Meyer
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ich wollte einfach mal meine Geschichte teilen, weil ich gerade merke, dass ich innerlich viel mit mir herumtrage und oft in Gedankenschleifen festhänge.
Ich war schon als Kind ein eher ängstlicher Mensch. Ich habe vieles stark wahrgenommen, schnell Sorgen entwickelt und meinen Körper sehr genau beobachtet. Dieses Grundmuster zieht sich eigentlich schon lange durch mein Leben.
Außerdem hatte ich schon immer eher Probleme mit Verstopfung. Irgendwann wurde bei mir auch eine chronische Obstipation diagnostiziert. Über einen längeren Zeitraum habe ich deshalb auch Macrogol genommen (ca. 3 Jahre). Eine Darmspiegelung war damals unauffällig.
Trotzdem ist im Laufe der Zeit eine starke Unsicherheit entstanden. Besonders nachdem ich einmal gelblichen Schleim im Stuhl bemerkt habe, hat sich bei mir eine große Angst festgesetzt. Ab da habe ich angefangen, meinen Körper sehr stark zu kontrollieren und alles sofort zu bewerten.
Vor etwa einem Jahr habe ich dann die Diagnose körperbezogene Angst / Hypochondrie bekommen. Ich kann mich darin teilweise wiederfinden, aber auch nicht komplett – es fühlt sich für mich komplexer an als diese eine Schublade.
Ich bin seit einem Jahr in Therapie und habe auch ein Jahr Duloxetin genommen, was mir insgesamt geholfen hat, vor allem die Grundanspannung etwas zu senken. Das habe ich inzwischen wieder abgesetzt.
Was mir im Moment am meisten zu schaffen macht, sind nicht die körperlichen Symptome selbst, sondern meine Gedanken dazu. Dieses schnelle Katastrophisieren, dieses Worst-Case-Denken und die Angst davor, dass sich meine Lebensqualität dauerhaft verschlechtern könnte.
Ich merke, dass ich meinem Körper gegenüber oft kaum eine Toleranz für Schwankungen habe. Jede kleine Veränderung fühlt sich sofort wichtig an und wird innerlich bewertet.
Im Alltag zeigt sich das bei mir vor allem so:
Wenn der Stuhl etwas fester ist oder sich die Frequenz verändert, kommt sofort die Sorge, ob etwas nicht stimmt
Wenn dann gelegentlich etwas Schleim dabei ist (was medizinisch bereits abgeklärt wurde), löst das trotzdem direkt wieder Angst aus
Und wenn der Stuhl etwas weicher ist und mehr Abwischen nötig ist, fühlt es sich für mich innerlich schnell „nicht okay“ an
Ich merke, dass ich Schwierigkeiten habe, diese normalen körperlichen Schwankungen einfach als normal zu akzeptieren. Stattdessen rutsche ich schnell in Kontrolle, Beobachtung und Bewertung.
Im Moment ist es für mich weniger ein körperliches Problem, sondern eher dieses ständige innere Beobachten und die Angst vor einem dauerhaften Verlust von Lebensqualität.
Ich würde mich sehr freuen, wenn andere ähnliche Erfahrungen mit diesem Kreislauf aus Körperwahrnehmung, Angst und Gedankenspiralen haben und vielleicht teilen können, was ihnen hilft.
Danke fürs Lesen 🌿
• • 23.07.2026 #1