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201728.09




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Hessen
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«  1 ... 7, 8, 9, 10, 11, 12  »
Guten Morgen... Die Gedanken, dass sich "Borderline" oder die Symptome vererben beruhen bei mir auf zwei Überlegungen. Erstens denke ich wird da nichts direkt vererbt. Was zwischen den Generationen weitergegeben wird ist ein Grundmuster der Emotionalität. Wie sensibel bin ich, wie ist meine emotionale Widerstandskraft. Das ändert sich auch noch im Leben allerdings nicht im Kind. Die zweite und wichtigste Komponente ist das Verhalten der Eltern, denn das prägt sich auf das Kind. Wie stark sich das prägt hängt mit diesem individuellen Grundmuster zusammen. Das bedeutet, wenn ich ne betroffene, unreflektierte Mutter habe, die ihr Verhalten auf mich prägt, dann wird sich das noch verstärkt auf mich prägen, da ich die "Grundvoraussetzungen" mitbringen. Ob das passiert steht allerdings nie ganz fest... sind immer nur Risiken die allerdings steigen.

Zum Thema Diagnose und wie ich das Kind beim Namen nenne gibt es auch viele verschiedene Ansichten. Also ich denke das ich nicht krank bin im Hinblick auf meine Sympthome. Krankheit würde bedeuten das man generell was heilen kann. Bei Störungen sind allerdings die Struckturen der Persönlichkeit verändert und meine Art zu denken und zu fühlen so betroffen, dass es in mir dauerhaft, starkes Leid hervorruft. Bei mir in der Regel vor allem im Umgang mit engen Bezugspersonen. Da etwas dran zu ändern ist ein schwieriger Weg, da ich oft mein eigenes Verhalten nicht gut wahrnehmen kann.
Diesen Dingen einen Namen zu geben berührt mich zum Beispiel gar nicht. Ob man mir sagt ich sei Borderliner oder leide an einer komplexen PTBS ist mir wurscht, solange man mich damit nicht direkt abwertet. Das sind nur Namen, die irgendwann für ein kaum fassbares Sammelsurium an Merkmalen und Symptomen gegeben wurden die bei jedem unterschiedlich sind.

Herzliche Grüße

Auf das Thema antworten
Danke3xDanke




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  28.09.2017 10:17  
Ich denke da ähnlich wie Jogi. Nur sehe ich das so, dass jeder mit einem Wesen geboren wird. Die einen sind sensibler, andere wiederum robuster. Und dann erst kommt die Prägung durch die Eltern dazu.

Das ist dem Kinder kriegen muss jeder für sich selbst entscheiden. Da in meiner Familie Depressionen öfter vorkommen, könnte es durchaus sein, dass ich diese Veranlagung zur Stressanfälligkeit an meine potentiellen Kinder weiter vererbe. Ob die Depri dann ausbricht, ist eine andere Sache. Es könnte durchaus sein, kann aber auch nicht sein.

Tatsache für mich ist, ich hab schon so Mühe im Leben und wäre mit einem Kind völlig überfordert. Ich hätte viel zu viel Angst, dass ich was falsch mache (das ist dann wohl die ÄVPS). Von dem her erübrigt sich das für mich.

Aber ich spreche nur von mir. Was andere Menschen tun in diesem Punkt, da bilde ich mir kein Urteil darüber oder sowas, jeder wie er will.

Mir hilft die Diagnose insofern, dass ich dann Anhaltspunkte habe. Erstens, aha, das ist diese Störung, zweitens, aha, andere haben das genau gleich, ich bin nicht allein und drittens und das ist wohl der wichtigste Punkt, wo kann ich ansetzen um mir selber zu helfen. Das entnehme ich der Literatur, der Therapie und auch hier aus diesem Forum. Manchmal muss ich auch manche Dinge einfach loswerden um innerlich Abstand dazu zu bekommen.

Danke2xDanke


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bei Hamburg
171
  29.09.2017 06:24  
High ihr Lieben,

habe gestern meine Räucherwerke bekommen, und dann erstmal ordentlich losgelegt. Zuerst eine Portion Weihrauch zur Klärung und Harmonisierung der Energie. Dann habe ich freihand aus meinen diversen Errungenschaften "nachgelegt". Die Feuermelder die der Vermieter vor ein paar Monaten anbringen lassen hat, hatte ich dabei völlig aus den Augen verloren. Zum Glück taugen die nicht viel, denn erst als hier alles völlig verräuchert war, sind mir die Dinger eingefallen. Ich habe dann hektisch gelüftet, und gebetet dass die Teile nicht losgehen. Ist nochmal gut gegangen!

