Zitat von Luna70:Ich denke nach wie vor, ein "Geständnis" wäre in der Situation wirklich sehr ungeschickt gewesen und hätte zu überhaupt keiner Verbesserung der Situation geführt, für keinen der Beteiligten. Aber es hätte die Gefahr bestanden, dass für lange Zeit wirklich etwas kleben bleibt. Avocado hat einen Fehler gemacht und trägt die Konsequenzen, für mich kein Grund ihn als feige zu bezeichnen. Aber mir ist noch nicht ganz klar, warum du der Meinung bist, dass du damit deiner Karriere einen so schweren Schaden zugefügt hast. Nach so langer Zeit ist ein Weiterziehen und neue Erfahrungen machen doch eher ein guter Schritt um voran zu kommen.
Das ist ein Konzern. Ein Geständnis bringt nichts. Ich habe es mehrmals, auch mit meinem Anwalt, besprochen.
Es hätten zuviele Leute eingeweiht werden müssen. Und dank der Compliance wäre das wahrscheinlich nicht gut für mich ausgegangen.
Unten hätten die Chefs vielleicht noch gesagt, dass ich dumm war wegen 0,1 im Schnitt sowas zu tun, aber in der HR oder weiter oben wäre es um das Prinzip gegangen.
Es gab da nichts mehr zu gewinnen.
Warum es ein Schaden für meine Karriere ist?
Weil der Job eine Beförderung in eine hohe Stelle war und extrem gut bezahlt.
So ein Gehalt zahlt kein Mittelstand, keine staatliche Behörde.
Da muss man lange suchen und sehr viel Glück haben, um annähernd soviel zu bekommen.
Gut. Ist jammern auf hohem Niveau, aber Geld ist nunmal Geld.
Es geht aber auch um einen interessanten Job, gute Kollegen, sichere Arbeitsplätze, gute Renten.
All das hätte ich gehabt. Ich hätte nur meine Dokumente richtig abgeben müssen.
Aber dafür war ich zu eitel, zu blöd.
Das Problem war, dass ich die Leute dort zu gut kannte und deshalb krampfhaft sehr gut dastehen wollte.
Das war der Fehler. Und das will ich mithilfe eines Psychologen näher betrachten.