auch meist gemein, so hat sich das die Jahre entwickelt. Er ist auch nicht immer nett, zum Konflikt gehören meist immer beide.

Vielleicht hat deine Freundin auch Stimmungsschwankungen. An einem Tag kann sie gut die Nähe zu dir aushalten, an einem anderen Tag hat sie mit sich selbst und ihren Emotionen zu kämpfen und hält die Nähe kaum aus. Sie hat Angst vor deiner Nähe, weil in der Vergangenheit bestimmt Traumata vorhanden sind. Auf der anderen Seite erträgt sie die Distanz nicht, weil sie Verlustängste hat und Schwierigkeiten damit hat, alleine zu sein. Meist bauen Borderliner erst Bockmist im zwischenmenschlichen Bereich und ihnen tut es danach leid. Borderliner haben oft danach ein schlechtes Gewissen

x 2 #4


Katrin88
🔁 Video geteilt von Katrin88:

#5


AndreasR25
@Benutzer419 hallo ja das war von mir doof formuliert. Ja ich bin am Anfang es zu verstehen. Ich liebe sie halt so dolle weil sie mir über 1 1/2 Jahre eine Liebe gegeben hat, die ich so nicht kannte. Tja und jetzt ist sie wie ausgewechselt. Ich habe soviel fragen aber da lacht ihr bestimmt.

#6


AndreasR25
@Katrin88 ja sie hat jetzt einen Therapeuten. Ich habe echt viele Fragen, Nerv ich dich wenn ich sie dir stelle. Für mich wie das Neuland

#7


B
@AndreasR25
Hier lacht Niemand!

#8


AndreasR25
@Benutzer419 das ist schön. Einer meiner Frage ist, kann es wieder so werden wie es mal war? Die 1 1/2 Jahre Anfangszeit.

#9


Katrin88
@AndreasR25 wird es nur, wenn sie in Therapie ist und sich selbst reflektiert. Eventuell müsste sie zwischendurch auch nochmal in die Klinik und ein DBT-Programm absolvieren

#10


B
Puh da bin ich überfragt. Als Laie (!) und Nichtbetroffener kann ich nur mit Allgemeinwissen dienen. Solche Episoden können unterschiedlich lange anhalten. Von daher wird es wieder Zeiten geben, in denen es „so war wie vorher“.

#11


AndreasR25
@Katrin88 also nur die Tabletten und ein Psychologe mit Sitzungen helfen nicht? Das reflektieren das bekommt sie glaub ich gahz gut hin. Ist es normal das sie einen lieben aber es nicht zeigen können? Bzw. Keine Nähe einschließlich Zärtlichkeit und Sex zulassen? Sie sagt immer es liegt nicht an mir.

#12


AndreasR25
@Katrin88 so ein kleines bsp.gestern war ich im Pool und sage zu „komm doch auch rein“ da kam dann „ne dann fast du mich nur an“ mit einem Lächeln. Und später war sie allein drin. Was soll man da sagen.

#13


S
Zitat von AndreasR25:
also nur die Tabletten und ein Psychologe mit Sitzungen helfen nicht?

Nein,das alleine hilft nicht.
Ich lebe seit etlichen Jahren mit der Diagnose F60.30.
Um eine Beziehung zu führen,die über viele Jahre stabil ist,musst hart an dir arbeiten.

Selbstreflektion,erlernen von Skills,autogenes Training,Meditation,die ganze Palette.
Natürlich gehört eine Therapie dazu,am besten eine DBT-Therapie,die ist speziell darauf ausgelegt.
Mir hat am besten eine tiefenpsychologische Therapie geholfen.
Ist halt individuell.....

Medikamente nehme ich schon viele Jahre nicht mehr.
Wenn du deine Partnerin liebst und das wirklich willst,dann mach das.
Du musst dir aber darüber klar sein,dass es immer mal wieder zu Situationen kommt.
Dafür bekommst du eine Partnerin die höchstwahrscheinlich sehr emotional ist und mit der mit Sicherheit keine Langeweile aufkommt.

Die Erkrankung ist absolut vorurteilbelastet.
Wir als erkrankte sind nicht die Psychos wie oft beschrieben.
Man kann nicht betroffenen auch nur unglaublich schwer seine Gefühlswelt vermitteln und warum manche Dinge für einen nun mal so sind im Moment.
Du kannst deine Partnerin auch nicht heilen,daß kann auch Therapie nicht.
Man kann nur lernen damit Leben.
Aber das geht ganz gut.

Lies dich da mal ein,es gibt haufenweise Literatur dazu.

Wünsche dir viel Erfolg....

x 1 #14


Katrin88
@AndreasR25 nur Therapie hilft, mehr kann ich dazu leider auch nicht schreiben und schaue die das Video an, was ich hochgeladen habe. Das beschreibt die Erkrankung ganz gut

#15


AndreasR25
Zitat von Lerchen:
Hey, es ist schön, dass du dir Gedanken darüber machst, wie du deiner Freundin helfen kannst. Das, was du über ihr Verhalten schreibst gehört ...

Okay 👍

#16


AndreasR25
@Katrin88 meine Frage an dich, liebst du deinen Freund auch und kannst es nur nicht zeigen? Bzw. Verlief eure Beziehung so ähnlich? Und ist in dir nicht der Gedanke drin, mit einem neuem Partner ist es anders? Weil das sind die Fragen die mich quälen. Mir gibt Energie das ich weiß das sie mich liebt, aber die Angst bleibt.

#17

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Katrin88
@AndreasR25 die Beziehung verlief anders weil ich in Therapie bin. Die Symptome kommen dennoch manchmal zum Vorschein und ich bespreche das dann mit der Therapeutin. Und Liebe zeigen kann ich auch nicht immer. Es hilft nur Therapie und dass du dich mit der Erkrankung befasst.

#18


AndreasR25
@Katrin88 also mit der Krankheit befassen tue ich, ich lese viel und versuche es anzuwenden. Es ist halt nur so das ich sie über alles liebe und Angst habe zu verlieren. Mich wundert es nur das Borderliner den Partner lieben in das aber nicht zeigen können. Halt so Gefühlsleere haben. Die Angst von betroffenen Partnern ist halt das einer „neuer“ Gefühle auslöst und man dann abgeschoben wird.

#19


AndreasR25
@Schlingelchen im Vorfeld bitte ich um Entschuldigung das ich soviel fragen habe. Ich belese mich wirklich viel und versuche die Krankheit immer besser zu verstehen. Mich wundert es halt nur das sie wie ein anderer Mensch ist, als ob ich ein Fremdkörper bin. Würde sie mir ihre Liebe und Zärtlichkeit geben, wäre ich entspannt aber sie sagt sie kann das gerade nicht. Meine Angst ist halt kommt es wieder oder nicht! Und auch Nähe zulassen, ist für sie schwer. Mit einmal von Woche zu Woche. Jetzt leben wir wie gute Freunde, ein zwei küsse, mal streichele ich sie. Von kuscheln oder Sex ist gar keine Rede. Ich habe halt nur Angst das ich hier ein Auslaufmodell bin und ihr Kopf vielleicht sagt , beim nächsten kommt das wieder.

#20


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