Für mich sind diese Einteilungen in irgendwelche psychischen "Krankheiten" auch sehr willkürlich. Solange jemand ansprechbar ist, die Zusammenhänge versteht und sich und andere nicht gefährdet, sehe ich es als einen Punkt in der Persönlichkeit, der jeden Menschen von allen anderen unterscheidet. Wir sind ja keine geklonten Roboter, sondern Menschen!
Es gab in jeder Zivilisation die "Anderen", und ganz oft war es ein Markenzeichen - keine Krankheit. In Europa waren die z.B. 80ziger eine Zeit, wo Charakter und Individualität absolut angesagt waren. Aber seitdem die CDU regiert, und es mehr und mehr um Kontrolle und Einschränkung jedes Einzelnen geht, sind persönliche Regungen quasi verboten. Jeder, der nicht im Sinne des Staates springt und kuscht, ist unerwünscht. Notfalls wird der Mensch Weggesperrt! Es ist erlaubt krimienell, aggressiv und gemein zu anderen Menschen zu sein - da gibt es keine grossartige Strafe. Aber gehe mal durch eine Stadt und umarme andere Menschen - dann geht es direkt in die Psychatrie.

Für mich ist es eindeutig der Staat, der erklärt, welcher Mensch in Ordnung ist: oder nicht. Die Einen bekommen recht, die Anderen nicht. So wie in USA, wo allein die Hautfarbe entscheidet, wie mit einem Menschen umgegangen wird. So wird es hier in Deutschland mit den angepassten und den nicht angepassten Menschen gemacht!

Ob man anders tickt, nicht so angepasst ist, einen Spleen hat, sich sehr nach Innen oder nach Aussen wendet - das entscheidet alleine die Gesellschaft in der man lebt. Die übt den Druck aus. Das bestimmt die Regeln und die Grenzen.
Innerhalb der einmal existierenden Naturvölker, wäre wahrscheinlich jeder der sich hier geäussert hat, ein Star gewesen. Gestern Top, heute Flop.

Für mich ist das ein Verbrechen an der Einzigartigkeit der Menschen. Und die Anzahl der "psychisch Kranken" wird in der Welt proportional zur Gewinnsucht und Alles- immer - gleicher - machen, zunehmen.
Das Leiden unter der psychischen Beschneidung und Defarmierung wird grenzenlos sein. Foren wie diese, und auch speziell dieser Thread, sind erst der Anfang davon. Es gibt seit einiger Zeit eine neue Richtlinie für psychische Gesundheit. Die wird reichlich willkürlich von irgendwelchen Fachidioten bestimmt. Darin sind viele ganz normale menschliche Regungen aufgenommen worden, die jetzt als "krank" gelten. Darin ist Trauer um eine geliebte Person, jetzt auf eine bestimmte Anzahl von Monaten beschränkt. Jeder der länger trauert, gilt als krank.

Wir lassen es zu, dass jemand anders darüber entscheidet, was wir dürfen - und was nicht. Wir gehorchen, und fühlen uns beschissen dabei. Kann ich nur sagen : selber schuld. Das Leben könnte komplett anders aussehen. Aber wir tun nichts dafür. Wir sitzen in der eigenen Bude herum, ausgegrenzt und völlig alleine, und trauen uns nicht irgendetwas zu tun oder zu sagen. Das höchste der Gefühle ist es, sich in einem Forum wie diesem mal vorsichtig zu äussern.

Mich kotzt das total an. Jeder Mensch kann irgendetwas verändern. Wirklich jeder!

See you the next time

Danke1xDanke


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  29.09.2017 09:01  
HAllo. Jetzt möchte ich auch mal etwas dazu sagen

Zitat:
Darin ist Trauer um eine geliebte Person, jetzt auf eine bestimmte Anzahl von Monaten beschränkt. Jeder der länger trauert, gilt als krank.


Jaein. Ich sehe das nicht als "Beleidigung" oder als gleichmachung oder so. Ich versuche das ein bisschen positiv zu sehen. Denn erst das was "krank" beurteilt wird, hat ein Recht auf Hilfe.
Es kann als bedeuten, dass wenn man zu lange und zu sehr trauert und man da nicht alleine mehr rausfindet, dann Therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen kann und darf. Was man ja leider nur mit einer Diagnose machen kann.

Überall da wo ein "Anders-sein" Leid verursachen kann, braucht es eine Diagnose um Hilfe anzubieten.
Und so etwas wie Borderline kann auch ganz schön Leid verursachen beim Betroffenen.
So gesehen muss so eine Katalogisierung nciht mal schlimm sein.
Man kann kja so sein, wie man will.
Aber wenn man dann leidet und aneckt und nicht mehr zurecht kommt, dann braucht man HIlfe.

Und ja, leider gehen die in Therapie, die schreien und nicht die, die sie zum schreien gebracht haben.
Aber wir können halt die Menschheit nicht verändern. Nur uns selbst und unseren Umgang damit.





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  29.09.2017 18:44  
Für mich ist es eine Störung, krank sein weil ich erheblich darunter leide, nicht nur psychisch, sonder psychisch induziert auch physisch. Ich kann deswegen nicht das tun, was ich gerne möchte. Ich erlebe es als Einschränkung. Ich kann nicht Vollzeit arbeiten gehen, ich kann nicht einen "verantwortungsvollen" Beruf ausüben, ich kann nicht mehr spontan mal irgendwo mal weg, ohne dass es mir dann danach schlechter geht.

Und jetzt soll mir niemand sagen och du armes Opfer weil es ist nicht so. Ich hab all das ausprobiert und mich sehr angestrengt um diese Ängste endlich ablegen zu können aber es ging nicht. Ich werde weiterhin nicht aufgeben aber mittlerweile glaube ich nicht mehr daran, dass ich diese Ängste jemals ganz los haben werde. Vielleicht wird es besser werden als jetzt aber die Heilung hab ich mittlerweile abgeschrieben. Ich muss mich iwie auch ein bisschen mit dem arrangieren, denn es ist nun mal so, wie es jetzt gerade ist.



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bei Hamburg
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  01.10.2017 05:31  
Hallo,

also ich meine es so - wenn nicht soviel ausgegrenzt werden würde, würde es zumindest mir besser gehen. Das hat insgesamt auch mit Respekt und Menschenwürde zu tun.

Und Einstufungen für psychische "Krankheiten" haben für mich am aller wenigsten mit Hilfe zu tun. Das ist tiefstes Schubladen abfertigen, in meinen Augen. Ich habe es selbst ganz hässlich bei Behörden und vor Gericht erlebt, wie man da in einer bestimmten Schablone quasi verschwindet. Mir wurde regelrecht ein Strick daraus gedreht, dass ich in therapeutischer Behandlung gewesen bin, und offen mit meiner Angsterkrankung umgehe.

Und wozu muss mich eine unpersönliche Abhandlung "einstufen" - die null mit mir und meiner persönlichen Situation zu tun hat. Wer das Bedürfnis nach Hilfe hat, kann sich die auch ohne das, jeder Zeit suchen.

Es wurde schon oft davon geschrieben, dass da Angst vor Verurteilung etc. ist. Und genau das meine ich! Dieser gesellschaftliche Druck, so funktionieren zu müssen wie der vermeintliche Rest der Welt. Und alle paar Jahrzente ändert sich das beliebig. Das ist das willkürliche und aus dem Kalkül entsprungene Erzeugen von sozialen Randgruppen, um auch die "normale" Masse unter Druck zu setzen. So nach dem Motto : seht her, das wird euch auch passieren, wenn ihr nicht springt.

Mir fehlen in der Welt, wie sie im Moment ist, die schillernde Buntheit - schräge Orginale mit viel Witz und Ideen. Anders denken und Anderssein ist doch quasi gar nicht mehr erlaubt. Vielleicht gäbe es ja viele dieser sogenannten psychischen Erkrankungen gar nicht, wenn das nicht so ein enormer Druck wäre, immer angepasst funktionieren zu müssen.

Das was gelebt werden muss, ist keine lebendige Welt. Und das packt dem, was viele Menschen an Päckchen aus ihrer Kindheit und anderen schlimmen Erfahrungen mit sich herumtragen, nochmal kräftig eins oben drauf. Es ist diese wahnwitzige Vorgabe, dass die Welt so wie sie ist, 'normal' ist, und jeder der das anders empfindet, ist eben un-normal.
Das erzeugt unglaublich viel Druck! Das erzeugt ständiges Leid.

Und diese Schräglage die hier bei uns über alle Kanäle transportiert wird, finde ich einfach asozial und menschenunwürdig. Agressionen, die ständige Hetze, mobben, Ungerechtigkeit etc. pp. werden in diesem Land nie! mit irgendwelchen pathologischen Begriffen asoziiert. Aber : Angst, Niedergeschlagenheit, Trauer etc. pp. führen ratz fatz dazu, dass ein Mesnch "krank" sein soll.
Ich habe noch niemals von kranken randalierenden Fussballfans gehört. Oder kranken Mitarbeitern, die andere Mitarbeiter in die Arbeitsuntauglichkeit gemobbt haben. Oder gibt es kranke Facebookuser, die andere mit Beleidigungen etc. unrechtmässig Einschränken? Habe ich noch nie gehört, das genanntes abartiges Verhalten je als krank benannt worden ist.
Und so tickt diese Gesellschaft. Die Sensiblen, die die etwas merken, werden ausgegrenzt und für krank erklärt - damit die restliche Maschinerie ohne Störungen weiterlaufen kann. Denn eins steht fest, ein pöbelnder Asi der agressiv ist, denkt nicht viel nach und wird dem System deshalb nie gefährlich.
Ein Mensch der fühlt und denkt, hinterfragt - und ist dem System gefährlich! Deshalb wird das Netz um diese Menschen immer engmaschiger.
Es braucht in diesem Land nur zwei Auslöser, um ab da fast lückenlos in Überwachung und "Betreuung zu sein. Linke Gesinnung, und oder eine vermeintlich labile Psyche.
Attentäter können sich hingegen noch mit staatlicher Unterstützung hier frei über Jahre bewegen. Und rechte Randale wird ignoriert. Die dürfen unter staatlicher Aufsicht Asylheime anzünden.

Ich finde es zutiefst erstaunlich, dass das anscheinend fast niemandem auffällt. Und es ist erschütternd, dass auch kaum jemand darin einen Zusammenhang zu seinen persönlichen Problemen sieht. Denn mir macht es ganz ungeheuerlich Angst, dass die friedlichen Menschen mit Psychopharmaka zugestopft werden, und wenn das nicht ausreicht und das Gehirn immer noch ungewünschte Gedanken produziert, ist eben die Psychatrie dran! Und die die wirklich schlimme Sachen machen, laufen mehr oder weniger unbehelligt jahrelang herum ohne behindert zu werden. Und natürlich ist nie die Rede davon, dass es krank ist andere Menschen zu töten oder für ein Leben lang zu schädigen.

Es gibt unter Richtern, Staatsanwälten etc. bekennende AFD Wähler. Und es ist nicht im Geringsten einschätzbar, wieviele noch mit rechter Gesinnung in irgendwelchen Ämtern und Staatsbetrieben sitzen. Unter diesem Gesichtspunkt muss man sich die Urteile der Gerichte auch mal genauer ansehen. Ein Linker, der einen Polizisten mit einer Flasche bewirft, geht für 2 einhalb Jahre ins Gefängnis. Kinderschänder, Leute durch deren Verhalten in Folge ein Mensch sein Leben verliert etc. pp. gehen zum Teil mit Bewährungsstrafen nach Hause. In Deutschland muss man nur genug *beep* sein, dann kann man hier fast Alles machen - ohne gross belangt zu werden.

Wenn ich mir das so richtig überlege, bin ich lieber "krank", als bei dieser "Normalität" mitzumachen. Bei Therapie geht es in meinen Augen nur darum, einen Menschen an diesen Wahnsinn anzupassen, und aus ihm ein gehorsames Schaf das mit der Herde rennt zu machen. Zumindest in Deutschland wird überwiegend nicht die Individualität gestützt und gefördert - sofern man sich keine Privatstunden für hunderte Euro leisten kann. In anderen Ländern ist das vielleicht anders.

Liebe Grüsse





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  01.10.2017 11:02  
Dass psychische Krankheiten immer noch stigmatisiert werden und man überhaupt nicht mehr ernst genommen wird, wenn man das offen kommuniziert, trifft leider immer noch zu.

Aber ich sehe das nicht so das wir aussortiert werden. Dass etwas am System krankt, ist offensichtlich, denn immer mehr Leute fallen wegen psychischen Problemen aus. So wie ich es empfand, war es dieser ständige Druck der Effizienz. Man muss nicht nur sauber arbeiten, sondern auch möglichst schnell. Und dann war da noch das, was du erwähnt hast, mit der Sensibilität. Ich bin sehr sensibel und die anderen waren hart. Aber auch das war nur Fassade, die gefordert wurde, dieses unzerstörbar sein was einfach nicht menschlich ist. Denn im Hintergrund haben mir dann einige erzählt, sie seien auch nahe dran gewesen am Zusammenbruch. Rescue Tropfen waren in den Handtaschen. Auch die, die noch standhalten können, leiden. Zumindest ein Teil davon.

Ich erlebe die Therapie völlig anders als du es erzählst, dass ich dort zum angepassten Schaf gemacht werde. Im Gegenteil, ich bin jetzt das angepasste Schaf und wir arbeiten daran, dass ich mich mehr getraue, ich zu sein und nicht immer so angepasst. Dass ich meiner Intuition mehr vertraue. Ich bin aber auch nicht in einer Verhaltenstherapie, vielleicht ist es dort anders?

Danke1xDanke


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  01.10.2017 16:20  
Also ich weiß ja nicht.
Das ist mir alles ein bisschen seltsam fokussiert.
Also klar, die Gesellschaft bestimmt vieles. Aber eben nicht alles. Und es ist und bleibt die eigene Entscheidung, ob man sich dem anpasst oder eben nicht.

Also so wie du,@Hurt das beschreibst wäre ja zu Beispiel auch jede Form der Erziehung zu viel Druck und zu viel in eine Richtung gezwungen zu werden.
Man wird als Kind erzogen, oder zieht sein Kind so groß, dass es gut in einer Gesellschaft leben kann. Das fängt doch schon bei Bitte und Danke an und hört da auf, wo man nichtmit den Finger auf Behinderte zeigt oder was weiß ich.
Das gehört ja doch auch schon dazu irgendwie angepasst zu sein. Aber daran sehe ich per se jetzt auch erstmal nichts falsches.

Ich lebe doch auch nicht in einer Blase. Hier werde ich aber akzeptiert. Ich bin anders, ich bin weder meinem Alter angepasst nocht der Gesellschaft. Ich bin in Rente, ich bin psychisch krank.

Ob man durch Therapie gezwungen wird, sich wiede rin eine Musksmäuschenstille und angepasste Gesellschaft einzufügen ist individuell.
Also ganz sicher arbeiten Psychiater ganz oft nach dem Prinzip. Hier: Medis, nehmen sie die, gehen sie wieder arbeiten. Fertig ist der Lack. Das ist nicht schön, nein. Hier wird seltenst nach dem gefragt, was der Patient will. Aber was soll man sagen? Die haben auch nichts anderes gelernt und haben sowieso viel zu wenig Zeit.
Bei Therapeuten ist das oft anders. Hier wird man auch (wenn man jemdn gutes gefunden hat) unterstützt darain, so zu sein, wie man sein will und hilft einem dabei, damit auch zurecht zu kommen.
Ich kann nichts erwarten,dass die komplette Gesellschaft da draußen, sich nach mir richtet, dass ich kein komischer Vogel (in mancher Augen) bin.
Aber mir ist das egal. Es kommt auch immer darauf an, mit welchen Menschen man sich umgibt.
Individualität wird von vielen Menschen geschätzt und von anderen sicher auch heimlich bewundert. Und wieder andere schwimmen eben gerne mit dem Strom.
Was ja auch irgendwie Individualität darstellt in meinem Augen.

Über unser Rechtssystem muss man sich sicher nicht streiten. Es ist ungerecht. Aber ich sehe darin kein System ob rechts links oder oben oder unten. Es ist IMMER beschissen.
Ich finde dennoch nicht, dass man hier fast alles machen kann und ich bin froh, dass es hier wenigstens noch ein bisschen REchtsstaatlichkeit gibt. So ungerecht und beschissen das auch läuft.
Raubkopiere werden mit bis zu 5 Jahren... jaja und Kinderschänder kommen oft davon. Keine Frage.

Aber da fängt eben das Problem an. Ja, wer psychische Probleme hat, ist oft vor Gericht eben nciht voll glaubwürdig. Und das ist etwas das man auch meiner Meinung nach ändern sollte. Weil man ja auch mal gucken muss, wo die Probleme her kommen-
Schau mich an. Ich habe eine voll Ausgeprägte Dissoziative Störung. Damit kann ich Erlebnisse nicht kohärent zusammensetzen und als ganze Geschichte erzählen. Damit bin ich aber per se ein unglaubwürdiger Zeuge. Ganz egal ob die DIS eben erst durch die Straftaten entstanden sind, oder nicht.
Aber das hat für mich nichts damit zu tun ob der Täter jetzt AFD Wäher wäre oder nciht. Ich finde das ist alles ein bisschen zu weit gedacht. Aber das ist eben nur meine Meinung.
Und ich glaube auch nicht, dass wir dem System gefährlich werden /wäre und deswegen Mundtot gemacht werden nur weil man als psychisch labilerer Mensch eben andere Weltsichten hat.
Ich fühle mich jedenfalls da nicht überwacht oder sonst irgendetwas von dem, was du andeutetst.

So und jetzt würde ich gerne den Bogen zurück zum Thema Boderline Überlebende machen.
Als Borderline Mensch und/oder traumatisierter Mensch (was ja oft beides zusammen fällt) hat man es natürlich schwer.
Und ich glaube schon, dass da auch einbisschen Vererbung eine Rolle spielt. Wenn die Mutter schon unter ungünstigen Bedingungen aufgewachsen ist, vererbt sie sozusagen eine gewisse sensibilität und Fähigkeit der Psyche damit umzugehen. Sich eben anzupassen. So wenig einem das auch im späteren Leben hilft, so sehr hilft es, wenn man in ung+nstigen Situationen aufwachsen muss.
Für mich sind Persönlichkeitsstörungen auch nicht per se eine Krankheit sondern ein Überlebensmodell.
Aber daraus erwächst so oft Leid und eben ein nur noch Über-leben. Und dann braucht man meist Hilfe. Schlicht weil das Leid so groß ist.

Danke2xDanke


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bei Hamburg
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  03.10.2017 06:08  
Hallo ihr Lieben,

ich verhandel gerade mit mir selbst - ob ich es schreiben werde, was ich schreiben möchte. Thema Erziehung durch die Eltern und angepasst werden an das Leben.
Meine Mutter hat mich nebst früher beschriebener Eigenheiten stets mit Sätzen "gefüttert" : das tut man nicht; sei endlich ein Liebes Mädchen; soetwas gehört sich nicht; soetwas sagt man nicht; gehorche mir endlich, sonst lasse ich Dich ins Kinderheim sperren; und noch Vieles andere auf dieser Schiene.
Wenn ich nicht "gespurt" habe, wurde ich eingesperrt, manchmal geschlagen, meistens mit Missachtung bestraft. Von Geburt an! Insgesamt hört es sich an, als hätte diese Frau mit einer aufmüpfigen und ungezogenen Göre zu kämpfen gehabt. Doch ich war genau das Gegenteil. Ruhig, angepasst, immer um Harmonie bemüht und eigentlich recht still.
Aber ich war neugierig, regelrecht wissbegierig und habe auch direkt mal nachgefragt. Ein absoluter Dorn in den Augen dieser Frau, die sich mit Bösartigkeit, Hinterhältigkeit und ständigen Lügen ihren Weg durchs Leben gebahnt hat.
Und gerade während ich dies schreibe wird mir klar, dass ich von Anfang an quasi ihre grösste Feindin gewesen sein muss. Mit meiner Wahrheitsliebe, mit meiner Wissbegier - mit meinem beobachten und Dinge verstehen.
Seitdem ich auf der Welt war, hat sich diese Frau gegen mich gewehrt, sich abgeschottet und mir unter allen Umständen und bei jeder Gelegenheit, den grösstmöglichen Schaden zugefügt.
Sie hat aktiv und massiv verhindert, dass ich eine gute Schulbildung erhalte. Sie hat mich emotional geschädigt, wo es ihr möglich war. Sie hat über mich Lügen verbreitet und mich wo es ging vor anderen schlecht gemacht.

Als ich dann als junge Erwachsene trotzdem recht gut meinen Weg gegangen bin, und über den zweiten Bildungsweg und eine Aufnahmeprüfung ein Studium begonnen habe, hat sie quasi zur Endlösung gegriffen. Die Schwester meines Vaters, war mir eine liebe Vertraute, und die fürsorgende und mich liebende Person, die ich in meiner Mutter nie gehabt habe. Sie hatte mir auch gesagt, dass meine Mutter ein sehr böser Mensch ist, womit ich zu der Zeit wenig anfangen konnte.
Jedenfalls wurde meine Tante irgendwo im Wald mit durchschnittener Kehle gefunden. Das wurde als Selbstmord deklariert.
Ich bin nach dem völlig ins Trudeln gekommen. Abbruch des Studiums, für einige Wochen Psychatrie.

Jahre später ist mir aufgefallen, dass ich Zeugin der Planung dieser Tat an meiner Tante gewesen bin. Darüber werde ich hier nicht in Einzelheiten berichten, aber es war im Nachhinein vollkommen eindeutig. Ein paar Jahre später wurde eine Cousine meiner Mutter tot gefunden, angeblich Herzversagen - ein paar Tage später hat mir meine Mutter den Schmuck der Verstorbenen quasi als Trophäe präsentiert. Die Cousine hatte mir angeboten bei sich und ihrem Mann erstmal zu wohnen, um mich zu erholen. Wieder ein paar Jahre später wurde der Hausmeister des Hauses wo meine Mutter lebt, erschlagen im Flur aufgefunden. Ich weiss, dass sie ihn jahrelang in ihre Wohnung gelockt hat, und ihn zum Trinken annimiert hat. Zuletzt hatte sie mir erzählt, dass er mir zu meinem Geburtstag gerne einen Blumenstrauss schenken wollte, un dsie ihm gesagt hat - dass er das mal lieber lassen sollte! Danach war er tot.
Meine Mutter hat Jahrzente als Krankenschwester gearbeitet, und ich befürchte, da hat sie auch schon ihre Entscheidungen getroffen. Zusammen mit der Aussage von ihr, dass sie gerne als KZ Aufseherin gearbeitet hätte, und dass bei *beep* alles uneingeschränkt gut gewesen ist - sie hat immer so völlig romantisch und Sinnverloren von der Jugendorganisation geschwärmt, der sie angehört hatte - kann ich mir da eine Menge vorstellen.

Ich habe es nie geschafft, sie öffentlich Anzuklagen oder offiziell zu verdächtigen. Sie beherrscht mit ihrer Psychopathie und ihrem autoritären Verhalten, jeden Raum. Und sie zeigt auf mich. Sagt ich wäre krank, würde nichts auf die Reihe bekommen und wäre immer nur eine schlechte Tochter gewesen.

Gerade habe ich mir gedanklich ein Stück festes Gummi genommen, un dbeisse ganz fest darauf. Mein Sohn ist gestern 23 jahre alt geworden. Dank meiner Mutter habe ich ihn seit 15 Jahren nicht gesehen, und auch keinerlei Kontakt. Bis vor ein paar Jahren, war das der völlige Horror für mich. Ich lebe in einer neuen Ehe seit der Zeit, habe sehr viel gearbeitet, und trotzdem war diese Seite meines Lebens immer der Sturz in den Abgrund. Das Leck in meiner Psyche und in meinem gesamten Leben. Ich habe unendlich darunter gelitten.
Dieses Jahr geht es besser damit. Es war die Frage : weiterleben oder sterben. Lange Zeit konnte ich mich nicht wirklich entscheiden. Dies ist der erste Geburtstag meines Sohnes, wo ich kaum darüber nachgedacht habe, und es mich auch gefühlsmässig nicht gepackt hat.
Es gibt tatsächlich Fortschritte im Leben, ich hatte nicht mehr daran geglaubt!
Puh, ich muss hier erstmal eine Pause machen.

Das was ihr schreibt inspiriert mich dazu, auch wieder tiefer in mich selbst hinein zu denken un dzu fühlen. Dinge, die ich jahrelang auf Eis gelegt hatte. Bloß nicht hingucken. Notfalls Augenbinde und Mundknebel.
Hier zu lesen und zu schreiben, kommt für mich einer Befreiung gleich - zusammen mit anderen Entwicklungsschritten, die ich gerade mache. Und ich bin so dankbar dafür. Ich habe einfach nicht mehr daran glauben können, dass sich an diesem inneren Horrortrip jemals etwas ändern wird.
In den letzten Tagen hatte ich so heftige Attacken. Angst bis fast zum Umfallen, Herzrasen, Schweissausbrüche. Aber ich habe mich an das geklammert, was ich hier auch geschrieben hatte. Bei mir bleiben, dem keinen Raum geben und mir alles in Erinnerung rufen, womit es mir jemals gut gegangen ist.
Und das Räuchern feiner Substanzen trägt dazu bei. Es ist einfach ein Ritual, bei dem Energien gereinigt werden. Und selbst wenn das nur Einbildung ist - es wirkt.

Mein Traum ist ein freies un dvon all diesen Sachen unbeeinflusstes Leben. Wer weiss, vielleicht schaffe ich das ja noch!


Lieben Gruss



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1
Hessen
14
  03.10.2017 16:17  
Es scheint so, als wäre ein Einbrecher da gewesen.
Ich weiß nicht, wann genau er da war, aber irgendwann muss es gewesen sein, denn als ich wieder zu mir kam, war das Chaos da.
Alles lag herum... in einer Ecke lag das Lachen, in der anderen das Glück.
Irgendwer hatte sämtliche Schubladen durchwühlt und den Inhalt achtlos herausgeworfen.
Die Schuld lag mir zu Füßen, die Angst direkt daneben.
Dahinter die Wut, dann die Trauer und hinten, zusammengekauert, der Schmerz.
Irgendwann standen alle Gefühle wieder auf und taumelten umher.
Keiner wusste mehr so recht wohin er gehörte. Alle waren völlig verwirrt.
Das Glück lachte über den Schmerz, dieser wiederum spürte sich nicht mehr, und das erzürnte die bislang noch schweigende Wut.
Die Trauer gab der Angst die Schuld, weil sie nicht weggelaufen war.
Denn Flucht war doch ihre wichtigste und lebensrettende Aufgabe.
Das verunsicherte die Angst wiederum so sehr, dass sie von nun an beständig da war.
Nichts durfte ihr jetzt mehr entgehen... und so wurde sie zu meiner treusten Begleiterin.
Aber was hatte der Einbrecher gestohlen, was hatte er gesucht?
Lange Zeit wusste ich es nicht. Dann wurde es mir klar.
Er hatte die Liebe geraubt... in jener Zeit, die mir nun fehlt.
(Auszug aus dem Buch "Seelentaumel")

Hallo und einen schönen Feiertag,

ich wollte mal was philosophisches zum Thema schreiben, daher der Auszug aus dem Buch. Diese Zeilen haben in mir ein starkes Gefühl von Verbundenheit und Verständnis geweckt.
Ich glaube sie bringen das Dilemma meiner Kindheit und meine Sehnsucht nach dieser verlorenen "Liebe" in einer kurzen Geschichte auf dem Punkt.
@hurt... Das sind schon sehr bestürzende und offene Zeilen von dir. Ich kann mir vorstellen, dass deine Mutter da sehr viel Selbsthass auf dich projeziert hat und dich als Spiegel brauchte. Insofern wird sie wohl auch jeden der dir näher zu stehen schien als Poten. Gegner betrachtet haben. Deine Verluste tun mir Leid und ich denke, dass sich mit den einzelnen Themen die Polizei beschäftigt hat, ohne da jetzt ne Wertung abzugeben. Ich kann verstehen, dass du deiner Mutter gegenüber alles für möglich hälst und auch nach solchen Ereignissen kein Vertrauen da ist. Du hast beschrieben, dass du mit deinen Gedanken im letzten Jahr ruhiger geworden bist und Fortschritte für dich erreicht hast. Das freut mich für dich. Rückschläge wird es immer geben, allerdings wird der Umgang damit besser je älter wir werden.

Herzliche Grüße

Danke1xDanke

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